Pedro I. der Grausame                           König von Portugal (1357-1367)
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19.4.1320-18.1.1367
Coimbra   Estremos

Begraben: Alcobaca
 

Einziger Sohn des Königs Alfons IV. der Kühne von Portugal und der Beatrix von Kastilien, Tochter von König Sancho IV.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1930
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Peter I., König von Portugal
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* 8. April 1320, + 18. Januar 1367

Begraben: Alcobaca

Sohn König Alfons‘ IV. von Portugal

Seine 1336 mit Konstanze Manuel vereinbarte Ehe wurde wegen der ablehnenden Haltung Alfons‘ XI. von Leon und Kastilien erst 1340 in Lissabon geschlossen. Zu Konstanzes Begleitung gehörte ihre Cousine Ines Pires de Castro, die nach dem Tod Konstanzes (1348/49) Peters I. Geliebte wurde, ihm zwischen 1349 und 1354 vier Kinder gebar und vermutlich mit Alfons‘ IV. Einwilligung, ermordet wurde (7. Januar 1355). Den von Peter I. entfesselten Familien- und Bürgerkrieg beendete der Vater mit der Einsetzung Peters I. als Mitregenten (5. August 1355). Als Peter I. nach dem Tode des Vaters König wurde, brach er mit dessen Politik und Stil: Er reiste Recht sprechend durchs Land, begünstigte den Adel und schloß mit Peter I. von Kastilien ein Bündnis gegen Aragon, das durch die geplante Verheiratung seines Sohnes Ferdinand und seiner zwei mit Ines gezeugten Söhne Johann und Dinis mit drei unehelichen Töchtern Peters besieglt werden sollte. Peter lieferte die am Mord an Ines beteiligten Flüchtlinge aus, die Peter I. nach einem Prozeß hinrichten ließ. Im Juni 1360 beeidete er öffentlich, Ines 1353 heimlich geehelicht zu haben; ihr Leichnam wurde nach Alcobaca überführt, und seine beiden Ines-Söhne wurden mit Bestätigung ihrer Thronfolgerechte und Ausstattung mit riesigem Grundbesitz für legitim erklärt (1361). Als den kastilischen König Peter das Kriegsglück verließ, ließ Peter I. ihn fallen und verbündete sich 1366 mit Heinrich II. Trastamara. Er ersparte so dem 1361-1366 von Pest und Hunger gebeutelten Land militärische Abenteuer und widmete sich vor allem der Gesetzgebung undd er Rechtsprechung. Sein als 'beneplacito regio' bekanntes Gesetz von 1356, das die Verbreitung päpstlicher Schreiben in Portugal nur mit königlicher Genehmigung gestattete, gehörte zur politischen Auseinandersetzung mit dem Klerus, war aber zunächst Ausdruck seines richterlichen Willens, den mit gefälschten oder falsch interpretierten Kuriendokumenten Bedrängten beizustehen. Seine wiederholten Exzesse, vor allem in Sitte und Moral berührenden Prozessen, und sein sonst auffälliges Ringen um rechtmäßige Urteile brachten ihm widersprüchliche Beinamen ein: o Cruel ('der Grausame') und o Justiciero (' der Unerbittlich-Unbestechlichee').
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Seine Weigerung, Blanka von Kastilien zu heiraten, zerbrach das portugiesisch-kastilische Bündnis. Pedro ließ sich nach 1350 in die kastilischen Thronkriege hineinziehen, da ihm Hoffnungen auf die Krone gemacht wurden. Das Bekanntwerden seiner dritten Ehe und die Bevorzugung der Familie seiner dritten Frau führte 1354 zum offenen Konflikt mit dem Vater. Er plünderte N-Portugal, die Mutter konnte 1355 oberflächlich vermittelten und Pedro durfte in der Folgezeit überall dort, wo er sich aufhielt, königliche Rechte für sich beanspruchen. 1357 König geworden, lieferte ihm Peter von Kastilien die Mörder seiner dritten Frau aus und Pedro nahm grausam Rache an ihnen. Er brach aber bald mit Peter, weigerte sich, ihm 1366 Asyl zu geben und dessen Tochter für den Sohn zu akzeptieren und unterstützte Peters Halbbruder Heinrich von Trastamara. In seiner Trauer wurde er zum pathologischen Fall. Er ließ Ines exhumieren, als Königin kleiden und ihr in Coimbra huldigen. Mit Strenge gegen Adel und Kirche festigte er die königliche Gewalt, hortete einen riesigen Staatsschatz an, zumal er auf einen glanzvollen Hof verzichtete, und handhabte die Rechtsprechung recht willkürlich, nahm wenig Rücksicht auf bestehende Privilegien und ließ sich bis zuletzt stark von seinen Gefühlen leiten.

