Margarete I.                                          Königin von Dänemark (1387-1412)
----------------                                        Königin von Norwegen (1388-1412)
20.7.1353-28.10.1412                           Königin von Schweden (1389-1412)
Syborg    Flensburg

Begraben: Soro, Klosterkirche, 1413 in Roskilder Dom überführt
 

Jüngere Tochter des Königs Waldemar IV. Atterdag von Dänemark und der Heilwig von Schleswig, Tochter von Herzog Erich II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 234
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Margarete (Margarethe), Königin von Norwegen, Reichsverweserin von Dänemark seit 1387
------------------------------                                    in Norwegen und Schweden seit 1388 und bis 1397
* 1353, + 28. Oktober 1412
              bei Flensburg

Begraben: Soro, Klosterkirche, 1413 in Roskilder Dom überführt

2. Tochter von König Waldemar IV.‚Atterdag‘ und Königin Hedwig (+ um 1374)

  oo April 1363 König Hakon VI. von Norwegen (1349-1380)
                      Sohn von König Magnus Eriksson von Norwegen und Schweden (1316-1374) und Königin Blanca von Namur (+ 1363)

Nach ihrer Heirat kam Margarete nach Norwegen, wo Merete Ulvsdatter, Tochter der heiligen Brigitta, ihre Hofmeisterin wurde. 1370 wurde ihr Sohn Olav (dänisch Oluf) geboren. Nach dem Tode König Waldemars waren Margarete und ihr Neffe Albrecht von Mecklenburg die nächsten Erben am dänischen Thron. Margarete nahm den Titel „Tochter und Erbin König Waldemars“ an, gab ihn aber auf, als ihr Sohn 1376 zum König von Dänemark gewählt wurde. Nach dem frühen Tod Hakons erbte Olav den Thron Norwegens; während seiner Minderjährigkeit leitete Margarete die Außenpolitik Norwegens und die dänischen Regierungsgeschäfte. 1385 wurde Olav volljährig (+ bereits am 3. August 1387). Es gelang Margarete und Olav, die schonischen Burgen 1385 von den Hansestädten zurückzugewinnen, doch in der Frage des Herzogtums Schleswig erkannten sie, daß die Kräfte Dänemarks für eine Auseinandersetzung mit den Grafen von Holstein unzulänglich waren; so wurde Graf Gerhard VI. 1386 mit Schleswig belehnt. Schon nach der Personalunion 1380 zwischen Norwegen und Dänemark und spätestens 1385 muß Margarete eine nordische Union mit Schweden erzielt haben, denn in diesem Jahr nahm Olav den Titel "rechter Erbe von Schweden" an.
Sofort nach Olavs Tod empfing Margarete in Dänemark die Huldigung als Reichsverweserin, im Februar 1388 wurde ihr auch Norwegen, das die Ansprüche des MECKLENBURGERS nicht anerkannte, gehuldigt. Im März 1388 einigte Margarete sich mit der Magnatengruppe, die der 1386 verstorbene schwedische Drost als Testamentsvollstrecker eingesetzt hatte und die etwa die Hälfte des Reiches verwaltete; auch hier wurde Margarete als Reichsverweserin anerkannt. Im Krieg mit König Albrecht von Schweden wurde letzterer gefangengenommen (Asle, 24. Februar 1389); nur Stockholm hielt danach noch zum König. Im selben Jahr wurde Margaretes Großneffen Bogislaw von Pommern (* 1382) als König Norwegens gehuldigt, er wurde von Margarete adoptiert und nahm den Namen Erik (Erich VII. 'von Pommern') an.
Die mecklenburgischen Verwandten Albrechts unterstützten den Kaperkrieg der Vitalienbrüder, der aber nicht nur die Untertanen Margaretes schädigte. Unter hansischer Vermittlung wurde 1395 der Lindholmer Vertrag geschlossen, der Albrecht die Freiheit zurückgab und nach einer dreijährigen Periode Stockholm an Schweden zurückkehren ließ. Erich erhielt 1396 in Schweden und Dänemark die Huldigung und wurde im folgenden Jahr (17. Juni 1397) in Kalmar gekrönt. Margarete erhielt die formelle Generalquittung ihrer Amtsführung, blieb aber bis zu ihrem Tode die eigentliche Leiterin der Regierung.
