Begraben: Stuhlweißenburg (Szekesfehervar), Kathedrale
2. Sohn des ungarischen Reichsverwesers Johann Hunyadi
und
der Elisabeth Szilagyi
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 402
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Matthias I. Corvinus (Matthias Hunyadi), König von
Ungarn 1458-1490
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* 23. Februar 1443, + 6. April 1490
Klausenburg
Wien
Begraben: Stuhlweißenburg (Szekesfehervar), Kathedrale
Jüngerer Sohn von Johannes Hunyadi und Elisabeth Szilagyi
1. oo 1461 Katharina, Tochter von Georg Podiebrad
2. oo 22. Dezember 1476 Beatrix von Aragon
illegitimer Sohn:
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Johann Corvin
Am 24. Januar 1458 wählte eine Magnatenliga Matthias
Corvinus zum König von Ungarn, während die gegnerische
Liga am 17. Februar 1459 Kaiser FRIEDRICH III.
zum Gegenkönig bestimmte, in dessen Besitz sich die ungarische Krone
befand. Matthias konnte zwar die innenpolitischen
Gegner bezwingen, doch mußte er für die Auslösung der Stephanskrone
FRIEDRICHS
ungarisches Königtum anerkennen und dem Haus
HABSBURG im Vertrag von Wiener Neustadt 1463/64 die Erbfolge
in Ungarn zugestehen, falls er ohne legitime Erben sterben sollte. Nach
seiner Krönung in Stuhlweißenburg (29. März 1464) wurde
Matthias
I. Corvinus 1468 von FRIEDRICH
zur Verteidigung Österreichs gegen Böhmen zu Hilfe gerufen. Entgegen
den Absichten des Kaisers eroberte Matthias Mähren,
Schlesien und die beiden Lausitzen und ließ sich in Olmütz am
3.Mai 1469 zum Gegenkönig von Georg von Podiebrad
wählen. Seine Herrschaft über die östlichen Kronländer
Böhmens mußten auch Podiebrads
Nachfolger Vladislav II. und dessen
Verbündeter FRIEDRICH III. im
Waffenstillstand von Breslau (8. Dezember 1474) anerkennen. Mit der Rückeroberung
der Grenzfestung Sabac gelang ihm ein letzter großer Sieg über
die Türken. In der Folgezeit konzentrierte sich Matthias
Corvinus vornehmlich auf die Auseinandersetzung mit dem Kaiser,
der mit der Anerkennung Vladislavs II.
als König von Böhmen und Kurfürst des Reiches eine neue
jegielonisch-habsburgische Allianz gegen Ungarn zustandebrachte.
Matthias' neuerlicher Sieg über die Verbündeten verschaffte
ihm im Vertrag von Korneuburg 1477 die Anerkennung als König von Böhmen
durch FRIEDRICH III. Dennoch blieb
das Verhältnis zwischen dem Kaiser und Matthias
Corvinus durch die Flucht des Erzbischofs von Gran, Johann Beckensloer,
an den Hof des Kaisers (1476) sowie durch die Einmischung Matthias'
in den Salzburger und Passauer Bistumsstreit weiterhin gespannt, bis Matthias
Corvinus 1482 in die Steiermark und nach Kärnten einfiel
und größere Teile Niederösterreichs eroberte. Schließlich
gelang Matthias Corvinus am 1. Juni
1485 die Einnahme Wiens, wo er sich als "Herzog von Österreich" fortan
überwiegend aufhielt, um die Eroberung von ganz Niederösterreich
zu leiten. Friedensverhandlungen mit dem Sohn Kaiser
FRIEDRICHS III., MAXIMILIAN
I., scheiterten an den von FRIEDRICH
hartnäckig vertretenen Thronfolgeplänen in Ungarn, an den hohen
Geldforderungen Matthias' für
die Rückgabe der österreichsichen Eroberungen sowie an dessen
Thronfolgeplänen für seinen unehelichen Sohn Johann
Corvin. - In der Innenpolitik gelang Matthias
Corvinus eine umfassende Zentralisierung. Er konnte - gestützt
auf den Komitatsadel - den Einfluß der Magnaten zurückdrängen
und durch die Errichtung eines ständigen Heeres Unabhängigkeit
gegenüber dem Banderialaufgebot gewinnen. Die Reform des Steuerwesens
führte am Ende seiner Regierung zu jährlichen Einnahmen von nahezu
1 Million Goldgulden. Matthias Corvinus
ließ die Höfe in Ofen und Visegrad im Stil der italienischen
Renaisssance ausbauen und die weltberühmte "Bibliotheca Corviniaana"
anlegen. Sein Hofhostoriograph Antonio Bonfini führte in seinen "Rerum
Ungaricarum decades" die Herkunft des aus dem Komitatsadel aufgestiegenen
HUNYADEN
auf das römische Adelsgeschlecht der CORVINI zurück.
