Begraben: Rügenwalde
Sohn des Herzogs Wartislaw VII. von Pommern-Stolp
und der Marie von Mecklenburg-Schwerin, Tochter von Herzog Heinrich
I. und der Ingeborg von Dänemark,
Tochter Waldemars IV. Atterdag; Großneffe
von Königin Margarete I. von Dänemark
Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 2141
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Erich VII. (Erich von Pommern), König von Dänemark,
Norwegen und Schweden 1397-1439
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* um 1382, + 1459
Begraben: Rügenwalde
Sohn Herzog Wartislaws VII. von Pommern (GREIFEN) und der Maria von Mecklenburg (Schwestertochter der Unions-Königin Margarete)
oo 26. Oktober 1406 Philipps von England (1394-1430)
Erichs VII. rechtmäßiger
Anspruch auf den norwegischen Thron wurde 1387 nach dem Tod König
Olufs anerkannt. 1396 folgten die Huldigungen in Dänemark
und Schweden. Im Juli 1397 wurde Erich VII.
in Kalmar zum skandinavischen Unionskönig gekrönt, blieb aber
weiterhin unter der Vormundschaftsregierung Margaretes.
Nach der Norwegenreise von 1405 wurden die Heiratsverhandlungen mit England
abgeschlossen, wobei die Pläne über eine Vermählung zwischen
dem englischen Thronfolger und Erichs
Schwester Katharina allerdings aufgegeben wurden (später verheiratet
mit Pfalzgraf Johann von Neumarkt). Die Jahre bis zu Margaretes
Tod
1412 waren im wesentlichen von dem Bemühen bestimmt, die Burgen des
Herzogtums S-Jütland von den holsteinischen Pfandherren zurückzugewinnen.
Die letzte Versammlung des Danehof 1413 betrachtete S-Jütland als
ein an die Krone heimgefallenes, verwirktes Lehen, ein Urteil, das durch
den Spruch Kaiser SIEGMUNDS (1424),
daß S-Jütland kein erbliches Lehen sei, zusätzlich Gewicht
bekam. Dennoch kam es zu einer Koalition zwischen den Holsten und den Hansestädten.
In der Zwischenzeit (1410) hatte Erich
einen
Freundschafstvertrag mit Polen abgeschlossen. Während
Erichs
großer
Auslandsreise (sie führte ihn über Venedig ins Heilige Land)
verfolgten Königin Philippa
und
der Reichsrat mit Geschick eine hinhaltende Politik gegenüber der
Hanse. Ende der 1420-er Jahre war Erich von Pommern
stark
genug, den Odersundzoll durchzusetzen, der bei der neuerrichteten Festung
und Stadt Helsingör erhoben wurde und die sinkenden Zolleinnahmen
aus den Schonischen Messen ablöste. Erich
zeigte allgemeines Interesse für Handel und Städte, seine besondere
Aufmerksamkeit galt aber der Öresundregion, wo er auf der schonischen
Seite Landskrona gründete. Das gespannte Verhältnis zur Hanse
war indirekt Anlaß für den schwedischen Aufstand von 1434, weil
die schwedischen Bergwerke von den Eisenerzexporten ins Baltikum und in
die preußischen Städte abhängig waren. Eine Erneuerung
und Straffung der Unionsvereinbarungen von Kalmar (1436) war für
Erich unannehmbar, und er zog sich nach Gotland zurück.
Erichs
Bestrebungen,
seinen Vetter
Bogislaw aals Thronfolger anerkennen zu lassen, führten
zum Abdankungsbrief des Adels von 1439 und zur Berufung von Herzog
Christoph von Bayern
als Erichs
Nachfolger.
Nach dessen Tod 1448 hielt
Erich von Pommern
Visby
gegen schwedische Angriffe und übergab Gotland an Dänemark, um
danach die letzten Lebensjahre in seinen pommerschen Erblanden zu
verbringen.
