Begraben: Soro, Klosterkirche, 1413 in Roskilder Dom überführt
Jüngere Tochter des Königs
Waldemar IV. Atterdag von Dänemark und der Heilwig
von Schleswig, Tochter von Herzog Erich II.
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 234
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Margarete (Margarethe), Königin von Norwegen, Reichsverweserin
von Dänemark seit 1387
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in Norwegen und Schweden seit 1388 und bis 1397
* 1353, + 28. Oktober 1412
bei Flensburg
Begraben: Soro, Klosterkirche, 1413 in Roskilder Dom überführt
2. Tochter von König Waldemar IV.‚Atterdag‘ und Königin Hedwig (+ um 1374)
oo April 1363 König Hakon VI. von Norwegen
(1349-1380)
Sohn von König Magnus Eriksson von Norwegen und Schweden (1316-1374)
und Königin Blanca von Namur (+ 1363)
Nach ihrer Heirat kam Margarete
nach Norwegen, wo Merete Ulvsdatter, Tochter der heiligen Brigitta, ihre
Hofmeisterin wurde. 1370 wurde ihr Sohn Olav
(dänisch Oluf) geboren. Nach dem
Tode König Waldemars waren Margarete
und ihr Neffe Albrecht von Mecklenburg die
nächsten Erben am dänischen Thron. Margarete
nahm den Titel „Tochter und Erbin König Waldemars“ an, gab
ihn aber auf, als ihr Sohn 1376 zum König von Dänemark gewählt
wurde. Nach dem frühen Tod Hakons
erbte Olav den Thron Norwegens; während
seiner Minderjährigkeit leitete Margarete
die Außenpolitik Norwegens und die dänischen Regierungsgeschäfte.
1385 wurde Olav volljährig (+
bereits am 3. August 1387). Es gelang Margarete
und Olav, die schonischen Burgen 1385
von den Hansestädten zurückzugewinnen, doch in der Frage des
Herzogtums Schleswig erkannten sie, daß die Kräfte Dänemarks
für eine Auseinandersetzung mit den Grafen von Holstein unzulänglich
waren; so wurde Graf Gerhard VI. 1386 mit Schleswig belehnt. Schon nach
der Personalunion 1380 zwischen Norwegen und Dänemark und spätestens
1385 muß Margarete eine nordische
Union mit Schweden erzielt haben, denn in diesem Jahr nahm Olav
den Titel "rechter Erbe von Schweden" an.
Sofort nach Olavs
Tod empfing Margarete in Dänemark
die Huldigung als Reichsverweserin, im Februar 1388 wurde ihr auch
Norwegen, das die Ansprüche des MECKLENBURGERS nicht anerkannte, gehuldigt.
Im März 1388 einigte Margarete
sich mit der Magnatengruppe, die der 1386 verstorbene schwedische Drost
als Testamentsvollstrecker eingesetzt hatte und die etwa die Hälfte
des Reiches verwaltete; auch hier wurde Margarete
als
Reichsverweserin
anerkannt. Im Krieg mit König Albrecht von
Schweden wurde letzterer gefangengenommen (Asle, 24. Februar
1389); nur Stockholm hielt danach noch zum König. Im selben Jahr wurde
Margaretes
Großneffen
Bogislaw
von Pommern (* 1382) als König Norwegens gehuldigt, er
wurde von Margarete adoptiert und nahm
den Namen Erik (Erich VII. 'von Pommern')
an.
Die mecklenburgischen Verwandten Albrechts
unterstützten den Kaperkrieg der Vitalienbrüder, der aber nicht
nur die Untertanen Margaretes schädigte.
Unter hansischer Vermittlung wurde 1395 der Lindholmer Vertrag geschlossen,
der Albrecht die Freiheit zurückgab
und nach einer dreijährigen Periode Stockholm an Schweden zurückkehren
ließ. Erich erhielt 1396 in Schweden
und Dänemark die Huldigung und wurde im folgenden Jahr (17. Juni 1397)
in Kalmar gekrönt. Margarete erhielt
die formelle Generalquittung ihrer Amtsführung, blieb aber bis zu
ihrem Tode die eigentliche Leiterin der Regierung.
