Erich VI. Menved                                   König von Dänemark (1286-1319)
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1274-13.11.1319

Begraben: Ringstedt (Messinggrabplatte mit Darstellung Erichs VI. und seiner Gemahlin im Königsornat)
 

Ältester Sohn des Königs Erich V. Glipping von Dänemark und der Agnes von Brandenburg-Stendal, Tochter von Markgraf Johann I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 2141
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Erich VI. (Erik Menved), König von Dänemark
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* 1274, + 13. November 1319

Begraben: Ringstedt (Messinggrabplatte mit Darstellung Erichs VI. und seiner Gemahlin im Königsornat)

Nach der Ermordung des Vaters wurde Erich VI. Menved unter der Vormundschaftsregierung der Königin-Witwe Agnes zum König gewählt. Vordringlich war die Verurteilung der Königsmörder. Die mit der Friedlosigkeit belegten Angeklagten suchten in Norwegen Zuflucht, was zu einer dänischen Annherung an Schweden führte. Das Ergebnis war die Verheiratung Erichs VI. mit der schwedischen Prinzessin Ingeborg (1296) und die Eheschließung ihres Bruders, König Birger Magnussons, mit Erichs VI. Schwester Margarete. Auf diese Weise gestärkt, nahm Erich VI. mit Erfolg die alte Expansionspolitik der dänischen Könige in N-Deutschland wieder auf. 1307 begab sich Lübeck in seinen Schutz und entrichtete hohe jährliche Abgaben. Einige Jahre später erlanmgte er die Oberherrrschaft über die Stadt und über das Fürstentum Rostock, wo Erich VI. prächtige Turniere veranstaltete. Doch gingen die norddeutschen Eroberungen später wieder verloren, vor allem wohl wegen Erichs Kinderlosigkeit. Trotz einiger Erfolge Norwegens konnte Erich VI. seine führende Stellung innerhalb der nordischen Politik behaupten. In seinem letzten Regierungsjahren war sein Bruder (und späterer Nachfolger) Christoph II. sein hauptsächlicher Widersacher. Von großer innenpolitischer Bedeutung war Erichs VI. Konflikt mit Erzbischof Johann Grand mit starken Auswirkungen auf die gesamtnordische Politik. In den folgenden Jahren brachten die streitenden Parteien ihre Sache mit wechselndem Erfolg vor den Papst, der Konflikt blieb jedoch unentschieden. Daneben scheint Erich VI. unter anderem durch die Ausschmückung der Domkirche zu Ringsted mit Kalkmalereien, gleich nach dem Tod seiner Mutter Agnes, erneut auf eine Kanonisierung Erichs IV. hingearbeitet zu haben. Erich VI. starb 1319 bald nach seiner Gattin, im gleichen Jahr.
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Erich VI. Menved folgte 1286 unter seinem Cousin Waldemar von Schleswig, der damit alle Vorteile und Gebiete zurückgewann, die ihm Erich VI. 1295 wieder abnahm. Er führte bis 1309 den Krieg gegen Norwegen weiter und mußte 1295 und 1309 ungünstige Friedensschlüsse abschließen. Er verschuldete stark, verpfändete daher unter anderem Schonen an Reichsmarschall Graf Ludwig II. von Everstein, Laaland und Blekinge an den Schwager Nikolaus II. Er hatte mehrere Bauernunruhen zu bekämpfen, gewann 1300 die formale Hoheit über Holstein, Mecklenburg, Rostock und Teile Pommerns und 1304 bestätigte ALBRECHT I. VON HABSBURG den Vertrag von Metz (1214). Lübeck anerkannte seine Schutzhoheit 1307, in Holstein schlichtete er 1307 einen Verfassungsstreit. 1310 schloß er einen Erbvertrag mit Pommern-Rügen, womit sich die Konturen des alten Großreiches von Waldemar II. abzeichneten. Der Fürstentag von Rostock 1311 stellte den äußeren, glanzvollen Höhepunkt seiner Herrschaft dar. Er eroberte 1315 Rostock, scheiterte aber 1316 vor Stralsund, das von Pommern und Brandenburg gestützt wurde. Er setzte den Streit mit der Kirche fort, setzte auch den Erzbischof von Lund gefangen, was jahrelanges Interdikt und Exkommunikation nach sich zog. Er unterstützte in Schweden König Birger gegen dessen Brüder und war trotz allem ohne große Macht in seinem Reich.
 
 
 
 

 1296
  oo Ingeborg von Schweden, Tochter des Königs Magnus I. Folkung
  x          -15.8.1319
 
 
 
 
 
 

Literatur:
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Zimmerling Dieter: Die Hanse. Handelsmacht im Zeichen der Kogge. Gondrom Verlag GmbH & Co. KG, Bindlach 1993 Seite 124-128, 130,181 -
 
 
 
 



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