Jüngerer Sohn des Königs
Ordogno II. von Leon-Asturien aus seiner 1. Ehe mit der Elvira
Mendez, Tochter von Graf Hermenegildo Guttieres
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 427
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Ramiro II., König von Leon 931-950/51
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Sohn Ordonos II.
Regierte vermutlich das portugiesische Gebiet 926-930
von Viseu aus. Ramiro II. war als König
von Leon Nachfolger Alfons‘ IV. ‚el Monje‘,
der nach anfänglichem Thronverzicht erneut Ansprüche stellte,
jedoch unterlag. Ramiro II. belagerte
Magerit (Madrid), besiegte 933 in Osma und 939 in Simancas die Truppen
von Abdarrahman III. und führte
die Repoblacion des Tormestales durch. Nach 943 erschütterte die Rebellion
des Grafen von Kastilien, Fernan Gonzales, Ramiros
Herrschaft. Zwischen 944 und 950 nahmen die arabischen Einfälle zu,
aber Ramiro II. errang einen weiteren
Sieg über die Araber in Talavaera.
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Ramiro II. setzte
sich 931 als König von Leon durch, besiegte 933 bei Osma den Kleinkönig
Abu Ahaya von Saragossa, 938 in der Schlacht bei Simancas die Mauren, die
jahrelang geplündert hatten. Er schlug Rebellionen der Vettern nieder,
eroberte den Raum Madrid und plünderte den Raum Toledo. Mit der 949
bei Talavera gewonnenen Schlacht begannen die endlosen Auseinandersetzungen
mit Kastilien, das nach völliger Unabhängigkeit strebte. Ramiro
regierte kraftvoll und hart und zügelte den Feudaladel.
1. oo Adosinde, Tochter des Grafen Guttierre Osorez
verstoßen
2. oo Urraca von Navarra, Tochter des Königs
Sanchos I.
- 956
Kinder:
1. Ehe
Ordogno III.
- 8.955
Terese
-
vor 943
oo Garcias III. König von Navarra
- 970
2. Ehe
Elvira Regentin 966-975
-
Nonne zu San-Salvador
Sancho I. der Dicke
- 12.966
Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel
im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1993 Seite 41-43,65 -
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Vones Ludwig:
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„Geschichte der Iberischen Halbinsel“
Die Einheit des Königreiches Leon konnte in vollem
Umfang erst wiederhergestellt werden, als Sancho gestorben war und Alfons
IV. sich freiwillig in ein Kloster zurückgezogen hatte.
Obwohl sich Alfons IV. innerhalb eines
Jahres anders besann, konnte Ramiro
von Portugal aus die Macht ergreifen und sie als Ramiro
II. nach einem kurzen Bürgerkrieg, in dem der kastilische
Graf eine bedeutende Rolle spielte, bis zu seinem Tod in der Hand behalten.
Wie sein Vater und sein älterer Bruder suchte er ebenfalls nach dem
Vorbild seiner aristokratischen Ahnen Rückendeckung beim Königreich
Pamplona-Navarra, was ihm durch die Eheschließung mit Urraca,
einer dritten Tochter Sancho Garces' I.,
gelang.
Eine solche Rückenstärkung durch das navarresische
Königreich, das sich nach der verheerenden Plünderung Pamplonas
durch arabische Truppen 924 mit der Heiratsverbindung zwischen
König Garcia I. Sanchez und der Erb-Tochter der Grafschaft
Aragon auf dem Weg befand, zu alter Macht zurückzufinden, tat bitter
Not. Mit Abdarrahman III. war den christlichen
Königreichen des Nordens ein energischer Gegner entstanden, der es
binnen kurzer Zeit verstanden hatte, von der inneren Schwäche Leons
zu profitieren und nach einem bedeutenden Erfolg bei Valdejunquera (910)
die arabische Defensive in eine fortgesetzte Offensive zu verwandeln. Durch
die Errichtung des Kalifats im Jahre 929 erhielt diese Angriffspolitik
eine zusätzliche ideologische Grundlage, da der Herrschaftsanspruch,
der dieser Institution immanent war, auch die Beziehungen zu den christlichen
Reichsbildungen im Norden einseitig prägen mußte.
So kann es nicht verwundern, dass die erste Phase der
Regierungstätigkeit Ramiros II. hauptsächlich
in der Abwehr arabischer Angriffswellen und der Verteidigung der Duerolinie
bestand, während eigene Offensivmaßnahmen nur in einem eher
bescheidenen Rahmen möglich waren. Doch gerade ein solcher Vorstoß
der christlichen Seite, der zu einer Allianz mit dem aufrührerischen
muslimischen Gouverneur von Zaragoza führte, bewegte den Kalifen zu
einer Strafexpedition, die in der Doppelschlacht von Simancas und Alhandega
939 ihren Höhepunkt fand. Neueren Interpretationen zufolge konnte
Abdarrahman
III. zwar einen Pyrrhussieg erringen, doch war die arabische
Aggression für den Rest der Regierung des Kalifen gestoppt. Die Duerogrenze
wurde in der Folge nicht nur endgültig abgesichert, sondern es konnte
auch noch eine neue Sicherheitszone nach Süden hin, über den
Duero hinaus, geschaffen werden: die Extremadura, deren Name von der Bezeichnung
extremas für Grenzgebiete abgeleitet und erst Ende des 12. Jahrhunderts,
schließlich im 13. Jahrhundert durch den Geschichtsschreiber Rodrigo
Jimenez de Rada endgültig auf den Fluß Duero (extrema Durii),
das heißt auf die daran angrenzenden Regionen, bezogen wurde. Eine
direkte Folge der neugewonnenen Expansionsmöglichkeiten war die Wiederbesiedlung
von Salamanca, Ledesma und Ribas sowie die 940 dem Grafen von Kastilien
vorbehaltene Repoblacion von Sepulveda.
