Arthur                                              Prinz von Wales
---------                                             Herzog von Cornwall
20.9.1486
2.4.1502                       Graf von Chester
Winchester Ludlow

Begraben: Kathedrale von Worcester

Ältester Sohn des Königs Heinrichs VII. von England aus dem Hause TUDOR und der Elisabeth von York, Tochter von König Eduard IV.;  Bruder von König Heinrich VIII. von England und der Königinnen Maria Tudor von Frankreich und Margarete Tudor von Schottland

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1069
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4. Arthur, Prince of Wales
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* 19. September 1486, 2. April 1502

  oo 14. November 1501
       Katharina, Infantin von Spanien,

ältester Sohn Heinrichs VII. und Elisabeths, der Tochter Eduards IV.

Seine Geburt wurde als Symbol der Einheit Englands unter dem Haus TUDOR nach dem Ende der Rosenkriege gefeiert. Arthur erhielt eine sorgfältige Ausbildung durch den Oxforder Humanisten John Rede und den Dichter Bernard André.
Am 29. November 1489 zum Prince of Wales, Earl of Chester und Knight of the Garter erhoben, wurde 1490 für ihn ein eigener Rat und Hofhalt in Ludlow errichtet, von dem aus Wales und die Marken verwaltet werden sollten.
Bereits 1488 wurden Heiratsverhandlungen mit Ferdinand und Isabella aufgenommen. Die Verheiratung Arthurs mit der Infantin Katharina war Teil des Vertrages von Medina del Campo (1491), es folgte die Eheschließung per procuram, schließlich 1501 die Hochzeitsfeier, die
Arthur nur um fünf Monate überlebte.
A. Cameron

  Quelle: Lexikon des Mittelalters, CD-ROM-Ausgabe. Verlag J. B. Metzler 2000. LexMA 1, 1069


www.wikipedia.de
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Arthur Tudor
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* 19. oder 20. September 1486 in Winchester; 2. April 1502
war der älteste Sohn von König Heinrich VII. Er trug von Geburt an den Titel Duke of Cornwall. Am 29. November 1498 wurde er als Prince of Wales und Earl of Chester eingesetzt.

Arthur war von Geburt an ein kränkliches Kind. Trotzdem ruhten die Hoffnungen des Hauses TUDOR auf ihm als Thronfolger. Im Alter von zwei Jahren wurde eine Heirat mit der spanischen Prinzessin Katharina von Aragón vereinbart. Sie heirateten im November 1501 und zogen anschließend nach Ludlow an der englisch-walisischen Grenze, wo Arthur residierte.
Bereits im Frühling des folgenden Jahres starb er an einer Fiebererkrankung. Seine Witwe wurde dann mit seinem Bruder Heinrich verheiratet.

Arthur wurde in der Kathedrale von Worcester beigesetzt. Sein jüngerer Bruder Heinrich erbte Arthurs Titel und bestieg später als Heinrich VIII. den englischen Thron.


Thiele, Andreas: Tafel 210a
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

ARTHUR
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1486
1502

Prinz von Wales, Graf von Chester, Herzog von Cornwall

Arthurs Name wurde bewusst gewählt, um keinen durch die Rosenkriege belasteten Namen nehmen zu müssen und um an uralte britisch-keltische Traditionen anzuknüpfen (König Artus), zumal das Haus TUDOR keltischen Ursprungs war.
Er war gebildet und hübsch, jedoch schwächlich und ohne Tatkraft und starb an der Schwindsucht.

  oo 1501
       KATHARINA VON SPANIEN
       1485
1536

Tochter des Königs Ferdinand II. von Aragon und der Königin Isabella I. von Kastilien
(2. Ehe: oo Heinrich VIII.,
1547, England Ia)

Nach der glanzvollen Hochzeitsfeier war das junge Ehepaar nach Ludlow Castle in Wales abgereist, wo Arthur seine Aufgabe als Vorsteher und Oberaufseher der walisischen Grenzmarken wahrzunehmen hatte. Von der Schwindsucht ausgezehrt, starb Arthur am 2. April 1502 in Wales.
Man kann entgegen späteren Behauptungen davon ausgehen, dass die Ehe vollzogen wurde. Denn mehrere Höflinge konnten bezeugen, dass Arthur nach seiner Hochzeit fröhlich erklärt hatte, er habe die "Nacht in Spanien" verbracht.

Baker Timothy: Seite 43-64
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"Die Plantagenet"

Der frühreife und hoffnungsvolle Prinz Arthur war mit einer Tochter des Königs von Aragon verehelicht worden und zur Vorbereitung auf sein Erbe an die Spitze des für die Verwaltung von Wales zuständigen Rates gestellt worden. Im Jahre 1502 starb er dort völlig unerwartet ohne direkte Nachkommen und hinterließ damit seinen einzigen überlebenden Bruder, einen 11-jährigen Jungen, als Thronfolger.
 
Fraser Antonia: Seite 24,26-29,33,35-43,45
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"Die sechs Frauen Heinrichs VIII."

