Sohn des Senor Ramiro de Monzon und der Christina
de Vivar, Tochter vom "Cid-Campeador"; Urenkel des Königs
Garcias V. von Najera
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1110
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Garcia (Ramirez) IV. ‚el Restaurator‘, König von
Navarra-Pamplona 1134-1150
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+ 21. November 1150
Lorca bei Estella
Als Sohn des Ramiro Sanchez, Herrn von Monzon (zwischen 1104 und 1116), und der Christina, einer Tochter des Cid, stammte über seinen Großvater, den Infanten Sancho, von König Garcia (Ramirez) III. ‚el de Najera‘ ab.
1. oo Margarete von Perche, Nichte König Alfons‘ I. von Aragon und des Grafen Rotrou von Perche, in dessen Namen er seit 1133 Tudela innehatte, nachdem er schob 1125 Monzon zurückerobert und später Logrono (1130) und Calatayud (1133) hinzugewonnen hatte
2. oo Juni 1144 Uracca ‚la Asturiana‘, eine illegitie Tochter König Alfons‘ VII. von Kastilien-Leon
Nach dem Tode Alfons I. von Aragon
(1134), der sein Reich testamentarisch den Ritterorden hinterlassen hatte,
wählte der navarresische Adel – in Ausübung seines Wahlrechts
– Garcia Ramirez IV. als Abkömmling
des alten pamplonesischen Königshauses zum König. In der Übereinkunft
von Vadoluengo (Januar 1135) hatte Ramiro II.
von Aragon zwar die Machtübernahme durch Garcia
Ramirez IV. geduldet und Grenzen abgesteckt, sich jedoch eine
gewisse, allerdings nicht genauer definierte Oberhoheit vorbehalten. Als
Garcia
Ramirez IV. dann kurze Zeit später Lehensmann Alfons‘
VII. von Kastilien-Leon wurde und sich damit ausdrücklich
in die Tradition der aragonesischen Könige stellte, die bis zu Peter
I. ebenfalls Pamplona zu Lehen genommen hatten, wurde die Loslösung
Navarras von Aragon rechtlich abgesichert. Das Papsttum erkannte allerdings
die Königserhebung Garcias nicht
an. Das gute Einvernehmen mit Alfons VII.,
an dessen Kaiserkrönung König Garcia
(Ramirez) IV. 1135 in Leon teilnahm, setzte sich fort und drückte
sich in der stellvertretednen Verwaltung des Reiches von Zaragoza aus,
bis Garcia IV. als einen Opfer des
neuen Einvernehmens zwischen Kastilien-Leon und Aragon-Katalonien im Sommer
1136 Zaragoza entzogen wurde. Im Vertrag von Carrion sollte 1140 dann sogar
eine letztlich nicht verwirklichte Aufteilung des Reiches beschlossen werden.
Die Schaukelpolitik Garcias IV., die
ihn zeitweise an die Seite Portugals führte, hatte vorübergehend
Erfolg (Blanca, Tochter Garcias,
oo Sancho III., den ältesten Sohn
Alfons' VII.; Gracia
selbst oo Urraca) und konnte bis zu
seinem Tod den Bestand des Reiches gewährleisten. An der Reconquista
nahm er an der Seite Alfons' VII. teil
(Baeza und Almer 1147), und gegen Ende seiner Regierung feierte er noch
einen wichtigen diplomatischen Erfolg, als er mit seinem schärfste
Rivalen, Raimund Berengar IV., dem
Grafen von Barcelona und 'princeps'von Aragon, einen Friedensvertrag abschließen
konnte (1. Juli 1149). Selbst als 1151 durch den Vertrag von Tudejen eine
erneute Aufteilung des Königreiches zwischen Kastilien-Leon, Aragon
und dem Reich von Najera, das Sancho III. beherrschte,
erfolgte, erwies sich der Reichsaufbau Garcias
unter seinem Sohn Sancho VI. als dauerhaft.
Eine weitere Tochter aus seiner ersten Ehe heiratete den späteren
König Wilhelm I. von Sizilien,
während die Infantin Sancha als
Tochter aus 2. Ehe den Vizegrafen Gaston V. von Bearn heiratete.
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Garcias VI. der Restaurator
lebte am Hofe Alfons I. von Aragon-Navarra
und machte dessen viele Feldzüge gegen die Mauren mit, auch die Schlacht
bei Fraga, in der Alfons fiel. Dessen
Bruder Ramiro II. der Mönch setzte
das angestammte Haus wieder ein und Garcias wurde
König von Navarra. Er verbündete sich mit Portugal, mußte
aber eine kastilische Hoheit anerkennen, dazu auf alle Ansprüche Navarras
auf die baskischen Provinzen verzichten und nach vielen Auseinandersetzungen
auch auf La Rioja, Calahorra und Najera/Logrono. Er unterstützte nach
1140 Kastilien gegen die Mauren, half 1147 Almerias zu erobern und vereitelte
alle Versuche Kastiliens und Aragons, Navarra aufzuteilen. Sein Reich verlor
aber völlig die ehemals bedeutende Stellung unter den christlichen
Königreichen Spaniens und blieb von jeder weiteren Reconquista ausgeschlossen.
um 1130
1. oo Margarete de l'Aigle, Tochter des Sire Gilbert
und der Julienne de Perche
-25.5.1141
13.6.1144
2. oo Urraca von Kastilien, illegitime Tochter
des Königs Alfons VII.
