Ältester Sohn des Königs
Garcias V. von Najera und der Stefanie
von Foix, Tochter von Graf Bernhard Roger von Bigorre
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1357
********************
Sancho IV. Garces ‚el de Penalen‘, König von Navarra
(Pamplona) 1054-1076
-------------------------------------------
* 1040, + 4. Juni 1076
Penalen Penalen
Sohn des Königs Garcia III.
Wurde nach dem Schlachtentod des Vaters (1. September
1054) mit 14 Jahren zum König gekrönt. Sancho
IV. regierte in einer Periode heftiger Machtkämpfe zwischen
den christlichen Reichen des nördlichen Spanien, die nach dem Tode
Sanchos
III. ‚el Mayor‘ unter dessen Söhne aufgeteilt worden waren.
Die Situation war andererseits geprägt durch die Zersplitterung des
muslimischen Herrschaftsgebietes in 25 Taifenreiche (Muluk at-tawaif),
die gegen die Zahlung von Tributen (Parias) sich des Schutzes und der Waffenhilfe
der christlichen Königreiche versicherten. So verprach
Sancho IV. Garces 1069 dem Emir von Zaragoza, ihm gegen einen
monatlichen Tribut von 1.000 Goldstücken gegen das feindliche Kastilien
beiszustehen und keine französischen Kreuzfahrer gegen ihn aufzubieten.
Als Gegner des Königs von Kastilien unterstützte
Sancho IV. Garces 'el de Penalen' den
Grafen Gonzalo de Lara. Um 1065/67 wurde um den Besitz der Burg Pazuengos
(bei S. Millan de la Cogolla) von den beiden Alfareces (Bannerträgern)
der rivalisierenden Könige von Navarra und Kastilien ein Zweikampf
ausgetragen: Der siegreiche Alfarez von Kastilien, Rodrigo Diaz de Vivar,
der den Ehrennamen 'el Campeador' erhielt, war niemand anders als der Cid.
Innerhalb der Atmosphäre anarchischer Kämpfe
und adliger Revolten erhoben sich die machthungrigen Brüder und Schwestern
des Königs und ermordeten Sancho IV. Garces
in seiner Lieblingspfalz Penalen. Alfons VI. von
Kastilien nutzte rasch die Wirren in Navarra zur Besetzung der
baskisch-kantabrischen Gebiete, wohingegen der König von Aragon das
gesamte Königreich Pamplona annektierte und zur Grafschaft degradierte,
in deren Burgen er allerdings navarresische Ritter als Kastellane einsetzte.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Sancho V. von Penalen stand
in schroffem Gegensatz zu seinen Brüdern und Vettern, mußte
die baskischen Provinzen aufgeben und wurde durch seinen Vetter Sancho
V. Ramirez gestürzt.
Vones Ludwig:
*************
„Geschichte der Iberischen Halbinsel“
Noch auf dem Schlachtfeld wurde
Sancho IV. Garces el de Penalen (1054-1076) zum Nachfolger seines
Vaters ausgerufen. Der Preis für den Frieden entsprach dem hohen Einsatz:
Sancho
IV. mußte den Suprematieanspruch seines Onkels durch die
Leistung eines Lehnseides anerkennen und konnte nicht verhindernm, daß
in der Folgezeit die wichtigsten kastilischen Gebiete und geistigen Zentren,
darunter das Kloster Ona, an das Königreich Leon-Kastilien zurückfiel.
Seit 1062, als eine Übereinkunft zwischen den beiden Königreichen,
an der der Adel beteiligt war, den veränderten Grenzverlauf sanktionierte
und die Gebiete von Avala und Vizcaya bei Pamplona beließ, konnte
Ferdinand den Titel eines Königs von Gesamt-Kastilien annehmen.
oo N.N.
-
Kinder:
Garcias Titularkönig
- nach
1091
Toledo
Illegitim
Raimund
-
Literatur:
-----------
Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel
im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1993 Seite 66,71,75-77 -