Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1349
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Sancerre, Louis de, Connetable de France
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* um 1340, + 6. Februar 1403 (nach mehrmonatiger Krankheit)

Jüngerer Sohn von Louis, Graf von Sancerre (+ 1346 bei Crecy) und der Beatrice de Roucy

Aus einer Seitenlinie des Grafenhauses von CHAMPAGNE (dessen Wappen er führte) stammend, wurdee Louis de Sancerre gemeinsam mit seinern Brüdern am französischen Hof erzogen und nahm an der Verteidigung von La Charite-sur-Loire gegen die Engländer teil (1363-1364), schlug diese in der Schlacht bei Olivet (1365) und wurde von Karl V. mit dem militärischen Vorgehen gegen die Kompagnien in Bourbonnais und Auvergen beauftragt (1367-1368). Nachdem er den Stab des Marechal de France empfangen hatte, beteiligte er sich an der Rückeroebrung von Poitou und Limousin (Einzug in Limoges, 132). In den folgenden Jahren operierte er unter dem Oberkommando Bertrands Du Guesclin (Saintonge, Perigord, Grenzgebiet der Guyenne). 1379 nahm er teil am Bretagne-Feldzug Karls V., fungierte dann erneut als Truppenführer unter Du Guesclin, bei dessen Tod (1380, während der Belagerung von Chateauneuf-de-Randon) Louis de Sancerre zugegen war (1380). 1381 kämpfte er gegen die Kompagnien in der Auvergne, nahm teil an der Schlacht von West-Rozebeke (1382) und am 'Ost de Bourbourg' (1383). Neue Feldzüge führten ihn vor allem auf den südwestfranzösischen Kriegsschauplatz, den er am besten kannte (Belagerung von Bouteville/Saintonge: 1386, 1388). 1391 zum Generalkapitän des Languedoc ernannt, konnte er in zehnjähriger Amtszeit (bis 1401) mehrere Konflikte in dieser Region beenden. Er empfing das Schwert des Connetable de France am 26. Juli 1397. - Wie Du Guesclin wurde auch Louis de Sancerre in St-Denis begraben, auf eigenen Wunsch und durch Vermittlung des Herzogs Ludwig von Orleans, der diese große Gunst bei König Karl VI. erwirkte; Sancerres Grabmal (ausdrucksvolle Liegefigur: charakteristisches Schielen) ist erhalten. Sancerres Ruhm war geriner als derjenige von Bertrand Du Guesclin, aber gleichwohl beachtlich. Der Chronist Michel Pintoin aus St-Denis preist ihn als von Grund auf kriegserfahrenen, jedem Prunk abholden und bedingungslos königstreuen Ritter, "ce plus bel ornement de la chevalerie francais". Das Testament, in dem Louis de Sancerre seinen Neffen Guichard Dauphin zum Universalerben einsetzt, zeugt von der lebendigen Frömmigkeit des Connetable.