Begraben: Limburg an der Hardt
Einzige Tochter des Königs
Knut I. der Große von Dänemark-England aus seiner
2. Ehe mit der Emma von der Normandie,
Tochter von Herzog Richard I.
Im Mai 1035 kam es zur offiziellen Verlobung der Königskinder. Obwohl ihr Vater im gleichen Jahr starb, kam es 1036 in Nymwegen zur geplanten Vermählung, wobei ein glänzendes Fest gefeiert wurde, zu dem auch eine Gesandtschaft von Gunhilds Bruder Hartaknut anreiste. Die zarte und kränkliche Gunhild hatte an der Seite der herrischen Kaiserin Gisela nicht viel zu sagen. Anläßlich ihrer Vermählung wurde sie zur Königin gekrönt und war von jetzt an gezwungen, mit dem Kaiser, mit ihrem Gemahl und seinem Gefolge zu reisen. Weihnachten feierte sie in Regensburg, ehe sie HEINRICHnach Italien folgte. Dort muß ihre Tochter Beatrix auf die Welt gekommen sein. Am 19.6.1038 begegnete man ihr letztmals in Mittelitalien; einen Monat später ist sie gestorben, als das Heer wegen der Seuche, die in der Fieberhitze Italiens grassierte, den Rückzug antreten mußte. Königin Gunhild wurde im Kloster Limburg bestattet.
Trillmich Werner: Seite 301,303,362,380
**************
"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
KONRADS II. Wahl fiel
auf Gunhild, die etwa 16-jährige
Tochter des nordischen Großkönigs und seiner Gemahlin Emma,
der normannischen Herzogstochter. Um dem wertvollen Bündnis mit dem
kriegerischen Nachbarn für lange Zeit durch eine verwandtschaftliche
Bindung an sein Haus Dauer zu verleihen, war auch KONRAD
zu Zugeständnissen bereit. Er verzichtete auf die strittige, kaum
besiedelte ottonische Mark nördlicher
der Eider. Zur eidlichen Bekräftigung der Verlobung HEINRICHSfand
sich eine Gesandtschaft Knuts auf dem Bamberger Reichstage ein. Welche
Mitgift er seiner Tochter bestimmte, ist unbekannt. Den Gepflogenheiten
der Zeit, wikingischer Freigiebigkeit und dem Range der fürstlichen
Partner entsprechend wird sie beträchtlich gewesen sein. Selbstverständlich
wurden schon jetzt kostbarste Gaben ausgetauscht. Die edlen Überbringer
empfingen nicht minder reiche Geschenke.
König HEINRICHS Eheschließung
mit Gunhild verlor durch Knuts
Tod
(+ 12.11.1035) und die sich daran anschließenden nordeuropäischen
Wirren viel von ihrem politischen Wert. Trotzdem hielt KONRAD
daran fest, da er wegen des bevorstehenden Italienzuges die Unruhe im Norden
nicht durch eine leichtfertige Herausforderung Hardeknuts
vermehren durfte. Die Hochzeitsfeierlichkeiten fanden im Juni 1036 in der
Pfalz Nymwegen statt. Der Dänenkönig ließ seine Schwester
mit ansehnlichem Gefolge, nach Wikingerart aufs kostbarste ausgestattet,
zu Schiff an den Rhein geleiten. Ihr dänischer Kapellan Tymmo folgte
ihr in die neue Heimat. Von deutschen und italienischen Großen wurde
sie herzlich empfangen. Erzbischof Pilgrim von Köln, der im Jahre
1024 Gisela und 1028 HEINRICHgekrönt
hatte, wird als eine seiner letzten Amtshandlungen am Peter und Pauls-Tage
in der Pfalzkapelle die Brautmesse für das junge Paar gefeiert haben.
Dabei erhielt Gunhildden neuen Namen
Kunigunde, um das Thronfolgerpaar als Erben des letzten
liudolfingischen
Kaiserpaares und bewußte Fortsetzer seiner politischen und religiösen
Haltung zu kennzeichnen.
