Begraben: Tschanad/Csanad Dom
Ältester Sohn des Königs
Stephan V. von Ungarn und der Elisabeth
von Kumanien, Tochter von Khan Kuthen
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 1611
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Ladislaus IV. (der Kumane, Kun Laszlo), König von
Ungarn 1272-1290
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* 1262, + 10. Juli 1290
Körösszeg
Begraben: Tschanad/Csanad Dom
Eltern: König Stephan V. und die kumanische Prinzessin Elisabeth
oo Isabella von Anjou
Für den minderjährigen König führte
zunächst Elisabeth die Regentschaft.
Infolge ihrer Unfähigkeit gewannen die rivalisierenden Oligarchen
die Oberhand. 1277 vom Reichstag für volljährig erklärt,
konnte Ladislaus IV. mit Unterstützung
der hohen Geistlichkeit und des Adels sowie der 1239 und 1245 eingewanderten
Kumanen die königliche Zentralgewalt stärken. Er erneuerte sein
Bündnis mit RUDOLF I. von Habsburg
gegen Premysl Otakar II. von Böhmen und verhalf RUDOLF
in
der Schlacht bei Dürnkrut 1278 zum Sieg. 1279 sicherte der König
auf Drängen des päpstlichen Legaten Philipp, Bischof von Fermo,
die sofortige Christianisierung und feste Ansiedlung der Kumanen eidlich
zu. Als sich der Vollzug verzögerte, wurde
Ladislaus IV. von dem Legaten exkommuniziert, den der König
dafüran die Kumanen auslieferte. Seine Freilassung erreichten die
Oligarchen durch die zeitweilige Gefangennahme von Ladislaus.
Obwohl dieser nun den Forderungen der Oligarchen nachgab und 1280/82 einen
Kumannen-Aufstand niederschlug sowie den zweiten Tatareneinfall 1285 abwehrte,
ergriff Anarchie das Land. 1287 unterlag Ladislaus
den Güssingern, den mächtigen Oligarchen. Wegen seiner kumanischen
Lebensweise erneut exkommuniziert, wurde Ladislaus
IV. ein Opfer kumanischer Meuchelmörder.
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Ladislaus IV. der Kumane
folgte unter der Vormundschaft der Mutter und geriet ganz unter kumanischen
Einfluß. Er lebte auf heidnische Art, nahm sich Attila zum Vorbild,
gestand den Kumanen volles, eigenes Brauchtum zu, geriet damit in Konflikt
mit der Kirche und wurde gebannt. Adel und Kirche erzwangen 1279 ein Christianisierungsgesetz
für Kumanen und Jazygen. Er unterstützte RUDOLF
I. von Habsburg gegen den Böhmen-König Ottokar II.
und trug mit seinem Heer zum Sieg bei Dürnkrut (26.8.1278) bei. Es
war eine Zeit ständiger Rebellionen und des Verfalls der Zentralgewalt.
Die großen Feudalfamilien, wie die Aba, Szak und Güssing erstrebten
die Territorialisierung ihrer Macht, es drohten 12 Teilfürstentümer
zu entstehen. 1286 setzte er seine Frau zugunsten einer kumanischen Konkubine
gefangen und wurde von Kumanen umgebracht, als er ein Bündnis mit
den Mongolen eingehen wollte.
1272
oo Elisabeth von Anjou, Tochter des Königs
Karl I.
- 1304
Literatur:
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Balazs György/Szelenyi Karoly: Die
Magyaren. Geburt einer Nation. Corvina Kiado Budapest Seite 87 - Franzl
Johann: Rudolf I. Der erste Habsburger auf dem deutschen Thron. Verlag
Styria Graz Wien Köln 1986 Seite 119,132,136,146,151,159,175,273 -
Hoensch,
Jörg K.: Matthias Corvinus. Diplomat, Feldherr und Mäzen. Verlag
Styria Graz Wien Köln 1998 Seite 200 - Hoensch, Jörg K.:
Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König. Verlag Styria
Graz Wien Köln 1989 Seite 170,210,218,221,226,231,234,237,243,258
- Kuthan, Jiri: Premysl Ottokar II. König, Bauherr und Mäzen.
Höfische Kunst im 13. Jahrhundert, Böhlau Verlag Weimar 1996
Seite 18, 21,135 - Lazar Istvan: Kleine Geschichte Ungarns. Österreichischer
Bundesverlag Wien 1990 Seite 78 - Westmitteleuropa - Ostmitteleuropa.
Vergleiche und Beziehungen. Festschrift für Ferdinand Seibt zum 65.
Geburtstag, hg. von Winfried Eberhard, Hans Lemberg, Heinz-Dieter Heimann
und Robert Luft, R. Oldenbourg Verlag München 1992, Seite 322-324,326
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