Waldemar IV. Atterdag                           König von Dänemark (1340-1375)
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um 1320-24.10.1375
              Schloß Gurre/Seeland

Begraben: Vordingborg, 1377 in die Klosterkirche von Soro überführt
 

Jüngster Sohn des Königs Christoph II. von Dänemark und der Euphemia von Pommern-Wolgast, Tochter von Herzog Bogislaw IV.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 1949
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Waldemar IV., König von Dänemark
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* um 1321, + 24. Oktober 1375
                   auf Burg Gurre

Begraben: Vordingborg, 1377 in die Klosterkirche von Soro überführt

Sohn von König Christophs II. und Euphemias von Pommern (um 1285-26. Juli 1330)

oo 1340 Helwig (+ 1374)

Begraben: Esrom, Klosterkirche

Tochter Herzog Erichs II. (+ 1325) von Schleswig und Adelheids von Holstein

Als Waldemar IV. um 1336 mündig wurde, gab es in Dänemark keine zentrale Regierung und die Herrschaft über die einzelnen verpfändeten Provinzen wurde von den Pfandherren ausgeübt. 1334 scheiterte ein Aufstand von Waldemars älterem Bruder Otto, aber Kaiser LUDWIG DER BAYER ermöglichte seinem gleichnamigen Sohn, zwischen Waldemar und dem Grafen Gerhard III. von Holstein zu vermitteln. Waldemars Privilegien für Anklam ud Greifswald (1338) zeigen, daß er seine Machtübernahme in Dänemark vorbereitete, dier sich aber erst nach dem Tode Gerhards III. verwirklichen ließ. Herzog Waldemar von Schleswig (König Waldemar III.) übernahm Jütland nördlich der Königsau als Pfand, während Schleswig den Grafen von Holstein verpfändet wurde. Waldemar wurde als König von Dänemark anerkannt mit dem Recht, das verpfändete Land einzulösen. Als Mitgift der Schwester Herzog Waldemars erhielt er das Lehen Aalborghus mit dem Land nördlich des Limfjords.
Waldemar IV. begann mit der Einlösung Seelands, wobei ihm der Roskilder Bischof wichtige Dienste leistete. Kopenhagen wurde ihm zur Verfügung gestellt, und in den kommenden Jahren erwarb Waldemar IV. eine Burg nach der anderen durch Eroberung oder durch Einlösung des Pfandes. Geldmittel bekam Waldemar IV. durch die Einkünfte der eingelösten Burgen, durch Steuern sowie durch den Verkauf von Kronrechten, zum Beispiel auf Schonen oder in Estland (das er gegen Geldzahlung an den Deutschen Orden abtrat). 1349 hatte Waldemar IV. die königliche Herrschaft über die Seeländische Inselgruppe, über den größten Teil Jütlands und einen Teil Fünens wiederhergestellt. Während der 1350-er Jahre gelang es ihm, auch die restlichen Provinzen zurückzugewinnen (die letzten Teile Fünens scheinen jedoch erst um die Mitte der 1360-er Jahre unter königliche Herrschaft gelangt zu sein). Nach der Aussöhnung zwischen Regierung und Opposition im Landfrieden von 1360 eroberte Waldemar IV. Schonen zurück und im darauffolgenden Jahr Gotland. Seine Expansionspolitik rief die wendischen Hansestädte auf den Plan. Im ersten Hansekrieg, in dem es um die Herrschaft über Schonen ging, konnte sich Waldemar IV. erfolgreich behaupten, unterlag jedoch im zweiten Hansekrieg (1367-1370 mit dem Kriegsziel der Freiheit des Handels und der Schiffahrt in Dänemark und Norwegen) gegen das Bündnis hansischer Städte gegen Dänemark und Norwegen (Kölner Konföderation 1367, Stralsund, Friede von 1370). Während der letzten Jahre seiner Regierung war Waldemar IV. bestrebt, die Herrschaft über Schleswig zu gewinnen; er starb aber, bevor er diese Pläne verwirklichen konnte.
Waldemar IV. sorgte für ute Beziehungen zum Papst, den er 1364 besuchte, zum Kaiser (sowohl zu LUDWIG DEM BAYERN als auch zu KARL IV.) und zu Mecklenburg, das ihm ein wertvoller Verbündeter gegen Schweden und die Grafen von Holstein sein konnte. Eine von Waldemar IV. 1353 vorgeschlagene Zusammenarbeit mit Frankreich gegen England wurde wegen der Gefangennahme des französischen Königs (1356) nicht verwirklicht.
