Sven III. Grate                                      König von Dänemark (1147-1157)
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    -23./28.10.1157 gefallen
 

Einziger Sohn des Königs Erich II. Emune von Dänemark und der Malmfried von Kiew, Tochter von Großfürst Mstislaw I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 343
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Sven III. (Sven Grathe, auch Petrus), König von Dänemark
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* spätestens 1120 (erstmals belegt 1135), + 23. Oktober 1157

Unehelicher Sohn von König Erich II. (+ 1137) und Thunna

oo um 1152 Adela, Tochter von Konrad, Markgraf von Meißen

Durch die Doppelwahl nach der Abdankung Erichs III. (1146) wurde Sven III. zum König erhoben (als solcher anerkannt nur in Seeland und Schonen), wohingegen sein Konkurrent Knud, der Sohn des Magnus, des Mörders von Herzog Knud Laward, in Jütland Anerkennung fand. Sven III. förderte die Kanonisation Knud Lawards (1146, 1148), band dessen Sohn Waldemar an sich (Einsetzung zum 'praefectus' von Schleswig) und nahm am Wendenkreuzzug als Anführer des Schleswigschen Aufgebotes teil (Knud befehligte dagegen die Jütländer).
Im Bündnis mit dem SCHAUENBURGER Adolf II., Graf von Holstein, wehrte Sven III. mehrere Angriffe seines Gegners Knud gegen Seeland ab (1146/47,1150) und bemühte sich (wie andererseits aber auch Knud) um die Unterstützung des deutschen Königs KONRAD III. und seines Nachfolgers FRIEDRICH BARBAROSSA, der schließlich aber Sven III. mit Dänemark belehnte (Merseburg, 1152). Sven III. verstand es aber nicht, seine Macht zu festigen (Opposition gegen seine harten Steuerforderungen, in Schonen Streitigkeiten mit Erzbischof Eskil.
1153 vollzog Waldemar einen Parteiwechsel und ließ sich 1154 gemeinsam mit Knud vom Viborger Landesding als König huldigen. Sven III. betrieb im Exil (am Hofe seines Schwiegervaters, bis 1156) mit Hilfe Heinrichs des Löwen seine Rückkehr (Festlegung einer Dreiteilung Dänemarks, durch die Sven III. Schonen zurückerhielt). Im Handstreich (9. August 1157) suchte er seine Rivalen auszuschalten: Knud fand den Tod, aber Waldemar überlebte verwundet und konnte Sven III. auf der Heide von Grathe in Jütland besiegen. Die Regierung des auf der Flucht erschlagenen Sven III. war so stark vom Bürgerkrieg bestimmt, daß sich kein rechtes Bild von seinen Regierungshandlungen gewinnen läßt.
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Sven III. Grate wurde 1147 nach ständigen Bürgerkriegen König von Dänemark. Er führte weitere Kriege gegen die Vettern, die ihn 1152 durch Vermittlung von Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA anerkannten und Vasallen wurden. Er herrschte direkt in Jütland und S-Schweden, stand gegen Holstein, das seinen Vetter Knut V. förderte. Er führte viele Heerfahrten und Plünderungszüge durch, machte 1147 den "Wendenkreuzzug" Heinrichs des Löwen mit, der ihn förderte und war vor 1152 zeitweise Geisel bei König KONRAD III. Er wurde von Knut V. verjagt und kam mit Hilfe Heinrichs des Löwen zurück. Er mußte erneut eine Reichsteilung anerkennen und ermordete bei diesen Verhandlungen Knut V., Waldemar I. entkam schwer verwundet. Sven fiel kurz danach gegen ihn auf der Grataheide.

