3. Sohn des Königs Karl
II. der Lahme von Neapel und der Maria
von Ungarn, Erb-Tochter von König
Stephan V.
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 888
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Robert von Anjou, König von Sizilien (Neapel)
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* 1278, + 20. Januar 1343
3. Sohn Karls II. und der Maria von Ungarn
Begraben: S. Chiara Neapel
1. oo Violante (Yolande) von Aragon (+ 1303)
2. oo Sancha von Mallorca
Im Oktober 1288 wurde Robert
von Anjou gemeinsam mit seinen Brüdern Ludwig
und Raimund Berengar als Geisel für
die Freilassung seines Vaters, der bei der Niederlage der angevinischen
Flotte im Golf von Neapel (1284) in Gefangenschaft geraten war, zu König
Jakob II. von Aragon gesandt. Ende 1295 freigelassen und vom
Vater zum Vikar ernannt, erhielt er am 24. Februar 1297 den Titel
eines Herzogs von Kalabrien und wurde damit zum Nachfolger designiert
(da der älteste Sohn des Königs, Karl
Martell, gestorben und der zweite Sohn Ludwig
in den Franziskanerorden eingetreten war). Um zwischen den ANJOU
und
Aragon den Frieden wiederherzustellen, förderte Bonifatius VIII.
Roberts Ehe Violante (Yolande) von
Aragon, der Schwester Jakobs II.
Dieser hatte jedoch inzwischen die Kontrolle über Sizilien verloren,
wo sich unter der Führung seines Bruders Friedrich
(des späteren Friedrich III. von Trinacria)
eine selbständige Regierung gebildet hatte. Dies führte 1299
zur Wiederaufnahme des Krieges, an dem Robert
von Anjou persönlich als Kommandant des Heeres teilnahm.
Nach Anfangserfolgen wurde das Unternehmen abgebrochen. Am 5. Mai 1309
starb Karl II. und Robert
von Anjou wurde zum König von Sizilien gekrönt.
Die politische Lage in Mittelitalien war inzwischen immer
komplizierter geworden, so daß Robert von
Anjou als natürlicher Führer der Guelfen und als Signore
von Florenz sich vor schwierige Entscheidungen gestellt sah. Besonders
heikel wurde seine Position nach dem Italienzug Kaiser
HEINRICHS VII.; auch nach dessen Tod (24. August 1313) besserte
sich Roberts Lage nicht, da die toskanischen
Guelfen 1315 bei Montecatini geschlagen wurden und der Bruder des Königs,
Petrus
von Eboli, und sein Neffe Karl von
Achaia in der Schlacht fielen. Dank der Unterstützung Papst
Johannes' XXII. gewann Robert von Anjou
in Mitel- und N-Italien sein Ansehen zurück und erhielt 1318 auch
die Signorie von Genua.
Der Italienzug LUDWIGS DES BAYERN
(1327) brachte erneut kritische Momente für
Robert von Anjou. Aus Furcht vor einer Invasion des Kaisers
in das Königreich rief Robert von Anjouseinen
Sohn Karl, Herzog von Kalabrien, aus
Florenz zurück, der 1325 zum Signore ernannt worden war, um die Stadt
vor LUDWIG DEM BAYERN und dessen ghibellinischen
Verbündeten zu schützen. Am 9. November 1328 starb Karl
jedoch.
Von da an rieb sich der König bis zu seinem Tode im vergeblichen Versuch
auf, Sizilien zurückzuerobern und das Problem der Nachfolge
zu lösen, da er keine anderen direkten Erben hatte (seine Ehe mit
Sancha
war kinderlos). Seine Wahl fiel schließlich auf seine Enkelin Johanna,
die Tochter seines verstorbenen Sohnes Karl,
die er mit Andreas von Ungarn verheiratete,
dem Sohn seines Neffen Karl Robert (Caroberto),
König von Ungarn, eine Wahl, die für das Königreich
katastrophale Folgen haben sollte.
Trotz der vielen Fehlschläge seiner Politik genoß
Robert
von Anjou unter den Zeitgenossen großen Ruhm, nicht zuletzt
wegen seiner guten literarischen Bildung (Beiname "der Weise") und
seiner Förderung von Dichtern, Literaten und Künstern, unter
ihnen auch Francesco Petrarca, der die Inschrift für Roberts
Grabmal
verfaßte. Mit den rigoristischen Strömungen des Franziskanerordens
sympathisierend, schreib Robert von Anjou
eine schmale Schrift über die Armut Christi und der Apostel. Er glänzte
auch gerne bei den verschiedensten Gelegenheiten als Redner.
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Robert der Weise
weilte von 1288 bis 1296 wie sein Bruder Ludwig
als Geisel in Aragon und ließ sich am 5.8.1309 trotz des Einspruchs
seiner älteren Brüder in Avignon zum König krönen.
Er war General-Kapitän der Toskana und im Kirchenstaat und
unbestrittener Führer der Guelfen. Er erlitt 1315 durch den Bruder
Peter
einen großen Rückschlag. Er ging eng mit Frankreich und der
Kurie zusammen, wurde päpstlicher Vikar der Romagna und
Signore
vieler Guelfenstädte, auch von Genua und Florenz. Er stand entschieden
gegen die Kaiserpläne
LUDWIGS IV. DES BAYERN,
wurde geächtet, was wirkungslos blieb und verjagte 1331/33 die LUXEMBURGER
und das Haus GÖRZ nach der Schlacht bei Ferrara. Er versuchte in 12
großangelegten Feldzügen vergeblich, Sizilien vom Schwager Friedrich
zurückzuerobern
und erschöpfte die Finanzen völlig. Er stritt jahrelang mit der
ungarischen
Vetternlinie, erkannte 1333 seinen Großneffen
Andreas
als
Thronerben an und schaltete die Neffen in Gravina und Tarent
von
Nachfolge und Regentschaft aus, was deren Feindschaft zur Enkelin
Johanna
I. begründete. Er war hochgebildet, politisch klug und
verschlagen, sehr freigebig, mit gewinnender Ausstrahlung, entschiedener
Förderer der Künste und Wissenschaften und Wegbereiter von Humanismus
und Renaissance. Gegen Ende seiner Regierung verfiel sein Einfluß
in Ober- und Mittelitalien und die allgemeine Unruhe steckte auch seine
Länder an, um so mehr, als 1328 sein einziger Sohn gestorben war.
1297
1. oo Jolanthe von Aragon, Tochter des Königs
Peter III.
- 1302
1305
2. oo Sancha von Mallorca, Tochter des Königs
Jakob I.
x
-28.7.1345
Kinder:
1. Ehe
Karl Herzog von Kalabrien
1298-10.11.1328
Ludwig
1301-12.8.1310
Illegitim
Maria d' Aquino
-
1345
Sie war an der Ermordung von König Andreas beteiligt und wurde hingerichtet.
oo Andreas Thopia Fürst von Albanien
-
Er entführte seine Frau und wurde von König
Robert hingerichtet.
Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher
auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 59,69,75,91,
117,120,123,128,148,154,164,197,202,214 - Cleugh James: Die Medici.
Macht und Glanz einer europäischen Familie. Bechtermünz Verlag
1996 Seite 23 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH
Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 208 - Hoensch, Jörg K.:
Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer
Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 34, 37,43,45-49,51,53,68,71,79,83,86,141
- Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach
Bechtle Verlag Esslingen München 1989 Seite Seite 134,142,179,182,186,194,218,237,240,250,271,323
- Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung König
Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft
Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen
Verlag 1999 Seite 9-557 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters
in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 312,332,334-338,340-342,349
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