Nachgeborene und einzige Tochter des
Königs Jakob V. von Schottland aus seiner 2. Ehe mit der
Maria
von Guise, Tochter von Herzog Claudius I.
Lexikon der Renaissance: Seite 442
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Maria Stuart, Königin von Schottland
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* 7. oder 8. Dezember 1542, + 8. Februar 1587
Linlithgow (Schottland)
Fotheringhay (England)
Maria Stuart erbte
beim Tode ihres Vaters Jakob V. am
14.12.1542 die Krone, ihre Mutter (Maria von Guise
[gestorben 1560] wurde Regentin. Maria Stuart
lebte seit 1549 am französischen Hof und heiratete im April 1558 den
Dauphin (ab 1559: König Franz II. [gestorben
1560]). Im August 1561 kehrte Maria Stuart
nach Schottland zurück. Als katholische Königin war sei mit der
innenpolitischen Opposition militanter Kalvinisten unter J. Knox und der
Feindschaft Elisabeths I. konfrontiert,
die Maria Stuarts von Frankreich bzw.
Spanien unterstützten Anspruch auf die englische Krone fürchtete.
Maria
Stuarts zweite Ehe (1566/67) endete mit der Ermordung ihres
Gemahls Lord Darnley, drei Monate später heiratete sie den
des Mordes verdächtigen Grafen von Bothwell. Im Juni 1567 erhoben
sich die protestantischen Lords unter dem Grafen von Murray uns setzten
Maria Stuart ab, die 1568 nach England
floh. Elisabeth I. internierte Maria
Stuart und anerkannte deren minderjährigen Sohn
Jakob als schottischen König unter James
Stuart Grafen von Murrays Regentschaft. Maria
Stuart
konspirierte aus der Haft, um Elisabeth
zu beseitigen und mit Hilfe französischer oder spanischer Truppen
die Macht in England zu übernehmen und die Gegenreformation durchzuführen.
Ihr Todesurteil wurde im Oktober 1586 ausgesprochen und im Februar 1587
vollstreckt.
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Maria Stuart war
eine der berühmtesten Frauengestalten der europäischen Geschichte,
eine gebildete, aber auch leidenschaftliche Frau, die sich über die
Normen ihrer Zeit rücksichtslos hinwegsetzte. Von 1542 bis 1560 stand
Maria
unter der Regentschaft ihrer Mutter. Sie lebte seit 1558 als französische
Kronprinzessin am französischen Hofe. Die Hand Eduards
VI., mit dem sie seit 1542 verlobt war, hatte sie ausgeschlagen.
Nach dem Tode ihres Gatten Franz II. von Frankreich
(+ 5.12.1560) kehrte sie nach Schottland zurück und versuchte
mit einigem Erfolg gegen den reformierten Adel, säkularisiertes Kirchen-
und Krongut zurückzugewinnen, wobei sie jahrelang von ihrem Halbbruder
Jakob
II. von Moray und ihrem Schwager Archibald III. Campbell von
Argyll unterstützt wurde. Sie geriet mit ihrem Rekatholisierungsprogramm
und zunehmend haltlosen Lebenswandel völlig gegen den Adel, der sie
1567 bei Carberry besiegte, inhaftierte und für abgesetzt erklärte.
Aus der Haft entkommen, versuchte sie zurückzukehren, wurde am 13.5.1568
bei Langside besiegt und nach England vertrieben. Sie wurde von Elisabeth
I. von England inhaftiert und 1587 nach etlichen Aufstandsversuchen
ihrer Anhänger hingerichtet. Maria,
die als Enkelin der Margarete Tudor,
Tochter Heinrichs VII., Rechte auf
den englischen Thron besaß, wurde als unbequeme Rivalin und Kronprätendentin
der katholischen Partei aus dem Wege geräumt.
Frauen der Weltgeschichte: Seite 313
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MARIA STUART
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8.XII.1542-8.II.1587
Gelassen betrat Maria Stuart
am 8. Februar 1587 die Halle, in der das Blutgerüst stand,
und stieg erhobenen Hauptes die Stufen zum Schafott empor. So war sie im
Jahre 1557 als 15-jährige Königin zum Thronwechsel Frankreichs
emporgestiegen, und so wäre sie zum Thronsessel Englands geschritten,
wenn andere Gestirne über ihrem Geschick gewaltet hätten. Demütig
und stolz zugleich beugte sie ihr Haupt unter dem Henkersbeil, das erst
nach drei Schlägen das Haupt vom Rumpf trennte. In dieser Stunde starb
die Königin zweier Reiche, die Herrscherin, die auf die Königskronen
von Frankreich, England und Schottland Anspruch erhoben hatte und die beinahe
auch die Krone Spaniens getragen hätte. Nach dem Tode ihres ersten
Gemahls, des französischen Königs Franz
II., heiratete Maria, die
aus dem schottischen Königsgeschlecht der STUARTS
stammte, Lord Darnley und erhob ihm zum König von Schottland.