Jordan Karl: Seite 37,39,46,49,50,60-61
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"Heinrich der Löwe"

Auch in Dänemark, wo es nach dem Tode des Königs Erich Lamm im Jahre 1146 zu Thronstreitigkeiten zwischen dem Prinzen Sven und seinem Vetter Knut gekommen war, fand die Predigt zum Kreuzzug gegen die Wenden ein starkes Echo. Beide Fürsten schlossen zunächst Frieden und stellten eine Flotte gegen die Slawen auf.
Etwa zur gleichen Zeit (1148) wurde Holstein in die dänischen Thronwirren hineingezogen, die nach dem Ende des Wendenkreuzzuges zwischen Sven und Knut wieder mit aller Schärfe ausgebrochen waren. Beide Rivalen versuchten, Graf Adolf für sich zu gewinnnen. Dieser entschied sich für Knut, der ihn dafür mit Besitzungen - wohl im Gebiet von Schleswig - belehnte. Sven antwortete mit einem Plünderungszug nach Wagrien; Etheler, ein aus seiner Heimat vertriebener Dithmarscher, leistete ihm dabei Hilfe und konnte einen Teil des holsteinischen Adels für sich gewinnen. Oldenburg wurde in Brand gesteckt und der ganze Küstenstreifen verheert; auch die Siedlung am Fuße des Segebergs wurde abermals verwüstet. Der Graf von Holstein ging jetzt zum Angriff gegen Sven und Etheler vor. Die Kämpfe zogen sich im Gebiet zwischen Schleswig und Rendsburg noch eine Zeitlang hin. Als Etheler in einem Gefecht fiel, fanden sie ihr Ende.
In Dänemark waren inzwischen die Thronstreitigkeiten zwischen Sven und Knut weitergegangen. Dabei hatte sich Sven durchgesetzt. Knut hatte das Land verlassen müssen und in Sachsen zunächst bei Heinrich dem Löwen und dann bei Hartwig von Bremen um Hilfe nachgesucht. Seine wiederholten Versuche, wenigstens Jütland in seine Hand zu bringen, schlugen fehl. Nachdem er im Jahre 1151 erneut an der Mildau unweit von Husum von Sven und dem jetzt mit ihm verbündeten Prinzen Waldemar, dem Sohne Knut Lawards, besiegt worden war, begab er sich erneut an den Hof Heinrichs des Löwen. Sven seinerseits nahm Verbindung mit Erzbischof Hartwig von Bremen und den ASKANIERN auf. Beide Prätendenten wandten sich aber auch in Schreiben an KONRAD III., den sie als Kaiser anredeten, um seine Gunst zu gewinnen. Der König war aber nicht mehr in der Lage, im dänischen Thronstreit eine Entscheidung zu treffen und dadurch die seit den Tagen LOTHARS III. bestehende Lehsnhoheit des Reiches gegenüber Dänemark wieder in aller Form zur Geltung zu bringen.
Der Merseburger Reichstag brachte aber eine Entscheidung in den dänischen Thronstreitigkeiten. Beide Rivalen waren geladen und erschienen: Sven in Begleitung des Erzbischofs Hartwig, Knut unter dem Geleit Heinrichs des Löwen. Durch einen Schiedsspruch wollte FRIEDRICH BARBAROSSA einen Ausgleich zwischen den Widersachern erreichen. Knut, der sich in Dänemark nicht hatte durchsetzen können, mußte auf seine Ansprüche auf den Thron verzichten, indem er dem deutschen König ein Schwert übergab. Sven wurde mit dem gleichen Symbol mit Dänemark belehnt und leistete dem deutschen Herrscher die Dienste eines Vasallen und den Treueid. Dieser setzte ihm eine Königskrone aufs Haupt; bei der feierlichen Pfingstprozession trug Sven das Reichsschwert vor dem König einher. Die Lehnshoheit des Reiches gegenüber Dänemark wurde damit in aller Form erneuert. Knut wurde mit einzelnen Landschaften in Dänemark, vor allem auf Seeland, abgefunden. Auch Prinz Waldemar, der ebenfalls am Reichstag teilnahm, erhielt eine Provinz des Landes, wahrscheinlich das Gebiet von Schleswig.
