Wilhelm III.                                            König von Sizilien (1194)
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um 1180-   1198 ermordet ?
              Hohenems
 

2. Sohn des Königs Tankred von Lecce und der Sibylla von Accera, Tochter von Graf Ruggiero
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Seite 134
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Wilhelm III., König von Sizilien
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     + 1198

Sohn von König Tankred und Sibylle, der Schwester des Grafen Richard von Acerra

Nach Tankreds Tod (1194) wurde der minderjährige Wilhelm III. als König der Sizilianer akklamiert, unter der Regentschaft seiner Mutter, die alle Anstrengungen unternahm, die wenigen Barone, die Tankreds Dynastie treu geblieben war, um ihren Sohn zu scharen. Sibyllebrachte den jungen König und seine Schwestern vor dem heranrückenden HEINRICH VI. in das Kastell Caltabellotta in Sicherheit. Nach dem Fall Palermos flüchtete auch sie dorthin, ohne den Kronschatz retten zu können. HEINRICH VI. bot Sibylle großzügige Kapitulationsbedingungen und dem jungen Wilhelm die Grafschaft Lecce und das Fürstentum Capua an, wenn er auf seine Rechte auf das Königtum verzichte. Nach Unterzeichnung des Vertrages nahmen Sibylle und ihr Sohn an HEINRICHS Krönungszeremoniell in der Kathedrale von Palermo teil. Aber einige Tage später wurden die königliche Familie und zahlreiche Barone unter der Anschuldigung, ein Komplott organisiert zu haben, gefangengesetzt und nach Deutschland deportiert. Keine Quelle berichtet über das Schicksal Wilhelms III. Aus einigen Briefen Papst Coelestins III. geht jedoch hervor, dass er 1198 den Tod fand.
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Wilhelm III. folgte 1194 seinem Vater als König, wurde von Kaiser HEINRICH VI. nach der Eroberung des Normannenreiches abgesetzt, entmannt und mit seiner Mutter und seinen drei Schwestern nach Deutschland verbannt. Er wurde in der Burg Hohenems am Bodensee gefangengehalten, während seine Mutter und seine Schwestern im Nonnenkloster Hohenburg verschwanden.

Houben Hubert: Seite 177,178
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"Roger II. von Sizilien"

Übrig blieben nur der minderjährige König Wilhelm III., den Tankred nach dem Tode Rogerszum Mitkönig gekrönt hatte, und seine Witwe Sibylle, die die Regentschaft übernahm. Das von einer genuesisch-pisanischen Flotte unterstützte kaiserliche Heer rückte im Frühjahr/Sommer 1194 rasch nach Süden vor. Sibylle und ihr Sohn ergaben sich, nachdem ihnen als Abfindung die Grafschaft Lecce und das Fürstentum Tarent versprochen worden waren.
Wenige Tage nach seiner Krönung wurde in Palermo eine vielleicht nur vorgetäuschte Verschwörung aufgedeckt, die HEINRICH VI. die Gelegenheit gab, sich der Verwandten Tankreds zu entledigen. Sie wurden verhaftet und in den Norden deportiert. Wilhelm III. wurde, nachdem er geblendet und entmannt worden, auf die Burg Hohenems im heutigen Vorarlberg gebracht, wo er nach einigen Jahren starb. Sibylle und ihre drei Töchter hatten mehr Glück. Sie wurden in das elsässische Nonnenkloster Hohenberg eingeschlossen, von wo sie später nach Frankreich fliehen konnten.

Csendes Peter: Seite 79,146,151,152,155,156
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"Heinrich VI."