Margaretes Politk hatte zum Hauptziel, verlorengegangene Provinzen wiederzugewinnen und die Ressourcen der Krone zu verbessern. So fanden sowohl in Schweden als auch in Dänemark Rekuperationen von Gütern statt, in Schweden und ebsonders in Finnland wurden Adelspatente überprüft. Stockholm kehrte 1398 an Schweden zurück, doch Gotland wurde im gleichen Jahr vom Deutschen Orden besetzt. Erst 1408 gelang es Margarete gegen Geld, die Insel zurückzugewinnen. Im letzten Lebensjahr Margaretes erhob die dänische Regierung Ansprüche auf Estland, was sich mehrmals im Laufe des 15. Jh. wiederholte.
In Schleswig herrschte seit 1404 die Witwe Gerhards VI., und es gelang Erich, als Vormund für ihre Söhne anerkannt zu werden. Wegen ihrer schlechten Finanzlage mußte sie mehrmals Geld gegen Sicherheiten im Lande borgen. Auf diese Weise gelang es Margarete, den größten Teil des Herzogtums unter ihre Kontrolle zu bringen; sie hatte soeben im Namen Erichs den Treueid Flensburgs empfangen (24. Oktober 1412) als sie, vielleicht an der Pest, erkrankte und vier Tage später auf ihrem Schiff starb.
Gläubige Christin, verstand es Margarete gleichwohl, die Kirche für ihre Ziele einzuspannen. Die Ernennung loyaler Mitarbeiter zu Bischöfen bedeutete die Schaffung solider Stützen im Reichsrat des betreffenden Landes. Auch nutzte Margarete die Möglichkeit, Anleihen bei der Kirche aufzunehmen, die sie öfters durch die Verleihung von Regalieneinkünften oder in Form von Schenkungen an die Kirche zurückzahlte. Ihre Gesetzgebung zur Sicherung des inneren Friedens (1396 in Dänemark und Schweden, in Norwegen zur Lebenszeit Olavs) und ihre Unterstützung der Brigittiner zeigen sie als christliche Fürstin, die ihre religiösen Ideale zu realisieren versuchte.
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Margarete I. setzte sich nach dem Tode ihres Vaters 1375 gegen den Reichsrat und die Hanse durch, wurde Regentin für ihren Sohn Olaf und verdrängte den mecklenburgischen Neffen Albrecht III., was jahrelange Thronkriege zur Folge hatte. Sie schloß 1376 endgültig Frieden mit der Hanse, die 1386 die Sundschlösser vertragsgemäß zurückgab. Sie konsolidierte als geschickte Regentin die Herrschaft, trat 1386 Schleswig den SCHAUENBURGERN als Lehen ab, um den Rücken gegen Schweden frei zu haben. Nach dem Tode ihres Sohnes wurde sie 1387 Königin von Dänemark und Norwegen und 1389 auch Königin von Schweden. In einem sehr emotional geführten Krieg besiegte Margarete am 24.2.1389 ihren Schwager Albrecht von Mecklenburg, König von Schweden, in der Schlacht bei Falköping und nahm ihn gefangen (Albrecht hatte ihr einen Wetzstein, an dem sie Nadel und Messer schleifen sollte, zugeschickt), gab ihn erst 1395 frei und gewann dadurch auch Stockholm. Sie regierte geschmeidig und einfühlsam, dazu mit kräftiger Hand und erreichte am 20.7.1397 die berühmte Union von Kalmar, wobei die drei Reiche ihre eigenen Gesetze und Verwaltungen behielten. Sie stützte sich in Schweden auf das Kloster Vadstena und die Brigittischen Traditionen, blieb trotzdem in Schweden unbeliebt, dem sie Verachtung zeigte, keine Schweden wurden belehnt außer Abraham Brodenssohn, der ihr Geliebter gewesen sein soll. Sie gewann 1407 Gotland vom Deutschen Orden zurück, begann 1409 den Krieg um Schleswig, wobei sie im Waffenstillstand von Kolding N-Schleswig bis Flensburg gewann. Norwegen sank zum Nebenland herab.
Margarete bestimmte den Enkel ihrer Schwester Ingeborg, Erich XIII. von Pommern-Stolp, zum Nachfolger für alle drei Reiche, die künftig vereint bleiben sollten. Sie starb auf einem Schiff im Flensburger Hafen.

