Begraben: Alcobaca
Einziger Sohn des Königs
Alfons IV. der Kühne von Portugal und der Beatrix
von Kastilien, Tochter von König
Sancho IV.
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1930
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Peter I., König von Portugal
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* 8. April 1320, + 18. Januar 1367
Begraben: Alcobaca
Sohn König Alfons‘ IV. von Portugal
Seine 1336 mit Konstanze Manuel
vereinbarte
Ehe wurde wegen der ablehnenden Haltung Alfons‘
XI. von Leon und Kastilien erst 1340 in Lissabon geschlossen.
Zu Konstanzes Begleitung gehörte
ihre Cousine Ines Pires de Castro, die nach dem Tod Konstanzes
(1348/49)
Peters I. Geliebte wurde, ihm zwischen
1349 und 1354 vier Kinder gebar und vermutlich mit
Alfons‘
IV. Einwilligung, ermordet wurde (7. Januar 1355). Den von Peter
I. entfesselten Familien- und Bürgerkrieg beendete der
Vater mit der Einsetzung Peters I. als
Mitregenten (5. August 1355). Als Peter I.
nach dem Tode des Vaters König wurde, brach er mit dessen Politik
und Stil: Er reiste Recht sprechend durchs Land, begünstigte den Adel
und schloß mit Peter I. von Kastilien
ein Bündnis gegen Aragon, das durch die geplante Verheiratung seines
Sohnes Ferdinand und seiner zwei mit
Ines
gezeugten Söhne Johann und Dinis
mit drei unehelichen Töchtern Peters besieglt werden sollte. Peter
lieferte die am Mord an Ines beteiligten Flüchtlinge
aus, die Peter I. nach einem Prozeß
hinrichten ließ. Im Juni 1360 beeidete er öffentlich, Ines 1353
heimlich geehelicht zu haben; ihr Leichnam wurde nach Alcobaca überführt,
und seine beiden Ines-Söhne wurden mit Bestätigung ihrer
Thronfolgerechte und Ausstattung mit riesigem Grundbesitz für legitim
erklärt (1361). Als den kastilischen König
Peter das Kriegsglück verließ, ließ
Peter
I. ihn fallen und verbündete sich 1366 mit Heinrich
II. Trastamara. Er ersparte so dem 1361-1366 von Pest und Hunger
gebeutelten Land militärische Abenteuer und widmete sich vor allem
der Gesetzgebung undd er Rechtsprechung. Sein als 'beneplacito regio'
bekanntes Gesetz von 1356, das die Verbreitung päpstlicher Schreiben
in Portugal nur mit königlicher Genehmigung gestattete, gehörte
zur politischen Auseinandersetzung mit dem Klerus, war aber zunächst
Ausdruck seines richterlichen Willens, den mit gefälschten oder falsch
interpretierten Kuriendokumenten Bedrängten beizustehen. Seine wiederholten
Exzesse, vor allem in Sitte und Moral berührenden Prozessen, und sein
sonst auffälliges Ringen um rechtmäßige Urteile brachten
ihm widersprüchliche Beinamen ein: o Cruel ('der Grausame')
und o Justiciero (' der Unerbittlich-Unbestechlichee').