Angesichts des Abwehrkampfes gegen Abdarrahman
III., der die größtmögliche Zusammenfassung
der Kräfte des christlichen Nordens erforderte, erscheint es fast
logisch, wenn zu dieser Zeit, gewissermaßen als Antwort auf den Cordoba
propagierten Kalifentitel, eine - allerdings eher zaghaft vorgebrachte
- leonesische Imperatorwürde auftaucht. Ohne dass es zwingend zu klären
wäre, inwiewiet ein Rückgriff des Neogotismus auf den westgotischen,
letztlich auf byzantinischen Vorstellungen beruhenden Kaisertitel vorliegt,
wird den leonesischen Königen der Titel eines Imperator zugelegt.
Dadurch fand einerseits ein Vorrang ihres Königtums und ihrer Macht
vor den Ansprüchen der übrigen Reiche und Herrschaften im Sinne
eines Einheitsgedankens Ausdruck, andererseits wurde völlig zweckgerichtet
den sich nach 912 ankündigenden Hegemoniestreben etwas Gleichartiges
entgegengesetzt, ohne dass man, wie wiederholt geschehen, gleich einen
universalen Führungsanspruch in Anlehnung an das karolingische Kaisertum
konstruieren müßte.
Die leonesische "Kaiseridee" des 10. Jahrhunderts ist
in einer Linie mit der einheitsschaffenden Wiederbelebung westgotischer
Institutionen und der Förderung des Apostelkultes in Santiago de Compostela
durch die asturischen Könige zu sehen. Dass die Bischöfe von
Irea-Compostela trotz eines unübersehbaren Niedergangs der Jakobuskirche
spätestens seit dem letzten Viertel des Jahrhunderts dazu übergingen,
die Apostolizität ihres Sitzes zu betonen, indem sie den Titel eines
Apostolice sedis episcopus (Bischof des apostolischen Stuhls) führten,
wirft ein bezeichnendes Licht auf die nur schwer zu fassenden, komplexen
Querverbindungen zwischen den geistigen Triebkräften innerhalb des
leonesischen Reiches.
Man kann es fast schon als zwangsläufig bezeichnen,
dass nach dem Abklingen des arabischen Drucks in der zweiten Phase der
Regierung Ramiros II. die alten Gegensätze
innerhalb des Adels und im Verhältnis zwischen Adel und Königtum
wiederaufbrachen. Es war vor allem anderen der kastilische Graf Fernan
Gonzales, also einer jener Großen in den kaum kontrollierbaren Randzonen
des Reiches, der seine aus der Vereinigung der früheren partikularen
Grafschaften dieses Raumes und der Durchführbarkeit der Repoblacion
gewonnene, weitgehend unumschränkte Herrschaftsausübung auch
gegenüber dem Königtum zur Geltung bringen wollte. Seinen Anspruch
auf eine königliche Stellung seines Geschlechts hatte er bereits durch
die Einheirat in das navarresische Königshaus augenfällig werden
lassen, bevor er 943, unterstützt von Diego Munoz, dem Grafen von
Saldana, offen rebellierte. Zwar konnte Ramiro
II. den Aufstand schnell niederwerfen und die Anführer
einkerkern lassen, doch zeigten sich schon bald die Grenzen königlicher
Machtvollkommenheit im leonesischen Reich.
Die Lücke, die die Ausschaltung des Fernan Gonzales
im Machtgefüge und auch bei der Organisation der Verteidigung nach
außen hinterließ, erwieß sich als so groß, dass
dem König nichts anders übrigblieb, als den Grafen aus der Haft
zu entlassen, ihm 947 wieder in seine Rechte einzusetzen und den weiteren
Machtausbau hinzunehmen. Als einziges Mittel, um den ehrgeizigen kastilische
Grafen an die leonesische Königsdynastie zu binden, scheint der Hof
darauf verfallen zu sein, Ramiros Erstgeborenen
Ordono
mit Urraca, der Tochter aus der Ehe
des Fernan Gonzales mit der navarresischen Königs-Tochter
Sancha, zu verheiraten. Von diesem Zeitpunkt an sollte die Gestalt
des Grafen von Kastilien, deren sich später Epik und Legende bemächtigten,
immer mehr zu einem bestimmenden Faktor der leonesischen Politik entwickeln.