Er war einer der vielen, die ihretwillen das Leben lassen mußten.
Ihr dritter Gemahl war Lord Bothwell, der Mörder Darnleys.
Als sie schließlich als angebliche Mitwisserin an diesem Morde und
aus religiösen Gründen zur Flucht nach England gezwungen wurde,
ahnte sie nicht, dass sie damit den Weg in die Freiheit für immer
hinter sich verschloß. Bei ihrer Verwandten, der Königin
Elisabeth von England, fand sie nicht den erhofften Schutz;
hier erwartete sie eine 19-jährige Gefangenschaft und schließlich
die Verurteilung zum Tode, da man sie der Verschwörung gegen Elisabeth
bezichtigte. Kein Genius, sondern ein Dämon war der ihr Leben bestimmende
Geist. Eine unkontrollierte Leidenschaftlichkeit raubte ihr oft die politische
Besonnenheit und Weitsicht. Mutig und ungebrochen jedoch, in wahrhaft königlicher
Haltung, unterwarf sie sich dem Tod.
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24.4.1558
1. oo Franz II. König von Frankreich
x 19.1.1544-5.12.1560
29.7.1565
2. oo Heinrich Stuart Lord Darnley
7.2.1545-10.2.1567
15.5.1567
3. oo Jakob Hepburn Graf von Bothwell
x 1536-14.4.1578
Kinder:
2. Ehe
Jakob VI.
19.6.1566-27.3.1625
Literatur:
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Ferdinandy Michael de: Philipp II. Bechtermünz
Verlag Augsburg 1996 Seite 136,186,194,204,240,285,363,373,403 - Fraser
Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claasen Verlag GmbH Hildesheim
1995 Seite 116,404,405,419,452,474,476,483 - Jurewitz-Freischmidt
Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen
um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 223,231,249-251,256,259,267,271-274,356,395,412
- Kenyon John Philipps: Die Stuart in: Die großen Dynastien.
Karl Müller Verlag 1996 Seite 125-138 - Lavater-Sloman Mary:
Elisabeth I. Herrin der Meere, Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach
1988 - Mahoney Irene: Katharina von Medici. Königin von Frankreich.
Eugen Diederichs Verlag München 1994 Seite 46,57, 62,73,75,85,89,105,164,166,281,369-372,409
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Verlag München 1994 Seite 99-456 - Panzer Marita A.: Englands
Königinnen. Von den Tudors zu den Windsors. Verlag Friedrich Pustet
Regensburg 2001 Seite 100-104,115 - Ridley Jasper: Heinrich VIII.
Eine Biographie. Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1995 Seite 97,340,414-415,
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königlichen Familie. Bechtermünz Verlag GmbH Eltville am Rhein
1995 Seite 17,23-78,79,89,91,93,236,316 - Taillander Saint-Rene
Madeleine Marie Louise: Heinrich IV. Der Hugenotte auf Frankreichs Thron.
Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 12,14,22,25,109,147,158,224,311,351,368,373
- Tamussino Ursula: Maria von Ungarn. Ein Leben im Dienst der Casa
de Austria Verlag Styria Graz Wien Köln 1998 Seite 143,205 - Treffer
Gerd: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette
(8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996 Seite 256-259
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Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1993 Seite 296,311 - Wende Peter:
Englische Könige und Königinnen. Von Heinrich VIII. bis Elisabeth
II. Verlag C.H. Beck München 1998 Seite 47,50,56,78,83,87,94,97,102
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Mahoney Irene: Seite 46,57,62,75,85,369-372
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"Katharina von Medici"
Die Anteilnahme Frankreichs an schottischen Angelegenheiten
steigerte sich noch, als die Tochter Marias von
Guise, die 5 Jahre alte schottische
Königin Maria Stuart, nach Frankreich als die angelobte
Braut des Dauphins gebracht wurde, um sie vor den Wirren in ihrem eigenen
Land zu schützen. Die nächsten 10 Jahre weilte sie am französischen
Hof unter Aufsicht ihrer Onkel, des Herzogs von Guise und des Kardinals
von Lothringen. Von Anfang an wurde sie wie eine Art heiliges Kind angesehen,
fehlerfrei an Körper und Geist. "Sie ist das schönste Kind, das
ich jemals gesehen habe", soll Heinrich II. angeblich
gesagt haben, als Maria im Oktober
1548 ankam. Vier Jahre später schrieb der Kardinal, dass sie täglich
an Güte, Schönheit und Weisheit zunehme, und dass "der König
Gefallen an ihr findet", während sie wiederum weiß, wie man
mit ihm umzugehen habe, "wie eine Frau von 25".