HEINRICH war
seiner jungen Gemahlin in inniger Liebe zugetan. Sie war von schmächtiger
Gestalt, noch kindlich naiv, ängstlich und empfindsam. Die neue, fremde
Welt, die sich ihr auftat, schüchterte sie ein, obwohl ihr der Hof
freundliche Zuneigung entgegenbrachte. Bischof Azecho von Worms gelang
es, ihren Kummer durch väterlichen Zuspruch, Mandeln und kleine Geschenke
zu lindern. Zusammen mit Gisela blieb das junge Paar noch für mehrere
Wochen in der bequemen niederrheinischen Pfalz. Der Wormser Domherr Immo
berichtete seinem Herrn, die junge Königin sei über seine Abreise
sehr betrübt gewesen, bald danach erkrankt, aber schnell wieder genesen.
Die Kaiserin Gisela begab
sich nach Regensburg, um dort mit Sohn und Schwiegertochter den Winter
1036 zu verbringen. Gunhild mag schwanger
gewesen sein. Wohl noch in Deutschland gebar sie im folgenden Jahre Beatrix,
die einzige Tochter des Paares.
Der Rückmarsch des deutschen Heeres auf der Via
Emilia ging bei drückender Hitze wegen der vielen Malariakranken nur
langsam vor sich. Am 18. Juli verstarb die junge Königin
Gunhild. Ihr Leib wurde von den erfahrenen jüdischen Ärzten
des Kaisers, wohl in Parma, sorgsam einbalsamiert, um ihn in Rheinfranken
bestatten zu können. Der Kaiser, der in Italien einen schweren Anfall
von Podagra erlitten hatte, fühlte sich krank und ließ Giselaund
HEINRICH
Gunhild das letzte Geleit nach Limburg an der Haardt geben.
Black-Veldtrup Mechthild: Seite 111
*********************
"Kaiserin Agnes"
KONRAD II. hatte den
salischen
Sitz auf der Limburg in ein Kloster umgewandelt, in dem die ein
halbes Jahr vor ihm verstorbene
Königin Gunhild
bestattet wurde. Das neue Hauskloster Limburg sollte offensichtlich
denjenigen Familienangehörigen als Begräbnisstätte vorbehalten
bleiben, die nicht Träger der Dynastie waren: Gunhildhatte
in ihrer kurzen Ehe "nur" eine Tochter, aber keinen Thronfolger geboren
und wurde wohl aus diesem Grund, vielleicht aber auch deshalb nicht im
Speyerer Dom bestattet, weil sie nicht zur Kaiserin gekrönt war.
Über die Ausstattung Gunhilds
durch
HEINRICH
III. wissen wir so gut wie nichts. Wenn Schwarzmaier recht hat
und ihre spätere Grabkirche Limburg an der Haardt zu ihrer dos gehörte,
dann hat sie, anders als Agnes, Güter
im salischen
Kernland um Speyer und
Worms erhalten.
1036
oo 1. HEINRICH III. König des Deutschen Reiches
Nymwegen 28.10.1017-5.10.1056
Kinder:
Beatrix Äbtissin von Quedlinburg
1045-13.7.1062
Literatur:
-----------
Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077)
Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 15-347
- Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln
1987, Seite 49,74,82,93,161 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan
Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 67,105,113,162/Band
II Seite 110,200,499,518 - Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft
und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998,
Seite 86,135,175,189,195,197 - Jäschke, Kurt-Ulrich:
Notwendige Gefährtinnen: Königinnen der Salierzeit als Herrscherinnen
und Ehefrauen im römisch-deutschen Reich des 11. und beginnenden 12.
Jahrhunderts, Verlag Rita Dadder Saarbrücken 1991, Seite 87-94
-
Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches
unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1.-7. Band, Verlag von Duncker &
Humblot Leipzig 1890 - Schwarzmaier Hansmartin: Von Speyer nach
Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1992, Seite 17,54, 68,72-77,80,95,100,107,121 - Steindorff, Ernst:
Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III. 1. und 2. Band,
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 - Wies, Ernst
W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle
Esslingen 1996, Seite 34 - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser
dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 Seite 37,72,120, 123,137,140,142,149,151,154,160,182,240,279,299,324,362
-