Ältester Sohn des Königs
Duncan I. von Schottland
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 168
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Malcolm III. ‚Canmore‘, König von Schottland
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+ 13. November 1093
Wahrscheinlich 1057 Nachfolger des von ihm 1054 besiegten Macbeth, doch erkannten einige Macbeths Stiefsohn Lulach als König bis zu dessen Tod 1058 an.
1. oo Ingibiorg (+ 1069) Tochter des Earl Thorfinn von Orkney
2. oo 1070 Margarete, Schwester von Edgar ‚the Aetheling‘
Kinder:
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Von 1.:
mindestens 2 Söhne (Duncan II., Donald)
Von 2.:
6 Söhne (unter anderem Edgar, Alexander I., David
I.)
2 Töchter
Malcolm III. verwüstete
Northumbria wahrscheinlich erstmals 1061 und dürfte wohl an dem Feldzug
des 1066 bei Stamford Bridge besiegten norwegischen Königs beteiligt
gewesen sein, da er zu dieser Zeit bereits mit Ingibiorg
verheiratet
war. 1070 fiel Malcolm III. in England
ein, nicht um territorialen Gewinn zu machen, sondern entweder in
der verspäteten Absicht, sich am Aufstand gegen Wilhelm
I. von 1069 zu beteiligen, oder wohl eher, weil er von der durch
diesen Aufstand hervorgerufenen Spaltung profitieren wollte. Wahrscheinlich
veranlaßte Malcolms III. Heirat
mit Maragrete Wilhelm I., gegen Malcolm
III. Canmore vorzugehen. Doch noch bevor Wilhelm
den Forth überquert hatte, schloß er 1072 Frieden mit Malcolm
III. in Abernethy, der die Stellung von Geiseln und Malcolms
III. Leistung des Lehnseides beinhaltete. Weitere Verstöße
Malcolms
III. Canmore 1079 und 1091 in Northumbria führten zu erneuten
Gegenfeldzügen durch Robert und
Wilhelm
II., den Söhnen von Wilhelm I.,
sowie zu einer Erneuerung des Friedens von Abernethy. Wahrscheinlich wurde
Malcolm III. Canmore in der Nähe
des Flusses Aln getötet, in Zusammenhnag mit einem erneuten
Einfall in Northumbria. Diesen hatte Malcolm III.
begonen, weil Wilhelm II. die Zusagen
seines Vaters nicht beachten wollte und ein Treffen mit Malcolm
III. in Gloucester abgelehnt hatte. Nachfolger
Malcolms III. wurde sein Bruder Donald
III. 'Bane'. Unter Malcolms III.
Regierung wurden die Celi De und die Benediktiner gefördert, letztere
in Dunfermline angesiedelt.
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Malcolm III. Dickkopf
war am englischen Hofe aufgewachsen, womit die Anglisierung Schottlands
begann. Er bekriegte den Usurpator Macbeth und
besiegte ihn am 15.8.1057 mit englischer Hilfe bei Lumphanan; er besiegte
am 17.3.1058 bei Essie dessen Stiefsohn Lulach
von Moray und stellte die Reichseinheit wieder her. Malcolm
geriet in schroffen Gegensatz zu Tostig von Wessex-Huntingdon und half
1066 Norwegen gegen England in der Schlacht bei Stamfordbridge. Er gab
1066 den vor den Normannen fliehenden Angelsachsen Asyl, was eine weitere
Anglisierung Schottlands bewirkte. Nach der verlorenen Schlacht bei Abernethy
1072 mußte er sich Wilhelm I. dem Eroberer
unterwerfen
und das südliche Strathclyde (Raum Cumberland) abtreten, womit sich
die jahrhundertelang gültigen beiderseitigen Grenzen abzuzeichnen
begannen. Er drängte seitdem verstärkt in den von den Norwegern
beherrschten nordschottischen Raum, das politische Schwergewicht blieb
aber der Süden. Malcolm
geriet
in schroffen Gegensatz zu Robert de Mowbray von Northumberland, wurde 1091
zurückgeschlagen und fiel in der Schlacht bei Alnwick.
um 1059
1. oo 2. Ingeborg von Halland, Tochter des Jarl
Finn Arnasson
-
Großnichte Haralds III. von Norwegen
1. oo Thorfinn
II. von Orkney
-
1070
2. oo Margarete die Heilige von England, Tochter
des Prinzen Eduard
- 1093 nach 13.11.
Großnichte Eduards des Bekenners
Kinder:
1. Ehe
Duncan II.
um 1060-12.11.1094 ermordet
Malcolm
-
Donald
-
1085
2. Ehe
Edgar
um 1074-8.1.1107
Eduard
-13.11.1093
gefallen
bei Alnwick
Edmund Mönch
-
Er förderte 1094 den Onkel gegen den Bruder, wurde Mönch und war ab 1097 gefangen.
Ethelred Abt von Dunkeld
-
1097
Mathilde
-1.5.1118
1100
oo Heinrich I. König von England
1068-1.12.1135
Marie
-31.5.1116
1102
oo Eustach III. Graf von Boulogne
- nach 1125
Alexander I. der Wilde
um 1077-23.4.1124
David I. der Heilige
um 1080-24.5.1153
Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England.
Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutgart 1962 Seite 137
- Douglas David C: Wilhelm der Eroberer Herzog der Normandie. Diederichs
Verlag München 1994 Seite 195-196,218-232,354,412 -