Einziger Sohn des Königs
Robert I. Bruce von Schottland aus seiner 2. Ehe mit der Elisabeth
de Burgh, Tochter von Graf Richard von Ulster
Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 600
********************
David II. (Bruce), König von Schottland
----------------------
* 5. März 1324, + 22. Februar 1371
Dunfermline Edinburgh
Sohn Roberts I. (Bruce)
1. oo 16.7.1328 Johanna (+ 1362), Schwester König Eduards III. von England
2. oo 1363 Margaret Logie
In Zusammenhang mit dem anglo-schottischem Friedensvertrag
von Edinburgh-Northampton, der die Unabhängigkeit Schottlands anerkannte,
wurde David II. Bruce mit der Schwester
des englischen Königs verheiratet. Als König
Robert starb (13. Juni 1329), erbte David
den
Thron und wurde am 24. November 1331 in Scone gekrönt und gesalbt.
Jedoch untergrub Eduard III. heimlich
den Friedensvertrag, indem er die "Disinherited" unterstützte, eine
Gruppe von Adligen, die Ländereien und Titel in Schottland beanspruchten.
Unter der Führung von Eduard Balliol,
dem Sohn des schottischen Königs Johann (+
1314 oder 1315), landeten sie in Fife und besiegten am
11. August 1332 eine schottische Armee bei Dupplin. Obwohl Eduard
in Scone gekrönt wurde, war er doch bald gezwungen, nach England zu
fliehen und huldigte Eduard III., der
dann offen mit der Belagerung von Berwick intervenierte und eine schottische
Armee bei Halidon Hill am 19. Juli 1333 besiegte. Eduard
III. setzte Eduard Balliol als
Vasallen-König in Schottland ein. 1334 wurde
David II. Bruce zu seiner Sicherheit nach Frankreich gesandt,
wo er von Philipp VI. gut aufgenommen
wurde. Allmählich begannen die Englämderm, in Schottland Rückschläge
zu erleiden, und das Interesse Eduards III.
an der Unterstützung Eduards Balliol sank,
als er selbst Anspruch auf die Krone von Frankreich erhob, und der Hundertjährige
Krieg begann. David II. Bruce, der
für Philipp VI. von Frankreich
in Flandern 1340 kämpfte, kehrte im folgenden Jahr nach Schottland
zurück und hatte bald die Kontrolle über den größten
Teil des Königreiches. 1346 fiel er zur Unterstützung der Franzosen
in England ein, wurde aber bei Neville's Cross (Yorkshire) schwer eschlagen.
Er selbst wurde verwundet und gefangengenommen und blieb 11 Jahre in englischer
Gefangenschaft, während sein Neffe, Robert
Stewart ("the Steward") Schottland als Verweser leitete.
Langwierige Verhandlungen um Davids
II. Freilassung gipfelten in dem Vertrag von Berwick (3. Oktober
1357); dem König wurde die Rückkehr nach Schottland erlaubt gegen
das Versprechen, die ungeheure Summe von 100.000 Mark in zehnjährlichen
Raten zu entrichten. Zur Aufbringung dieser Teilzahlungen (womit David
II. bald in Rückstand war) wurden Steuern erhoben un die
Zollabgaben beim Export verdoppelt, verdreifacht und schließlich
vervierfacht, während der Vertrag über die Summe 1365 und 1369
erneuert werden mußte. Im Verlauf der damit verbundenen diplomatischen
Verhandlungen wurde sicherlich auch der Vorschlag erwogen, daß ein
jüngerer Sohn Eduards III. von
David
II. als mutmaßlicher Thronfolger in Schottland anerkannt
werden sollte. Davids II. Ehe mit Margaret
Logie blieb kinderlos. Gegen seinen geblütsmäßigen
Erben, dem mit Nachkommen gesegnten Robert Stewart,
der kurz vor der Hochzeit Davids II.
mit Margaret andere Magnaten in einer
aufrührerischen Verschwörung anführte, war er eingenommen.
David
II. unterdrückte diese Verschwörung mit der Unterstützung
des niederen Adels und regierte anschließend mit fester Hand.
Trotz der augenscheinlichen Schuldenlast wurde tatsächlich
nur vergleichsweise wenig an England bezahlt. Der schottische Exporthandel
blühte, und die Einnahmen aus dem Zoll waren gesichert. Die politische
Lage Schottlands erforderte ständige Zusammenkünfte von allgemeinen
Ratsversammlngen und der Parlamente, die nach 12357 die drei Stände,
Klerus, Adel, Bürgertum repräsentierten. Bei seinem Tod hinterließ
David
II. Schottland gut regiert und in geordnetem Zustand. Schließlich
folgte Robert Stewart auf den Thron.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
David II. Bruce folgte
1329 seinem Vater minderjährig in der Regierung und es folgte eine
Zeit jahrzehntelanger Bürger- und Thronkriege, in denen die königliche
Autorität völlig verfiel, zumal David
im Gegensatz zum Vater nur ein schwächlicher Charakter war. Er wurde
1330 englischer Vasall und 1332 entfachte Eduard
Balliol mit englischer Hilfe einen Aufstand gegen ihn und besiegte
ihn bei Dupplin Moor, so dass er vor dem Usurpator nach Frankreich fliehen
mußte. Durch den Sieg bei Halidon Hill (1333) wieder König,
kehrte er 1341 nach Schottland zurück. Bei einem Angriff auf England
wurde er in der Schlacht bei Neville's Cross (1346) besiegt und geriet
verwundet in Gefangenschaft, aus der er erst 1359 entlassen wurde. Dies
wurde im Vertrag von Berwick (Oktober 1357) beschlossen, in dem sich Schottland
zu der für jene geldarmen Zeiten ungeheure Geldbuße von 100.000
Mark Silber verpflichten mußte. In der Zwischenzeit regierte sein
Neffe Robert Stuart das Land, als sei
er der König. Nach seiner Rückkehr zettelte der nach der Krone
strebende Neffe eine Verschwörung des hohen Adels an, die
David mit Hilfe des niederen Adels mühelos niederschlug.
Da er dem Verwandten wegen seiner Verdienste nicht mit dem Leben büßen
ließ, konnte er dem kinderlosen David 1370
im wohlgeordneten Schottland als König folgen.
17.2.1328
1. oo Johanna von England, Tochter des Königs
Eduard II.
7.1321-14.8.1362
20.2.1363
2. oo Margarete Drummond, Tochter des Sir Malcolm
II.
- 1370
- nach 1375
Literatur:
-----------
Schreiber Hermann: Die Stuarts.
Genie und Unstern einer königlichen Familie. Bechtermünz Verlag
GmbH Eltville am Rhein 1995 Seite 61 -