Begraben: St-Denis
Einziger Sohn des Königs
Philipps II. August von Frankreich aus seiner 1. Ehe mit der
Isabella
von Hennegau, Tochter von Graf Balduin V.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2184
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Ludwig VIII., König von Frankreich 1223-1226
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* 5. September 1187, + 8. November 1226
Montpellier (dep. Puy-de-Dome)
Begraben: St-Denis
oo 1200 Blanca von Kastilien
Als Sohn Philipps II. und
der Elisabeth von Hennegau wurde Ludwig
VIII. in der zeitgenössischen Historiographie als Verkörperung
der Einheit des karolingisch-kapetingischen
Königtums gesehen. Mit dem Vater gegen das englische Königtum
kämpfend, stoppte Ludwig VIII.
1214 den Vormarsch König Johanns auf
die kapetingische Domäne. 1216
folgte Ludwig VII. der Wahl zum englischen
König durch rebellierende Barone (1217 Verzicht im Vertrag von
Kinston-on-Thames). 1217-1219 zog er im Gefolge nordfranzösischer
Kreufahrerheere ins Languedoc. Nach dem Tod des Vaters - erstmals ohne
vorherige Adelsversammlung - am 6. August 1223 in Reims geweiht, eroberte
Ludwig
VIII. 1224 nach einem Sieg über den mit dem englischen
König verbündeten poitevinischen Adel La Rochelle und gewann
die Saintoge. Verhandlungen mit Papst Honorius III. führten 1226 zum
Kreuzzug des Königs gegen den Grafen von Toulouse und den katharischen
Adel S-Frankreichs. Auf die Eroberung Avignons hin öffneten sich die
südfranzösischen Städte. Ludwig
VIII., dem in zahlreichen Ketzerprozessen die konfiszierten
Güter des Adels zufielen, erreichte unter Rückgriff auf die von
Simon de Montfort erlassenen Statuten von Pamiers (1212) eine kapetingische
Verwaltung (Zentren: Beaucaire, Carcassonne) und bereitete damit den Weg
für die Integration des Südens in die französische Monarchie.
Die immensen Landgewinne im Westen und Südwesten
Frankreichs vergab Ludwig VIII. 1225
in seinem Testament als Apanagen an die nachgeborenen Söhne
Robert (Artois), Johann (Maine,
Anjou) und Alfons (Poitou, Auvergne).
Dem Thronfolger, Ludwig IX., verblieb
die um die Normandie vermehrte Krondomäne.
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Ludwig VIII. der Löwe,
mittelgroß, blond und hübsch, ein Ebenbild seiner Mutter, besiegte
als Prinz König Johann von England am
2.7.1214 bei der Burg La Roche-aux-Moines (in der Nähe von
Angers) und verhinderte so die Vereinigung der englischen mit den lothringisch-deutschen
Truppen. Er wurde von den mit Johann Unzufriedenen
1216 nach England gerufen und am 2.6.1216 in London zum König von
England gekrönt. Nach Johanns Tode
wurde er zur Rückkehr aus England gezwungen und folgte 1223 seinem
Vater in der Regierung. Als König gewann er seinem Land wichtige Territorien
hinzu. So besetzte er das Poitou, das Limousin und die Saintogne und eroberte
das Erbe Eleonores von Aquitanien für
Frankreich zurück. Der von Papst Honorius III. angeordnete Kreuzzug
und der Tod Simons von Montfort gaben ihm willkommenen Anlaß, mit
seiner Armee im Languedoc gegen die Albigenser einzuschreiten. Ludwig
starb in der Auvergne auf dem Rückweg vom Kreuzzug an der Ruhr, die
er sich bei der Belagerung von Avignon zugezogen hatte.
Pernoud Regine: Seite 11-29
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"Die Kapetinger" in: Die großen Dynastien
Ludwig und seine Frau Blanka wurden am 6. August 1223, dem Tag der Verklärung Jesu, gemeinsam zu König und Königin von Frankreich gekrönt. Ludwig VIII. (1223-1226) war der Sohn der sanften, zarten Isabella von Hainaut, die mit 16 Jahren Mutter wurde und mit 18 starb. Sie hinterließ dem Stamm der KAPETINGER ein reizvolles Vermächtnis: jene blonde, zerbrechliche Schönheit, die man an Ludwig IX. später bewundern sollte:
"Blond war er und
hatte ein schönes Gesicht
wie alle Erben
von Hainaut."
