Alfons II. der Dicke                                König von Portugal (1211-1223)
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23.4.1185-25.3.1223
 

Begraben: Alcobaca
 

Ältester Sohn des Königs Sancho I. der Volksfreund von Portugal und der Dulcia von Aragon-Barcelona, Tochter von Graf Raimund Berengar IV.
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 404
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Alfons II. der Dicke, König von Portugal 1211-1223
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* 1185, + 1223

Begraben: Alcobaca

Erstgeborener Sohn von König Sancho I. und Dulce von Barcelona, begann seine Regierung mit den Cortes von Coimbra (1211), in denen fortschrittliche Ideen über Staat und Herrschaft festgelegt wurden. Instrumente seiner Machtausübung waren die Confirmacoes bei der öffentlichen Verwaltung und die Inquiracoes, die auf eine Abschaffung der Mißbräuche in Adel und Kirche abzielten. Seine in einem Testament niedergelegten politischen Ideen und die Regierungsaufgaben hielten ihn vom Krieg fern, wenn er auch Truppen nach Las Navas de Tolosa gegen die ALMOHADEN entsandte (1212) und seine Ritter den Ort Alcacer do Sal und einige Festungen wie Monforte eroberten. So konnte er dem Nachfolger ein vergrößertes Königreich und vor allem geordnete Verhältnisse hinterlassen.
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Alfons II. der Dicke war als Kind schwächlich, wurde sehr lebhaft und unbeherrscht, als Folge hemmungsloser Prasserei sehr dick und fast bewegungsunfähig. Er entzog den Schwestern die vom Vater überlassenen Dotationen, es sei unveräußerliches Krongut, die Schwestern wandten sich an den Papst und an Kastilien, das ihn besiegte. Er mußte deshalb nachgeben, bewahrte aber den Gedanken der Reichseinheit, wurde auch gebannt, löste sich daraus und wurde 1218 erneut gebannt, da er die Kirche zu besteuern versuchte unter dem Vorwand, er führe Kreuzzüge durch, wofür er den Kreuzzugspfennig verlangen könnte. Er kämpfte erfolgreich gegen die Könige von Badajoz und von Jaen, verjagte zeitweise den Erzbischof von Braga, wollte die Gesetze zugunsten des Volkes verbessern, die Lasten gleichmäßiger verteilen, weshalb er beim einfachen Volk sehr beliebt war und bei Adel und Kirche verhaßt war. Er verbesserte die Verwaltung und Rechtspflege, behauptete seine Eroberungen und konnte die Algarve nicht dazu erobern.

Verwandtschaft zu Urraca
 

                                                  Alfons VI. König von Kastilien-Leon
 

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                 Teresa Königin von Portugal    Raimund Berengar III.Graf von Barcelona   Urraca Königin von Kastilien
 

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                Alfons I. König von Portugal    Raimund Berengar IV.  Berengaria oo  Alfons VII. König von Kastilien
                1110-6.11.1185                                                                1108- 1149        1105-21.8.1157
 
 

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         Sancho I. König von Portugal  oo  Dulcia von Barcelona                             Sancho III. König von Kastilien
          11.11.1154-27.3.1211                      1159-1.11.1198                                        1135-31.8.1158
 
 

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           Alfons II. der Dicke                                                                                   Alfons VIII. König von Kastilien
            23.4.1185-25.3.1223                                                                                 11.11.1155-6.10.1214
 

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                    ------------------------------------------------------------- oo -------------------------- Urraca von Kastilien
                                                                                                                                   1187-3.11.1220

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 1206
  oo Urraca von Kastilien-Leon, Tochter des Königs Alfons VIII.
       1187-3.11.1220               Cousine
 
 
 
 

5 Kinder:

  Sancho II. der Mönch
  8.11.1207-3.1.1248

  Alfons III. der Restaurator
  5.5.1210-16.2.1279

  Eleonore
  1211-13.5.1231

24.6.1229
   oo Waldemar (III.) Prinz von Dänemark
        1209-28.11.1231

  Ferdinand Senor de Lamego
  1217-19.1.1246

  oo Sancha de Lara, Tochter des Grafen Fernando Nunez
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Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 104,122,128 -
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Vones Ludwig:
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“Geschichte der Iberischen Halbinsel”

Diese sollten unter Regierung Alfons' II., der nicht zu Unrecht den Beinamen Rei Legislador erhielt, an die Oberfläche treten. In Abstimmung mit einer 1211 einberufenen Hofversammlung (curia) übte der König eine allgemeine gesetzgeberische Tätgkeit aus, deren Ergebnis, läßt man einige frühere rudimentäre Ansätze beiseite, das erste zusammenhängende Gesetzeswerk der portugiesischen Geschichte war und das Recht  sowie die allgemeine Rechtswahrung auf die monarchische Spitze bezog. Dieser Haltung entsprechend duldete Alfons II. keine Minderung der Königsgewalt und ließ in der Folge durch genaue Nachforschungen wie auch Bestätigungen der festgestellten Tatsachen den Bestand des Krongutes sichern. In gleicher Weise diente das Verhalten des Königs gegenüber den Forderungen der Infantinnen dazu, die Entstehung eines zusammenhängenden, weitgehend autonomen Herrschaftskomplexes innerhalb des Reiches zu verhindern. Zudem zielte dieses Vorgehen nicht nur darauf, die Möglichkeiten des Adels zum Herrschaftsausbau zu begrenzen, sondern war auch ausdrücklich gegen weitere Besitzanhäufungen in der Hand der Klöster oder religiösen Orden gerichtet.
Aus einer solchen Position der Stärke heraus wurde die Reconquista erneut in Angriff genommen, wobei man sich auf dieselben Methoden wie zuvor verlegte. Wieder wurde ein Teil einer Flotte mit deutschen und flämischen Kreuzfahrern, die sich auf dem Weg nach Palästina befanden, umgeleitet und 1217 im Verein mit Templern, Johannitern und Santiagorittern bei der Rückeroberung des 1191 verlorenen Alcacer do Sal eingesetzt. Überhaupt gab man den Ritterorden und landfremden Kreuzfahrern bei erfolgversprechenden Feldzügen den Vorzug, da auf diese Weise dem einheimischenh Adel keine Gelegenheit zur Bildung neuer Herrschaften eingeräumt wurde. In Portugal, wo der Orden von Santiago schließlich bei der Verteilung von Machtpositionen eine solch führende Stelle einnehmen sollte, dass er gegen Ende des Jahrhunderts vom leonesischen Hauptzweig getrennt werden mußte, kann also eine ähnliche Entwicklung beobachtet werden wie in den anderen spanischen Reichen.
Es ist verständlich, dass die Durchsetzung einer solchen Reichspolitik zwangsläufig eine entschlossen Adelsopposition herrufen mußte. Da der Adel seinen Rückhalt in der ebenfalls betroffenen Kirche suchte und fand, war zur Überwindung der Widerstände eine starke Herrscherpersönlichkeit erforderlich.