Alfons XI. der Rächer                            König von Kastilien (1312-1350)
---------------------------
11.8.1311-26.3.1350
               vor Gibraltar
 

Einziger Sohn des Königs Ferdinand IV. der Vertagte von Kastilien und der Konstanze von Portugal, Tochter von König Diniz
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 401
********************
Alfons XI., König von Leon und Kastilien
--------------
* 1311, + 1350
Salamanca Gibraltar

Bestieg als Sohn Ferdinands IV. und der Konstanze von Portugal schon im zweiten Lebensjahr den Thron. Seine Regierungszeit von 38 Jahren war eine der bedeutendsten des kastilischen Mittelalters. Die Jahre seiner Minorität waren mit Parteikämpfen angefüllt, die nach dem Tode Marias de Molina (1321), der Witwe Sanchos IV. und Regentin für ihren unmündigen Enkel, unter den neuen Regenten Philipp, Johann den "Einäugigen" und Johann Manuel, die das Königreich unter sich teilten, einen Höhepunkt erreichten. Ganz im Gegensatz dazu steht die Zeit der Großjährigkeit. Mit dem entscheidenden Sieg am Salado (1340) und der Eroberung von Algericas (1344) wurden die afrikanischen MARINIDEN vernichtet und das Reich von Granada  zum Stillhalten gezwungen; die Konflikte um die Meerenge von Gibraltar waren damit beseitigt. Alfons griff auch in den Hundertjährigen Krieg ein, beschränkte sich aber darauf, ein kluges Gleichgewicht zwischen England und Frankreich einzuhalten, wodurch eine Ausweitung des Wollhandels und eine Beherrschung der flandrischen Märkte gelang. Alfons' Erfolge fußten auf einer energischen Innenpolitik, welche die Stärkung der königlichen Autorität im Auge hatte. Er  beseitigte die Hermandades, die Instrumente kommunaler Rebellion, und ersetzte die allgemeine Bürgerversammlung in den wichtigeren Städten durch einen verkleinerten Rat oder ein Stadtregiment. Mit derselben Zielsetzung führte er in den wichtigeren Orten auch Corregidores ein, die als Vertreter der Königsgewalt die von der Bürgerschaft gewählten Bürgermeister verdrängten. Alfons XI. konzentrierte auf diese Weise die kommunalen Befugnisse in seiner Hand, um von dieser Basis aus den Kampf mit dem Adel aufzunehmen. Er setzte damit zugleich Vorstellungen des monarchischen Frühabsolutismus in die Praxis um. Schon 1337 war der Adel vollständig unterworfen. Den Cortes kam bei diesem Umbau des Verfassungsgefüges eine wichtige Funktion zu. Alfons war mit Maria von Portugal verheiratet, die ihm den Thronfolger Peter I. schenkte; seit 1329 stand er unter dem Einfluß der schönen Eleonore von Guzman, die ihm unter anderen Heinrich II. von Trastamara gebar, der nach einem Bürgerkrieg die kastilische Krone übernehmen sollte.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Zeit seiner Minderjährigkeit war erneut geprägt von verheerenden Bürger- und Thronkriegen, da sein Onkel Peter und sein Großonkel Johann, die beide 1319 in der Schlacht bei Tiscar fielen, um die Vormundschaft kämpften. Alfons XI., volljährig geworden, unterwarf die Verwandten endgültig, und errichtete kraftvoll die königliche Gewalt neu, bändigte den Adel, nahm ihn, indem er Frieden mit Aragon und Portugal schloß, jeden auswärtigen Rückhalt. Er regierte staatsklug, ergänzte und modifizierte die "Las siete Partidas" zugunsten von Adel und Kirche, hielt glanzvoll Hof, sorgte als fähiger Regent für die letzte innere Ruhezeit bis zu Königin Isabella. Als hemmungsloser Frauenheld sorgte er für Aufsehen und unerquickliche Familienverhältnisse, stand zuletzt sehr unter dem Einfluß seiner intriganten, herrschsüchtigen Mätresse Eleonore de Guzman. Er geriet hart mit Granada und Marokko aneinander, verlor 1340 eine große Flotte und siegte am 30.10.1340 mit portugiesischer Hilfe in der Schlacht bei Salado über die Mauren, eroberte Algericas und starb vor Gibraltar, das er wieder verloren hatte, an der Pest.
 
