Epernay
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 2047
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Epernay
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Stadt in O-Frankreich an der Marne

Epernay ging aus einenm Fronhof hervor, der zur Zeit des hl. Remigius (6. Jh.) von der Kirche von Reims erworben wurde. KARL DER KAHLE hielt hier 846 ein placitum generale ab. Hinkmar von Reims suchte in Epernay 882 Zuflucht vor den Normannen. Nach dem Zeugnis von Flodoard, der aus Epernay stammte, ließ Erzbischof Fulco (+ 900) den Ort mit einer Befestigung (castrum, castellum, munitio, oppidum) versehen.
Nachdem sich Graf Heribert der Ältere (+ 989/84) der Burg bemächtigt hatte, wurde sie 1023/24 definitiv vom Grafen von Champagne, Odo II., erworben; er und seine Nachkommen hielten Epernay vom Erzbischof zu Lehen. Epernay wurde zum Zentrum einer wichtigen Kastellanei, in der ein Prevot amtierte (1032: Isembard).
Die Abtei St-Martin wurde 1032 von Odo II. gestiftet; seine Gemahlin und sein Sohn Tedbald I. wurden hier bestattet. Auf Rat des hl. Bernhard von Clairvaux reformierte Tedbald II. 1127 die Gemeinschaft, indem er Augustinerchorherren unter Abt Fulco aus St-Leon de Toul einsetzte.
Die Kastellanei von Epernay gehörte oft zum Wittum der Gräfinnen von Champagne. Nachdem die Champagne an die französische Krone gefallen war, wurde die Kastellanei der Apanage des Herzogs Ludwig von Orleans zugeschlagen (1388) und kam an dessen Erben aus der jüngeren Linie der ORLEANS-ANGOULEME bis zu König Franz I.