Wohl noch vor Weihnachten 1193 erlebte der König einen schweren Schicksalsschlag - völlig unerwartet starb sein SohnRoger. Aber schon bald danach, am 20. Februar, folgte er diesem in den Tod nach. Zurück blieben seine Witwe Sibylle und sein jüngster Sohn Wilhelm, der noch ein kleines Kind war.
Sibylle übernahm die Vormundschaft für ihren Sohn und bemühte sich, die Herrschaft zu stabilisieren. Sie ließ Wilhelm sofort krönen und erlebte offenbar die Genugtuung, dass er auch die Anerkennung des Papstes fand. Die Königin konnte sich auf die Söhne des im Vorjahr verstorbenen Kanzlers Matheus von Aiello, dem ihr Mann den Thron verdankt hatte, Graf Richard von Aiello und Nikolaus, Erzbischof von Salerno, stützen sowie auf Erzbischof Bartholomäus von Palermo; dieser hatte allerdings schon früher jener Partei zugeneigt, die für eine Anerkennung des Erbrechts von Konstanze eintrat. Die Aussicht, die Krone behaupten zu können, war für Sibyllefreilich gering.
Die Königin richtete sich auf die Verteidigung ein, ließ aber ihren Sohn, den jungen König Wilhelm III., nach Caltabellotta in Sicherheit bringen. Die Bewohner Palermos boten die Unterwerfung an und informierten HEINRICH auch darüber, dass sich Wilhelm nicht mehr in der Hauptstadt aufhielt.
Der STAUFER nahm in der Folgezeit Verhandlungen mit Sibylle auf. Er forderte die Übergabe Caltabellottas und die Auslieferung des jungen Königs sowie der Kroninsignien. Er stellte dafür in Aussicht, Wilhelm und Sibylle die Grafschaft Lecce und das Fürstentum Tarent als erbliche Lehen zu überlassen. Die Königin, der wohl auch kaum eine Wahl blieb, ging auf die Vorschläge ein. HEINRICHnahm die Belehnung im eigenen und im Namen derKaiserin Konstanze vor und ließ dies zusätzlich durch Eideshelfer bestätigen. So kehrte König Wilhelm, der die Krone mit sich führte, nach Palermo zurück.
Am 29. Dezember, so heißt es, trat HEINRICH unter die versammelten Barone und brachte die Anschuldigungen einer Verschwörung vor. Die königliche Familie selbst soll führend darin verwickelt gewesen sein. Die Anhänger des Kaisers forderten strengste Bestrafung. Sofort wurden auch Wilhelm, seine Mutter und seine 3 Schwestern in Haft genommen. Kein Zweifel, der Kaiser führte einen vernichtenden Schlag gegen seine normannischen Gegner, und es verwundert nicht, dass der Verdacht laut wurde, diese Verschwörung sei fingiert worden. Zu Recht wurde aber in der Forschung darauf hingewiesen, dass noch später, lange nach dem Tod HEINRICHS VI., Papst Innozenz III., der um die Freilassung der Gefangenen bemüht war, niemals von ihrer Unschuld sprach. Dass Sibyllein einen solchen Plan nicht eingeweiht gewesen wäre, ist kaum anzunehmen.
Der STAUFER verhielt sich seinen Gegnern gegenüber vorerst maßvoll. Konrad von Lützelhardt nahm die Gefangenen in Gewahrsam. Sie wurden zunächst nach Apulien auf das Festland gebracht, dann aber nach Deutschland deportiert. Der Knabe Wilhelm, gleich seinen Schwestern das bedauernswerteste Opfer dieser Vorgänge, soll im heutigen Vorarlberg inhaftiert gewesen sein: Burg Hohenems, Sitz eines staufischen Ministerialengeschlechts und noch heute eine eindrucksvolle Ruine, wird als Ort seiner Haft genannt. Wenn der Engländer Roger von Howden in seiner Chronik behauptet, man hätte den Prinzen entmannt, ist dies sicher nicht zutreffend, die Äußerung Ottos von St. Blasien, er wäre geblendet worden, scheint hingegen, so barbarisch dieses Vorgehen gegenüber einem Kind - das freilich eine Krone getragen hatte - auch sein mag, auf einer Tatsache zu beruhen. Denn auch mehrere der gefangengehaltenen Adeligen, an ihrer Spitze Margarito und Richard von Aiello, die auf den Trifels gebracht worden waren, verloren später ihr Augenlicht. Das weitere Schicksal von Tankreds überlebendem Sohn bleibt uns verborgen, er dürfte jedoch nach wenigen Jahren, wahrscheinlich 1198, gestorben sein.
 
 
 
 

Literatur:
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Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993 Seite 79,146,151,152,155,156,210 - Die Staufer im Süden. Sizilien und das Reich, hg. von Theo Kölzer, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 89,122,146,150 A.427 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 113 - Houben, Hubert: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident, Primus Verlag Darmstadt 1997, Seite 177,178,Taf.1 - Masson Georgina: Friedrich II. von Hohenstaufen, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1991, Seite 16,23 - Ottendorff, Hermann: Die Regierung der beiden letzten Normannenkönige Tancreds und Wilhelms III. von Sizilien und ihre Kämpfe gegen Heinrich VI., Dissertation Bonn 1899 Universitäts-Buchdruckerei Bonn - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 38,51-53,55 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 150 -