Begraben: Catania, Kathedrale
3. Sohn des Königs Peter
I. von Aragon und der Konstanze von
Sizilien, Tochter von König Manfred
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 944
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Friedrich III. (II.) von Aragon, König von Sizilien
(Trinacria)
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* um 1272, + 25. Juni 1337
Begraben: Catania, Kathedrale
Eltern: Peter III. (II.), König von Aragon, Konstanze, Tochter Manfreds, König von Sizilien
oo 1303 Eleonore, Tochter Karls II. von Anjou
Nachdem als Folge der Sizilianischen Vesper sein Vater
zum König von Sizilien akklamiert worden war, kam
Friedrich III. (II.) aus Aragon nach Sizilien (1283). Beim Tod
seines Bruders Alfons III. (II.), König von
Aragon, hätte er, entsprechend dessen Verfügungen,
die Nachfolge seines Bruders Jakob (Jaime) II.,
der König von Aragon wurde, auf dem Thron von Sizilien antreten sollen.
Er fungierte jedoch nur als dessen Statthalter und Generalvikar
(Ernennung
am 12. Juli 1291 im Parlamentum von Messina). Friedrich
III. (II.) erkannte den Verzicht Jakobs
II. auf Sizilien (Friede von Anagni 1295) nicht an und wurde
am 15. Januar 1296 vom Parlamentum von Catania zum König von Sizilien
ausgerufen (Krönung am 25. März in der Kathedrale von Palermo).
Um die staufische Tradition fortzusetzen,
nannte er sich Fredricus tertius, obwohl er der zweite sizilische
König dieses Namens war. Unter der Führung
Jakobs II. stellte sich ihm seit September 1295 eine aragonessich-angevinische
Koalition
entgegen. Ihre Truppen besetzten Patti und Milazzo und belagerten Syrakus.
Die Kampfhandlungen kulminierten am 4. Juli 1299 in der Seeschlacht bei
Capo d'Orlando, in der Friedrich verwundet
wurde, sich der Gefangennahme jedoch mit Billigung seines Bruders durch
die Flucht entziehen konnte. Im Juni 1300 erlitt seine Flotte in den Gewässern
von Ponza durch den Admiral Roger Lauria erneut eine Niederlage. 1302 wurde
Friedrich III. (II.) im Frieden von
Caltabellotta durch die ANJOU und den
Papst Sizilien als päpstliches Lehen auf Lebenszeit zugesprochen und
ihm der neue Titel König von Trinacria verliehen.
Friedrichs Förderung
der Operationen der Katalanischen Kompanie trugen 1312 seinem Zweitgeborenen
Manfred(i)
den Titel Herzog von Athzen und Neopatria ein. Im gleichen Jahr schloß
er ein Bündnis mit
Kaiser HEINRICH VII.,
der ihn zum kaiserlichen Admiral ernannte. Im August 1313 fiel er
in das angevinische Königreich
Sizilien ein, besetzte Reggio Calabria und nahm wieder den Titel König
von Sizilien an. Trotz des Todes des Kaisers stieß er mit der
Flotte nach Pisa vor, mußte aber wieder den Rückzug antreten,
da Robert von Anjou in seiner Abwesenheit
die Küsten von Sizilien verwüstete. Parallel zu den wiederaufflammenden
Kämpfen liefen von Jakob II. vermittelte
Friedensverhandlungen, die trotz ihrer langen Dauer ohne Ergebnis blieben.
Am 18. April 1321 erhob
Friedrich III. (II.) seinen
Erstgeborenen Peter II., zum Mitregenten.
Im März 1326 schloß er ein Bündnis mit LUDWIG
DEM BAYERN. Die von Peter II. kommanderte
militärische Operation zur See, in deren Zuge man 1328 in Piasa zu
dem Kaiser stieß, war erneut ein Fehlschlag. Friedrich
III. (II.)
starb 1337 auf dem Weg nach Catania.