Ludwig und Blanka
hatten 12 Kinder, von denen einige jung starben, denn
Isabella von Hainaut hatte ihren Nachkommen auch eine zarte
Gesundheit hinterlassen. Zum Zeitpunkt der Krönung war das Geschlecht
indessen hinreichend vertreten, denn sie hatten bereits fünf Söhne:
Ludwig, der nach dem Tod seines älteren Bruders Philipp
Thronerbe
wurde, Robert,
Johann, Alfons und einen
weiteren Sohn namens Philipp, auch
Dagobert
genannt.
Später wurde auch eine Tochter, Isabella,
geboren, und als letztes Kind ihr Sohn Karl.
Eine glänzende Zukunft kündigte sich für
die KAPETINGER an. Ludwig
VIII. machte alsbald durch einen militärischen Erfolg von
sich reden. Er nahm die Stadt La Rochelle ein und verschaffte den KAPETINGERN
damit einen Hafen am Atlantik. Nur im Süden Frankreichs, im Languedoc,
bestand Anlaß zur Besorgnis. Auf dem Gebiet des Grafen von Toulouse
waren noch immer die endlosen Albigenserkriege im Gange, die Papst Innocenz
III. gegen die Katharer, eine Ketzerbewegung, die sich in dieser Region
stark ausbreitete, angestrengt hatte, nachdem der päpstliche Gesandte
Peter von Castelnau dort ermordet worden war (Januar 1208). König
Philipp hatte jenen seiner Barone freie Hand gelassen, die dem
Aufruf des Papstes gefolgt waren; er selbst hatte nicht in die Kämpfe
eingegriffen. Nur im Jahre 1215 hatte er einen kurzen Vorstoß nach
Süden unternommen, kurz bevor die englischen Belange die ungeteilte
Aufmerksamkeit des Königshauses in Anspruch nahmen. Eines Tages aber,
im Jahre 1226, erhielt Ludwig den Besuch
eines päpstlichen Legaten, der ihn ermahnte, sich an den Kämpfen
zu beteiligen. Gleichzeitig trat ihm der Sohn des Führers des Kreuzzuges
(der Sohn Simon de Montforts, unter dessen Leitung der Kreuzzug begonnen
hatte) seine Rechte auf die mittelmeerischen Lehnsgüter ab. Ludwig
entschloß
sich, nach Süden aufzubrechen. Er machte sein Testament und begab
sich auf den Weg ins Rhonetal, nachdem er von seiner Gattin und seinen
Kindern Abschied genommen hatte. Er sollte sie nie wiedersehen.
Verschiedene Chroniken berichten, wie Blanka,
als sie erfuhr, dass ihr Gatte auf dem Heimweg sei, "ihren Wagen anspannen"
ließ, um ihm mit ihren Kindern entgegenzufahren. Tatsächlich
traf ihr Geleitzug auf den des Königs, doch der König selbst
war bereits tot. Blankas Kummer war
so groß, dass man längere Zeit um ihr Leben bangte. Sie faßte
sich indessen wieder und setzte nunmehr alles daran, ihren erst 12-jährigen
Sohn Ludwig so rasch wie möglich
zum König krönen zu lassen.
23.5.1200
oo Blanka von Kastilien, Tochter des
Königs Alfons VIII.
4.3.1188-27.11.1252
11 Kinder:
Tochter
1205- jung
Philipp
9.9.1209- vor 7.1218
Ludwig IX. der Heilige König von Frankreich
25.4.1214-25.8.1270
Robert I. Graf von Artois
4.9.1216-9.2.1250
Philipp
- jung
Johann Graf von Anjou und Maine
9.1219- 1232
Alfons Graf von Poitou
11.11.1220-21.8.1271
Philipp Dagobert
1221- 1232
Isabella die Selige
1224-22.2.1269
Cäcilia
-
Karl I. Stefan Graf von Anjou
Ende 3.1226-7.1.1285
Literatur:
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Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer
GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 142,151,153,156-161,164 - Ehlers
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Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite
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Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft
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Verlag Düsseldorf 1989, Seite 53 - Le Goff Jacques: Ludwig
der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite 19-915 - Mexandeau
Louis: Die Kapetinger. Editions Rencontre Lausanne 1969 Seite 380-381
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Müller Verlag1996 Seite 11-29 - Pernoud Regine: Herrscherin
in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frakreich. Diederichs
Verlag München 1991 Seite 10,13,18,22,27,33,51,57,67,70, 73,77,81,84,87,90,93,97,100,102,109,112,116,120,128,139,145,163,175,185,227,
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in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 824,952,991 - Schnith
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Köln 1997 Seite 213,335 - Stürner, Wolfgang: Friedrich
II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220,
Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 155,165 - Thorau, Peter: Jahrbücher
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bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg
1996 Seite 103,107,112,120,122,127,129,168 - Vones Ludwig: Geschichte
der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen.
