Katharina Howard                            Königin von England
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um 1520
13.2.1542 hingerichtet
Lambeth/Surrey

Tochter des Lords Edmund Howard aus seiner 1. Ehe mit der Joyce Culpepper, Erb-Tochter von Sir Richard; Enkelin des Herzogs Thomas III. von Norfolk und Cousine der Königin Anna Boleyn von England

Thiele Andreas: Band IV Tafel 211a
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“

KATHARINA HOWARD
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1521
1542 hingerichtet

Katharina Howard war genusssüchtig, lebensgierig, leichtsinnig, hübsch, eine hemmungslose Messalina vor und nach ihrer Heirat, unter anderem mit einem Cousin.

  oo 1540
      HEINRICH VIII. König von England
          
1547


Die schöne und verführerische Katharina war das Werkzeug ihres Onkels, Thomas IV. von Norfolk. Wegen des Verdachts des Ehebruchs wurde Katharina vom Parlament verurteilt und hingerichtet.

GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild.: Seite 235
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KATHARINA HOWARD
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Um 1520
13.II.1542

Als Heinrich VIII. die Auflösung seiner Ehe mit Anna von Cleve erzwungen hatte, verliebte er sich bis zum Wahnsinn in die kleine, "unschuldige" Kate Howard, die Tochter eines Lords. Aber das Mädchen mit den lachenden blauen Augen und den braunen Zöpfen hatte schon schlimme Liebschaften hinter sich. Man sagte ihr ein sehr frühes Verhältnis mit ihrem Musiklehrer nach, dann war sie in den Händen Francis Derhams gefallen, der bei ihrem Onkel, dem Herzog von Norfolk, ein- und ausging und nur manchmal verschwand, um Handelsschiffe zu kapern. Ihr dritter Liebhaber, Thomas Culpeper, tat Dienst am Hofe der Königin Anna von Cleve, und ihn scheint Katharina Howard wirklich geliebt zu haben, als der 51-jährige Heinrich VIII. die 17-jährige begehrte. Ihre Tante, die Herzogin von Norfolk, schenkte ihrer Nichte die kostbarsten Juwelen und brachte sie in die Nähe des Königs; schon einen Monat, nachdem Heinrich sich von Anna von Cleve getrennt hatte, führte er dem Hof die fünfte Königin vor, die zweite in einem einzigen Jahr: Katharina Howard, die "Rose ohne Dornen", wie auf den zur Hochzeit geprägten Münzen zu lesen war. Schon nach neun Monaten aber zeigte die Rose ihre Dornen. Katharina schrieb einen sehnsuchtsvollen Liebesbrief an Culpeper, Derham zog als ihr Sekretär in den Königspalast ein. Als Denunzianten ihr Vorleben aufdeckten, weinte Heinrich zum ersten Mal Tränen der Eifersucht. Die Folter tat ihr Werk, und obwohl Derham und Culpeper standhaft blieben, überlieferte sie der König dem Henker. Am 11. Februar 1542 unterschrieb er auch das Todesurteil über die Königin.


Ridley Jasper: Seite 379,387,404-405,407
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"
Heinrich VIII. Eine Biographie."

