Begraben: Ringsted, Marienkirche (jetzt St. Bendt)
Jüngerer Sohn des Königs
Waldemar I. der Große von Dänemark und der Sophie
von Nowgorod, Tochter von Fürst
Wladimir III.
Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 1948
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Waldemar II. Sejr (‚der Sieger‘), König von Dänemark
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* vor 21. März 1169, + 28. März 1241
Vordingborg
Begraben: Ringsted, Marienkirche (jetzt St. Bendt)
Sohn von König Waldemar I. und Sophia von Minsk (um 1141-1198)
1. oo 1205 Dagmar (Dragomir), + 24. Mai 1212 in Ribe,
Begraben: Ringstaed, Marienkirche (jetzt St. Bendt)
Tochter von Ottokar I. von Böhmen (+ 1230) und Adela von Meißen (+ 1211)
2. oo 1214 (Mai) Berengaria, + 27. März 1221,
Begraben: Ringstaed, Marienkirche (jetzt S. Bendt)
Tochter von Sancho I. von Portugal (1154-1211) und Dulce (+ um 1198)
Waldemar II. Sejr erscheint
als Briefzeuge am 21.März 1183 und muß daher spätestens
Anfang 1168 geboren sein. Das Friedensabkommen mit Norwegen 1170 sah vor,
dass Waldemar II. Sejr das norwegische
Herzogtum übernehmen sollte und gegebenenfalls auch das Reich, fallsKönig
Magnus (Erlingsson) ohne eheliche Kinder sterben würde.
Dieser Plan wurde nicht verwirklicht, dafür erscheint Waldemar
II. Sejr seit 1183 in Dänemark als Herzog, 1189
als 'dux Daciae'. Es ist nicht ganz klar, ob der Herzogstitel sich
schon in den 1190-er Jahren auf Schleswig und nicht auf Dänemark bezog;
als König führte
Waldemar II. Sejr 1202-1214
neben dem Königstitel die Titel 'dux Jutiae et dominus Nordalbingiae'.
Nachdem FRIEDRICH II. die dänischen
Eroberungen nördlich der Elbe und der Elde abgetreten hatte (Jahreswende
1214/15), wurden diese - wie das 1219 eroberte N-Estland - dem dänischen
Reich einverleibt. Waldemar II. Sejr
führte daher seit 1215 nur mehr den Königstitel.
Es gelang Waldemar II. Sejr
1192,
durch die Gefangennahme des aufständischen Bischofs
Waldemar von Schleswig die Erhebung zu unterdrücken; in
den 1190-er Jahren leitete er eine Expansionspolitik gegen Holstein ein.
1201 unterstellte sich Lübeck der dänischen Oberhoheit, und 1203
war die dänische Eroberung N-Albingiens abgeschlossen. Als Waldemars
II. Bruder Knud VI. am 12.
November 1202 kinderlos verstarb, wurde Waldemar
II. Sejr nicht zuletzt wegen seines Herzogsamtes und seiner
militärischen Erfolge mit Selbstverständlichkeit als Nachfolger
anerkannt; Weihnachten 1202 wurde er im Dom von Lund gekrönt.
Durch die Eroberung Holsteins war die ganze südwestliche
Ostseeküste bis Preußen unter dänische Herrschaft gekommen;
eine dänische Kolonisation von Bedeutung scheint aber nicht stattgefunden
zu haben. Dafür bestand aber schon seit der Zeit Knuds
VI. Interesse an einer Gründung von Stützpunkten an
den Handelswegen im inneren Ostseeraum, was zu Feldzügen gegen Ösel
1206, Preußen 1210 und Estland 1219 und zur dänischen Etablierung
in N-Estland führte.
Im Mai 1223 wurden Waldemar
II. Sejr und sein gleichnamiger Sohn und Mit-König von
Graf Heinrich von Schwerin überfallen und gefangengenommen; mit Einverständnis
FRIEDRICHS II. bildete sich schnell eine antidänische Koalition
norddeutscher Fürsten. Verhandlungen im Jahr 1224 erreichten kein
endgültiges Ergebnis, dafür konnte die Fürstenkoalition
im Januar 1225 das prodänische Heer bei Mölln schlagen. Durch
den endgültigen Vertrag (November 1225) wurde die S-Grenze Dänemarks
wieder an der Eider und der Levensau festgelegt; Waldemar
II. Sejr mußte für sich und seinen Sohn Lösegeld
zahlen, behielt aber Rügen. Nach der Befreiung der beiden Fürsten
(1226) versuchte Waldemar II. Sejr,
die verlorenen Gebiete mit Heeresmacht zurückzugewinnen, wurde aber
in der Schlacht von Bornhöved (22. Juli 1227) geschlagen. Er unternahm
keine weiteren Eroberungsversuche in N-Deutschland und konzentrierte sich
nunmehr stärker auf Estland. Nach langjährigen Kämpfen wurde
das Land zwischen Dänemark und dem Deutschen Orden geteilt (Vertrag
von Stensby, 1238).
