Jakob II. "mit dem feurigen Gesicht"         König von Schottland (1437-1460)
--------------------------------------------
16.10.1430-3.8.1460
                Roxburgh
 

Einziger Sohn des Königs Jakob I. von Schottland und der Johanna Beaufort, Tochter von Herzog Johann I. von Somerset
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 285
********************
Jakob II., König von Schottland 1437-1460
------------
* 16. Oktober 1430, + 1460
Holyrood             Roxburgh Castle

Zwillingssohn von König Jakob I. und Joan Beaufort

  oo 1449 Marie (Mary), Tochter von Arnold von Egmont, Herzog von Geldern

Sohn:
-------
Jakob III.

Da Jakob II. bei der Ermordung seines Vaters noch minderjährig war, übernahm zunächst seine Mutter die Regentschaft, die jedoch bald von Sir Alexander Livingston of Callendar verdrängt wurde, der gemeinsam mit Sir William Crichton, dem keeper von Edinburgh Castle und seit 1439 Kanzler, die Herrschaft übernahm und gegen die opponierende DOUGLAS-Familie vorging. 1440 wurden der 5. Earl of Douglas und sein Bruder hingerichtet. Nach seiner Heirat übernahm Jakob II. die Regierungsgewalt und setzte die von seinem Vater begonnene, auf die Stärkung der Krone ausgerichtete Politik fort. Den freeholders wurden Anrufung und Schutz der königlichen Gerichte gewährt. Für einige der Krone ergebene Adelsfamilien und zahlreiche "lords of parliament" schuf der König Earldoms. Eine Bedrohung für das Königtum blieb die DOUGLAS-Familie. Jakob II. tötete 1452 infolge eines Zornesausbruches den 8. Earl of Douglas, verfolgte den 9. Earl und ließ mit Billigung des Parliaments den Familienbesitz konfiszieren. Jakob II. starb bei der Belagerung von Roxburgh, das er ebenso wie Berwick von den Engländern zurückerobern wollte.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Jakob II. "mit dem feurigen Gesicht" folgte 1437 unter der Vormundschaft der Familie DOUGLAS, die den Mörder des Vaters hinrichten ließ, aber nichts gegen das Fehdeunwesen tat. Er war belesen und gebildet wie der Vater und erwies sich nach der Volljährigkeit als ebenso fähiger Regent. Er erließ kluge Verwaltungsgesetze, schränkte die Erblichkeit der Lehen und Ämter ein, verstärkte die Position der königlichen Richter und führte das Amt der "Lords of Session" ein als jährlich sich änderndes Gremium für das königliche Gericht. Er stärkte die königliche Macht durch weitere Konfiskationen und durch den Sturz der jahrelang von ihm geförderten Familie der "Schwarzen Douglas". Am 22.2.1452 ermordete er den Grafen Wilhelm III. Earl von Douglas bei einer verabredeten Besprechung trotz Zusicherung freien Geleites im Schloß Stirling eigenhändig und beschlagnahmte 1455 nach einem Prozeß über die landesverräterischen Umtriede des Hauses DOUGLAS zahlreiche Ländereien. Die Enteignung der politischen Gegner diente der Vergrößerung des Königsgutes und Jakobs Bestreben, seine Söhen mit Eigenbesitz auszustatten. Er unterstützte in den beginnenden "Rosenkriegen" die LANCASTER-Partei, der er durch seine Mutter angehörte und wurde bei der Belagerung der Festung Roxburgh, die einem Parteigänger des Hauses YORK gehörte, durch eine berstende Kanone erschlagen.
 
 
 
 

3.8.1449
  oo Marie von Egmont-Geldern, Tochter des Herzogs Arnold
              -1.12.1463

Sie beanspruchte 1460 die Regentschaft, scheiterte an Erzbischof Jakob von St. Andrews.
 
 
 
 

Kinder:

  Jakob III.
  10.7.1451-11.6.1488

  Alexander Herzog von Albany
  um 1453-   1485

  Marie
         -   1488

  26.4.1467
  1. oo Thomas Boyd Graf von Arran
                  -   1473

    1474
  2. oo Jakob I. Lord Hamilton
                 -12.11.1479

  David Graf von Moray
  1454-18.7.1457

  Johann Graf von Mar, Lord Garioch
  um 1457-   1479 ermordet

  Er wurde vom Bruder inhaftiert und dort umgebracht.

  Margarete
         -

  oo Wilhelm II. Crichton 3. Lord Chrichton
             -   1493

  Johann Lord Sticks
      -   1523

  oo Muriel Sutherland
              -
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Schreiber Hermann: Die Stuarts. Genie und Unstern einer königlichen Familie. Bechtermünz Verlag GmbH Eltville am Rhein 1995 Seite 15 -