Margaretes Politk
hatte zum Hauptziel, verlorengegangene Provinzen wiederzugewinnen und die
Ressourcen der Krone zu verbessern. So fanden sowohl in Schweden als auch
in Dänemark Rekuperationen von Gütern statt, in Schweden und
ebsonders in Finnland wurden Adelspatente überprüft. Stockholm
kehrte 1398 an Schweden zurück, doch Gotland wurde im gleichen Jahr
vom Deutschen Orden besetzt. Erst 1408 gelang es Margarete
gegen Geld, die Insel zurückzugewinnen. Im letzten Lebensjahr Margaretes
erhob die dänische Regierung Ansprüche auf Estland, was sich
mehrmals im Laufe des 15. Jh. wiederholte.
In Schleswig herrschte seit 1404 die Witwe Gerhards VI.,
und es gelang Erich, als Vormund für
ihre Söhne anerkannt zu werden. Wegen ihrer schlechten Finanzlage
mußte sie mehrmals Geld gegen Sicherheiten im Lande borgen. Auf diese
Weise gelang es Margarete, den größten
Teil des Herzogtums unter ihre Kontrolle zu bringen; sie hatte soeben im
Namen Erichs den Treueid Flensburgs
empfangen (24. Oktober 1412) als sie, vielleicht an der Pest, erkrankte
und vier Tage später auf ihrem Schiff starb.
Gläubige Christin, verstand es Margarete
gleichwohl, die Kirche für ihre Ziele einzuspannen. Die Ernennung
loyaler Mitarbeiter zu Bischöfen bedeutete die Schaffung solider Stützen
im Reichsrat des betreffenden Landes. Auch nutzte Margarete
die Möglichkeit, Anleihen bei der Kirche aufzunehmen, die sie öfters
durch die Verleihung von Regalieneinkünften oder in Form von Schenkungen
an die Kirche zurückzahlte. Ihre Gesetzgebung zur Sicherung des inneren
Friedens (1396 in Dänemark und Schweden, in Norwegen zur Lebenszeit
Olavs)
und ihre Unterstützung der Brigittiner zeigen sie als christliche
Fürstin, die ihre religiösen Ideale zu realisieren versuchte.
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Margarete I. setzte
sich nach dem Tode ihres Vaters 1375 gegen den Reichsrat und die Hanse
durch, wurde Regentin für ihren Sohn Olaf
und
verdrängte den mecklenburgischen Neffen Albrecht
III., was jahrelange Thronkriege zur Folge hatte. Sie schloß
1376 endgültig Frieden mit der Hanse, die 1386 die Sundschlösser
vertragsgemäß zurückgab. Sie konsolidierte als geschickte
Regentin die Herrschaft, trat 1386 Schleswig den SCHAUENBURGERN als Lehen
ab, um den Rücken gegen Schweden frei zu haben. Nach dem Tode ihres
Sohnes wurde sie 1387 Königin von Dänemark und Norwegen
und 1389 auch Königin von Schweden. In einem sehr emotional
geführten Krieg besiegte Margarete am
24.2.1389 ihren Schwager Albrecht von Mecklenburg,
König von Schweden, in der Schlacht bei Falköping
und nahm ihn gefangen (Albrecht hatte
ihr einen Wetzstein, an dem sie Nadel und Messer schleifen sollte, zugeschickt),
gab ihn erst 1395 frei und gewann dadurch auch Stockholm. Sie regierte
geschmeidig und einfühlsam, dazu mit kräftiger Hand und erreichte
am 20.7.1397 die berühmte Union von Kalmar, wobei die drei Reiche
ihre eigenen Gesetze und Verwaltungen behielten. Sie stützte sich
in Schweden auf das Kloster Vadstena und die Brigittischen Traditionen,
blieb trotzdem in Schweden unbeliebt, dem sie Verachtung zeigte, keine
Schweden wurden belehnt außer Abraham Brodenssohn, der ihr
Geliebter gewesen sein soll. Sie gewann 1407 Gotland vom Deutschen Orden
zurück, begann 1409 den Krieg um Schleswig, wobei sie im Waffenstillstand
von Kolding N-Schleswig bis Flensburg gewann. Norwegen sank zum Nebenland
herab.
Margarete bestimmte
den Enkel ihrer Schwester Ingeborg,
Erich
XIII. von Pommern-Stolp, zum Nachfolger für alle drei Reiche,
die künftig vereint bleiben sollten. Sie starb auf einem Schiff im
Flensburger Hafen.