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher
der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig
2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 331,352,358,360,366,370,419,
443,444,455,508,509 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1.
Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 217-219,222,239,307,396,402,404,406,407,448-463,483,491,499,500
-
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Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller
Bernd: Seite 168-175
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"Die französischen Könige des Mittelalters"
Gert Melville
LUDWIG VIII., König von Frankreich 1223-1226
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* 5.9.1187, + 8.11.1226
Montpensier (Dep. Puy-de-Dome)
Begraben: St-Denis
Vater:
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Philipp II. August, König von Frankreich
Mutter:
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Elisabeth [Isabella] (* 4.1170, + 15.3.1190), Tochter
Graf Balduins V. von Hennegau
Halbruder:
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Philipp Hurepel (* 1200, + 18./19.7.1234)
Vergeblicher Prätendent auf die englische Krone 1213
und 1215/17
König von Frankreich, Weihe und Krönung 6.8.1223
in Reims
Beträchtliche Erweiterung der Krondomäne durch
Einverleibung der bisher englischen Saintonge (1224) und durch einen Albingenserkreuzzug
(1226)
oo 23.5.1200
BLANCHE VON KASTILIEN
* 4.3.1188, + 27.11.1252
Tochter König Alfons' VIII. von Kastilien
Kinder:
---------
Ludwig IX. der Heilige König von Frankreich (* 25.4.1214,
+ 25.8.1270)
Robert I. Graf von Artois (* 4.9.1216, + 9.2.1250)
Alfons Graf von Poitou (* 11.11.1220, + 21.8.1271)
Isabella die Selige (* 1224, + 22.2.1269)
Karl I. Stefan Graf von Anjou (* Ende 3.1226, + 7.1.1285)
Als der 35-jährige Ludwig, Sohn Philipps
II. August und Elisabeths von Hennegau,
nach dem Tod des Vaters am 6. August 1223 in Reims zum König geweiht
und gekrönt wurde, hatte er den größten Teil seines unruhigen,
mit kriegerischer Politik ausgefüllten Lebens bereits hinter sich
gebracht. Ihm waren zu jenem Zeitpunkt nur noch gut drei Jahre gegeben.
Zu kurz war diese verbleibende Regierungsspanne, um einen eigenen Wesenszug
zu gewinnen. Die königliche Zielsetzungen beschränkten sich darauf,
den Kampf um die innere Festigung der kapetingischen Monarchie, um die
Erweiterung der Krondomäne und um die Bezwingung des englischen Gegners
im Stil der vorangegangenen Jahrzehnte weiterzuführen. Nahtlos rückte
der Kronprinz in das Königsamt ein, keine beratende Versammlung ging
seiner Herrscherweihe voraus, vollständig obsiegte zum ersten Mal
in der Geschichte der kapetingischen Dynastie
das reine Erbrecht, und ebenso nahtlos setzte
Ludwig die Politik seines Vaters fort, die er nach direkten
Anweisungen wie auch unter selbst zu tragendem Risiko mit Erfolgen und
mit Rückschlägen seit jeher mitgetragen hatte. So waren auch
jene zwei Unternehmungen, die ihm dann als König von Frankreich allein
eine gewisse geschichtliche Bedeutung verliehen, nichts anderes als der
Abschluß von langfristigen Entwicklungen, an deren Prägung
Ludwig unter der Ägide des Vaters maßgeblich beteiligt
gewesen war. Es handelte sich um seinen poitevinischen Feldzug und die
Einverleibung der englischen Saintonge in die Krondomäne sowie den
Kreuzzug gegen die Albigenser, der ansehnliche Teile des Südens unter
die unmittelbare Herrschaft des Königtums brachte. Will man Ludwig
als
König verstehen, muß man demnach seinen Werdegang als Kronprinz
eine etwas ausführlichere Betrachtung als bei manchen anderen französischen
Herrschern widmen.
Ludwig wurde am 5.