Die Regelung, die FRIEDRICH im Jahre 1152 auf dem Merseburger Reichstag für Dänemark getroffen hatte, hatte dem Land keinen Frieden gebracht. Bald zeigte sich, dass Sven seinen Aufgaben als König nicht gewachsen war. Schon im nächsten Jahr mußte er die Hilfe des Sachsen-Herzogs gegen die Slawen erbitten, die die dänischen Küsten plünderten. Gegen eine Summe von 1.500 Pfund Silber, die er dem Herzog zahlte, hoffte er dessen militärische Unterstützung zu finden. Durch einen unglücklichen Feldzug, den Sven im Winter 1153/54 gegen Schweden unternahm, und durch sein unpopuläres Regiment im Lande verschlechterte er seine Lage noch mehr. Seine beiden Rivalen Knut und Waldemar verbündeten sich gegen ihn; auch der einflußreiche Erzbischof Eskil von Lund schloß sich Svens Gegnern an. Im Jahre 1154 mußte Sven Dänemark verlassen und bei seinem Schwiegervater Markgraf Konrad von Meißen Zuflucht suchen. Erst nach zweijährigem Exil machte er den Versuch, sein Königreich wiederzuerobern.
Für dieses Vorgehen suchte und fand er Unterstützung bei Heinrich dem Löwen. Wenn der Herzog sich jetzt entschloß, seine bisherige Zurückhaltung in den dänischen Thronstreitigkeiten aufzugeben und mit einem großen Heer, bei dem sich auch slawische Hilfstruppen befanden, gegen Ende des Jahres 1156 nach Jütland vorzustoßen, so war dabei nicht nur die Tatsache bestimmend, dass ihm Sven wiederum eine größere Geldsumme versprach. Er handelte dabei zweifellos auch im Einvernehmen mit FRIEDRICH I., der ihm seit dem Jahre 1154 im Nordfen des Reiches weitgehend freie Hand ließ. Er ging dabei auch ausdrücklich im Einvernehmen mit Hartwig von Bremen und anderen sächsischen Fürsten vor, die den Herzog bei seiner Rückkehr nach Sachsen ausdrücklich um Hilfe für Sven baten. Nachdem das Dänewerk - vielleicht durch Verrat oder Bestechung - in die Hände des Heeres gefallen war, nahm man die Stadt Schleswig ein. Durch eine Kontribution, die er von ihr erhob, hielt sich Heinrich der Löwe für die Kosten des Feldzugs schadlos, während Sven russische mit Pelzwerk beladene Schiffe im Hafen plünderte und dadurch dem Handel von Schleswig schweren Schaden zufügte. Auf dem Weitermarsch eroberten beide noch die Stadt Ripen und drangen bis in die Gegend von Hadersleben vor. Nachhaltige Erfolge konnten sie jedoch nicht erringen; entgegen den Zusagen Svens fand das Heer im Lande keine Unterstützung. Sein Gegner Knut scheint sogar mit den Slawen im Heer des Herzogs Kontakt aufgenommen zu haben. Um nicht in eie gefährliche Lage zu kommen, entschloß sich deshalb Heinrich, im Januar 1157 unter Mitnahme von Geiseln aus den beiden eroberten Städten nach Sachsen zurückzukehren. Als Sven in den nächsten Monaten den Plan faßte, Dänemark mit einer wendischen Flotte zu erobern, befahl der Herzog lediglich den Slawen in Wagrien und Mecklenburg, Sven dabei Hilfe zu leisten. Im August des Jahres 1157 fiel Knut bei einer Zusammenkunft der drei Thronprätendenten in Roskilde einem Mordanschlag Svens zum Opfer. Waldemar entkam dem Blutbad, sammelte ein Heer und konnte im Oktober in der Schlacht auf der Gratheheide bei Viborg seinen Gegner vernichtend schlagen; auf der Flucht wurde Sven getötet.
 
 
 
 

 1152
  oo 1. Adelheid von Wettin, Tochter Konrads I. von Meißen
                 -

     2. oo Adalbert Graf von Ballenstedt
                    - um 1173
 
 
 
 

Kinder:

  Luccardis
         -

 um 1180
  oo Berthold V. von Andechs Herzog von Meranien
              -14.12.1188

  Sohn
          - jung
 
 
 
 

Literatur:
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Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 284,299-302,324 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag 1993 Seite 37,39,46,49,50,60-61 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 38,286,298 -
 
 
 
 
 



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