Frauen der Weltgeschichte: Seite 310
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MARGARETE VON DÄNEMARK
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1353-28.X.1412
Die kunsthistorisch bedeutsame Marmorstatue auf dem Sarkophag
der Margarete von Dänemark in
der Domkirche von Roskilde dürfte kaum ein lebensechtes Porträt
sein, weil sie erst viele Jahre nach Margaretes
Tod geschaffen wurde. Und dennoch vermittelt die Würde des Kunstwerks
einen Eindruck von der einzigartigen Größe jener Frau, die in
der langen Geschichte ihres Landes als einzige den Königsthron innegehabt
und ihm auch zugleich die größte Machtentfaltung gebracht hat.
Margarete
wurde als Tochter Waldemars IV. geboren
und mit 10 Jahren König Haakon Magnusson
von Norwegen und Schweden verheiratet. Durch andauernde Machtkämpfe
zwischen Adel und Königtum gezwungen, lebte sie vorerst ganz in Norwegen,
übernahm nach dem frühen Tode ihres Mannes im Jahre 1380 die
Regentschaft über ihren einzigen Sohn Oluf
und
führte sie nach dessen Ableben selbständig weiter. Die Niederlage
und die Gefangenschaft ihres Gegners und Rivalen auf dem schwedischen Thron,
Albrechts
von Mecklenburg, der dank der Vitalienbrüder und nicht
zuletzt auch unter dem Einfluß der Deutschen Hanse im Norden Fuß
gefaßt hatte, schufen die Voraussetzungen für jene berühmste
Kalmarer Union vom Jahre 1387, in der zum ersten und zum einzigen Male
alle drei skandinavischen Staaten unter einer einheitlichen Führung
zusammen geschlossen wurden. Diese Union darf als Grundlage für all
das Gemeinsame und Unzerstörbare bewertet werden, das noch in der
Gegenwart die nordischen Staaten miteinander verbindet. Margarete
von Dänemark war eine der größten Frauen und
Fürstinnen, die der Norden jemals der Welt geschenkt hat. Das Grab
in der Domkirche von Roskilde ist eine Wallfahrtsstätte der europäischen
Kultur.
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9.4.1363
oo Hakon VI. König von Norwegen
1340-1.5.1380
Kinder:
Olaf II. (IV.) König von Dänemark
(1375-1387)
1370-3.8.1387 König von Norwegen
(1380-1387)
Literatur:
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Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern.
Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 383-419 - Zimmerling
Dieter: Die Hanse. Handelsmacht im Zeichen der Kogge. Gondrom Verlag GmbH
& Co. KG, Bindlach 1993 Seite 182,248,277,298 -
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Schnith Karl: Seite 383-419
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"Frauen des Mittelalters in Lebensbildern"
Erich Hoffmann
KÖNIGIN MARGARETHE VON DÄNEMARK
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* 1352, + 28.10.1412
an Bord eines Schiffes im Flensburger Hafen
Grabstätte: Dom zu Roskilde
Eltern:
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Waldemar IV. König von Dänemark (1340-1375)
und Heilwig, Tochter Herzog Erichs II. von Schleswig
oo 9.4.1363 zu Kopenhagen
HAKON VI., König
von Norwegen (1355-1380)
* 1339, + 1380
Eltern:
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König Magnus Eriksson von Schweden und Norwegen
(1319-1363/74) und Blanka von Navarra
Margarethe wurde zu
unbekannten Datum im Jahre 1352 geboren. Ihr Vater war der dänische
König Waldemar IV., ihre Mutter Heilwig
war die Tochter Herzog Erichs II. von Schleswig.
Obwohl die Familien beider Ehepartner Glieder nahverwandter Zweige des
dänischen Königshauses waren, hatte seit vielen Jahrzehnten zwischen
beiden Familien harte Feindschaft bestanden, da die königliche Christoph-Linie
die
herzogliche Abel-Linie vom Thron verdrängt
hatte. Dieser Streit war einer der Gründe für die tiefe Krise
des dänischen Reiches, die zwischen 1332 und 1340 zu einem Interregnum
führte, das erst durch die Rückkehr Waldemars
IV. nach Dänemark und seine Thronerhebung (1340) beseitigt
wurde. Durch die Eheschließung mit Heilwig
beendete Waldemar den verderblichen
langjährigen Streit mit dem Abel-Geschlecht.