September 1187 in Paris geboren. Bald schon, als er im Jahre 1191 lebensgefährlich
an der Ruhr erkrankte, erwies sich, dass sein Körper nicht besonders
widerstandsfähig war - ein Umstand, auf den er zeit seines Lebens
wenig Rücksicht nahm. Dies sollte ihm letztendlich sogar zum tödlichen
Verhängnis werden. Mit hoher intellektueller Auffassungsgabe versehen,
erfuhr er eine profunde geistige Ausbildung, für die Stephan von Tournai
verantwortlich war. In Arthur von Bretagne,
der als Sohn Gottfrieds, des älteren
Bruders Johanns ohne Land, die französischen
Länder Johanns rechtmäßig
zu beanspruchen glaubte und der von Philipp August
seit 1199 an seinem Hofe aufgenommen worden war, besaß
Ludwig einen Studiengefährten und engen Freund. Arthurs
späteres Schicksal - seine englische Gefangenschaft und seine höchstwahrscheinlich
von Johann ohne Land veranlaßte
Ermordung im Jahhre 1203 - prägte Ludwigs
haßerfüllte Abneigung gegenüber diesem englischen König,
dem er wenige Jahre später die Krone streitig machen wird.
Wie es noch von Richard Löwenherz
und Philipp II. im Friedensschluß
von 1199 abgesprochen war, heiratete Ludwig
am 23. Mai 1200 Blanche, die Tochter
Alfons'
VIII. von Kastilien und Enkelin
Heinrichs
II. von England. Blanche
sollte den PLANTAGENETS am französischen
Hofe nützlich sein; sie schloß sich jedoch vollauf der Politik
ihres Gemahls an und war diesem, nicht zuletzt wegen ihres äußerst
energischen Charakters, zeitlebens eine wertvolle Stütze.
Obgleich Ludwig bereits
in den Jahren 1204 bis 1206 an Feldzügen seines Vaters teilgenommen
hatte, mußte er auf die Schwertleite bis zum Erreichen der Volljährigkeit
warten. Erst am 17. Mai 1209 wurde er in Compiegne zum Ritter geschlagen,
nicht ohne dass ihm sein mißtrauischer Vater zuvor einen umfänglichen
Treueid abverlangt hatte. Auch nachdem er 1212 zu seinem ersten selbständig
durchgeführten Kriegszug in das Artois aufgebrochen war, um dort recht
erfolgreich seine Rechte aus dem Erbe der Mutter gegen Ansprüche des
flandrischen
Grafen Ferrand zu verteidigen und damit den KAPETINGERN
eine feste Position an der Südflanke Flanderns zu verschaffen, spürte
er die Zügel des Vaters, der angesichts des plötzlichen Machtzuwachses
seines Sohnes diesem harsche Garantien abverlangte. Besonders bei den Planungen
zur Eroberung Englands im Jahre 1213 war Ludwig
dann
seinem Vater willfährig zur Hand. Die Exkommunikation des zudem noch
durch einen Angriff aus Wales und eine Adelsrevolte geschwächten
Johann
ohne Land ausnützend, wurde auf einem Hoftag in Soissons
am 8. April beschlossen, Ludwig auf
den englischen Thron zu bringen. Die Aussicht auf eine solche Karriere,
die Ludwig späterhin ein Doppelkönigtum
eingebracht hätte, war jedoch zunächst stark eingeschränkt.
Der Prätendent mußte insbesondere zusichern, zu Lebenszeiten
des Vaters auf alle Besitzungen der PLANTAGENETS
in Frankreich zu verzichten, damit die entsprechenden Gebiete - Aquitanien
und Poitou - wieder unmittelbar unter die französische Krone kämen.
Ferner behielt sich Philipp vor, Teile
des Ludwig'schen Artois an den Grafen von Flandern zu vergeben, um sich
dessen Allianz zu versichern; des weiteren mitzuwirken bei der Vergabe
englischer Lehen an den am Feldzug beteiligten Adel und schließlich
Johann
ohne Land festzusetzen und dessen bewegliche Güter in Besitz
zu nehmen. Das Vorhaben kam jedoch vorerst nicht zur Ausführung, denn
Johann unterwarf sich dem Heiligen Stuhl, und Innozenz III. untersagte
scharf jegliche Invasion. Ludwig
zog
daraufhin mit dem für England bereitsgestellten Heere unter der Führung
Philipps
gegen Flandern, erhielt vom Vater die annektierte Stadt Douai und blieb
nach Abzug des französischen Hauptkontingents bis zum Beginn des Jahres
1214 in dieser Region, um auf eigene Rechnung, jedoch ohne größere
Erfolge einen Verwüstungsfeldzug durchzuführen und um zugleich
sein Artois zu verteidigen.
Wenig später sieht man den Thronfolger in Chinon.
