Andreas von Ungarn                               König von Neapel
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30.11.1327-19.9.1345 erdrosselt
                 Aversa
 

Jüngerer Sohn des Königs Karl II. Robert von Ungarn aus seiner 3. Ehe mit der Elisabeth von Polen, Tochter von König Wladislaw I. Lokietek
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 601
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Andreas von Ungarn
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* 30. November 1327, + 1345

Sohn des Königs Karl Robert von Anjou, und der Königin Elisabeth Lokietek, Tochter des Königs von Polen; Bruder des Königs Ludwig I. von Ungarn-Polen

Andreas wurde am 31. März 1342 mit Johanna I., Königin von Neapel, mit der er verwandt war [Persönlicher Einwurf: Andreas und Johanna I. waren im 6. Grad miteinander verwandt, da beide Urenkel Karls II. von Anjou waren. Zusätzlich stammten sie aber auch noch im 8. Grad von Karl I. von Anjou ab.], verheiratet. Der Ehe entstammte der einzige Sohn Johannas, Karl Martell, der jedoch als Kind starb. Vom Papst erhielt Andreas 1344 den Königstitel, wurde jedoch nie gekrönt, da sich seine Gemahlin und der Hof trotz einer bedeutenden Schenkung von 80.000 Goldflorin, die Ludwig der Große von Ungarn dem Königreich machte, der Krönung widersetzten. Er starb als Opfer einer Palastverschwörung, sein Tod wurde als Jagdunfall ausgegeben. Ludwig der Große führte mehrere Feldzüge gegen das Königreich Neapel, um die Ermordung des Bruders zu rächen und forderte vergebens vom Papst die Bestrafung Johannas.
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Andreas war ungehobelter, unbeholfener und häßlicher Tölpel und wurde vom Papst nicht zum König von Neapel gekrönt.

Veldtrup Dieter: Seite 227
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik"

Wie unbegründet diese Hoffnung jedoch war, mußte KARL IV. drei Jahre später erfahren, als die Ermordung von Ludwigs Bruder Andreas in Aversa eine tiefgreifende Änderung der politischen Lage nach sich zog. König Robert von Sizilien hatte entgegen den mit den Ungarn abgesprochenen Regelungen unmittelbar vor seinem Tod im Januar 1343 testamentarisch bestimmt, dass sein Schwiegerenkel Andreas nicht König von Sizilien werden, sondern lediglich den Titel des Gemahls von Königin Johanna erhalten solle. Das blieb weit hinter den Erwartungen der Ungarn zurück, die nun auf den Papst dahingehend einzuwirken begannen, er solle als oberster Lehnsherr Siziliens das Testament Roberts für ungültig erklären und Andreas zum König erheben. Markgraf Karl setzte sich in diesem Sinne bei Clemens für Andreas ein; jedoch taktierte der Papst in dieser Angelegenheit so zögernd und unentschlossen, dass man in der Weltöffentlichkeit sein Verhalten als ursächlich für die Ermordung von Andreas ansah, der im September 1345, kurz vor dem Eintreffen der nun endlich ausgestellten Krönungsbulle, auf Betreiben seiner inzwischen vollkommen mit ihm zerfallenen Frau umgebracht wurde.
 
 
 
 

31.3.1342
   oo Johanna I. Königin von Neapel
       1326-22.5.1382
 
 
 

Kinder:

  Karl Martell
  Dezember 1345-   1348 Pest
 
 
 

Literatur:
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Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen Verlag 1999 Seite 9 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 332,334,336-339,341 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit. Verlag Fahlbusch/ Hölscher/Rieger Warendorf 1988 -