Obwohl von deutscher Abkunft, betrieb Erich
in größerem Ausmaß als seine Vorgänger eine nationaldänische
Politik. In seiner Korrespondenz mit deutschen Empfängern bediente
er sich der deutschen Sprache, während er in Briefen an dänische
Adressaten Dänisch und Latein in gleichem Maße verwendete. Er
baute die Kanzlei durch geordnete Archivierung und Registrierung von Dokumenten
über Rechtstitel der Krone aus. Seine lange Regierungszeit, in der
er mit der Hanse konkurriende Holländer und Engländer durch Handelsprivilegien
begünstigte und die ansässige Stadtbevölkerung förderte,
bedeutete eine entscheidende Schwächung der Machtposition der deutschen
Kaufleute in den nordischen Reichen. Die neuere Forschung hat jedoch gezeigt,
daß seine Stadtpolitik nicht so innovatorisch waer wie bislang angenommen.
Auf kirchlichem Sektor unterstützte Erich
von Pommern die konzilare Bewegung und den Brigittenorden. Zusammen
mit Philippa gründete er das Kloster Maribo und war an den Anfängen
des Klosters Mariager beteiligt.
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Erich VII. wurde
am 17.6.1397 zum Mitkönig gekrönt und folgte 1412 seiner Großtante
Margarete
I. in allen drei Reichen unangefochten. Er war zwar recht tatkräftig
und energisch, besaß aber bei weitem nicht das diplomatische Geschick
von Margarete. Er erwarb Kopenhagen
vom Bischof von Roskilde und begann es als Residenz auszubauen, setzte
verbissen und ungeschickt den Krieg um Schleswig fort, wo er zeitweise
Mitregent war, erhielt juristischen Beistand von der Kurie und seinem kaiserlichen
Cousin SIGISMUND, scheiterte letztlich
völlig, entfremdete sich mit diesen verheerenden Kriegen Schweden
und Norwegen total, da sie sich nicht zu Nebenländern degradieren
lassen wollten und nicht für einen Krieg zahlen wollten, der nur dänischen
Machtinteressen diente. Außerdem bevorzugte er nur dänische
Günstlinge und Landsleute aus Pommern, die in allen drei Reichen führende
Positionen bekamen. Er behandelte die drei Reiche nach der Devise Margaretes:
"Schweden soll Euch nähren, Norwegen soll Euch kleiden, Dänemark
soll Euch währen". Der Krieg, verknüpft mit heftigen Fehden gegen
die Hanse, die er zurückzudrängen versuchte, indem er verstärkt
Holländer im Ostseehandel begünstigte, endete 1435 im Frieden
von Vordingborg: Schleswig kam an Schauenburg-Holstein ohne Anerkennung
des Besitzrechtes und Bestätigung aller Hanseprivilegien. Seit 1434
kam es in Schweden zum Aufstand unter Engelbrecht Engelbrechtsson, der
sich besonders auf Dalekarlien stützte. Erich
einigte
sich 1435 kurz mit ihm, brach alle Vereinbarungen und wurde 1436 aus Schweden
verjagt, wo Karl Bonde Regent wurde.
Er wurde 1439 auch in Dänemark abgesetzt und 1442 in Norwegen. Er
setzte sich auf Gotland fest, von wo aus er noch jahrelang mit übler
Piraterie die Ostsee unsicher machte. Er kehrte 1449 nach Pommern zurück
und spielte Gotland seinem Vasallen Thott zu. König
Erich erließ ein Hofrecht und bedeutsame Verordnungen
für Handwerk und Kaufleute.
26.10.1406
oo Philippa von England, Tochter des
Königs Heinrich IV.
-5./6.1.1430
Sie war klug und energisch und
lebte sehr unglücklich mit Erich.
Literatur:
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Zimmerling Dieter: Die Hanse. Handelsmacht im
Zeichen der Kogge. Gondrom Verlag GmbH & Co. KG, Bindlach 1993 Site
303,305 -