HOLDERNESS, LORDSHIP OF


Lexikon des Mittelalters:
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Holderness, Lordship of
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Ehemalige Herrschaft im Gebiet von H
olderness, einem flachen Wiesen- und Weideland im südöstlich Yorkshire, zwischen dem Fluß Hull, der Mündungsbucht des Humber und der Nordsee. Der Name ist skandinavischen Ursprungs. 1066 gab es in diesem Gebiet drei hundreds, die vor 1166 zu einem wapentake zusammenwuchsen. Die Herrschaft von Holderness wurde nach der normannischen Eroberung geschaffen. Während 1066 das Land noch im Besitz von vielen kleinen Grundbesitzern war, gehörte Holderness 1086 einem Lehnsherrn, Drogo de la Bevrière, der wie viele der führenden Adels-Familien in Holderness aus Flandern stammte. 1087 kam Holderness an Odo, den ersten Grafen von Aumale. Die Herrschaft umfaßte nun als Lehnsbesitz sowohl Holderness selbst als auch die Gebiete der Grafen jenseits des Humber in Lincolnshire (insgesamt Land für 20 Ritterlehen, 10 in Yorkshire und 10 in Lincolnshire). Im 12. Jh. wurde der Besitz in Yorkshire eine Art Pfalzgrafschaft. Die Grafen verfügten über einen eigenen steward (zuerst 1115 belegt), und ihr bailiff hielt das Gericht des wapentake ab. Sie besaßen das Recht, writs zurückzuweisen, ausgenommen waren jedoch die writs des königlichen sheriff und des königlichen coroner. Der bedeutendste der Grafen, Wilhelm I. »the Fat« ( August 1179), war Earl von Yorkshire während der Regierung König Stephans von Blois und galt als der eigentliche König nördlich des Humber. Er gründete die OCist-Abtei Meaux und die boroughs Hedon und Skipsea. Nach ihm wurde auch der »Earl's Dyke« benannt, ein Langwall, der die nördliche Grenze des wapentake bildete. Nach dem Tod des letzten Grafen von Aumale (1260) ging Holderness in den Besitz der englischen Krone über.
E.J. King