 
 
 

 28.11.1325
  1. oo Konstanze von Kastilien-Penafiel, Tochter des Infanten Juan Manuel II.
 - 1327 nach 1315-13.11.1345
                           Santaren

    1328
  2. oo Marie von Portugal, Tochter des Königs Alfons IV.
          1313-18.1.1357 ermordet

        Sie wurde von der Familie GUZMAN aus Rache vergiftet.
 

  3. oo Eleonore de Guzman, Tochter des Grafen Peters Nunez von Medina Sidonia
Konkubine  1310-   1351 ermordet

         Vom Stiefsohn Peter I. ermordet.
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Peter I. der Grausame
  30.8.1334-23.3.1369

3. Ehe

  Heinrich II. von Trastamara
  13.1.1333-29.5.1379

  Friedrich Senor de Haro  Seite 163
  13.1.1333-29.5.1358 gefallen

  Pedro Alfonso Großkanzler von Kastilien
  1330-   1388

  Tello Senor de Aguilar
  1337-16.10.1370

  oo Juana Nunez de Lara
             -
     Erbin von Vizcaya

  Johann Senor de Badajoz
  1341-12.6.1358 gefallen

  Johanna
         -

    1354
  1. oo Fernando de Castro Senor de Lemos
                  -   1375

    1366
  2. oo Felipe II. Graf de Castro
               -   1371

  Peter Senor de Aguilar
  1345-   1359 ermordet

  Sancho Graf von Albuquerque
  1342-19.5.1374
 
 
 

Literatur:
-----------
Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 296 - Perez Joseph: Ferdinand und Isabella: Spaniens Katholische Könige. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 44,113,118,133,157 - Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 152,157-162,167,170,173,177,180,186,190,204,209,228,233,238 -
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Vones Ludwig:
************
„Geschichte der Iberischen Halbinsel“

