Vitry-en-Perthois
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 1779
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Vitry-en-Perthois
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Stadt und Herrschaft in der Champagne (dep. Marne)

Vitry-en-Perthoise gehörte ursprünglich zum Patrimonium der dem Erzbischof von Reims unterstehenden großen Abtei St-Remi. Einer päpstlichen Bulle von 1179 zufolge verfügte die Reimser Kirche über die Suzeränität von Vitry-en-Perthois, einem der Kerngebiete der späteren Grafschaft Champagne. 953 eroberte Heribert der Ältere, Graf vn Vermandois, Vitry-en-Perthois für König Ludwig IV. Nach dem Tode seines Sohnes Heribert III. (950-984) wurde Vitry-en-Perthois mit Epernay und Vertus seinem Neffen Heribert dem Jüngeren, Sohn von Robert, Graf von Meaux, übertragen. Als 1022 Odo II., Graf von Blois und Enkel Roberts, die Grafschaften Troyes und Meaux erbte, ging Vitry-en-Perthois an sein Haus über. Odo III., dem nach der Erbteilung die Champagne überlassen wurde, belehnte um 1061 Raoul von Valois, Graf von Amiens und Vexin, mit Vitry-en-Perthois, der durch Heirat Bar-sur-Aube erworben hatte. Nach seinem Tode (1078) verteidigte sein Sohn Simon das Erbe gegen König Philipp I., der Vitry-en-Perthois und Bar einem seiner Schwiegersöhne übergeben wollte. Nachdem Simon sich in das Jurakloster St-Claude zurückgezogen hatte, beanspruchte Tedbald III. (1037-1089), Graf von Blois und Nachfolger seines Neffen in der Champagne, im Namen seiner Frau Adela von Bar, einer Schwester Simons, 1078 Vitry-en-Perthois und Bar für sich. Anläßlich eines Konfliktes zwischen Tedbald II. (IV. als Graf von Blois) und König Ludwig VII. wurde Vitry-en-Perthois 1142/43 niedergebrannt, das Perthois vom König besetzt und als Grafschaft Odo 'le Champenois' zugewiesen. Nachdem Tedbald deshalb dem Herzog von Burgund den Lehnseid geleistet hatte, bemühte sich der König 1144 durch Restitution Vitry-en-Perthois um eine Wiederannäherung. Unter Heinrich I. 'le Liberal' (1152-1181), der Vitry-en-Perthois als Vorleistung auf sein Erbe empfangen hatte, fand die endgültige Trennung der Grafschaften Blois und Champagne statt. Heinrich behielt sich Troyes und Provins vor, so daß Vitry-en-Perthois bis zum Tode von Königin Johanna (1305), Erbtochter Heinrichs III. von Champagne und Navarra und Gemahlin König Philipps IV., im Besitz der Grafen der Champagne blieb.