Jüngerer Sohn von Louis, Graf von Sancerre (+ 1346 bei Crecy) und der Beatrice de Roucy
Aus einer Seitenlinie des Grafenhauses von CHAMPAGNE
(dessen Wappen er führte) stammend, wurdee Louis de Sancerre gemeinsam
mit seinern Brüdern am französischen Hof erzogen und nahm an
der Verteidigung von La Charite-sur-Loire gegen die Engländer teil
(1363-1364), schlug diese in der Schlacht bei Olivet (1365) und wurde von
Karl V. mit dem militärischen
Vorgehen gegen die Kompagnien in Bourbonnais und Auvergen beauftragt (1367-1368).
Nachdem er den Stab des Marechal de France empfangen hatte, beteiligte
er sich an der Rückeroebrung von Poitou und Limousin (Einzug in Limoges,
132). In den folgenden Jahren operierte er unter dem Oberkommando Bertrands
Du Guesclin (Saintonge, Perigord, Grenzgebiet der Guyenne). 1379 nahm er
teil am Bretagne-Feldzug Karls V.,
fungierte dann erneut als Truppenführer unter Du Guesclin, bei dessen
Tod (1380, während der Belagerung von Chateauneuf-de-Randon) Louis
de Sancerre zugegen war (1380). 1381 kämpfte er gegen die Kompagnien
in der Auvergne, nahm teil an der Schlacht von West-Rozebeke (1382) und
am 'Ost de Bourbourg' (1383). Neue Feldzüge führten ihn vor allem
auf den südwestfranzösischen Kriegsschauplatz, den er am besten
kannte (Belagerung von Bouteville/Saintonge: 1386, 1388). 1391 zum Generalkapitän
des Languedoc ernannt, konnte er in zehnjähriger Amtszeit (bis
1401) mehrere Konflikte in dieser Region beenden. Er empfing das Schwert
des Connetable de France am 26. Juli 1397. - Wie Du Guesclin wurde
auch Louis de Sancerre in St-Denis begraben, auf eigenen Wunsch
und durch Vermittlung des Herzogs Ludwig von Orleans,
der diese große Gunst bei König Karl
VI. erwirkte; Sancerres Grabmal (ausdrucksvolle Liegefigur:
charakteristisches Schielen) ist erhalten. Sancerres Ruhm war geriner
als derjenige von Bertrand Du Guesclin, aber gleichwohl beachtlich. Der
Chronist Michel Pintoin aus St-Denis preist ihn als von Grund auf kriegserfahrenen,
jedem Prunk abholden und bedingungslos königstreuen Ritter, "ce plus
bel ornement de la chevalerie francais". Das Testament, in dem Louis
de Sancerre seinen Neffen Guichard Dauphin zum Universalerben einsetzt,
zeugt von der lebendigen Frömmigkeit des Connetable.