Innenpolitisch war Waldemar IV. bemüht, vakante Ämter in der Kirche mit loyalen Personen zu besetzen sowie die Einkünfte, vor allem durch eine rigorose Steuerpolitik, zu vermehren. Die Wiederherstellung der königlichen Machtstellung in Dänemark durch Waldemar IV. ist teilweise dem gemeinsamen Wunsch norddeutscher Mächte nach Bewendigung des dänischen Interregnums zu verdanken, sie wurde aber durch das politische Talent Waldemars IV. erheblich gefördert, der seine Gegenspieler richtig einzuschätzen verstand und die jeweils zielführenden Mittel geschickt einsetzte.
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Waldemar IV. Atterdag, im Exil am bayrischen Kaiserhof aufgewachsen, kam nach der Ermordung des Reichsverwesers Gerhard III. von Holstein, gegen dessen hartes Regime er geschickt die Erbitterung geschürt hatte, zurück und wurde 1340 König von Dänemark. Er errichtete mit geschicktem Taktieren und nach jahrelangen erbitterten Kriegen die königliche Herrschaft neu, gewann nach und nach alle Gebiete zurück, zuerst Fünen und Seeland, das Hauptinsel wurde und erreichte den Verzicht des Vetters und Schwagers, zog 1346 nach Estland, das er dem Orden verkaufte, er zog danach ins Heilige Land. 1348/49 unterstützte er den Schwager Ludwig V. in Brandenburg gegen den "Falschen Waldemar". Er geriet bald schroff gegen die Hanse, deren Privilegien er völlig mißachtete und gegen die er als erster dänischer König die Holländer auszuspielen versuchte. Er gewann 1360 die schwedischen Gebiete Schonen, Halland und Blekinge zurück und eroberte 1361 Öland und Gotland, wobei Visby am 27.7.1361 erobert und schwer gebrandschatzt wurde, womit dessen Niedergang als wichtige Ostsee-Hansestadt begann. Er provozierte damit 1361-1362 den ersten Krieg mit der Hanse. Er vernichtete 1362 die Hanseflotte unter Johann Wittenborg bei Helsingborg und reiste 1363/64 hilfesuchend durch Europa und bahnte die bedeutsame Union Dänemark-Norwegen an. Dänemark war vorher immer mit Norwegen verfeindet. 1362 verwüstete die "Manndränke"-Sturmflut Teile Jütlands. Er stellte alte Lehensverhältnisse über Rügen wieder her, indem er 1359 den Herzog von Pommern damit belehnte. 1367-1370 zweiter Krieg gegen eine drückende Koalition. Er verließ nach der vollständigen Niederlage seiner Streitkräfte das Land bis 1371, der Reichsrat unter Henning von Putbus unterzeichnete am 24.5.1370 den Frieden von Stralsund: Höhepunkt der Hanse, die alle Privilegien erzwang, für 15 Jahre vier Sundschlösser (Malmö, Helsingborg, Skanör, Falsterbo) und deren Einnahmen bekam und ein Mitspracherecht bei Königswahlen erhielt. Waldemar besiegelte den Frieden nie mit seinem großen Reichssiegel und versuchte bis zuletzt eine Revision zu erreichen. Er lebte sich bald mit seiner Frau auseinander, soll nach der Überlieferung seine berühmte Tochter Margarete nur aus Versehen gezeugt haben in der Meinung, er schlafe einer seiner vielen Geliebten bei. Er mochte daher Margarete gar nicht: er soll gesagt haben, er bedaure, sie nicht als Kind ermordet zu haben. Auch im Hinblick auf andere Personen soll er entsprechendes Bedauern ausgesprochen haben, was seine Neigung zu Härte und Brutalität offenbarte, was typisch für die meisten ULFINGER war. Er besaß daneben beste Herrschereigenschaften und königliche Ausstrahlung, dazu auch starke hedonistische Neigungen.
 
 
 
 

um 1340
  oo Heilwig von Schleswig, Tochter des Herzogs Erich II.
             - um 1374            Schwester König Waldemars III.
 
 
 
 

Kinder:

  Margarete I.
  20.7.1353-28.10.1412

9.4.1363
  oo Hakon VI. König von Norwegen
      1340-1.5.1380

  Ingeborg
  1.4.1347- vor 16.6.1370

 1361
  oo Heinrich I. Fürst von Mecklenburg
      um 1338-24.5.1383

  Christoph Herzog von Lolland
  um 1343-11.6.1363

  Dänischer Admiral, siegte 1362 bei Helsingborg

  Margarete
  1345-   1350

  Katharina
  1349-

  Waldemar
  1350-
 
 
 

Literatur:
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Zimmerling Dieter: Die Hanse. Handelsmacht im Zeichen der Kogge. Gondrom Verlag GmbH & Co. KG, Bindlach 1993 Seite 132, 167-171,173-176,178,181,211 -
 
 
 
 
 



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