Ältester Sohn des Königs
Heinrichs
VII. von England aus dem Hause
TUDOR
und der Elisabeth von York,
Tochter
von König
Eduard
IV.; Bruder von König Heinrich VIII. von England
und der Königinnen Maria Tudor von Frankreich
und Margarete Tudor von Schottland
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte
1069
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4. Arthur, Prince of Wales
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* 19. September 1486, † 2.
April 1502
oo 14. November 1501
Katharina, Infantin von Spanien,
ältester Sohn Heinrichs VII. und
Elisabeths, der Tochter Eduards IV.
Seine Geburt wurde als Symbol der Einheit
Englands unter dem Haus TUDOR
nach
dem Ende der Rosenkriege
gefeiert. Arthur
erhielt eine sorgfältige Ausbildung durch den Oxforder Humanisten
John Rede und
den Dichter Bernard André.
Am 29. November 1489 zum Prince of Wales,
Earl
of Chester und
Knight
of the
Garter erhoben, wurde 1490 für ihn ein eigener Rat und
Hofhalt in Ludlow errichtet, von
dem aus Wales und die Marken verwaltet
werden sollten.
Bereits 1488 wurden Heiratsverhandlungen mit Ferdinand und
Isabella aufgenommen.
Die Verheiratung Arthurs
mit
der Infantin Katharina war Teil
des
Vertrages von
Medina del Campo (1491), es folgte die
Eheschließung per procuram,
schließlich 1501 die Hochzeitsfeier, die Arthur
nur um fünf Monate
überlebte.
A. Cameron
Quelle: Lexikon des Mittelalters, CD-ROM-Ausgabe. Verlag
J. B. Metzler 2000. LexMA 1, 1069
Arthur
war von Geburt an ein kränkliches Kind. Trotzdem ruhten die
Hoffnungen des Hauses TUDOR auf ihm als Thronfolger. Im Alter von zwei
Jahren wurde eine Heirat mit der spanischen
Prinzessin Katharina von
Aragón vereinbart. Sie
heirateten im November 1501 und zogen anschließend nach Ludlow an
der englisch-walisischen Grenze, wo Arthur residierte.
Bereits im Frühling des folgenden Jahres starb er an einer
Fiebererkrankung. Seine Witwe wurde
dann mit seinem Bruder Heinrich verheiratet.
Arthur wurde in
der Kathedrale von Worcester
beigesetzt. Sein jüngerer Bruder
Heinrich erbte Arthurs Titel
und bestieg später als Heinrich
VIII.
den englischen Thron.
ARTHUR
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1486 † 1502
Prinz von Wales,
Graf von Chester, Herzog von
Cornwall
Nach der glanzvollen Hochzeitsfeier war
das junge Ehepaar
nach Ludlow Castle in Wales abgereist, wo Arthur
seine Aufgabe als Vorsteher und Oberaufseher der walisischen
Grenzmarken
wahrzunehmen hatte. Von der Schwindsucht ausgezehrt, starb Arthur
am
2.
April 1502 in Wales.
Man kann entgegen späteren Behauptungen davon
ausgehen,
dass die Ehe vollzogen wurde. Denn mehrere Höflinge konnten
bezeugen,
dass
Arthur nach seiner Hochzeit
fröhlich
erklärt hatte, er habe die "Nacht in Spanien" verbracht.
Baker Timothy: Seite 43-64
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"Die Plantagenet"
Der frühreife
und hoffnungsvolle
Prinz Arthur
war mit einer Tochter
des Königs von Aragon
verehelicht worden und zur
Vorbereitung
auf sein Erbe an die Spitze des für die Verwaltung von Wales
zuständigen
Rates gestellt worden. Im Jahre 1502
starb er dort völlig unerwartet
ohne direkte Nachkommen und hinterließ damit seinen einzigen
überlebenden
Bruder, einen 11-jährigen Jungen, als Thronfolger.
Fraser Antonia: Seite
24,26-29,33,35-43,45
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"Die sechs Frauen Heinrichs
VIII."
Die ersten Versuche einer Eheanbahnung zwischen
Heinrichs Sohn Arthur, dem Prinzen von Wales, und Ferdinands Tochter
Katharina wurden wohl schon 1487 unternommen, als Arthur
(geboren im
September 1486) noch kein Jahr
und Katharina
noch nicht zwei Jahre alt
war.
Im Januar 1497 beauftragte die Infantin Dr. de Puebla, die
Verlobungsverhandlungen voranzutreiben. Im folgenden August fand dann
in Woodstock die offizielle Verlobung statt, wobei de Puebla die Braut
vertrat.
Am Pfingstsonntag, dem 19. Mai 1499, fand die erste Hochzeitszeremonie
statt, die Arthur Prinz von Wales
und Katharina
von Aragon miteinander verbinden sollte.
Arthur, Prinz von Wales war nunmehr
fünfzehn Jahre alt, doch so
klein und körperlich unterentwickelt, daß er viel
jünger aussah. Er war mindestens einen, wahrscheinlich sogar zwei
Monate zu früh zur Welt gekommen und hatte sich hiervon niemals
richtig erholt. Katharina
mochte winzig sein, aber sie überragte
Arthur noch
um ein halbe Kopfeslänge. Der heißersehnte Erbe
der Linien York
und Lancaster hinterließ
den Eindruck eines
bloßen Kindes - und eines von zarter Gesundheit obendrein. Wie
seine Braut besaß auch Arthur
helle
Haut, doch fehlten die
rosigen Wangen, sodaß er besorgniserregend bleich wirkte.