Dort erwartete er das Heer Johanns,
welches den französischen König mit einem südlichen Zangengriff
in Ergänzung zu einem nördlichen, der von Ferrand
von Flandern und Kaiser OTTO IV.
durchgeführt werden sollte, einzukreisen gedachte. Am 2. Juli schlug
Ludwig
bei der Burg La Roche-au-Moins (in der Nähe von Angers) Johann
vernichtend,
zwang ihn zu einer überstürzten Flucht und begann anschließend,
die Grafschaft Anjou zügig der kapetingischen
Herrschaft zu unterstellen. Philipp
hatte den Rücken frei für ein Vorgehen gegen seine im flandrischen
Raum stehenden Feinde, die er in der für die
kapetingische
Monarchie so entscheidenden Schlacht von Bovines am 27. Juli besiegte.
Aus der neuen Position der Stärke heraus wurde nun
wieder der alte Plan aufgegriffen, die englische Krone für Ludwig
zu gewinnen. Die Lage schien günstig. Verdrossen durch die finanziellen
und militärischen Forderungen des besiegten
Johanns hatte eine starke englische Adelsfraktion dem König
am 15. Juni 1215 die Zustimmung zur Magna Charta abgepreßt, die jedoch
von Innozenz III. alsbald für nichtig erklärt worden war. Es
kam zur offenen Revolte, der sich auch zahlreiche englische Prälaten,
darunter der Erzbischof von Canterbury, Stephan Langton, und die Stadt
London anschlossen, obgleich die Aufständischen sich der Exkommunizierung
gewiß sein mußten. An Ludwig erging
eine förmliche Einladung, den englischen Thron zu besteigen. Auf französischer
Seite reagierte man rasch. Unter anderem versuchten Gesandte
Ludwigs, der sich nun endlich aus der Bevormundung des Vaters
deutlich gelöst zu haben schien, in Rom Innozenz III. umzustimmen.
Ihre Argumente bezogen sich vor allem auf die evidente Gewaltherrschaft
Johanns, wobei der Ermordung Arthurs
besonderes
Gewicht beigemessen wurde, und auf die Rechtmäßigkeit der Thronansprüche
Ludwigs
aufgrund der Abstammung seiner Gemahlin Blanche.
Doch unabhängig von dieser politischen Überzeugungskraft
wurden ohne Verzögerung militärische Fakten geschaffen. Noch
im Dezember 1215 landete eine französiche Vorhut an der englischen
Küste und erreichte im Januar London. Am 21. Mai 1216 folgte Ludwig
selbst
nach, und bereits im Laufe des Jahres gelang ihm und der Heeresmacht der
aufständischen Barone, unterstützt durch den schottischen
König Alexander II., die Eroberung nahezu des gesamten
östlichen Englands. Am 12. Oktober 1216 starb Johann
ohne Land. Mit seinen Anhängern, unter deren wirkungskräftigsten
der betagte Guillaume le Marechal hervorragte, hatte er sich bis zuletzt
erbittert gewehrt. Die stete Kriegsführung hatte
Ludwig wiederum keine Zeit gelassen, eine solide Regierung zu
organisieren, geschweige denn seine Krönung zu betreiben. Dies sollte
sich sogleich als äußerst verhängnisvoll erweisen, da die
gegnerische Partei unter der Führung von Guillaume le Marechal und
dem Kardinallegaten Guala unverzüglich
Heinrich,
den noch minderjährigen Sohn Johanns,
am 26. Oktober 1216 krönen ließ und somit ein unbescholtenes
Kind nun publikumswirksam zum Gegner
Ludwigs
machte. Der neue Papst, Honorius III., stellte den jungen König sofort
unter seinen Schutz und versuchte mit aller diplomatischen Kunst, die Partei
Ludwigs
auseinanderzubrechen.
Anfang 1217 sah sich Ludwig gezwungen,
vorübergehend nach Frankreich zurückzukehren, um neue Truppen
zu sammeln, ohne dass er dabei Unterstützung von seinem Vater erwarten
durfte, der sich mehr und mehr von dem englischen Abenteuer zurückzog.
Im Mai kam es dann bei Lincoln zu einer Schlacht, die auf seiten der Partei
Heinrichs
III. von Guillaume le Marechal erfolgreich dirigiert wurde.
Das Blatt hatte sich gewendet. Ludwig
mußte sich am 11. September auf einen in Lambeth vollzogenen Friedensschluß
einlassen und noch im Herbst seine Truppen endgültig von der Insel
abziehen.
