Sancho VII. der Starke                            König von Navarra (1194-1234)
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1154-7.4.1234
 

Begraben: Roncesvalles
 

Ältester Sohn des Königs Sancho VI. der Weise von Navarra und der Sancha von Kastilien, Tochter von König Alfons VII.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1359
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Sancho VII. ‚el Fuerte‘ (‚der Starke‘), König von Navarra 1194-1234
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     + 1234

Begraben: Roncesvalles

Sohn (und Mitregent) von Sancho VI. und Sancha von Kastilien

Wurde nach dem Tode des Vaters vom Adel Navarras als unumstrittener Thronerbe akzeptiert, war aber mit Invasionen der Könige von Aragon und Kastilien (1195-1199) konfrontiert (Fiannzierung der navarresischen Verteidigungsanstrengungen zum Teil durch den Bischof von Pamplona). Alava und Guipuzcoa gingen 1201an Kastilien verloren, so daß Navarra fortan als von der Küste abgedrängter Binnenstaat seinen Seehandel über S. Sebastian (Kastilien) und Bayonne (Aquitanien) abwickeln mußte. Unter Sancho VII. 'el Fuerte' gewann Navarra die Kastellanei St-Jean im nordwestlichen Pyrenäenraum zurück, besaß somit die Kontrolle über den Paß von Roncesvalles und die Gebirgsregionen zwischen Aragon nd Kastilien (von Roncal bis Los Arcos) und beherrschte das Becken von Pamplona und La Ribera. Zu einem Zentralraum Navarras wurde das Ebrotal, mit Tudela als wichtigster Residenz, wohingegen die mit 'Francos' (privilegierten französischen Bürgern) besiedelte alte Hauptstadt Pamplona unter bischöflicher Stadtherrschaft ein autonomes Eigenleben führte.
Sancho VII. 'el Fuerte' war mit den ALMOHADEN gegen seinen Hauptgegner Kastilien verbündet (1199 Reise an den marokkanischen Hof zur Aushandlung einer Allianz). Dies hinderte ihn aber nicht, bei Las Navas de Tolosa (13. Juli 1212) gemeinsam mit Alfons VIII. von Kastilien und Peter II. von Aragon den Bfehl über die christliche Streitmacht zu führen und so zum Helden der Reconquista zu werden (Stiftung erbeuteter Ketten der Kriegszelte des Emirs als Votivgabe an die Kirchen von Roncesvalles, Irache und Tudela). Weitere Kreuzzugsunternehmungen führte Sancho VII. in Portugal (1217) und Valencia (1219) durch.
Von Tudela aus nahm Sancho VII. 'el Fuerte' die administrative und finanzielle Reorganisation seines Königreiches in Angriff. Er schützte umsichtig sein Territorium, indem er Grenzburgen kaufte (Javier und Sadaba in Aragon) und Festungen im Osten (um Morella) erwarb, um dort gegen Aragon gerichtete Vasallitätsbeziehungen aufzubauen. Während Sanchos Regierung traten die großen Adelsfamilien Navarras hervor (Rada, Montagu, Medrano, Aibar, in der nördlichen Kastellanei St-Jean die Gramont und Luxe), die der König durch Lehnseide (Gewährung von Burglehen; 'honores' an sich zu binden verstand.
Da Sancho VII. 'el Fuerte' nur illegitime Söhne hatte, hoffte Jakob I. von Aragon auf das Erbe und kam 1231 nach Tudela, um einen Vertrag auszuhandeln. Doch fiel das Königreich an den Sohn seiner Schwester Blanca von Navarra, Graf Tedbald (Thibaut) IV. von Champagne, der seinen Oheim 1225 in Tudela aufsuchte und nach dessen Tode 1234 als König Thibaut (Theobald) I. von Navarra die Dynastie der BLOIS-CHAMPAGNE begründete.
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Brandenburg Erich: Tafel 16 Seite 33
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIV. 339. Sancho VII., König von Navarra 1194
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                   * ca. 1170, + 1234 7. IV.

Gemahlinnen: a) ca. 1195 Constanze, Tochter des Grafen Raimund VI. von Toulouse, verstoßen ca. 1200
                                             + nach 1260 12. V.

                     b) Sancha (ob eine Schwester des Mohammed el Nasr von Sevilla?)
                                + nach 1211 XII.

                     c) ca. 1228 Clementia
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Sancho VII. der Starke folgte 1194 dem Vater, schloß sich fest an die ALMOHADEN in Cordoba an und wurde gebannt und zeitweise verjagt. 1212 machte er die entscheidende Schlacht bei Navas de Tolosa gegen die ALMOHADEN mit, womit die Reconquista ihre große Wende erlebte, wurde voll restituiert, verlor aber endgültig die baskischen Provinzen Viscaya, Alava und Giupuzcoa, dazu La Rioja an Kastilien-Leon. Er stritt bis zuletzt mit diesem, näherte sich Aragon an und sicherte seinem Neffen Theobald von Champagne die Nachfolge.
 
 
 
 

 1195
  oo Konstanze von Toulouse, Tochter des Grafen Raimund VI.
-1200      - nach 12.5.1260
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 16 Seite 33 - Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 102,119 -