Frauen der Weltgeschichte: Seite 310
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MARGARETE VON DÄNEMARK
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1353-28.X.1412

Die kunsthistorisch bedeutsame Marmorstatue auf dem Sarkophag der Margarete von Dänemark in der Domkirche von  Roskilde dürfte kaum ein lebensechtes Porträt sein, weil sie erst viele Jahre nach Margaretes Tod geschaffen wurde. Und dennoch vermittelt die Würde des Kunstwerks einen Eindruck von der einzigartigen Größe jener Frau, die in der langen Geschichte ihres Landes als einzige den Königsthron innegehabt und ihm auch zugleich die größte Machtentfaltung gebracht hat. Margarete wurde als Tochter Waldemars IV. geboren und mit 10 Jahren König Haakon Magnusson von Norwegen und Schweden verheiratet. Durch andauernde Machtkämpfe zwischen Adel und Königtum gezwungen, lebte sie vorerst ganz in Norwegen, übernahm nach dem frühen Tode ihres Mannes im Jahre 1380 die Regentschaft über ihren einzigen Sohn Oluf und führte sie nach dessen Ableben selbständig weiter. Die Niederlage und die Gefangenschaft ihres Gegners und Rivalen auf dem schwedischen Thron, Albrechts von Mecklenburg, der dank der Vitalienbrüder und nicht zuletzt auch unter dem Einfluß der Deutschen Hanse im Norden Fuß gefaßt hatte, schufen die Voraussetzungen für jene berühmste Kalmarer Union vom Jahre 1387, in der zum ersten und zum einzigen Male alle drei skandinavischen Staaten unter einer einheitlichen Führung zusammen geschlossen wurden. Diese Union darf als Grundlage für all das Gemeinsame und Unzerstörbare bewertet werden, das noch in der Gegenwart die nordischen Staaten miteinander verbindet. Margarete von Dänemark war eine der größten Frauen und Fürstinnen, die der Norden jemals der Welt geschenkt hat. Das Grab in der Domkirche von Roskilde ist eine Wallfahrtsstätte der europäischen Kultur.
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9.4.1363
  oo Hakon VI. König von Norwegen
      1340-1.5.1380
 
 
 
 

Kinder:

  Olaf II. (IV.)  König von Dänemark (1375-1387)
  1370-3.8.1387   König von Norwegen (1380-1387)
 
 
 
 

Literatur:
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Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 383-419 - Zimmerling Dieter: Die Hanse. Handelsmacht im Zeichen der Kogge. Gondrom Verlag GmbH & Co. KG, Bindlach 1993 Seite 182,248,277,298 -
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Schnith Karl: Seite 383-419
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"Frauen des Mittelalters in Lebensbildern"

Erich Hoffmann

KÖNIGIN MARGARETHE VON DÄNEMARK
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* 1352, + 28.10.1412
             an Bord eines Schiffes im Flensburger Hafen

Grabstätte: Dom zu Roskilde

Eltern:
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Waldemar IV. König von Dänemark (1340-1375) und Heilwig, Tochter Herzog Erichs II. von Schleswig
 

  oo 9.4.1363 zu Kopenhagen
      HAKON VI., König von Norwegen (1355-1380)
      * 1339, + 1380

Eltern:
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König Magnus Eriksson von Schweden und Norwegen (1319-1363/74) und Blanka von Navarra