Diesen Mißerfolg gesellte sich alsbald ein zweiter,
wenn auch weniger gravierender hinzu. Um ein Gelübde einzulösen,
aber ebenso um die Interessen seines Hauses durch eine Stützung Simons
von Montfort wahrzunehmen, war Ludwig
im Frühjahr 1215 - also unmittelbar vor seiner Expedition nach England
- bereits einmal auf eine kurze Kreuzfahrt in den Süden gezogen. Nachdem
dann Simon von Montfort bei der Belagerung von Toulouse im Juni 1218 gestorben
war, entstand unter seinem wenig begabten Sohn und Nachfolger Amaury ein
Machtvakuum in der von den Katharern dominierten Region, so dass Honorius
III. von Philipp August unter Zugeständnis
des halben Zwanzigsten der französischen Kirche aktive Hilfe forderte.
Philipp
sandte Ludwig, obgleich dieser nach
seinen schlechten Erfahrungen mit der Politik des Heiligen Stuhls dem Auftrag
äußerst reserviert gegenüberstand, mit einem Kreuzfahrerheer
in den Süden. Die ersten Kampfhandlungen im Juni 1219 endeten mit
einem unsinnigen, allenfalls der Abschreckung dienenden Massaker an der
Bevölkerung von Marmande, einem kleinen Städtchen an der Grenze
zum englischen Aquitanien. Die zweite und auch schon letzte kriegerische
Aktion bestand in einer vergeblichen Belagerung von Toulouse, die nach
45 Tagen abrupt abgebrochen wurde. Ludwig strebte nach Norden zurück
und hinterließ ein freies Feld sowohl für die Rückeroberungspolitik
Raimunds VI. von Toulouse und seines Sohnes Raimund VII. als insbesondere
auch für die Erholung der häretischen Bewegung. Die Macht der
Montfort und damit auch die unmittelbare Einflußnahme des Königtums
im Midi brachen binnen kurzem zusammen.
Das väterliche Erbe war ansonsten gut bestellt,
als Ludwig VIII. im August 1223 seine
Herrschaft antrat. Der neue König konnte auf den erfahrenen und loyalen
Beraterkreis Philipps zurückgreifen.
Die Krondomäne - darunter erst kürzlich annektierte Gebiete:
Normandie, Anjou, Touraine und Artois - befand sich in einem Zustand des
Friedens und stand zuverlässig zum König, wovon sich Ludwig
bei zwei Reisen im Herbst desselben Jahres sogleich überzeugen konnte.
Die vordringlichsten Aufgaben aber waren die Austragung des weiter zugespitzen
Machtkampfes mit England und die Befriedigung des Midi. Sie waren zugleich
Ludwigs
eigenes
Vermächtnis aus versäumten Chancen.
Bis Ostern 1224 galt noch ein Friedensabkommen, das
Philipp August auf Druck Honorius' III. mit England eingegangen
war. Ludwig
sah sich nun gleichermaßen
vom Papst gedrängt, einer Verlängerung zuzustimmen, um die Kräfte
für einen Kreuzzug gegen die Albigenser freizuhaben. Auch England
war nach kurzem Zögern für eine Fortführung des Friedens,
da sich die Position Heinrichs III.
seit dem Tode von Guillaume le Marechal (1219) rapide verschlechtert hatte.
Doch gerade in der gegenwärtigen Schwächung des PLANTAGENET
erblickte Ludwig VIII. die besten Voraussetzungen,
jetzt für seine Schmach als vergeblicher Prätendent auf den englischen
Thron Vergeltung zu üben. Sein geplanter Hieb zielte auf die englischen
Kernlande im Südwesten, auf die Gascogne. Mit diplomatischer Sorgfalt
nahm er zunächst als erste Etappe das unruhige, von Spannungen zwischen
englisch und französisch gesinnten Gruppierungen zerrissene Poitou
vor. Es gelang ihm, den mächtigsten Herrn dieser Region, Hugo von
Lusignan, der mit der Witwe Johanns ohne Land
verheiratet war, auf seine Seite zu ziehen und von ihm das Homagium für
die Grafschaften La Marche und Angouleme zu erhalten. Gottfried von Lusignan,
Vizegraf von Chatellerault, schloß sich an und gewährte dem
König, eine Garnision auf seiner strategisch wichtigen Burg Vouvant
zu
halten. Am 24. Juni 1224 griff Ludwig
von Tours aus die zu England haltenden Gebiete an und zog über die
Vizegrafschaft Thouars, mit deren Herrn, Aimery VII., er zunächst
einen Friedensvertrag von der Dauer eines Jahres abschloß, und über
die rasch eingenommene Stadt St-Jean-d-Angely rasch auf sein eigentliches
erstes Ziel, La Rochelle, zu. Nach einer knapp einmonatigen Belagerung
fielen am 13. August diese Stadt und mit ihr einer der wichtigsten Häfen
Englands auf dem Festland in seine Hände. Weitere Teile des Poitou
sowie der Vizegraf und die Bürger von Limoges unterwarfen sich daraufhin
freiwillig.