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Seine Weigerung, Blanka von
Kastilien zu heiraten, zerbrach das portugiesisch-kastilische
Bündnis. Pedro ließ sich
nach 1350 in die kastilischen Thronkriege hineinziehen, da ihm Hoffnungen
auf die Krone gemacht wurden. Das Bekanntwerden seiner dritten Ehe und
die Bevorzugung der Familie seiner dritten Frau führte 1354 zum offenen
Konflikt mit dem Vater. Er plünderte N-Portugal, die Mutter konnte
1355 oberflächlich vermittelten und Pedro
durfte in der Folgezeit überall dort, wo er sich aufhielt, königliche
Rechte für sich beanspruchen. 1357 König geworden, lieferte ihm
Peter
von Kastilien die Mörder seiner dritten Frau aus und Pedro
nahm grausam Rache an ihnen. Er brach aber bald mit Peter,
weigerte sich, ihm 1366 Asyl zu geben und dessen Tochter für den Sohn
zu akzeptieren und unterstützte Peters Halbbruder
Heinrich
von Trastamara. In seiner Trauer wurde er zum pathologischen
Fall. Er ließ Ines exhumieren, als Königin kleiden und
ihr in Coimbra huldigen. Mit Strenge gegen Adel und Kirche festigte er
die königliche Gewalt, hortete einen riesigen Staatsschatz an, zumal
er auf einen glanzvollen Hof verzichtete, und handhabte die Rechtsprechung
recht willkürlich, nahm wenig Rücksicht auf bestehende Privilegien
und ließ sich bis zuletzt stark von seinen Gefühlen leiten.
Vones Ludwig:
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“Geschichte der Iberischen Halbinsel”
Es kann nicht verwundern, dass Peter
I. (1357-1367), der sich den Beinamen o Justiceiro verdiente,
in seiner kurzen Regierung alles daransetzte, die Rechtspflege auf einen
besonders hohen Stand zu bringen, und dass ein Kernpunkt seines Vorgehens
die rechtliche Rehabilitierung der Ines de Castro war. Seine Behauptung
im Rahmen dieses Verfahrens, er sei heimlich mit ihr verheiratet gewesen,
gewinnt nur dann Sinn, wenn sie der nachträglichen Legitimierung seiner
Nachkommenschaft aus dieser Verbindung diente.
In der Außenpolitik gelang es
Peter I., sich aus den in Kastilien entbrannten Kämpfen
herauszuhalten, während er innenpolitisch, wie sich schon in der Behandlung
der Gerichtsebene andeutete, die Zentralisierungstendenzen seiner Vorgänger
fortführte. Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht seine Anordnung,
die Verbreitung päpstlicher Schreiben in Portugal ohne ausdrückliche
beneplacito regio zu untersagen. Durch die nicht zu umgehende Einschaltung
des Königtums in den Kontakt zwischen Kurie und Landeskirche wurde
nun eindeutig die Überordnung der staatlichen Autorität über
die kirchliche Verwaltung festgelegt und gleichzeitig eine Eingriffsmöglichkeit
geschaffen, um die Vergabe von finanziell lukrativen Pfründen und
Ämtern
sowie die Abwicklung der Steuererhebung unter Kontrolle zu bringen.
1325
1. oo Blanka von Kastilien, Tochter des Infanten
Peter
- 1331
- 1375
Cousine
Sie war krank und unfruchtbar und starb als Äbtissin von Las Huelgas.
24.8.1339
2. oo 2. Konstanze von Kastilien-Pennafiel, Tochter
des Infanten Johann Manuel II.
nach 1315-13.11.1345
Santarem
1.1.1346(heimlich)
3. oo Ines de Castro, illegitime Tochter des Grafen
Peter Fernandez de Lemos
1327-7.1.1355
ermordet
Sie war bezaubernd
schön und wurde vom Schwiegervater ermordet.
Kinder:
2. Ehe
Ludwig
- 1340
Marie Senora de Aveiro
6.4.1342- 1356
Sie starb als Nonne.
3.2.1354
oo Ferdinand Graf von Aragon-Tortosa
11.12.1329-10.7.1363
Ferdinand I. der Höfliche
31.10.1345-22.10.1383
3. Ehe
Johann Senor de Porto, Moz, Cea und Montelonso
1349- 1397
Diniz (II.)
1354- 1397
Beatrix
1347- 1381
1373
oo Sancho Graf von Kastilien-Albuquerque
- 1374
Illegitim von Therese Laurens
Johann I. der Unechte
11.4.1357-14.8.1433
Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel
im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1993 181,183 -