Garcias V. von Najera                             König von Navarra (1035-1054)
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nach 1020-1.9.1054 gefallen
                    bei Atapuerca
 

Jüngerer Sohn des Königs Sancho III. der Große von Navarra und der Munia Mayor von Kastilien, Tochter von König Sancho Garcias
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1109
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Garcia (Sanchez) III. ‚el de Najera‘, König von Pamplona-Navarra 1035-1054
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     + 1. September 1054 gefallen
      bei Atapuerca

Erstgeborener legitimer Sohn des Königs Sanches (Garces) III. ‚el Mayor‘ und seiner Gattin Mayor (Munia)

  oo 1038 Estefania aus der Grafenfamilie von FOIX-COUSERANS-BIGORRE

von der er vier Söhne, darunter seinen Nachfolger Sancho IV. ‚el de Penalen‘, und vier Töchter hatte; aus einer zweiten Verbindung stammte ein weiterer, illegitimer Sohn – der Infant Sancho, Großvater des späteren Königs Garcia (Ramirez) ‚el Restaurator‘ – und zwei Töchter.
Bei der Reichsteilung nach dem Tod seines Vaters erhielt er das Königreich Pamplona-Navarra, das nach den erzwungenen Zugeständnissen seines Bruders Ferdinand aus den baskischen Provinzen, den Gebieten von Oca, Bureba und Altkastilien (‚Castella Veta‘) bis Trasmiera bestehen sollte. Seinen jüngeren Bruder Ferdinand, den Grafen von Kastilien, unterstützte er – gegen die erwähnten Gebietsabtretungen – in seiner Auseinandersetzung mit König Vermudo III. von Leon und verhalf ihm so nach der Entscheidungsschlacht vom Tamaron (1037) zum Königtum, während sein Verhältnis zu seinem Halbbruder Ramiro I. von Aragon wegen Gebietsstreitigkeiten getrübt war, was zur Schlacht von Tafalla (1043) mit der Niederlage des aragonesischen Königs führte, ohne daß eine Grenzverschiebung nach Westen zugunsten Aragons (Biel, Luesia, Uncastillo, Sos) hätte verhindert werden können. Bei der Versöhnung der Brüder spielte Abt Odilo von Cluny eine wichtige Rolle, was durch die enge Verbindung des Reiches zur cluniazensischen Reformbewegung zu erklären ist. Unter Garcia (Sanchez) III. ging die navarresische Expansion in Richtung der Rioja. 1045 eroberte er Calahorra, 1052 gründete er das Kloster Santa Maria la Real de Najera und versuchte, durch die Errichtung eines Bistums Calahorra-Najera und die Einsetzung eines Bischofs von Altkastilien die altkastilischen Gebiete auch verwaltungsmäßig und kirchenpolitisch den ursprünglichen Diözesen (Valpuesta, Burgos) und damit den Machteinflüssen Ferdinands I. von Leon zu entziehen. Das Ringen der beiden Brüder um die Suprematie im christlichen Norden endete schließlich mit der Schlacht von Atapuerca, in der Garcia (Sanchez) III. sein Leben verlor.
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Garcias V. von Najera befand sich 1034/35 auf Pilgerreise und mußte sich sein Erbteil Navarra erst in der Schlacht bei Tafalla gegen Ramiro I. von Aragon erkämpfen. Seinem Bruder Ferdinand I. half er 1037 bei der Eroberung von Leon-Asturien, verlor die Hoheit über Barcelona und die baskischen Provinzen und ging 1045 auch in Ribagorza und Sobrarbe leer aus. Er stützte sich auf die maurischen Emire von Tudela und Saragossa und geriet damit in erbitterte Feindschaft zu seinen Brüdern, die seinem Land jede Expansionsmöglichkeit nahmen und ihn 1053 gefangensetzten. Aus der Haft entflohen, fiel er bei Atapuerca unweit von Burgos gegen seinen Bruder Ferdinand I. von Kastilien.
 
 
 
 

 1038
  oo Stefanie von Foix, Tochter Bernhard Rogers von Bigorre
             -   1056
 
 
 
 

10 Kinder:

  Hermesinda
         -

  oo Fortun Sanchez Seigneur de Yarnoz
             -

  Mayor
          -

  oo Guido II. de Beaune Graf de Mascon
             -

  Urraca
        -

  oo Garcias Ordonez de Leon Graf de Najera
              -30.5.1108

  Ferdinand Seigneur de Bucesta
         -

  oo Nuna Iniguez de Haro
              -

  Ramiro Seigneur de Calahorra
         -   1083

  Sancho IV. von Penalen
  1040-4.6.1076

  Raimund Seigneur de Murillo y Cameros
         -

  Er ermordete 1076 den Bruder, wurde verjagt und starb in Saragossa im Exil

Illegitim

  Mencia
         -

  oo Lope Fortun Seigneur de Najera y Callahora
             -   1068

  Sancho Senor de Uncastillo und Sanguesa
         -   1074
 
 
 

Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 66,74 -
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Vones Ludwig:
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„Geschichte der Iberischen Halbinsel“

Angesichts des territorialen Aderlasses, den Ferdinand von Kastilien als Ausgleich für die Hilfeleistung durch seinen älteren Bruder, den navarresischen König Garcia III. Sanchez el de Najera, hatte hinnehmen müssen, aber auch angesichts des in der Nachfolgeregelung Sanchos el Mayor verborgenen Konfliktstoffes kann es kaum Verwunderung erregen, wenn das Verhältnis zwischen den beiden Königreichen in der Folgezeit gespannt blieb. Zwar ging es in den sich anspinnenden Auseinandersetzungen zumeist um Grenzfragen, doch sollte das gesteigerte Selbstbewußtsein Ferdinands, das aus dem Erwerb des Königreiches Leon resultierte und das mit einem Hegemonialanspruch Garcias nur schwer zu vereinbaren war, nicht gering geachtet werden. Zusätzlich traten Schwierigkeiten hinzu, die darin begründet lagen, daß Ferdinand nach geltendem Gewohnheitsrecht verpflichtet war, sein väterliches Erbe ungeschmälert seinem Erstgeborenen weiterzugeben, mit anderen Worten; seine volle Herrschaft über Kastilien wiederherstellen mußte.
Wie sich Garcia der ihm von dieser Seite drohenden Gefahren bewußt war, zeigte sich, als er nach der 1045 erfolgten Eroberung von Calahorra und der Gründung des Klosters Santa Maria la Reale de Najera 1052 daranging, die Bistumsgrenzen den politischen Machtbereichen anzupassen. Dies bedeutete nichts anderes als die Loslösung der ihm zugefallenen Kirchen in Castella Vetula aus der Verfügungsgewalt ihrer ehemaligen Diözesanbischöfe von Burgos-Kastilien und Valpuesta, um sie in ein neu begründetes Bistum Najera-Calahorra zu überführen. Wie der in Burgos sitzende Bischof den Titel eines Bischofs von Kastilien geführt hatte, so nannte sich der Bischof von Najera-Calahorra zeitweilig Bischof von Altkastilien, während er Stuhl von Valpuesta allmählich seinen Wirkungsbereich einbüßte und erlosch. Als das Konfliktpotential trotz dieser Art der Grenzbereinigung nicht geringer wurde, kam es schließlich doch zu kriegerischen Auseinandersetzungen. In der Entscheidungsschlacht von Atapuerca verlor König Garcia am 1. September 1054 sein Leben.