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Friedrich II. wurde
1291 durch seinen Bruder Jakob II. zum
Statthalter
von Sizilien bestellt. Er war ein schöner, stattlicher Mann,
beeindruckte sogar den Papst, der ihn durch die Aussicht, das Königreich
Jerusalem zu erben, von Sizilien weglocken wollte. Die Barone Siziliens
lehnten aber die Rückkehr der ANJOUS
entschieden ab, wählten ihn entgegen den Abmachungen des Bruders mit
der Kurie 1296 zum König von Sizilien. Er fand im ganzen Volk
breite Unterstützung. Papst Bonifatius VIII. hetzte Jakob
II. erfolgreich auf, gegen den eigenen Bruder einen Kreuzzug
zu führen und sich hierfür mit dem Hause
ANJOU zu verbünden. Sechs Jahre widerstand Sizilien, das
1302 durch das Scheitern eines groß angelegten französischen
Angriffs unter Graf Karl I. von Valoisund Anjou
durch eine Seuche gerettet wurde. Er wurde im Frieden von Caltabellota
auf Lebenszeit als König von Sizilien anerkannt und vom Papst widerwillig
aus dem Bann genommen. Er stand trotzdem weiterhin schroff gegen seinen
Schwager Robert, der in 12 Feldzügen
vergeblich versuchte, Sizilien zurückzuerobern. Er versuchte die schweren
Wunden des Landes zu heilen und hielt den unruhigen Adel in den Schranken.
Er stellte sich auf die Seite der Ghibellinen und wurde durch Kaiser
HEINRICH VII. und später auch durch Kaiser
LUDWIG IV. zum Reichsadmiral ernannt. Es war eine Zeit
übelster gegenseitiger Küstenplünderungen, die bis nach
Genua hoch reichten; 1321-1334 war er erneut gebannt. Von ihm nach Byzanz
entlassene Söldnertruppen, die in Sizilien durch Marodieren zur Landplage
geworden waren, die sogenannten "Katalanen", eroberten die Herzogtümer
Neopatras und Athen und unterstellten diese der Hoheit Siziliens. Er entging
etlichen Attentatsversuchen durch die ANJOU,
regierte als echter Landesvater, wurde als edler, kluger, menschlicher
Charakter überliefert und besaß große Ausstrahlung, wurde
geliebt und verehrt, stärkte die königliche Gewalt und legte
testamentarisch fest, dass beim Erlöschen seines Hauses die Linie
Aragon erben sollte. Er ließ schon zu Lebzeiten den Sohn zum
Mitkönig krönen, um die Dynastie zu sichern. Er setzte sich damit
bewußt über die Abmachungen von 1302 hinweg, da er sich durch
das Verhalten der Päpste und des Hauses ANJOU
nicht mehr daran gebunden fühlte. Er ließ viele Erinnerungen
an seinen berühmten kaiserlichen Urgroßvater, nach dem er genannt
wurde, wach werden.
1302
oo Eleonore von Neapel, Tochter des Königs
Karl II.
8.1289-9.8.1341
Kinder:
Peter II.
1304-15.8.1342
Manfred Titularherzog von Athen (1312-1317)
1306-9.11.1317
Konstanze
um 1307- nach 1344
1317
1. oo Heinrich II. König von Lusignan-Zypern
- 1324
1331
2. oo Leo IV. König von Armenien
- 1341/42
1343
3. oo Johann von Lusignan-Antiochia
- 1375 ermordet
Elisabeth
1310-21.3.1349
Landshut
27.6.1328
oo Stephan II. Herzog von Bayern
1319-13./19.5.1375
Wilhelm Herzog von Athen (1317-1338)
1312-22.8.1338
oo Maria Alvarez de Aragon, Tochter des Barons
Jakob I. von Ejerica
- um 1363
Johann Herzog von Neopatras und Athen
1317-3.4.1348
Margarete
1331- 1377
Neustadt a.d. Hardt
1348
oo 2. Rudolf II. Pfalzgraf bei Rhein
8.8.1306-4.10.1353
Katharina Äbtissin von Santa Chiara Messina
-
Illegitim
Isabella
-
1314
1313
1. oo Ponce VI. von Barcelona Graf von Ampurias
- 1322
2. oo Raimund von Peralta Graf von Caltabellota
-
Sancho Baron di Militello
- um
1334
Orlando Baron di Avola
-
1361
Alfons "Fadrique d'Aragon" Graf von Malta
-
1335/39
Eleonore
-
oo Johann von Chiaramonte Graf von Modica
-
Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher
auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 90,119,143,
155,165,202 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 46 - Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus
dem Hause Wittelsbach Bechtle Verlag Esslingen München 1989 Seite
135,179,182,193,218,231 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters
in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 342,347
- Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter
711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1993 Seite 139-142 -