Die Parteikämpfe, die während der langen Minderjährigkeit Alfons' XI. (1312-1325) unter der eigennützigen Machtausübung durch seine verschiedenen Tutoren - darunter auch Juan Manuel - herrschten, sowie die fast anarchisch zu nennenden Zustände, die 1315 auf den Cortes von Burgos zu einer Hermandad General der Caballeros, Hidalgos und hombres buenos der Städte und Landgemeinden zum Schutz der legitimen Ansprüche des Thronfolgers führten und die vor allem nach dem Tod der Regentin Maria de Molina (1321) ihren Höhepunkt erreichen sollten, bewiesen, wie ernstgemeint solche Aussagen waren.
Ungeachtet des verzweifelten Versuchs seiner Großmutter, ihn bei ihrem Tod zusammen mit seiner Schwester Eleonore der Tutela der hombres buenos von Valladolid zu unterstellen und damit den Einfluß der Concejos zur Stützung des Königtums zu nutzen, konnte sich Alfons XI. erst bei Eintreten seiner Volljährigkeit allmählich gegen die Tutoren durchsetzen. Obwohl auch nach 1325 die Regierungsverantwortung bei Alfons' Onkel Philipp lag - neben Juan Manuel sowie Juan el Tuerto, Sohn des Infanten Johann und der Maria Diaz de Haro, ursprünglich einer der Tutoren - und dieser sich auf die alte MOLINA-Gefolgschaft stützen konnte, ist eine deutliche Steigerung der Königsgewalt zu beobachten, die sich sofort in einem Verbot der Hermandades äußerte und bald ihren Niederschlag in der Besetzung von wichtigen Verwaltungsämtern mit Mitgliedern des nachrückenden niedrigeren Adels fand.
Erstrangige Bedeutung kam ebenfalls dem Ausgleich zwischen Königtum und Kirche zu, der 1326 auf den Cortes von Valladolid vorbereitet und bei einem anschließenden Treffen in Medina del Campo gefunden wurde, als der junge Monarch unter Wahrung der fiskalischen Interessen seiner Krone darauf verzichtete, das Königsgut (realengo), das seit den Zeiten Alfons' X. zur Mehrung des Kirchengutes (abadengo) entfremdet worden war, zu rekuperieren. Darüber hinaus konnte Alfons XI. Juan Manuel auf seine Seite ziehen, indem er die Heirat mit desssen Tochter Konstanze einfädelte und ihm selbst den Adelantamiento de la Frontera (Murcia) übertrug. Dies eröffnete ihm die Möglichkeit, Juan el Tuerto gewaltsam zu beseitigen, um sodann Konstanze zugunsten einer politisch opportunen Ehe mit Maria von Portugal zu verschmähen. Als Alfons XI. 1332, inzwischen mit Juan Manuel wieder versöhnt, seine ungeschmälerte Machtausübung eindrucksvoll demeonstrierte, tat er dies bereits als starker Herrscher und drückte dies in der äußeren Form aus.
Die Cronica de Alfonso XI. berichtet, wie der König im Jahr 1332 zum Kloster Las Huelgas bei Burgos zog, um das heilige Salböl für die Königsweihe in Empfang zu nehmen und dort gekrönt zu werden. Als alle Vorbereitungen getroffen waren, reiste er als Pilger weiter nach Santiago de Compostela, um sich auf dem Hauptaltar der Kathedrale durch den mechanischen Arm der Statue des Heiligen Jakobus, des Apostels und Patrons von Spanien, zum Ritter schlagen zu lassen - die pescozada zu bekommen - und mit eigener Hand seine Waffen aufzunehmen. Wieder in Burgos, erhielt er auf seiner rechten Schulter die rituelle Salbung, bestieg anschließend allein den Thron, ergriff die Königskrone, setzte sie sich selbst auf das Haupt und krönte dann seine schwangere Gattin Maria. Den eigentlichen Kern der gesamten Zeremonie, die völlig anders ablief, als es der eigens zu diesem Zweck entworfene Krönungsordo vorsah, bildeten jedoch für den Verfasser der Cronica, den königlichen Kanzler Fernan Sanchez de Vallodolid, weder die Salbung noch die Krönung in Las Huelgas, sondern die Schwertleihe und die damit in Verbindung stehende Gründung des Ordens de la Banda (von der Schärpe).
Mit der Gründung dieses Ordens, die kaum noch an die Traditionen der Ritterorden anzubinden ist, rückte der kastilische  König bewußt das Ideal des Rittertums, der cavalleria, in den Mittelpunkt des höfischen Denkens, um möglichst übergreifende Adels- und Patriziatsschichten bis hin zu den einfachen, im sozialen Aufstieg begriffenen, aber nicht adligen caballeros villanos anzusprechen und an sich zu ziehen. Diese Gruppen sollten neben dem Episkopat und den an der Universität gebildeten, ebenfalls der Mittelschicht angehörigen letrados das Fundament seiner Regierungsgewalt mittragen. An welche Adelsgruppierungen Alfons XI. dabei dachte, kann man an der Zusammensetzung der letrados am Hof ablesen: Dazu gehörten die Erzbischöfe von Toledo, die königlichen Berater, Kanzler und späteren Kardinäle Pedro Gomez Barroso und Gil de Albornez, Juan del Campo, Bischof von Cuenca, Oviedo und schließlich Leon sowie Notario Mayor von Andalucia und Kastilien, Fernan Sanchez de Valladolid, Canciller del Sello de la Poridad und Notario Mayor von kastilien, der Kämmerer Fernan Rodriguez und sein Sohn Pedro Fernandez Pecha, Gonzalo Martinez de Oviedo, der bis zum Großmeister des Alcantara-Ordens aufstieg und Juan Estavanez de Castellanos als Kanzler des Königs. In Zukunft einflußreiche Familienblöcke wie die DAVILA, ALBORNEZ, CARRILLO, PECHA, OROZCO, MENDOZA, GARCIA DE TOLEDO, GOMEZ DE TOLEDO, RUIZ DE TOLEDO und ALVAREZ DE TOLEDO erlebten in dieser Zeit eine Phase rasanten Höhenflugs.