Lange vor ihrer Vermählung mit dem Dauphin hatte
Maria
Stuart - hübsch, intelligent, gebieterisch, und unter sorgfältiger
Obhut ihrer Onkel - das Gleichgewicht am Hof ins Wanken gebracht. "Die
Königin der Schotten und ihr Haus ... geben am Hof den Ausschlag",
schrieb der englische Gesandte im Winter 1551.
Nach dem Tode Heinrichs II.
war
seine ihm seit 15 Monaten angetraute Gemahlin, ihm in so mancher Hinsicht
überlegen, unfähig, ihn zu trösten, denn
Maria
Stuart, weiß wie der Tod, schien durch die plötzliche
Wende der Dinge verwirrt. Die Tage der Ungewißheit hatten beide an
den Rand der Erschöpfung gebracht, während sie mit Furcht und
Bestürzung auf die Krone warteten, die auf sie übergehen sollte.
Sogar die schlanke, lyrische Anmut der jungen Königin
blieb während der Krönung nicht unbeeindruckt, denn einige Wochen
vorher ging unter den Gesandten das Gerede, Maria
Stuarts Gesundheit wäre angegriffen. "Die junge Königin
leidet am Schwindsucht; sie hat nicht mehr lange zu leben", hatte der toskanische
Gesandte Ricasoli nach Florenz berichtet.
Der französische Hof mit seiner Vorliebe für
schöne Frauen rechnete es sich als Stolz und Freude an, den Thron
der Königin durch ein Mädchen geziert zu sehen, das als eines
der schönsten in Europa galt. Ihre Schönheit war dergestalt,
dass sie "die Sonne verdunkelt", schrieb Brantone und fügte hinzu:
"Und was ihren Geist anbelangt, so suchte er seinesgleichen."
Schon im November des vorausgegangenen Jahres hatte Killigrew
an Elisabeth von England geschrieben,
dass der junge König und die Königin ihren feierlichen Einzug
in Chatellerault unter einem karmesinrotem Damast mit den darauf gestickten
Wappen von England, Frankreich und Schottland gehalten und den Titel Franciscus
et Maria, Dei gratia, Rex et regina Franciae, Scotiae, Angliae, et Hiberniae
gebraucht
hätten. Im folgenden Frühjahr ging eine weitere Depesche nach
England, die Maria Stuarts anmaßendes
Verhalten beschrieb: "Sie hat sich in Ansprachen, von Zeremonienmeistern,
in Schriftstücken, Siegeln und bei Widmungen auf Triumphzügen
und von Herolden als Königin von England titulieren lassen."
Maria Stuart tat
trotz ihrer zerbrechlichen Gesundheit was sie konnte, um ihren todkranken
Gatten zu pflegen. Nach dessen Tode wurde sie jetzt selbst, nachdem sie
17 Monate Königin gewesen war, in die Ecke gedrängt. Zweifellos
weinte sie um eine verlorene Krone und wegen einer ungewissen Zukunft,
aber es ist sicher nicht übertrieben, anzunehmen, dass sie auch um
einen dahingegangenen und ihr zugetanen Gefährten weinte, der für
kurze Zeit ihr Gemahl gewesen war. Es wäre töricht, aus ihrer
Ehe eine Romanze oder gar eine Leidenschaft zu machen, aber Maria
und
Franz
hatten eine kleine Weile ihres Lebens miteinander verbracht.
Es besteht keinerlei Anlaß zu glauben, dass Marias
Schluchzen, das ihre Zeitgenossen beobachtete hatten, etwa nicht
aufrichtig gewesen sei.
