Garsende von Maine                                Markgräfin von Mailand
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Erb-Tochter des Grafen Heribert I. von Maine
 

Brandenburg Erich: Tafel 2 Seite 5
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X. 13 b. THEOBALD III., Graf von Blois 1037, von Champagne 1048
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           * vor 1012 (ca. 1010), + 1089

Gemahlinnen: a) Garsende, Tochter des Grafen Heribert von Maine, verstoßen 1049

                     b) vor 1061 Alix, wahrscheinlich Tochter des Grafen Rudolf von Valois
                                            + nach 1097



Garsende war die Geliebte Gottfrieds von Mayenne und wurde um 1048 vom Grafen Theobald III. von Blois-Champagne verstoßen.

Bresslau Harry: Band I Seite 421
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."

Über Azzos zweite Ehe mit Garsenda, einer Tochter des Grafen Hugo von Maine, und die daraus entsprossenen zwei Söhne, Hugo und Fulko, sind wir unterrichtet durch Ordericus Vitalis IV, 12 (ed. Le Prevost II, 252: Hugo filius Herberti [comes Cenomannorum] .... Bertham in conjugium accepit, quae filium nomine Herbertum et tres filias ei peperit. Una eorum data est Azoni marchiso Liguriae) und durch eine Urkunde von 1115 mit folgender Unterschrift: ego Fulcho marchio (oben Fulco marchio filius ... Azonis) dedi pro ordinatione testamenti Garsendae gentricis meae terram in qua suprascripta cartula legitur et Garsenda comitissa genitrice mea et Ugo germano meo. In diesen beiden Söhnen pflanzte sich die italienische Linie des Hauses ESTE fort.

Schneidmüller Bernd: Seite 135
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"Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung."

Albert Azzo II. hatte nach dem Tod seiner welfischen Gemahlin Kuniza (um 1050) in zweiter Ehe Garsenda geheiratet, die Schwester des Grafen Hugo IV. von Maine. Aus dieser Verbindung gingen die beiden Halbbrüder Welfs IV. hervor, Fulco und Hugo, auch sie nach mütterlichen Vorfahren benannt. Beim Tod Hugos IV. und seines Sohnes geriet die Grafschaft Maine in den 60-er Jahren in den Bannkreis der benachbarten normannischen Herzogsherrschaft. Doch bei einer Revolte in der Stadt Le Mans rief eine oppositionelle Partei die Grafen-Tochter Garsenda als Erbin und ihren Mann Albert Azzo an die Loire. Im Frühjahr 1069 setzte sich der OTBERTINER tatsächlich durch und ließ mit der Gattin auch seinen Sohn Hugo in Maine zurück. Letztlich war seiner Herrschaft kein Erfolg beschieden, so daß er 1070 zum Vater nach Italien zurückkehrte. Freilich erhielt sich bis in die 90-er Jahre des 11. Jahrhunderts der erberechtlich begründete Anspruch Hugos auf die Grafschaft Maine.

Douglas David C: Seite 227,228
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"Wilhelm der Eroberer Herzog der Normandie."

Doch nun war unterstützte eine mächtige Partei Maines die Einwohner von Le Mans, und zwar im Interesse von Azzo, dem Herrn von Este in Ligurien, der der Gemahl von Gersendis, der Schwester Graf Hugos IV. war. Azzo traf vor dem 2. April des Jahres 1069 in Maine ein; es gelang ihm, viele Anhänger um sich zu sammeln und vor allem den mächtigen Grenzherrn Geoffrey von Mayenne für seine Sache zu gewinnen. Für die normannischen Herren der Grafschaft Maine erwies sich dieses Bündnis als zu stark, um ihm Widerstand leisten zu können.  Nach diesem Erfolg zog sich Azzo auf sein italienisches Herrschaftsgebiet zurück und ließ Maine in der Obhut von Gersendis und ihrer beider jungem Sohn Hugo, der als Graf anerkannt wurde. Geoffrey von Mayenne, der Gersendis sofort als seine Herrin anerkannte, blieb in dieser Partnerschaft die beherrschenden Gestalt.
Eine Rebellion im März 1070 wurde niedergeschlagen und die Gräfin und Geoffrey waren wieder Herren von Le Mans.

Jäschke Kurt-Ulrich: Seite 97
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"Die Anglonormannen."

Noch vor dem 2. April 1069 wandten sich Le Mans und die Grafschaft als Ganzes gegen normannische Herren im Lande zugunsten des Azzo von Este in Venetien; dessen Gattin Gersindis war Schwester Graf Hugos IV., der allerdings bereits am 26. März 1051 gestorben war. Zu den ESTE-Anhängern gehörte neben anderen einheimischen Großen auch Gottfried von Mayenne, und als Azzo mit Gersendis und Sohn Hugo eben vor dem 2. April 10698 in Maine eintraf, wurden die normannischen Krieger beseitigt. Während Azzo sich nun wieder nach Italienzurückzog, wurde Maine im Namen seines jungen Sohnes Hugo V. durch Gersendis und deren Liebhaber Gottfried von Mayenne regiert. Denn während Hugo V. aus Sicherheitsgründen zum Vater nach Italien gebracht wurde, konnten Gersendis und Gottfried von Mayenne noch 1070 wieder in Le Mans reisideren.
 
 
 
 

  1. oo Theobald III. Graf von Blois-Chartres
 - 1048 1010-29.9.1089

  2. oo 2. Adalbert Azzo II. Markgraf von Mailand
              997-   1097
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Stephan Heinrich Graf von Blois
  1046-13.7.1102

2. Ehe

  Fulco I.
  um 1060-15.12.1128

  Hugo V. Graf von Maine
          - wohl 1131
 
 
 
 
 

Literatur:
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Bresslau Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker&Humblot Leipzig 1879 Band I Seite 421 - Douglas David C: Wilhelm der Eroberer Herzog der Normandie. Diederichs Verlag München 1994 Seite 227,228 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 341 - Jäschke Kurt-Ulrich: Die Anglonormannen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Mainz 1981 Seite 97 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 135 -