Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 301
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Sully, Odo von (Eudes de), Bischof von Paris 1197-1208
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Durfte sich als Abkömmling des Hauses SULLY 'Vetter' der Grafen von Champagne, der Könige von Frankreich und England nennen; sein älterer Bruder Henri de Sully war Zisterzienser und Erzbischof von Bourges (1183-1199). Odo de Sully leitete vorbildlich seine Diözese, konnte aber während seiner kurzen Amtszeit bei König Philippp II. Augustus und dem Episkopat nicht die hohe Autorität seines großen Vorgängers erreichen. Unter Odo de Sully predigte Fulco von Neuilly, Schüler von Petrus Cantor, für eine Hebung der Moral und für den 4. Kreuzzug. 1198 und 1199 bemühte sich Odo de Sully gemeinsam mit dem päpstlichen Legaten Petrus von Capua um Abschaffung des großen Narrenfestes von Notre-Dame, das wegen seiner Tumulte und unsittlichen Ausschweifungen Anstoß erregte. Der Bischof gab dagegen dem Fest der Beschneidung Christi (1. Januar) eine würdige Gestalt. 1207 führte er im Bistum Paris das Fest des von Papst Alexander III. am 18. Januar 1174 kanonisierten heiligen Bernhard von Claircvaux ein.
Um 1208 promulgierte Odo de Sully die erühmten Synodalstatuten, die das IV. Laterankonzil (1215) und die Diözesangesetzgebung im westlichen Europa nachhaltig beeinflussen sollten. Sie enthalten insbesonders Vorschriften über die Abhaltung der Synoden, die Verwaltung der Sakramente, das Leben der Geistlichen und die administrative und seelsorgerische Tätigkeit in den Pfarreien.