Im Frühjahr 1540 verliebte sich Heinrich in Katharina Howard, die 20-jährige Tochter von Norfolks Bruder Lord Edmund Howard. Katharina war eine der Hofdamen Annas von Kleve. Sie hatte einige Jahre im Haus ihrer Großmutter, der alten Herzogin von Norfolk gelebt. Heinrich wusste nicht, dass sie unter dem Dach der alten Herzogin einen unsittlichen Lebenswandel geführt hatte und sich auch nicht von den Schlägen beeindrucken ließ, die sie manchmal deswegen bekam. Ebensowenig war ihm bekannt, dass sie einem jungen Edelmann des Haushalts namens Francis Derham heimlich die Ehe versprochen und mit ihm Unzucht getrieben hatte und dass sie die Geliebte ihres Cousins Thomas Culpepper, eines von Heinrichs Kammerherrn, und eines jungen Musikers namens Henry Mannox war, der ebenfalls dem Haushalt der Herzogin angehörte.
Während des langen heißen Sommers setzte Heinrich oft von Whitehall aus mit der Barke über den Fluss, um Katharina Howard in Southwark zu besuchen. Die Tradition will, dass Norfolk und Gardiner sie Heinrich vorstellten, in der Hoffnung, sie werde seine Geliebte und könne ihn überreden, Gardiners prokatholische Politik zu unterstützen und Cromwell zu vernichten. Es ist unwahrscheinlich, dass dieses schwache und alberne Mädchen in der Lage gewesen wäre, eine raffinierte politische Intrige zu spinnen.
Heinrich fand die zierliche, ausgelassene Katharina Howard wesentlich anziehender als seine neue Königin. Ende April übertrug er ihr Ländereien hingerichteter Verbrecher, die an ihn gefallen waren. Wie 1536 deckten sich auch diesmal seine Zuneigung zu einer jungen Frau und der Wunsch, sie zu heiraten mit seinen politischen Plänen.
Am 28. Juli 1540, dem Tag von Cromwells Hinrichtung, heiratete Heinrich Katharina Howard in aller Heimlichkeit in Oatlands. Am 8. August wurde sie öffentlich als Königin vorgestellt, als sie in Hampton Court unter einem Baldachin speiste. Marillac bemerkte wie andere, die sie sahen, dass sie sehr klein war. Seiner Ansicht nach war sie eher anmutig als schön.
Katharina war nicht besonders feinfühlig. Sie machte zwei ihrer ehemaligen Liebhaber, Derham und Mannox, zu Mitgliedern ihres Haushalts. Außerdem sah sie ihren anderen Liebhaber Culpepper sehr häufig, da er ein Kammerherr Heinrichs war.
Im Sommer 1541 begleitet sie Heinrich auf seiner Rundreise durch England und in Liddington beging sie die erste Indiskretion auf dieser Reise in den Norden. Als sie aus dem Fenster ihrer Kammer blickte, sah sie ihren ehemaligen Geliebten Thomas Culpepper im Garten spazieren gehen. Sie schrieb ihm einen Brief: "Master Culpepper, ich empfehle mich Euch herzlich... Ich wünsche mir nichts so sehr, als Euch zu sehen und mit Euch zu sprechen... Es wird mir weh ums Herz, wenn ich daran denke, dass ich nicht immer in Eurer Gesellschaft sein kann... Besucht mich, wenn Lady Rochford hier ist, denn dann kann ich Euch am besten zu Gefallen sein... Auf lebenslang die Eure, Katharina". Sowohl in Pontefract als auch in York traf sich Katharina mit Culpepper in Lady Rochfords Kammer, nachdem Heinrich zu Bett gegangen war.
Kurz vor Heinrichs Rückkehr war John Lassels
bei Cranmer vorstellig geworden, der einige Monate zuvor als protestantischer Ketzer in Schwierigkeiten geraten war. Seine Schwester Mary hatte ihm erzählt, Katharina Howard habe während ihrer Zeit im Haushalt der alten Herzogin von Norfolk in Horsham mit Derham, Culpepper und Mannox Unzucht getrieben. An Allerseelen, vier Tage nach Heinrichs Rückkehr, steckte Cranmer Heinrich nach der Messe einen Zettel zu, um ihn auf diesem Wege über die Verfehlungen der Königin vor ihrer Heirat zu informieren. Er ordnete umgehende Nachforschungen an und war spätestens seit dem 5. November von Katharinas Schuld überzeugt. Am 12. November informierte der Kronrat die englischen Botschafter im Ausland, dass die Königin vor ihrer Ehe ein unkeusches Leben geführt habe; angesichts der Tatsache, dass sie Derham in ihre Dienste genommen habe, bestehe Grund zu der Annahme, dass sie sich als Königin des Ehebruchs schuldig gemacht habe.