Margarethe wurde zu unbekannten Datum im Jahre 1352 geboren. Ihr Vater war der dänische König Waldemar IV., ihre Mutter Heilwig war die Tochter Herzog Erichs II. von Schleswig. Obwohl die Familien beider Ehepartner Glieder nahverwandter Zweige des dänischen Königshauses waren, hatte seit vielen Jahrzehnten zwischen beiden Familien harte Feindschaft bestanden, da die königliche Christoph-Linie die herzogliche Abel-Linie vom Thron verdrängt hatte. Dieser Streit war einer der Gründe für die tiefe Krise des dänischen Reiches, die zwischen 1332 und 1340 zu einem Interregnum führte, das erst durch die Rückkehr Waldemars IV. nach Dänemark und seine Thronerhebung (1340) beseitigt wurde. Durch die Eheschließung mit Heilwig beendete Waldemar den verderblichen langjährigen Streit mit dem Abel-Geschlecht.
Auch mit diesem fähigen bisherigen Gegner, Albrecht II. von Mecklenburg, kam Waldemar zu einem guten Verhältnis und verabredete für die Zukunft eine Heirat zwischen Albrechts Sohn Heinrich und Waldemars ältester Tochter Ingeborg. Schon vorher hatte sich Waldemar IV. auch dem schwedisch-norwegischen König Erik Magnusson verbündet, der sich häufig mit einer starken schwedischen Adelsopposition auseinandersetzen mußte undd er sich vom Dänen-König Hilfe erhoffte. In diesem Zusammenhang wurde eine Ehe zwischen Eriks Sohn und Mitregent für Norwegen, Hakon VI. und Waldemars jüngerer, noch unmündiger Tochter Margarethe verainbart.
In schwieriger Lage beugten sich nun die Könige Erik und Hakon, nicht gerade den ritterlichen Idealen und Tugenden des Zeitalters entsprechend, den harten Tatsachen und arrangierten sich mit dem Sieger trotz der Überfälle auf Schonen und Gotland. Sie waren nun auch dazu bereit, den von ihnen während des Krieges gekündigten Ehevertrag für Margarethezu erneuern. Am 9.4.1363 wurde ihre Hochzeit mit Hakon VI. mit großem Gepränge vollzogen.
Von hier aus gesehen wird eine der wenigen Nachrichten, die für seine Ehe mit Margarethe vorliegen, verständlich. Denn bis zum Jahre 1370 wissen wir nur sehr wenig über die frühen Jahre Margarethes als Gemahlin des norwegischen Königs. Sie war bereits im kindlichen Alter mit Hakon verbunden worden - die politische Notwendigkeit gebot dies. Die ersten Jahre, die sie nach der Hochzeit in Norwegen verlebte, waren daher der Eingewöhnung in die Verhältnisse des anderen Landes und der Vorbereitung auf ihre Aufgaben als Gemahlin eines Königs gewidmet. Ihre Ausbildung wurde Merete Ulfsdotter, der Tochter des schwedischen Adligen Ulf Gudmarsson und seiner Frau, der - späteren - Heiligen Brigitta, übertragen. Im Jahre 1370 stand die junge siebzehnjährige, herangewachsene Königin in Erwartung eines Kindes (des späteren norwegischen und dänischen Königs Olaf). Zu dieser Zeit sandte Margarethe im Herbst 1369 oder 1370 einen Brief von der königlichen Burg Akershus an ihren abwesenden Gemahl, um Hilfe in schwierigen Zeitläufen zu erhalten.
Am 25.10.1375 starb Waldemar auf Schloß Gurre. Dem Thron standen nun am nächsten seine Enkel, die Söhne seiner beiden Töchter: Albrecht IV., der Sohn Ingeborgs und Herzogs Heinrichss III. von Mecklenburg als der ältere und Olaf, der Sohn Margarethes und Hakons von Norwegen als der jüngere.
Sofort nach dem Tode des Vaters reiste sie in die Heimat. Bald erkannte sie, daß große Teile des Adels, vor allem des Reichsrates, der Thronfolge Olafs positiv gegenüberstanden. Gemeinsam mit ihrem Gemahl Hakon VI., der noch im Dezember 1375 in Dänemark eintraf, bemühte sie sich darum, vor allem die wichtigsten Mitglieder des Reichsrates durch Landschenkungen, Privilegienverleihungen und Versprechungen für sich zu gewinnen. Margarethe verfügte bei ihren Schenkungen und Verleihungen ohne jeden Skrupel über das dänische Reichsgut, obwohl sie keinerlei Herrschaftsrechte im Lande besaß. Sie bezeichnete sich in den von ihr ausgestellten Urkunden nicht nur mit dem ihr zustehenden Titel einer Königin (das heißt Gemahlin des Königs) von Norwegen, sondern auch als regina Daciae oder filia et haeres Waldemari.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



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