Auch mit diesem fähigen bisherigen Gegner, Albrecht
II. von Mecklenburg, kam Waldemar zu
einem guten Verhältnis und verabredete für die Zukunft eine Heirat
zwischen Albrechts Sohn Heinrich und Waldemars
ältester Tochter Ingeborg. Schon
vorher hatte sich Waldemar IV. auch
dem schwedisch-norwegischen König Erik Magnusson
verbündet, der sich häufig mit einer starken schwedischen Adelsopposition
auseinandersetzen mußte undd er sich vom Dänen-König Hilfe
erhoffte. In diesem Zusammenhang wurde eine Ehe zwischen Eriks
Sohn und Mitregent für Norwegen, Hakon VI.
und Waldemars jüngerer, noch unmündiger
Tochter Margarethe verainbart.
In schwieriger Lage beugten sich nun die Könige
Erik und Hakon, nicht gerade
den ritterlichen Idealen und Tugenden des Zeitalters entsprechend, den
harten Tatsachen und arrangierten sich mit dem Sieger trotz der Überfälle
auf Schonen und Gotland. Sie waren nun auch dazu bereit, den von ihnen
während des Krieges gekündigten Ehevertrag für Margarethezu
erneuern. Am 9.4.1363 wurde ihre Hochzeit mit Hakon
VI. mit großem Gepränge vollzogen.
Von hier aus gesehen wird eine der wenigen Nachrichten,
die für seine Ehe mit Margarethe
vorliegen, verständlich. Denn bis zum Jahre 1370 wissen wir nur sehr
wenig über die frühen Jahre Margarethes
als
Gemahlin des norwegischen Königs. Sie war bereits im kindlichen Alter
mit Hakon verbunden worden - die politische
Notwendigkeit gebot dies. Die ersten Jahre, die sie nach der Hochzeit in
Norwegen verlebte, waren daher der Eingewöhnung in die Verhältnisse
des anderen Landes und der Vorbereitung auf ihre Aufgaben als Gemahlin
eines Königs gewidmet. Ihre Ausbildung wurde Merete Ulfsdotter, der
Tochter des schwedischen Adligen Ulf Gudmarsson und seiner Frau, der -
späteren - Heiligen Brigitta, übertragen. Im Jahre 1370 stand
die junge siebzehnjährige, herangewachsene Königin in Erwartung
eines Kindes (des späteren norwegischen und dänischen
Königs Olaf). Zu dieser Zeit sandte Margarethe
im Herbst 1369 oder 1370 einen Brief von der königlichen Burg Akershus
an
ihren abwesenden Gemahl, um Hilfe in schwierigen Zeitläufen zu erhalten.
Am 25.10.1375 starb Waldemar
auf
Schloß Gurre. Dem Thron standen nun am nächsten seine Enkel,
die Söhne seiner beiden Töchter: Albrecht IV., der Sohn Ingeborgs
und Herzogs Heinrichss III. von Mecklenburg als der ältere
und Olaf, der Sohn Margarethes
und Hakons von Norwegen als
der jüngere.
Sofort nach dem Tode des Vaters reiste sie in die Heimat.
Bald erkannte sie, daß große Teile des Adels, vor allem des
Reichsrates, der Thronfolge Olafs positiv
gegenüberstanden. Gemeinsam mit ihrem Gemahl Hakon
VI., der noch im Dezember 1375 in Dänemark eintraf, bemühte
sie sich darum, vor allem die wichtigsten Mitglieder des Reichsrates durch
Landschenkungen, Privilegienverleihungen und Versprechungen für sich
zu gewinnen. Margarethe verfügte
bei ihren Schenkungen und Verleihungen ohne jeden Skrupel über das
dänische Reichsgut, obwohl sie keinerlei Herrschaftsrechte im Lande
besaß. Sie bezeichnete sich in den von ihr ausgestellten Urkunden
nicht nur mit dem ihr zustehenden Titel einer Königin (das heißt
Gemahlin des Königs) von Norwegen, sondern auch als regina Daciae
oder filia et haeres Waldemari.