- 1189
Kinder:
1. Ehe
Blanka
um 1134-24.6.1158
4.2.1151
oo Sancho III. der Ersehnte König von Kastilien
1134-31.8.1158
Margarete
- 1182
1150
oo Wilhelm I. der Böse König von Sizilien
um 1120-14.5.1166
Sancho VI. der Weise
1132-27.6.1194
2. Ehe
Sancha
1145/50- vor 1176
1. oo Gaston V. Vicomte de Bearn
- 1170
1173
2. oo Pedro Vicomte von Narbonne
-18.6.1202
Illegitim
Rodrigo Graf di Monte
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Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel
im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1993 Seite 91,93,110,118,120 -
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Vones Ludwig:
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„Geschichte der Iberischen Halbinsel“
Navarra hatte nach zahlreichen territorialen Einbußen
nun auch noch den Verlust von Avala und Guipuzcoa an Kastilien zu verkraften.
Dabei hatten die navarresischen Könige alle Register ihres politischen
Könnens gezogen, um sich gegen die übermächtigen Nachbarn
zu behaupten. Als der Adel Navarras Garcia Ramirez,
dem Herrn von Monzon, Logrono, Calatayud und Tudela, einem Enkel
des Cid, 1134 die Königswürde angetragen hatte, war dies in Erinnerung
an die Vorgänge von 1076 und in Ausübung des Wahlrechts geschehen.
Obwohl der neue König einem illegitimen Zweig der alten
pamplonesischen Dynastie entsprossen, durch seine Ehe mit Margarete
von Perche mit dem aragonesischen Königshaus verwandt und
in kurzer Zeit mit Ramiro II. zumindest
zu einer vorläufigen Einigung gelangt war, wurde er darüberhinaus
Lehnsmann Alfons' VII. von Kastilien-Leon
und sollte sich damit ausdrücklich in die Rechtstradition der aragonesischen
Könige Sancho Ramirez und Peter
I., die für Pamplona den Lehnseid geleistet hatten. Nach
anfänglichen Erfolgen, die sogar vorübergehend nicht unbedeutende
Territorialerweiterungen mit sich brachten, war Navarra immer wieder zu
einer riskanten Schaukelpolitik gezwungen, die sich danach richtete, welche
Entwicklung das Verhältnis zwischen Kastilien und Aragon gerade nahm.
Entsprechend dieser politischen Ausgangsposition wechselten
Zeiten intensiver Annäherung an Kastilien, die einige bedeutsame Eheschließungen
bewirkten - so zwischen Garcia Ramirez
und Urraca la Asturiana, einer illegitimen
Tochter Alfons' VII. (1144), zwischen
Sancho III. von Kastilien und Garcias
Tochter Blanca von Navarra (1151),
zwischen Sancho VI. el Sabio von Navarra (1150-1194)
und Sancha (1151), einer legitimen
Tochter Alfons' VII. -, ab mit kriegerischen
Auseinandersetzungen, die zum Teil um Mitgift und Morgengabe, zum Teil
um den Besitz der Rioja geführt wurden. Selbst gegenüber Aragon
sollte es Navarra gelingen, zeitweise durch Unterstützung im ALMOHADEN-Kampf
und durch Hilfeleistungen für den verbündeten Ibn Mardanis seine
Stellung zu stärken. In den Jahren 1169-1170 verstand es der navarresische
Adlige Pedro Ruiz de Azarga, vormals Herr von Estella, mit dem Senorio
über Albarracin in der aragonesischen Expansionszone eine Exklave
einzurichten, die erst 1284 der Krone inkorpiert werden konnte. Darüber
hinaus entwickelten die Könige von Navarra ein Geschick, sich unter
Ausnutzung der Spannungen im westlichen Pyrenäenraum politische Vorteile
zu verschaffen. Dies brachte ihnen schließlich durch die Heirat der
Infantin Berenguela mit dem englischen
König Richard Löwenherz (1191), dem als Bündnispartner
die Häfen nicht gleichgültig waren, Zugang zur internationalen
Politik, nachdem bereits eine Generation vorher Margarete
von Navarra dem nachmaligen König
Wilhelm I. von Sizilien zur Frau gegeben worden war (1150) und
zwischen 1166 und 1171 die Regentschaft geführt hatte. Zweifellos
hätte die Anerkennung des navarresischen Königstitels durch das
Papsttum im Jahr 1196 die Weichen für einen weiteren Aufstieg stellen
können, doch wurde dem Reich zum Verhängnis, dass es aufgrund
seiner Lage für Kastilien und Aragon vornehmlich strategische Bedeutung
hatte.
