Einzige Tochter des Königs
Heinrich II. d'Albret von Navarra und der Margarete
von Angouleme, Tochter von Graf Karl;
Nichte des Königs Franz I. von Frankreich
Lexikon des Renaissance: Seite 363
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Johanna von Albret
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7.1.1528-9.6.1572
Paris
Tochter Heinrichs II. von Navarra und der Margarete von Navarra
Erbte 1555 zusammen mit ihrem Mann Anton
von Bourbon das Königreich Navarra, das sie nach dem Tode
Antons seit 1562 allein regierte. Johanna
von Albret stützte sich auf die Ständeversammlung
ihres Königreiches und betrieb eine zielbewußte Förderung
hugenottischer Prediger. Die inneren und äußeren Schwieirigkeiten
Frankreichs im Zusammenhang mit den Hugenottenkriegen und äußerer
Druck Spaniens, den Frankreich als Bedrohung empfand, begünstigten
Johannas Erfolgschancen auf Bewahrung der Sonderstellung ihres
kleinen Landes innerhalb des französischen Königreichs. Auch
ihr diplomatisches Geschick zahlte sich aus, mit dem sie ihren Sohn Heinrich
immer wieder dem Zugriff Karls IX. und
der Katharina von Medici zu entziehen
und Konzessionen an dem von der Regierung verordneten Katholizismus zu
reduzieren wußte. 1568 ging sie angesichts massiver Bedrohung durch
Regierungstruppen offen zur Hugenottenarmee über, flüchtete mit
ihrem Sohn Heinrich von Navarra in
das damals unbesiegbare La Rochelle und betrieb von dort aus bis zum Friedensschluß
vom August 1570 den Krieg gegen die Armeen Karls
IX. und die Rückeroberung ihres Landes. Nur zögernd
ging sie auf die Vorschläge Karls IX.
ein, dessen Schwester Margarete mit
ihrem Sohn Heinrich von Navarra zu
verheiraten.
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Johanna III. d'Albret,
treusorgende Mutter, politisch versiert, mutig, feinsinnig, kraftvoll,
folgte 1555 ihrem Vater in der Regierung und wurde zusammen mit dem Admiral
Gaspard de Coligny Vorkämpferin des französischen Kalvinismus
(Hugenotten), was 1562 zum offenen Religionskrieg führte. Sie erreichte
1568 und 1570 kurzfristige Friedensschlüsse und Religionsgarantien
und wurde wohl anläßlich der Vermählung ihres Sohnes in
Paris vergiftet.
Frauen der Weltgeschichte: Seite 18
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Johanna d'Albret
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7.I.1528-8.VI.1572
Die Bedeutung Johann d'Albrets
liegt in ihrer Persönlichkeit und in den Lebensumständen, unter
denen sie geboren wurde. Als Erb-Tochter des Königs
Heinrich von Navarra, des Schwagers des
französischen Königs Franz I., war sie für die
Herrscher der angrenzenden Fürstentümer eine begehrte Partie.
Als Jeanne d'Albret 20 Jahre alt war,
wurde sie dem Herzog von Bourbon, einer Seitenlinie der französischen
Könige entstammend, vermählt. Ihr Sohn Heinrich
bestieg später als Heinrich IV. den
französischen Thron. - Jeanne
gehörte zu den höchstgebildeten Frauen einer an Bildung reichen
Zeit. Sie zog Gelehrte und Künstler an ihren Hof. Religiösen
Fragen zugetan, trat sie zum Protestantismus über und wurde Beschützerin
und Vorkämpferin der Hugenotten. Die Zeitgenossen rühmten ihre
Intelligenz, ihre geistige Kraft, ihren Geschmack. Sie beherrschte die
Sprache auch des südlichen Frankreichs und verfaßte in dieser
Sprache wie in der des Nordens Gedichte von anerkanntem Rang. Kurz vor
der Bartholomäusnacht, der die Häupter des protestantischen Glaubens
zum Opfer fielen, starb Johanna; das
Gerücht wollte wissen, sie sei von ihrer Feindin Katharina
von Medici, der französischen Königin, ermordet worden.
Es wird überliefert, sie habe den Bräuchen ihrer Heimat auch
nach ihrer glänzenden Heirat angehangen. Die Frauen dieser rauhen
Gebirgsgegend pflegten während ihrer Entbindung zu singen; so habe
auch Jeanne ihren Sohn singend geboren.
Das Gedächtnis dieser Frau, die viele verschiedene Wesenszüge
in sich vereinigte, blieb lange lebendig. Das kleine Land Navarra, wichtig
durch seine Lage zwischen Frankreich und Spanien und von beiden begehrt,
erfuhr durch Jeanne eine Bedeutung,
die es in die Geschichte der modernen Staaten einreihte.
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1541
1. oo Wilhelm der Reiche Herzog von Jülich-Kleve-Berg
- 1546 28.7.1516-5.1.1592
1548
2. oo Anton von Boubon Herzog von Vendome
22.4.1518-17.11.1562
Kinder:
2. Ehe
Heinrich Herzog von Beaumont
21.9.1551-20.8.1553
Heinrich IV. König von Frankreich
14.12.1553-14.5.1610
Ludwig Karl Graf von Marle
19.2.1555- 9./10.1557
Magdalene
11.4.1556-25.4.1556
Katharina
7.2.1559-13.2.1604
30.1.1599
oo Heinrich II. Herzog von Lothringen-Bar
8.11.1563-31.7.1624
Literatur:
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Hartmann P.C.: Französische Könige und
Kaiser der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498-1870. Verlag
C. H. Beck München 1994 Seite 69,92,110,125,143,146,149,162 - Mahoney
Irene: Katharina von Medici. Königin von Frankreich. Eugen Diederichs
Verlag München 1994 Seite 53,103,105,129,131,141,173 - Taillandier
Saint-Rene: Heinrich IV. Der Hugenotte auf Frankreichs Thron. Eugen Diederichs
Verlag München 1995 Seite 7-15,20-29,31-39,43-48,52-64,67-70,74,79-86,96,119,133,146,155,
159,166,241,396,420,465,507 -