Viel lag Ludwig daran,
den neuen Besitz zu sichern. An zahlreiche Adelige vergab er Pensionen,
den Städten und Klöstern bestätigte und vermehrte er zumeist
von den Engländern verliehenen Privilegien. Dies schien ihm eine hinreichende
Grundlage zu sein, nun auch die Gascogne zu gewinnen. Ein unter der Führung
Hugos von Lusignan ausgesandtes Heer erzielte jedoch nur geringe Erfolge,
scheiterte vor allem am Widerstand von Bordeaux, und Ludwig
selbst zog sich, der Hoffnung auf weitere Erfolge beraubt, noch vor Winterbeginn
nach Paris zurück.
Daraufhin rüstete England im Frühjahr 1225
zum Gegenschlag. RICHARD von Cornwall,
der Bruder Heinrichs III., wurde über
Bordeaux in die Gascogne gesandt und binnen kurzem gelang es ihm, dort
nahezu alle französischen Stützpunkte wieder unter die Herrschaft
der PLANTAGENET zu bringen. Beide Parteien
suchten weiträumig nach Bündnispartnern.
Ludwig versicherte sich der Freundschaft FRIEDRICHS
II. - auch gegen den Willen von dessen Reichverweser, des Kölner
Erzbischofs Engelbert. Das englische Netz von Allianzen war wesentlich
enger um den Gegner gezogen. Die Auvergne und die Bretagne schlossen sich
der Partei der PLANTAGENET an, Graf
Raimund VII. von Toulouse erhielt von Heinrich
III. ein Bündnisangebot und sah sich von ihm an der Kurie
energisch unterstützt. Nach und nach begann auch der eben von Ludwig
gewonnene
Adel des Poitou, sich wieder auf die englische Seite zu schlagen.
Die Lage spitzte sich im Laufe des Jahres 1225 für
Ludwig
VIII. dramatisch zu. Doch bevor
es zu einer entscheidenden Auseinandersetzung kommen konnte, betrat Ludwig
einen anderen politischen und militärischen Schauplatz. Dem Drängen
des Papstes auf Frieden mit England war er nicht gefolgt, wohl aber zeigte
er sich nun dessen Verlangen nach einem Eingriff im häretischen Süden
aufgeschlossen. Die Bedingungen für dieses Vorhaben standen gut. Bei
einem Konzil, das im November 1225 zu Bourges unter der Leitung des Legaten
Romano Frangipani, Kardinal von St. Angelo und - im Gegensatz zu Honorius
III. - Freund der französischen Sache, stattfand, wurde Raimund VII.
von Toulouse trotz seiner Unterwerfung exkommuniziert. Darüber hinaus
wurde die Abtretung aller Rechte Amaurys von Montfort an den französischen
König erreicht und vor allem Ludwig ein Bündel von Forderungen
zugestanden, das er in ähnlicher Form bereits gut eineinhalb Jahre
zuvor vergeblich versucht hatte, beim Papst durchzusetzen: Der König
selbst sollte mit völliger Entscheidungsfreiheit in den zu besetzenden
Gebieten ein Kreuzfahrerheer anführen, dessen geistliche Leitung sich
allein aus Bischöfen seiner Krondomäne rekrutieren sollte; die
Kosten sollten voll aus dem Kirchenvermögen bestritten werden, die
Teilnehmer den gleichen Ablaß wie bei einem Zug ins Heilige Land
erhalten; der Besitz Raimunds VII. und aller überführter Häretiker
sollte voll in die Hand des Königs übergehen und jeder, der Frankreich
mit Krieg überzöge, exkommuniziert werden.