Der König ging auf diesem Weg, der die Monarchie und die Adelsschichten unterhalb der hochadligen Familien zusammenschmieden sollte, konsequent weiter. Im Jahr 1338 gründete er in Burgos, wohin auch die mechanische Jakobusstatue aus Santiago überführt wurde, die Real Hermandad oder Real Cofradia del Santisimo y santiago wahrscheinlich in Nachahmung des Santiagoordens und erreichte damit die "cristalizacion final de la Caballeria Villana como grupo social". Doch nicht nur in Burgos, das er durch städtische Reformen im Inneren in seinem Sinne stärkte, schuf sich Alfons eine nördliche Bastion, auch im Süden errichtete er durch die seit 1326 betriebene und 1337 kraftvoll vorangebrachte Gründung des Konvents von Santa Maria de Guadalupe eine neues spirituelles Zentrum für die aufsteigenden Adelsschichten, das mit Fernan Sanchez, del Campo und Barroso, später mit Pedro Fernandez Pecha in enger Verbindung stand.
Angesichts der offenkundigen Seltenheit von Königsweihen, offiziellen Krönungen und  gar Selbstkrönungen im mittelalterlichen Kastilien nahm Teofilo F. Ruiz diese Vorgänge zum Anlaß, die kastilische Monarchie als "royaute sans sacre" näher zu untersuchen, nicht ohne mit seiner Ansicht, dies sei ein Schwachpunkt der Herrschaftskonzeption gewesen, auf Widerspruch zu stoßen. Zuletzt hatte sich Alfons' Großvater Sancho IV. 1284 nach rund 150-jähriger Unterbrechung in einer vergleichbaren Situation krönen lassen, um gegenüber dem oppositionellen Adel seine Stellung festigen zu können, gleichzeitig aber auf eine Salbung verzichtet. Auch bei Alfons XI. spielte diese Überlegung eine hervorragende Rolle, denn die Mehrheit des Adels scheint noch von Vorstellungen beeinflußt gewesen zu sein, deren westgotische, im Fuero Juzgo niedergelegten Wurzeln unverkennbar waren und die, ohne der Königsweihe eine übergeordnete Bedeutung zuzumessen, jedem geeigneten Mann den Zugang zum Thron zugestanden. Demgegenüber verlor der ungerechte und eigensüchtige König als Tyrann seine Fähigkeit zu regieren.
In dieser Vorstellungswelt liegt der Schlüssel verborgen, um die harten Auseinandersetzungen zwischen Adel, Mitgliedern der Königsfamilie und den Königen selbst um die Machterhaltung beziehungsweise Machtübernahme begreifen zu können. Wenn jeder Adlige, insbesondere jedes Mitglied des Herrscherhauses im Kastilien des Spätmittelalters jene Qualitäten, die ihm zur Ausübung des Königsamtes befähigten, für sich durch Taten zu reklamieren vermochte, dann war dem rücksichtslosen Kampf um die Macht der Weg bereitet. Der Verlauf der kastilischen Geschichte im 14. und 15. Jahrhundert kann diese Auffassung nur bestätigen. Salbung und Selbstkrönung waren somit für Alfons XI. das geeignete Mittel, um seine Königswürde aus dieser Ideologie herauszulösen und dem Zugriff adliger Begehrlichkeit zu entrücken. Schon sein Nachfolger Peter I. el Cruel sollte die Wirkung dieser adligen Normen zu spüren bekommen, als er durch seine unbedachte politische Radikalität in den Geruch geriet, ein schlechter Herrscher und Tyrann zu sein.
Wollte Alfons XI. seine herausragende Stellung untermauern, dann mußte er den Vorstellungen des Adels gerecht zu werden versuchen und seine Herrscherqualitäten demonstrieren. Glaubt man allerdings der im 14. Jahrhundert redigierten Chronik Alfons' X., hatten schon Sancho IV. seine Erfolge im Kampf gegen die Mauren in den Augen der Adelsmehrheit den entscheidenden Vorsprung gegenüber den anderen Thronkandidaten eingetragen. Auf jeden Fall spiegelt sich hier die Auffassung weiterer Adelskreise wider, die die persönliche Eignung des Königs in den Vordergrund rückt und die später Heinrich von Trastamara den Zugang zum Königtum ermöglichen sollte. Eine Sichtung der bildlichen Darstellungen auf den Königssiegeln hat dementsprechend ergeben, dass als einziges dauerhaftes Motiv der König als Kriger feststellbar ist, selbst in seiner zweiten sakralen Ausprägung als gekrönter Ritter mit blankgezogenem Schwert.
