Jakob III.                                             König von Schottland (1460-1488)
------------
10.7.1451-11.6.1488 ermordet
               bei Sauchieburn
 

Ältester Sohn des Königs Jakob II. von Schottland und der Marie von Egmont, Tochter von Herzog Arnold von Geldern
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 286
********************
Jakob III., König von Schottland 1460-1488
-------------
* 10. Juli 1451, + 1488

Ältester Sohn von König Jakob II. und Marie (Mary) von Geldern

  oo 1469 Margarete, Tochter König Christians I. von Dänemark

Sohn:
-------
Jakob IV.

Der minderjährige König befand sich, trotz der Stärkung der Krone durch die Rückeroberung von Roxburgh und Berwick sowie der Niederschlagung einer Verschwörung des Earl of Douglas und des Lords of the Isles, zunächst in völliger Abhängigkeit der Boyd-Familie. Lord Robert Boyd wurde chamberlain, sein Sohn Thomas heiratete die Schwester des Königs und erhielt einen Earl-Titel, Sir Alexander Boyd übernahm die Ausbildung Jakobs III. Erst nach seiner Heirat, die Schottland die "northern isles" (Orkney, Shetland) einbrachte und die königlichen Geldmittel vergrößerte, hatte Jakob III. die volle Regierungsgewalt bis 1482 inne. Durch seine unpopuläre Friedenspolitik gegenüber England, seinen Versuch, auf die Ereignisse auf dem Kontinent Einfluß zu nehmen und sein skrupelloses Vorgehen bei Besitz- und Nachlaßansprüchen seiner Untertanen verlor Jakob III. das Vertrauen des Adels, in dessen Abhängigkeit der König 1482-1483 geriet. 1488 wurde das königliche Heer infolge einer Revolte unter der Führung der Earls von Angus und Argyll bei Stirling besiegt und Jakob III. nach der Schlacht getötet.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
1451 zum Herzog von Rothesay ernannt, folgte er seinem Vater unter einem adligem Regentschaftsrat. Zuerst wurde er vom angesehenen Erzbischof Jakob Kennedy von St. Andrews geleitet, 1466-1469 unter dem intrigenreichen Lord Robert Boyd, der Jakob in seine Gewalt brachte und nach üblen Fehden 1469 zusammen mit seinem Sohn verjagt wurde. Jakobs Mutter, die zuerst regieren wollte, war als Ausländerin und wegen ihres schlechten moralischen Rufes unbeliebt. Er war traditionell gut erzogen und gebildet, zeigte aber bald große Unfähigkeit bei der Auswahl seiner Berater, die er besonders aus der Unterschicht holte, womit er den Adel gegen sich aufbrachte. Er unterstützte in England die LANCASTER-Partei und gab vor 1485 zeitweise Heinrich VII. Tudor Asyl. Er gewann nach jahrelangen Streitigkeiten mit seiner Heirat die Orkneys und Shetlands als Pfandschaften von Dänemark. Er stritt viel mit YORK-England, geriet dabei 1482 kurz in Gefangenschaft und in einen Thronkrieg mit seinem Bruder Alexander, den er nach der Schlacht bei Lochmaben 1484 endgültig verjagte. Er mußte sich 1482 von seinen Beratern trennen und baute sich bald wieder eine neue Beraterclique auf. 1476 unterwarf er nach jahrelangem Streit die mächtige Sippe Mac Donald ("Lords of the Isles"), verfiel mehr und mehr in Gleichgültigkeit und Trübsinn, geriet in den Bann von Wahrsagern und Magiern und kapselte sich zunehmend von der Umwelt ab. Er wurde nach dem Tod seiner Frau, die noch mäßigend auf ihn Einfluß nehmen konnte, immer unerträglicher, ausschweifend, launisch und tyrannisch. Er war auch sehr eigensinnig und mißtrauisch geworden, weshalb er 1479 seinen Bruder Johann ermorden ließ. Er überließ das Land seinen Günstlingen, was zur großen Rebellion führte, an deren Spitze sich letztlich der 15-jährige Sohn stellte. Um sich vor Archibald Douglas, Colin Campbell, Lord Home und deren Parteigängern in Sicherheit zu bringen, wollte sich der König in die Festung Stirling werfen, aber dort schloß man vor ihm und seiner Truppe die Tore. Mit eilig zusammengerafften Soldaten und Knechten trat er, im Innersten schon verzweifelt, gegen die Clans an, das rettende Schloß vor Augen. Er war immer mehr Künstler als Krieger, mehr Ästhet als Reiter gewesen, vermochte sein im Lärm der Schlacht scheuendes Pferd nicht zu bämdigen und tat einen schweren Sturz. Die Seinen unterlagen und niemand kümmerte sich im Abenddunkel um den Verletzten, der sich bei Sauchieburn unweit Stirling in die Backstube einer Mühle verkrochen hatte. Hier wurde er, auf einen Priester wartend, erstochen.
 
 
 
 

13.7.1469
   oo Margarete von Dänemark, Tochter des Königs Christian I.
       23.6.1456-14.7.1486
 
 
 
 

Kinder:

  Jakob IV.
  17.3.1472-9.9.1513

  Jakob Erzbischof von St. Andrews
   3.1476-12./17.1.1502/03

  Johann Graf von Mar und Garioch
  1479/80-11.3.1502/03
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Schreiber Hermann: Die Stuarts. Genie und Unstern einer königlichen Familie. Bechtermünz Verlag GmbH Eltville am Rhein 1995 Seite 15 -