Sein Vorname Arthur, der
an den
legendären Tafelrunden-König erinnerte, mochte dazu im
krassen Gegensatz stehen, doch war der Prinz nicht nach diesem
mythischen Vorbild benannt worden. Wie seine Braut hatte der Prinz eine
ausgezeichnete klassische Bildung erhalten.
Doch all diese Dinge stellten kein Manko dar, hatte sich Arthur doch
zum Glück in seine "liebste Gattin" verliebt. Gemessen an anderen
königlichen Ehen jener Zeit war diese Verbindung bemerkenswert
glücklich.
Katharina von
Aragon wurde am 12. November 1501 in London triumphal
begrüßt. Zwei Tage später, am 14. November, fand die
Hochzeit in der Kathedrale von St. Pauls statt.
Jetzt aber wurde die Prinzessin von
Wales gemeinsam mit ihrem Mann nach
dem Festmahl von englischen und spsnischen Höflingen ins
Schlafzimmer geleitet. Dann zogen sich die Begleiter zurück und
ließen das junge Paar allein. Es ist außerordentlich
zweifelhaft, daß die Prinzessin in dieser oder irgend einer
anderen Nacht beim Zusammensein mit ihrem Ehemann mehr Freude erlebte
als das Bein des guten alten Dr.
Puebla.
So bleiben einzig Katharinas
standhafte Beteuerungen, die Ehe sei
nie vollzogen worden (wie sie seit
1502 versicherte).
Von Arthurs
physischer Unzulänglichkeit und seinem
verzögerten Wachstum war bereits die Rede. Dies bewies allerdings
noch nicht, daß der Prinz nicht die Geschlechtsreife erlangt
hatte (obgleich die Vermutung nahe liegt). Wenn nicht zum Zeitpunkt der
Heirat, so hätte sie doch in den folgenden Monaten eintreten
können. Katharina
bekannte Kardinal Campeggio viele
Jahre
später, sie habe mit Arthur
nur
siebenmal das Bett geteilt und er
habe sie dabei zu keiner Zeit "gekannt". Das wichtigste Argument, das
abseits aller Vermutungen gegen den Vollzug der Ehe spricht, ist in den
Sitten der Zeit begründet.
Daher wurde beschlossen, Katharina
bei
ihrer Schwieger-Mutter in London
wohnen zu lassen, wo auch die dominante Margaret
Beaufort lebte,
während Arthur,
von keiner Ehefrau abgelenkt, auf Ludlow Castle in
den Marken von Wales heranwachsen sollte. Im Dezember wurde die
Prinzessin von Wales nach
Ludlow geschickt.
Dieser Frühling brachte an der walisischen Grenze bemerkenswerte
Kälte und Nässe mit sich, so daß die Menschen
anfällig für diverse Krankheiten wurden. Gegen Ende März
1502 war auch Prinz Arthurs
Gesundheit stark
angegriffen. Vielleicht
litt er an Tuberkulose. In der
Nachbarschaft waren jedoch auch jüngst die Pest sowie die
Schweißsucht, eine Seuche,
ausgebrochen. Da auch Katharina
erkrankte, bietet sich die Schweißsucht als wahrscheinlichste
Erklärung an.
Katharina
war noch ernsthaft krank, als Prinz Arthur am 2. April starb. Er war
nur
fünfzehneinhalbJahre geworden und ließ seine "liebste
Gattin" nun als Witwe zurück.
14.11.1501
oo 1. Katharina von Aragon,
Tochter
des Königs Ferdinands II.
x 15.12.1485
† 7.1.1536
Literatur:
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Baker Timothy: Die Plantagenet in Die
großen
Dynastien, Karl Müller Verlag 1996 Seite 43-64 - Fraser Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs
VIII.
Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite
17,24,26-29,31-33,35-43,45,51,53,57-59,63,107,124,132,141,149,154,155,157,166,175,176,
180-182,211,213,220,234,248,256,311,355,363,475 - Grayeff
Felix: Heinrich VIII. Ein kraftvolles
Leben.
Wilhelm Heyne Verlag München 1961 Seite
9,14,15,20,28,30,32,115,122,125,144,145 - Horst,
Eberhard: Die spanische Trilogie
Isabella-Johanna-Teresa.
Claasen Verlag GmbH Düsseldorf, 1989 Seite 127,152,177,189 - Leicht Hans: Isabella von Kastilien.
Königin
am Vorabend der spanischen Weltmacht. Verlag Friedrich Pustet
Regensburg
1994 Seite 254 - Mattigny,
Garret: Katharina von Aragon. W.
Kohlhammer
Verlag Stuttgart 1962 Seite 22,23,29,45-46,48,51,
55-56,57,109,195,259,265-266,277,284 - Panzer
Marita
A.: Englands Königinnen. Von den Tudors zu den Windsors. Verlag
Friedrich
Pustet Regensburg 2001 Seite 20,22,23 - Perez Joseph: Ferdinand und Isabella:
Spaniens
Katholische Könige. Eugen Diederichs Verlag München 1995
Seite 250 - Tamussino Ursula: Margarete
von
Österreich.
Diplomatin der Renaissance Verlag Styria Graz Wien Köln 1995 Seite
77,96,117 - Thiele, Andreas:
Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1
Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G.
Fischer
Verlag 1993 Tafel 210a - Wende
Peter: Englische Könige
und Königinnen. Von Heinrich VIII. bis Elisabeth II. Verlag C.H.
Beck
München 1998 Seite 15,30,32 -