Somit vor der englischen Bedrohung einigermaßen
gesichert, frei in der politischen Ausgestaltung des erhofften Gewinns
und finanziell unbelastet, konnte Ludwig VIII.
im Mai 1226 sein Heer in Bourges sammeln und durch das Rhonetal südwärts
ziehen. Er wählte das linke Ufer, die Reichsseite, wo ihm dann allerdings
das gut befestigte kaiserliche Avignon, das sich schon Raimund VI. oft
als wichtige Stütze angeboten hatte, den Durchzug verweigerte. Eine
längere Belagerung folgte. Obgleich sie Seuchen im königlichen
Heer mit sich brachte und obgleich sich der mächtige Graf Tedbald
IV. von Champagne mit seinem starken Kontingent zurückzog, konnte
die Stadt am 9. September eingenommen und dem päpstlichen Legaten
übergeben werden. Die Bewohner erfuhren gegen beträchtliche Bezahlungen
Schonung. Die Wirkung dieser Eroberung auf die nächsten Kriegsziele
war jedoch groß. Kampflos ergaben sich Nimes, Beaucaire, Narbonne,
Carcassonne, Montpellier, Pamiers und Castres. Toulouse allerdings widerstand,
und auf eine Belagerung wurde angesichts des bereits gesundheitlich geschwächten
Heeres verzichtet. Ludwig begann sogleich,
den eroberten Gebieten eine strikte Ordnung aufzuerlegen. Auf einer Versammlung
in Pamiers erließ er auf Wunsch des Kardinallegaten eine Ordonnanz,
die jedem der Ketzerei Überführten harsche weltliche Strafen
androhte. Ferner setzte er jene Statuten wieder in Kraft, die Simon von
Montfort im Jahre 1212 verabschiedet hatte und die auch jetzt wieder der
Durchsetzung des strengen nordfranzösischen Lehnrechts dienen sollten.
In die Städte legte er Garnisionen und teilte erneut - wiederum nach
Vorbild des Simon von Montfort - das Land in senechaussees ein. Das kapetingische
Königtum hatte in Midi, an den Küsten des Mittelmeeres, an der
Grenze zur iberischen Halbinsel und an der Eingangspforte zu Italien unverrückbar
Fuß gefaßt, wenngleich noch große Teile dieses Raumes
weiterhin zu Raimund VII. hielten und die Kraft der Albigenser keineswegs
gebrochen war.
Schon im Oktober zog sich Ludwig
über Lavaur, Albi, Rodez und Clermont wieder in Richtung Norden zurück;
er hatte erste Anzeichen einer Erkrankung. Am 29. Oktober traf er in Montpensier,
südwestlich von Vichy gelegen, ein, wo er am 8. November an
der Ruhr - der Krankheit schon seiner Kindheit und auch der seines
Heeres vor Avignon - im Alter von 39 Jahren starb. Auf dem Sterbebett hatte
er noch die versammelten Großen seines Reiches beschworen, seinen
minderjährigen Sohn Ludwig den
Treueid zu leisten und ihn so rasch wie möglich krönen zu lassen.
Schon im Juni 1225 war in einem Testament präzis die Ausstattung der
vier Söhne und des Halbbruders Philipp Hurepel
mit
Apanageleistungen aus Gebieten der Krondomäne festgelegt worden.
Aegidius von Paris hatte dem späteren
König Ludwig VIII. in dessen Jugend einen Fürstenspiegel
mit dem Titel Karolinus verfaßt. Ziel des Werkes war, dem Kronprinzen
die Taten KARLS DES GROSSEN als ein
überzeitliches Richtmaß darzustellen, das ihn ermuntern sollte,
die alte Größe und europäische Vormachtstellung der Franken
wieder aufzurichten. Der flandrische Geschichtsschreiber Andreas von Marchiennes
sah in der Person Ludwigs die direkte
Rückkehr des Blutes KARLS DES GROSSEN
in das regnum Francorum, da sich die Linie seiner Mutter auf die
KAROLINGER zurückführen ließ. Die Geburt Ludwigs
konnte daher als eine legitimationsstiftende Zäsur in der Geschichte
der kapetingischen Dynastie gedeutet
werden, gleichermaßen verbunden mit hohen Erwartungen. Etwa zwei
Jahre nach dem Tode wird Ludwig VIII.
von Nicolas de Brai in einem Poem allzu panegrisch als magnus Alexander
besungen. Eine passendere Charakterisierung traf wohl ein anonymer Minnesänger
aus Reims jener Zeit: Dieser Ludwig war
mutig, kühn und kampfeslustig, er besaß das Herz eines Löwen.
Aber so wie er lebte, fehlte es ihm nicht an Leid und Mühe. Seine
lange Zeit als Kronprinz und sein kurzes Königtum verhinderten, dass
er die Erwartungen an eine eigene kraftvolle Herrschaft erfüllen konnte.
Im Kontinuum der kapetingischen Dynastie
stand er zwischen zwei großen Königen. Den politischen Zielen
seines Vaters diente er immerhin so erfolgreich, dass er seinem Sohn Ludwig
IX. einen vermehrten Besitz vermachen konnte.