David II. Bruce                                     König von Schottland (1329-1371)
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5.3.1323-22.2.1371
 

Einziger Sohn des Königs Robert I. Bruce von Schottland aus seiner 2. Ehe mit der Elisabeth de Burgh, Tochter von Graf Richard von Ulster
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 600
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David II. (Bruce), König von Schottland
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* 5. März 1324, + 22. Februar 1371
Dunfermline       Edinburgh

Sohn Roberts I. (Bruce)

1. oo 16.7.1328 Johanna (+ 1362), Schwester König Eduards III. von England

2. oo 1363 Margaret Logie

In Zusammenhang mit dem anglo-schottischem Friedensvertrag von Edinburgh-Northampton, der die Unabhängigkeit Schottlands anerkannte, wurde David II. Bruce mit der Schwester des englischen Königs verheiratet. Als König Robert starb (13. Juni 1329), erbte David den Thron und wurde am 24. November 1331 in Scone gekrönt und gesalbt. Jedoch untergrub Eduard III. heimlich den Friedensvertrag, indem er die "Disinherited" unterstützte, eine Gruppe von Adligen, die Ländereien und Titel in Schottland beanspruchten. Unter der Führung von Eduard Balliol, dem Sohn des schottischen Königs Johann (+ 1314 oder 1315), landeten sie in  Fife und besiegten am 11. August 1332 eine schottische Armee bei Dupplin. Obwohl Eduard in Scone gekrönt wurde, war er doch bald gezwungen, nach England zu fliehen und huldigte Eduard III., der dann offen mit der Belagerung von Berwick intervenierte und eine schottische Armee bei Halidon Hill am 19. Juli 1333 besiegte. Eduard III. setzte Eduard Balliol als Vasallen-König in Schottland ein. 1334 wurde David II. Bruce zu seiner Sicherheit nach Frankreich gesandt, wo er von Philipp VI. gut aufgenommen wurde. Allmählich begannen die Englämderm, in Schottland Rückschläge zu erleiden, und das Interesse Eduards III. an der Unterstützung Eduards Balliol sank, als er selbst Anspruch auf die Krone von Frankreich erhob, und der Hundertjährige Krieg begann. David II. Bruce, der für Philipp VI. von Frankreich in Flandern 1340 kämpfte, kehrte im folgenden Jahr nach Schottland zurück und hatte bald die Kontrolle über den größten Teil des Königreiches. 1346 fiel er zur Unterstützung der Franzosen in England ein, wurde aber bei Neville's Cross (Yorkshire) schwer eschlagen. Er selbst wurde verwundet und gefangengenommen und blieb 11 Jahre in englischer Gefangenschaft, während sein Neffe, Robert Stewart ("the Steward") Schottland als Verweser leitete.
Langwierige Verhandlungen um Davids II. Freilassung gipfelten in dem Vertrag von Berwick (3. Oktober 1357); dem König wurde die Rückkehr nach Schottland erlaubt gegen das Versprechen, die ungeheure Summe von 100.000 Mark in zehnjährlichen Raten zu entrichten. Zur Aufbringung dieser Teilzahlungen (womit David II. bald in Rückstand war) wurden Steuern erhoben un die Zollabgaben beim Export verdoppelt, verdreifacht und schließlich vervierfacht, während der Vertrag über die Summe 1365 und 1369 erneuert werden mußte. Im Verlauf der damit verbundenen diplomatischen Verhandlungen wurde sicherlich auch der Vorschlag erwogen, daß ein jüngerer Sohn Eduards III. von David II. als mutmaßlicher Thronfolger in Schottland anerkannt werden sollte. Davids II. Ehe mit Margaret Logie blieb kinderlos. Gegen seinen geblütsmäßigen Erben, dem mit Nachkommen gesegnten Robert Stewart, der kurz vor der Hochzeit Davids II. mit Margaret andere Magnaten in einer aufrührerischen Verschwörung anführte, war er eingenommen. David II. unterdrückte diese Verschwörung mit der Unterstützung des niederen Adels und regierte anschließend mit fester Hand.
Trotz der augenscheinlichen Schuldenlast wurde tatsächlich nur vergleichsweise wenig an England bezahlt. Der schottische Exporthandel blühte, und die Einnahmen aus dem Zoll waren gesichert. Die politische Lage Schottlands erforderte ständige Zusammenkünfte von allgemeinen Ratsversammlngen und der Parlamente, die nach 12357 die drei Stände, Klerus, Adel, Bürgertum repräsentierten. Bei seinem Tod hinterließ David II. Schottland gut regiert und in geordnetem Zustand. Schließlich folgte Robert Stewart auf den Thron.
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David II. Bruce folgte 1329 seinem Vater minderjährig in der Regierung und es folgte eine Zeit jahrzehntelanger Bürger- und Thronkriege, in denen die königliche Autorität völlig verfiel, zumal David im Gegensatz zum Vater nur ein schwächlicher Charakter war. Er wurde 1330 englischer Vasall und 1332 entfachte Eduard Balliol mit englischer Hilfe einen Aufstand gegen ihn und besiegte ihn bei Dupplin Moor, so dass er vor dem Usurpator nach Frankreich fliehen mußte. Durch den Sieg bei Halidon Hill (1333) wieder König, kehrte er 1341 nach Schottland zurück. Bei einem Angriff auf England wurde er in der Schlacht bei Neville's Cross (1346) besiegt und geriet verwundet in Gefangenschaft, aus der er erst 1359 entlassen wurde. Dies wurde im Vertrag von Berwick (Oktober 1357) beschlossen, in dem sich Schottland zu der für jene geldarmen Zeiten ungeheure Geldbuße von 100.000 Mark Silber verpflichten mußte. In der Zwischenzeit regierte sein Neffe Robert Stuart das Land, als sei er der König. Nach seiner Rückkehr zettelte der nach der Krone strebende Neffe eine Verschwörung des hohen Adels an, die David mit Hilfe des niederen Adels mühelos niederschlug. Da er dem Verwandten wegen seiner Verdienste nicht mit dem Leben büßen ließ, konnte er dem kinderlosen David 1370 im wohlgeordneten Schottland als König folgen.
 
 
 
 

  17.2.1328
  1. oo Johanna von England, Tochter des Königs Eduard II.
           7.1321-14.8.1362

  20.2.1363
  2. oo Margarete Drummond, Tochter des Sir Malcolm II.
 - 1370        - nach 1375
 
 
 
 

Literatur:
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Schreiber Hermann: Die Stuarts. Genie und Unstern einer königlichen Familie. Bechtermünz Verlag GmbH Eltville am Rhein 1995 Seite 61 -