Vor allem Alfons VIII. von Kastilien
betrachtete Navarra in erster Linie als Durchgangsland, um an die Gascogne,
das Dotum seiner Gattin Eleonore, zu
gelangen. Der Ausgleich mit Leon, der Teilungsvertrag mit Aragon von 1198
und die Inkorporation Alavas und Guipuzcoas - die Grafschaft Durango
gehörte schon seit 1195 zu Kastilien - öffnete ihm, der sich
im Oktober 1200 als Herrscher von Kastilien, Alava, Campezo, Maranon, Guizpuzca
und San Sebastian bezeichnete, den Weg nach SW-Frankreich, wo nach dem
Tod von Richard Löwenherz ein
direktes Eingreifen erfolgversprechend sein konnte. Gleichzeitig schuf
er König Sancho VII. el Fuerte von Navarra
(1194-1234) mit Diego Lopez de Haro, dem Herrn von Vizcaya,
dem er die Statthalterschaft in Soria, Najera, Maranon und San Sebastian
anvertraute, eine gefährliche, aber oft selbst für Kastilien
unberechenbare Nachbarschaft. Andererseits bot sich England unter König
Johann Ohneland als natürlicher Bündnispartner an,
ohne jedoch über die erforderlichen Mittel zu verfügen, während
Kastilien auf die Unterstützung durch die KAPETINGER
zählen durfte.
In dieser Situation konnte dem navarresischen König
nur die Durchbrechung der politischen Isolation auf der Iberischen Halbinsel
helfen, was er auch in zähen Bemühen erreichte, sobald die kastilischen
Ambitionen in der Gascogne sich als unerfüllbar erwiesen hatten. Die
Verträge von Guadalajara mit Kastilien (1207) und von Monteagudo mit
Aragon (1209) ließen Sancho VII.
die nötige Bewegungsfreiheit, die er nutzte, um in der Ketzerbewegung
hervorzutreten, zumal die Minderjährigkeit
Jakobs I. die aragonesische Gefahr noch wirksamer bannte. Außer
bei Las Navas de Tolosa ist der König in den folgenden Jahren auf
zahlreichen Kreuzzugsunternehmen anzutreffen, die ihn bis nach Alcacer
do Sal führten (1217) und ihm die Gewogenheit des Papsttums eintrugen.
Über dem bescheidenen Ausbau des verbliebenen Reiches, den Sancho
VII. betrieb, schwebte indes wie eine dunkle Wolke die Kinderlosigkeit
des Königs, dessen einziger lebender männlicher Verwandter schließlich
sein Neffe Theobald, Graf der Champagne,
war. Zwar hatte Theobald schon frühzeitig
Beziehungen geknüpft, um Hilfe bei seiner mutmaßlichen Thronbesteigung
zu erhalten, doch scheint sich Sancho VII. von
einer Einigung mit Aragon bessere Aussichten auf Verteidigung gegenüber
den nicht abreißenden kastilischen Aggressionen, deren Vorreiter
jetzt Graf Lope Diaz als Herr von Vizcaya war, versprochen zu haben. Dementsprechend
schloß er am 2. Februar 1231 zu Tudola eine Übereinkunft mit
Jakob I., durch die sich die beiden Könige gegenseitig
adoptierten und als Erben im Reich des anderen einsetzten. Dieser Plan
gelangte zwar beim Tod Sanchos am 7.
April 1234 nicht zur Ausführung, doch zeigt er die Bedrückung
auf, der der navarresische König, während seiner letzten Jahre
auf der Burg Tudela eingeschlossen, gegen Ende seiner Regierungszeit
ausgesetzt war.
Mit der Thronbesteigung Theobalds
I. (1234-1253), der binnen Jahresfrist durch geschickte Verhandlungen
erreichte, von den umliegenden Königtümern anerkannt zu werden,
wurde der französische Einfluß für das Reich und vor allem
für die Verwaltung prägend, während sich die Herrscher selbst
vornehmlich in Frankreich aufhielten. Trotz des vom unwilligen Adel geforderten
Königseides, der die alten Gewohnheitsrechte Navarras - also die Sicherstellung
der althergebrachten Verfaßtheit, wie sie in diesem Zusammenhang
im Fuero Antigno, Kern des niemals offiziell in Kraft gesetzten Fuero General
de Navarra, unter der Maxime: antea fuerunt leges quam reges niedergelegt
wurden - zu berücksichtigen hatte, führte der Weg vom Königshaus
CHAMPAGNE über Theobald
II. (1253-1270), Heinrich I.
(1270-1274) und die Regierung Johannas I. (1274-1305),
seit 1284 Gemahlin Philipps des Schönen,
hin zur Vereinigung des Königtums mit der französischen Krone,
bevor es 1328 durch Erbgang an das Haus EVREUX
fiel.