Vones Ludwig:
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“Geschichte der Iberischen Halbinsel”

Es kann nicht verwundern, dass Peter I. (1357-1367), der sich den Beinamen o Justiceiro verdiente, in seiner kurzen Regierung alles daransetzte, die Rechtspflege auf einen besonders hohen Stand zu bringen, und dass ein Kernpunkt seines Vorgehens die rechtliche Rehabilitierung der Ines de Castro war. Seine Behauptung im Rahmen dieses Verfahrens, er sei heimlich mit ihr verheiratet gewesen, gewinnt nur dann Sinn, wenn sie der nachträglichen Legitimierung seiner Nachkommenschaft aus dieser Verbindung diente.
In der Außenpolitik gelang es Peter I., sich aus den in Kastilien entbrannten Kämpfen herauszuhalten, während er innenpolitisch, wie sich schon in der Behandlung der Gerichtsebene andeutete, die Zentralisierungstendenzen seiner Vorgänger fortführte. Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht seine Anordnung, die Verbreitung päpstlicher Schreiben in Portugal ohne ausdrückliche beneplacito regio zu untersagen. Durch die nicht zu umgehende Einschaltung des Königtums in den Kontakt zwischen Kurie und Landeskirche wurde nun eindeutig die Überordnung der staatlichen Autorität über die kirchliche Verwaltung festgelegt und gleichzeitig eine Eingriffsmöglichkeit geschaffen, um die Vergabe von finanziell lukrativen Pfründen und Ämtern sowie die Abwicklung der Steuererhebung unter Kontrolle zu bringen.
 
 
 
 

    1325
  1. oo Blanka von Kastilien, Tochter des Infanten Peter
  - 1331        -   1375          Cousine

        Sie war krank und unfruchtbar und starb als Äbtissin von Las Huelgas.

  24.8.1339
  2. oo 2. Konstanze von Kastilien-Pennafiel, Tochter des Infanten Johann Manuel II.
           nach 1315-13.11.1345
                          Santarem

   1.1.1346(heimlich)
  3. oo Ines de Castro, illegitime Tochter des Grafen Peter Fernandez de Lemos
        1327-7.1.1355 ermordet

        Sie war bezaubernd schön und wurde vom Schwiegervater ermordet.
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Ludwig
          -   1340

  Marie Senora de Aveiro
  6.4.1342-   1356

  Sie starb als Nonne.

3.2.1354
  oo Ferdinand Graf von Aragon-Tortosa
      11.12.1329-10.7.1363

   Ferdinand I. der Höfliche
   31.10.1345-22.10.1383

3. Ehe

  Johann Senor de Porto, Moz, Cea und Montelonso
  1349-   1397

  Diniz (II.)
  1354-   1397

  Beatrix
  1347-   1381

 1373
  oo Sancho Graf von Kastilien-Albuquerque
              -   1374

Illegitim  von Therese Laurens

  Johann I. der Unechte
  11.4.1357-14.8.1433
 
 
 

Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 181,183 -