Katharina wurde als Gefangene in das frühere Nonnen-Kloster Syon gebracht. Derham und Culpepper wurde am 1. Dezember in der Guildhall in London wegen Hochverrats der Prozess gemacht, weil sie mit der Königin Ehebruch begangen hatten. In der Anklageschrift hieß es, "dass Katharina, Königin von England, vormals Katharina Howard aus Lambeth in Surrey, ein abscheuliches, niedriges, fleischliches, wollüstiges und lasterhaftes Leben geführt hat, wie eine gemeine Hure mit verschiedenen Personen", unter ihnen Derham. Am 20. und 24. Mai 1540 und bei anderen Gelegenheiten habe sie "den König durch Worte und Gesten dazu gebracht, sie zu lieben, und sie hat sich (während er glaubte, sie sei rein und keusch und frei von anderem ehelichem Joch) anmaßend mit ihm in der Ehe verbunden". Mit Culpepper habe sie sich am 29. August in Pontefract unerlaubt getroffen, "um besagten Culpepper zum Geschlechtsverkehr aufzufordern. Und sie gab ihm zu verstehen, dass sie ihn mehr als den König und alle anderen liebe. Auf ähnliche Weise hat der besagte Culpepper die Königin angestiftet."
Derham und Culpepper bestritten ihre Schuld. Derham erklärte, er sei Katharinas rechtmäßiger Ehemann, weil sie ihm versprochen gewesen sei. Später bekannten sich beide schuldig und wurden zum Tod durch Erhängen, Strecken und Vierteilen verurteilt. Culpeppers Urteil wandelte Heinrich in Tod durch Enthaupten um, Derham sollte die volle Strafe erleiden, obwohl seine Schuld nicht so schwer war wie Culpeppers. Nicht nur, dass es zwischen Derham und Katharina einen Vorvertrag gegeben hatte, auch die Beweise, dass er mit ihr nach ihrer Heirat Ehebruch begangen hatte, waren in seinem Fall weniger stichhaltig als bei Culpepper.
Am 22. Dezember wurden sieben Frauen und vier Männer in Westminster angeklagt, weil sie verräterische Machenschaften nicht angezeigt hatten. Zu ihnen gehörten Norfolks Bruder Lord William Howard und seine Frau und Norfolks Schwester Lady Bridgewater. Die anderen waren Damen und Edelleute aus dem Haushalt der Herzogin von Norfolk. Ihr Vergehen bestand darin, dass sie, obwohl sie wussten, dass Katharina, Königin von England, mit Derham und anderen lasterhaften, sexuellen Umgang gehabt hatte, dass der König sie heiraten wollte und dass die Königin nach ihrer Heirat Derham in seine Dienste genommen hatte.
Als das Parlament im Januar 1542 zusammentrat, verurteilte es die Herzogin von Norfolk durch Parlamentsbeschluss wegen unterlassener Anzeige des Verrats zu lebenslanger Haft. Die Königin und Lady Rochford wurden ebenfalls durch Parlamentsbeschluss des Hochverrats für schuldig befunden und sollten nach Belieben des Königs verbrannt oder eine andere Strafe erleiden. Katharina und Lady Rochford wurden am 13. Februar vor dem Tower enthauptet. Die Herzogin von Norfolk und die anderen, die der unterlassenen Anzeige des Verrats überführt worden waren, wurden innerhalb von neun Monaten auf freien Fuß gesetzt.
 
 
 

28.7.1540
   oo 5. Heinrich VIII. König von England
   x       28.6.1491
21.8.1547
 
 
 
 

Literatur:        www.wikipedia.de
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Fraser Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite 7-11,317-396,399,400,404-406,409,410,412,414, 420,433,453,462,469,471,472,476-479,481 - Grayeff Felix: Heinrich VIII. Ein kraftvolles Leben. Wilhelm Heyne Verlag München 1961 Seite 278,286,288,295,307,312,314,326,338,348 - GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild. Neuer Kaiser Verlag 1987 Seite 235 - Panzer Marita A.: Englands Königinnen. Von den Tudors zu den Windsors. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001 Seite 51,53,55-59,60,77 - Ridley Jasper: Heinrich VIII. Eine Biographie. Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1995 Seite 379,387,404-405,407 - Smith Lacey Baldwin: Die fünfte Frau. Heinrich VIII. und Katharina Howard. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1969 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 211 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage, ein Auszug, R.G. Fischer Verlag 1996 Tafel 211a - Wende Peter: Englische Könige und Königinnen. Von Heinrich VIII. bis Elisabeth II. Verlag C.H. Beck München 1998 Seite 30,43 -