In seiner Außenpolitik betrieb Waldemar
II. Sejr eine Politik des Gkeichgewichts gegenüber der
stärksten Macht in Deutschland. In diesem Zusammenhang sind auch die
guten Beziehungen zum Papst zu sehen, der ihn in der deutschen Politik,
in den baltischen Kreuzzügen und in der Ehefrage von
Waldemars II. Schwester Ingeborg
(oo Philipp II. Augustus von Frankreich)
unterstützte. In Norwegen und Schweden bemühte sich Waldemar
II. Sejr, durch eine (auch militärische) Interventionspolitik
(zum Beispiel Norwegen 1204) den dänischen Einfluß zu stärken.
Die Herrschaft Waldemars II.
Sejr war in Dänemark so gefestigt, daß Waldemar
II Sejr 1218 seinen gleichnamigen Sohn krönen konnte. Nach
dessen Tod 1231 wurde sein zweiter Sohn Erik IV.1232
zum Mit-König gekrönt; die jüngeren Söhne wurden mit
Lehen versorgt. Innenpolitisch war die Zeit nach 1227 eine fruchtbare Reformzeit:
Die Verwaltung Waldemars II. Sejr verschaffte
sich Überblick über die königlichen Einkünfte ab 1231
(Erdbuch Waldemars II.), und zehn Jahre später, wenige Wochen vor
Waldemars II. Tod, wurde das große
Gesetzgebungswerk für Jütland mit der Verabschiedung des Jütischen
Rechts (Jyske Lov) abgeschlossen.
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Waldemar II. der Sieger
stand gegen den bischöflichen Vetter Waldemar
und
hatte schon unter der Regierung seines Bruders Knut
VI. großen Anteil an der Eroberung von Holstein, das er
1201 mit seinem Bruder in der Schlacht bei Stellau eroberte. Er wurde 1202
König
von Dänemark, half Kaiser OTTO IV.
im Thronkrieg und eroberte Mecklenburg, Pommern, Pommerellen dazu, Lübeck
und Hamburg anerkannten seine Schutzhoheit. Er ging 1212 zu Kaiser
FRIEDRICH II. über und erreichte 1214 im Vertrag von Metz
die Anerkennung seiner Eroberungen. Er begann 1219 mit der Eroberung von
Estland; bei diesem ersten Feldzug entstand die Legende vom "Danebrog",
dem dänischen Banner. Er markierte damit einen weiteren dänischen
Machthöhepunkt, griff jahrelang in norwegische und schwedische Thronkriege
ein, unterstützte in Norwegen die "Bagler" und in Schweden seinen
Schwager. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen wurde er am 6.5.1233 auf
Lyö bei Fünen von seinem Vasallen, Heinrich von Schwerin, überfallen,
mit seinem Sohn Waldemar gefangengenommen
und auf Schloß Dannenberg an der Elbe gebracht, womit die dänische
Großmachtstellung zusammenbrach. Erst im November 1225 verständigte
er sich mit dem Grafen von Schwerin dahin, dass dieser ihn für eine
beträchtliche Summe, außerdem für den Verzicht auf Nordalbingen
und Mecklenburg die Freiheit gab. Holstein, Hamburg und Lübeck hatten
sich inzwischen schon selbst befreit, wurden jetzt aber von Waldemar,
der den Vertrag nicht hielt, erneut angegriffen. Da verbanden sich alle
bedrohten Feudalherren und die Aufgebote der Städte und brachen in
der Schlacht bei Bornhöved am 22.7.1227 die dänische Vorherrschaft
im Ostseeraum, das außer Rügen und Estland alle Eroberungen
an der südlichen Ostseeküste verlor. 1238 einigte er sich im
Vertrag von Stensby mit dem Deutschen Ritterorden wegen Estland. Er legte
die Schollenpflicht der Bauern fest, schuf das erste dänische Grundbuch
und kodifizierte 1241 das jütische Recht. In der Schlacht bei Bornhöved
hatte er ein Auge verloren.
1202
1. oo Richza von Braunschweig, Tochter des Herzogs
Heinrich der Löwe
1172- 1204
1205
2. oo Margarete von Böhmen, Tochter des Königs
Ottokar I.
-24.5.1212
1213
3. oo Berengaria von Portugal, Tochter des Königs
Sancho I.
-27.3.1221
Kinder:
1. Ehe
Niels Graf von Halland-Schwerin
- um 1219
2. Ehe
Waldemar (III.)
1209-28.11.1231
3. Ehe
Erich IV.
1216-10.8.1250
Abel
1218-29.6.1252
Christoph I.
1219-29.5.1259
Sofie
1217-3.11.1248
1236
oo Johann I. Markgraf von Brandenburg
um 1213-4.4.1266
Illegitim
Sofie
- vor
1241
oo Heinrich Burwin II. Fürst von Mecklenburg
- 1278
von Helene Guttormsdotter
Knut
1211-15.10.1260
oo Hedwig
-
Literatur:
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Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer
Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 133,139,140 - Stürner,
Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und
Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 170,185,197
- Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König
Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 23-26,202-206,210-212,
214,224-226,236,245,247,249 A,250 A,251,302-306,309-312,313 A,314-320,324,354,357
- Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 24-26,216,223,225,235,238,347,377,419-445,480,503,504,506-508,
509 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte,
Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker
& Humblot Leipzig 1873, Seite 183,242,244,245,272-276,301,400-404,441-451,464,564
- Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte,
Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker
& Humblot Leipzig 1873, Seite 114-116,151,152,210,268,369,386-389,398,399,442,460,461
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