Nach dem Tode Franz' II.
war sie von Frankreich in See gestochen, um die Herrschaft im "eigenen
Land" anzutreten. Damals, kaum 19 Jahre alt, hatte sie sich nach Schottland
eingeschifft mit der ganzen Arroganz der Jugend, stolz auf ihre Schönheit
und Anmut, die Tragödie des vorzeitigen Todes ihres Gatten überstrahlt
von Gedanken an zukünftigen Ruhm. Es war ein Ruhm, der sich ihr freilich
ständig entziehen sollte. Von Anfang an stand ihre Art im krassen
Widerspruch zu der ihrer berockten schottischen Höflinge. Sie hielten
sie für überheblich, eitel, herrisch; sie war halb französisch
- und sie war katholisch. In einem von der Theologie des John Knox beherrschten
Landes waren dies erhebliche Nachteile. Sie war außerdem (obwohl
ihre Bewunderer dies niemals zugeben wollten) ein wenig töricht. Sie
hatte sich vorgenommen, Königin nach französischer Art zu sein,
und ihr autokratisches Gebaren wirkte oft abweisend auf diejenigen, die
vorhatten, ihr die Wahrheit zu sagen, und ließ sie oft in die Netze
derjenigen gehen, die ihr schmeicheln wollten. Sie beging sehr viel Fehler,
Zwiespältig und schlecht beraten fiel sie von einer Torheit in die
andere. Sie war wahrscheinlich weder bösartig noch unfehlbar. Wäre
sie keine Königin gewesen, so hätte es sicher in jenen Tagen
ausgereicht, würde sie ihr Gemahl von Zeit zu Zeit angefahren oder
unter Hausarrest gestellt haben, sobald ihre Launen für ihr besseres
Ich die Vorhand gewannen.
Königinnen sind unglücklicherweise nicht so
leicht lenkbar. Verantwortlich gemacht für die Ermordung ihres zweiten
Gemahls und zwangsweise vom dritten geschieden war sie im Vertrauen darauf
nach England geflohen, dass ihre Base Elisabeth
sie vor ihren aufsässigen Untertanen retten würde. Statt dessen
erlitt sie eine Haft von 19 Jahren Dauer und war in dieser Zeit unaufhörlich
in Verschwörungen verwickelt, um ihre Freiheit wiederzuerlangen -
Verschwörungen, die ganz unvermeidlich Elisabeths
Stellung
bedrohten. Im Zusammenhang mit der Babington-Verschwörung im Jahre
1586 wurde sie schließlich des Hochverrats für schuldig befunden
und trotz des einhelligen Widerstandes der katholischen Christenheit hingerichtet.
Im Juli 1586 hatte Maria,
die nicht wünschte, dass der Thron auf ihren protestantischen Sohn
überging, Philipp II. von Spanien
durch Mendoza schon davon in Kenntnis setzen lassen, dass sie, wenn er
zu ihrer "Unterstützung" entschlossen sei, "meine Nachfolgerechte
auf die Krone abtreten und testamentarisch auf den König, Ihren Herrn,
übergehen" lassen würde. Es war ein ungewöhnliches Versprechen,
noch außergewöhnlicher, wenn man sich vergegenwärtigt,
dass die Krone, auf die sie anspielte, ja nicht nur die von Schottland,
sondern auch die von England war. Infolgedessen betrachtete sich Philipp
nach
Marias
Tod als der rechtmäßige Erbe des englischen Thrones.
Kenyon John Philipps: Seite 125-138
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"Die Stuart"
Der zu frühe Tod Jakobs
V. im Jahre 1542 läutete die bis dahin längste Minderjährigkeitenregentschaft
ein, denn seine Toochter Maria war
damals erst eine Woche alt. Als man ihm die Nachricht von der Geburt seiner
Tochter übermittelte, wandte er sich ab und faßte die Geschichte
seiner Familie mit folgenden Worten zusammen: "Sie begann mit einem Kind
und wird mit einem Kind zu Ende gehen."
In Wirklichkeit wurde Maria,
die Königin von Schottland (1542-1567), eine der berühmtesten
STUART.
Ihr Name wurde der Inbegriff für Liebesabenteuer und Liebesaffären.
Sie hatte eine französische Mutter (Maria
von Guise) und wurde am französischen Hof großgezogen.
Nach Edinburgh kehrte sie erst im Jahre 1561 zurück, nachdem sie bereits
eine Ehe mit König Franz II. von Frankreich,
der im Jahr zuvor gestorben war, hinter sich hatte. Als damit der französische
Thron in weite Ferne gerückt war, winkte ihr gleichzeitig der von
England, denn Königin Elisabeth,
das letzte überlebende Kind Heinrichs VIII.,
hatte verlauten lassen, sie wolle niemals heiraten. Auf diese Weise kam
Maria
als Enkelin der ältesten Schwester Heinrichs
VIII., die Margarete hieß
und mit König Jakob IV.von Schottland verheiratet
gewesen war, in der Erbrangfolge der nächste Platz zu.