Um dem gerecht zu werden, betrieb Alfons XI. mit Eifer den Maurenkampf und konnte sich dabei im Kampf gegen die arabische Seemacht sogar die dringend benötigte Unterstützung durch katalanische Flottenverbände sichern. Selbst eine vernichtende Niederlage der kastilischen Flotte vor Algericas (1340) - als 'spanisches Trafalgar des 14. Jahrhunderts' gekennzeichnet - konnte letztlich die überragenden Erfolge nicht verhindern. In der  Schlacht am Salado wurden die marokkanischen Banu Marin, die bedeutendsten Verbündeten Granadas, so vernichtend geschlagen, dass ihre miltärische Stärke für die Zukunft gebrochen war - ganz zu schweigen von dem riesigen Schatz, der in die Hände des kastilischen Königs fiel und ihn befähigte, seiner als Kreuzzug geführten Anstrengungen zu verwirklichen. Fast zwangsläufig sollte vier Jahre später Algericas fallen (1344), wodurch die tributäre Abhängigkeit Granadas zementiert wurde. Die Eroberung Gibraltars wurde einzig durch die Pest und den Tod des Königs (1350) zunichte gemacht, doch die Kontrolle über die Meerenge war für die muslimischen Reiche verlorengegangen und eröffnete Kastilien neue wichtige Handelsverbindungen.
Es erscheint fast zwingend, dass Alfons XI. seine außenpolitischen Siege, wozu ein politisch geschicktes Taktieren angesichts des beginnenden Hundertjährigen Krieges gehörte, und den Fortschritt der Reconquista auch in innenpolitische Erfolge umzumünzen verstand. Er brachte die Städte zunehmend unter seien Kontrolle, indem er an die Stelle der oft unüberschaubaren (und deshalb schwer zu beherrschenden) Bürgerversammlungen verkleinerte Stadträte (cabildos) mit ihm zuneigenden Standesvertretern aus der lokalen Bürger- und Adelschicht setzte sowie in den wichtigeren Orten Redigores als Funktionäre der Königsgewalt etablierte, die die gewählten Bürgermeister verdrängten. Auf eine griffige, wenn auch nicht unumstrittene Formel gebracht: Er betrieb gezielt die Umwandlung der Concejos abiertos, der demokratisch aufzufassenden und autonomen Vollversammlungen der Stadtbürger, in Concejos cerrados, in denen die Regierungsgewalt aufgrund des vom König verliehenen Regimeinto einigen wenigen Auserwählten sowie den in Ayuntamiento vereinigten städtischen Magistralen vorbehalten war. Diese offensichtliche Tendenz zur Zentralisierung, die ohne Frage auf die Bestrebungen unter Alfons X. zurückverwiesen, fanden ihren krönenden Abschluß durch ein vereinheitlichende Gesetzgebung, die im Oreamiento de Alcala von 1348 gipfelte. Begleitet von der nun erst verbindlichen Inkraftsetzung der Siete Partidas Alfons' X., wurde den lokalen Fueros lediglich noch eine ergänzende Funktion zum gesetzten Recht, das sich in erster Linie aus königlichen Erlassen speiste, zugestanden, die Gerichtsbarkeit entsprechend den Normen des römischen Rechts eingerichtet und die Bestimmungen des Lehnrechts vor allem in jenen Bereichen verschärft ausgelegt, die die Pflichterfüllung des adligen Vasallen betrafen. Weitere Maßnahmen, die den Schutz der Burgen und die Wiederbelebung der Mesta betrafen, schränkten die jurisdiktionelle Reichweite des Adels und der Städte weiter ein und eröffneten dem Königtum zusätzliche Eingriffsmöglichkeiten. Der Corregidor, der als weitgehend unabhängiger Beauftragter des Königtums in die Städte und Gemeinden  entsandt wurde, um dort ein politisches Aufsichtsrecht über die Verwaltungstätigkeit auszuüben, tauchte zum ersten Mal als Amtsbezeichnung im Ordenamiento de Alcala auf.
Das Ende der Regierung Alfons' XI. war geprägt von der Vereinigung einer bisher nicht gekannten Machtfülle in der Hand des Königs, der sich gegenüber den Ständen eine Vielzahl von Herrschaftsinstrumenten gesichert hatte und sich darüber hinaus auf den Konsens breiter Schichten in der Gesellschaft stützen konnte, wozu auch die wiederholt herangezogenen jüdischen Finanz- und Kaufleute zählten. Darüberhinaus hatte Alfons XI. mit der Ausdehnung der Alcabala, einer bis dahin nur an einzelnen Orten Kastiliens auf alle Verbrauchsgüter erhobenen Verkaufssteuer, auf das gesamte Reich (1342) und der Festigung des königlichen Salzmonopols (1338) dafür gesorgt, dass die finanziellen Grundlagen kastilischer Königspolitik berträchtlich erweitert und für die Zukunft bis zu einem gewissen Grad unabhängig von Zugeständnissen der Cortes abgesichert waren. Bevor Kastilien erneut in den Wirren eines Bürgerkriegs versinken sollte, schien es für eine kurze Zeit als innerlich gefestigte Großmacht dazustehen.