Die ersten Versuche einer Eheanbahnung zwischen Heinrichs Sohn Arthur, dem Prinzen von Wales, und Ferdinands Tochter Katharina wurden wohl schon 1487 unternommen, als Arthur (geboren im September 1486) noch kein Jahr und Katharina noch nicht zwei Jahre alt war.
Im Januar 1497 beauftragte die Infantin Dr. de Puebla, die Verlobungsverhandlungen voranzutreiben. Im folgenden August fand dann in Woodstock die offizielle Verlobung statt, wobei de Puebla die Braut vertrat.
Am Pfingstsonntag, dem 19. Mai 1499, fand die erste Hochzeitszeremonie statt, die Arthur Prinz von Wales und Katharina von Aragon miteinander verbinden sollte.
Arthur, Prinz von Wales war nunmehr fünfzehn Jahre alt, doch so klein und körperlich unterentwickelt, daß er viel jünger aussah. Er war mindestens einen, wahrscheinlich sogar zwei Monate zu früh zur Welt gekommen und hatte sich hiervon niemals richtig erholt. Katharina mochte winzig sein, aber sie überragte Arthur noch um ein halbe Kopfeslänge. Der heißersehnte Erbe der Linien York und Lancaster hinterließ den Eindruck eines bloßen Kindes - und eines von zarter Gesundheit obendrein. Wie seine Braut besaß auch Arthur helle Haut, doch fehlten die rosigen Wangen, sodaß er besorgniserregend bleich wirkte.
Sein Vorname Arthur, der an den legendären Tafelrunden-König erinnerte, mochte dazu im krassen Gegensatz stehen, doch war der Prinz nicht nach diesem mythischen Vorbild benannt worden. Wie seine Braut hatte der Prinz eine ausgezeichnete klassische Bildung erhalten.
Doch all diese Dinge stellten kein Manko dar, hatte sich Arthur doch zum Glück in seine "liebste Gattin" verliebt. Gemessen an anderen königlichen Ehen jener Zeit war diese Verbindung bemerkenswert glücklich.
Katharina von Aragon wurde am 12. November 1501 in London triumphal begrüßt. Zwei Tage später, am 14. November, fand die Hochzeit in der Kathedrale von St. Pauls statt.
Jetzt aber wurde die Prinzessin von Wales gemeinsam mit ihrem Mann nach dem Festmahl von englischen und spsnischen Höflingen ins Schlafzimmer geleitet. Dann zogen sich die Begleiter zurück und ließen das junge Paar allein. Es ist außerordentlich zweifelhaft, daß die Prinzessin in dieser oder irgend einer anderen Nacht beim Zusammensein mit ihrem Ehemann mehr Freude erlebte als das Bein des guten alten Dr. Puebla.
So bleiben einzig Katharinas standhafte Beteuerungen, die Ehe sei nie vollzogen worden (wie sie seit 1502 versicherte).
Von Arthurs physischer Unzulänglichkeit und seinem verzögerten Wachstum war bereits die Rede. Dies bewies allerdings noch nicht, daß der Prinz nicht die Geschlechtsreife erlangt hatte (obgleich die Vermutung nahe liegt). Wenn nicht zum Zeitpunkt der Heirat, so hätte sie doch in den folgenden Monaten eintreten können. Katharina bekannte Kardinal Campeggio viele Jahre später, sie habe mit Arthur nur siebenmal das Bett geteilt und er habe sie dabei zu keiner Zeit "gekannt". Das wichtigste Argument, das abseits aller Vermutungen gegen den Vollzug der Ehe spricht, ist in den Sitten der Zeit begründet.
Daher wurde beschlossen, Katharina bei ihrer Schwieger-Mutter in London wohnen zu lassen, wo auch die dominante Margaret Beaufort lebte, während Arthur, von keiner Ehefrau abgelenkt, auf Ludlow Castle in den Marken von Wales heranwachsen sollte. Im Dezember wurde die Prinzessin von Wales nach Ludlow geschickt.
Dieser Frühling brachte an der walisischen Grenze bemerkenswerte Kälte und Nässe mit sich, so daß die Menschen anfällig für diverse Krankheiten wurden. Gegen Ende März 1502 war auch Prinz Arthurs Gesundheit stark angegriffen. Vielleicht litt er an Tuberkulose. In der Nachbarschaft waren jedoch auch jüngst die Pest sowie die Schweißsucht, eine Seuche, ausgebrochen. Da auch Katharina erkrankte, bietet sich die Schweißsucht als wahrscheinlichste Erklärung an.
Katharina war noch ernsthaft krank, als Prinz Arthur am 2. April starb. Er war nur fünfzehneinhalbJahre geworden und ließ seine "liebste Gattin" nun als Witwe zurück.


 

  

14.11.1501
    oo 1. Katharina von Aragon, Tochter des Königs Ferdinands II.
    x      15.12.1485
7.1.1536
 
 
 

Literatur:
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Baker Timothy: Die Plantagenet in Die großen Dynastien, Karl Müller Verlag 1996 Seite 43-64 -
Fraser Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite 17,24,26-29,31-33,35-43,45,51,53,57-59,63,107,124,132,141,149,154,155,157,166,175,176, 180-182,211,213,220,234,248,256,311,355,363,475 - Grayeff Felix: Heinrich VIII. Ein kraftvolles Leben. Wilhelm Heyne Verlag München 1961 Seite 9,14,15,20,28,30,32,115,122,125,144,145 - Horst, Eberhard: Die spanische Trilogie Isabella-Johanna-Teresa. Claasen Verlag GmbH Düsseldorf, 1989 Seite 127,152,177,189 - Leicht Hans: Isabella von Kastilien. Königin am Vorabend der spanischen Weltmacht. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1994 Seite 254 - Mattigny, Garret: Katharina von Aragon. W. Kohlhammer Verlag Stuttgart 1962 Seite 22,23,29,45-46,48,51, 55-56,57,109,195,259,265-266,277,284 - Panzer Marita A.: Englands Königinnen. Von den Tudors zu den Windsors. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001 Seite 20,22,23 - Perez Joseph: Ferdinand und Isabella: Spaniens Katholische Könige. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 250 - Tamussino Ursula: Margarete von Österreich. Diplomatin der Renaissance Verlag Styria Graz Wien Köln 1995 Seite 77,96,117 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 210a - Wende Peter: Englische Könige und Königinnen. Von Heinrich VIII. bis Elisabeth II. Verlag C.H. Beck München 1998 Seite 15,30,32 -