Unglücklicherweise gelang es ihr aufgrund ihres
überzeugten Katholizismaus nicht, sich in Schottland eine Machtgrundlage
zu schaffen. In dem Strudel schottischer Politik bediente sie sich zuerst
ihres weiblichen Charmes und mit Hilfe von Eheversprechen, um die Adligen
ihres Landes gegeneinander auszuspielem. Sie warf diese Waffe aber über
Bord sobald sie sich 1565 für Lord Darnley entschieden hatte.
Sie gebar ihm im darauffolgenden Jahr einen Sohn; ihre Ehe aber ging auf
spektakuläre Weise auseinander. Als Darnley 1567 auf mysteriöse
Art und Weise umgebracht wurde, fiel der erste Verdacht auf sie. Ihre anschließende
Flucht mit James Hepburn, dem Earl von Bothwell, der als widerwärtiger
Abenteurer galt, wurde als eine für die Krone unwürdige Tat eingestuft,
worauf Maria mit Hilfe eines überraschenden
Staatsstreiches durch ihren 1-jährigen Sohn ersetzt wurde, der als
Jakob
VI. (1567-1625) zum König von Schottland ernannt wurde.
1568 gelang es ihr, dem Gewahrsam zu entkommen und nach England zu reisen,
wo sie sich lediglich eine dauernde Gefangennahme einhandelte. Königin
Elisabeth war nur zu froh, die Thronerbin unter ihrer Kontrolle
zu haben, die zu gefährlich war, um freigelassen zu werden; außerdem
lastete auf Maria immer noch der noch
nicht entkräftete Verdacht, Mörderin ihres Ehegatten zu sein.
Ihr Glaube war natürlich Anlaß dafür, dass wegen ihr etliche
Katholikenaufstände gegen Elisabeth
angezettelt wurden. Im Jahre 1587 beugte sich die Königin schließlich
dem Druck ihres Parlamentes und ihrer Minister und ließ Maria
hinrichten.
DAS NEUE vom 11.12.1999
Maria Stuart
Sie heiratet den Mörder ihres Mannes
Als blutjunge Witwe des französischen
Thronerben Franz II. kehrt sie, erst 17 Jahre alt, nach Schottland
zurück. Vorbei die glanzreichen Tage am Hof von Paris. Maria
Stuart, Königin von Schottland, starrt hinaus in düsteres
Hochmoor und trübe Regentage, Reiten und Bogenschießen sind
ihr neuer Zeitvertreib.
Das ändert sich, als sie dem 19-jährigen Lord
Henry Darnley begegnet, einem jungen Mann mit kultivierten Umgangsformen,
femininen Gesichtszügen und imposanter Statur.
Maria Stuart, selbst
mit 1,80 Metern ungewöhnlich groß, findet Gefallen an diesem
Mann, der so vorzüglich auf der Laute spielen und französische
Gedichte vorlesen kann. Pläne ihres Bruders, sie mit dem spanischen
Thronerben Don Carlos zu verheiraten, ignoriert sie. Sie will
nur einen: Lord Darnley. Sie bittet Königin
Elizabeth I. von England, deren Günstling Darnley
ist, um die Einwilligung. Doch Elizabeth
wittert Verrat: Will die Schottin etwa auch die englische Krone an sich
reißen? Antrag abgelehnt.
Maria Stuart setzt
ihren Kopf durch: Ohne Elizabeths Einwilligung,
ohne das Einverständnis ihres Bruders heiratet sie am 29. Juli 1565
auf Holroyd Castle ihren geliebten Lord Darnley. Schon bald verblaßt
der Glanz. Darnley entpuppt sich als eitel und auch ziemlich beschränkt,
vielleicht auch eine Folge der vielen durchzechten Nächte. Maria
erkennt: Sie hat nicht das große Los gezogen, sondern eine Niete.
Von der sie das Schicksal allerdings schnell befreit: Mit 21 kommt Lord
Darnley auf mysteriöse Weise ums Leben.
Unter Verdacht, der Mörder zu sein, gerät der
Earl
of Bothwell. Maria heiratet ihn
trotzdem – nur drei Monate nach Darnleys Tod. Unmöglich, findet
der schottische Adel und verbündet sich gegen das skandalöse
Paar. Bothwell flieht, Maria begibt
sich nach England. Ein Fehler. Denn Königin
Elizabeth läßt sie festsetzen, nach 18 Jahren Haft
wird Maria Stuart enthauptet. Offizieller
Grund: Beteiligung am Tod ihres Gatten, Lord Darnley.