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Matthias Corvinus
war 1456/57 Gefangener Georg Podiebrads
und wurde am 24.1.1458 unter Umgehung des Erbrechts der HABSBURGER
von
den Ständen zum König von Ungarn gewählt. Er war stattlich,
strahlend, majestätisch und hochgebildet. Den Erbkrieg gegen Kaiser
FRIEDRICH
III. beendete 1463 der Frieden von Ödenburg. Matthias
wurde
als ungarischer König anerkannt, bekam die ungarischen Kroninsignien
ausgeliefert und trat dafür das Burgenland an Österreich ab.
Er erhöhte die Verteidigungskraft des Landes durch innere Zentralisation
und die Aufstellung eines Söldnerheeres. Er stützte sich dabei
auf den niederen Adel und die Städte und gewährte den Leibeigenen,
obwohl er ihnen höhere Leistungen auferlegte, Schutz vor Übergriffen
der Feudalherren. Durch diese Politik nach innen und außen gefestigt,
errichtete Matthias im Kampf gegen
Polen, die HABSBURGER und die Türken
ein mächtiges Reich. Er reformierte Verwaltung und Recht und förderte
an seinem Hofe Wissenschaften und Künste (Gründung der Universität
Pozsony und der Bibliotheca Corvina in Buda). 1463 besiegte er die Osmanen
und führte ständig Grenzkriege gegen sie, in denen er Grenzgebiete
verlor und 1476 Sabac eroberte. Anfangs unterstützte er Georg
Podiebrad, unternahm aber 1468/69 einen Kreuzzug gegen Böhmen
und eroberte Mähren, Schlesien und die Lausitz. Nach der Niederlage
bei Vilemov mußte er sich verpflichten, für die Beendigung des
Kampfes und die Anerkennung der Kompaktate einzutreten. 1469 wurde er in
Olmütz zum böhmischen König gewählt und erreichte die
Huldigung der mährischen und böhmischen Stände. Bei der
Verwirklichung seiner Bestrebungen, sich in SO-Europa die Vorherrschaft
zu sichern, geriet Matthias Corvinus mit
den
HABSBURGERN in Konflikt und fiel
1477 in Österreich ein. Im Gmündener Frieden (1.12.1477) belehnte
ihn FRIEDRICH III. mit Böhmen
und zahlte für die Räumung der eroberten Gebiete 100.000 Gulden.
1478 beendete Matthias durch Verzicht
den böhmischen Thronstreit, behauptete aber Mähren, Schlesien
und die Lausitz. Im Krieg mit den HABSBURGERN
eroberte er ab 1478 Kärnten, Steiermark, Österreich und sogar
Wien, wo er seine Residenz aufschlug. Er erneuerte die Universität
Buda, gründete die Akademie Preßburg als Zentrum des ungarischen
Humanismus und 1486 die "Sächsische Nationsuniversität" in Siebenbürgen.
1485/86 erließ er das bedeutende Gesetz "Decretum majus" zur Stärkung
der Monarchie. Matthias Corvinus erlag
einem Schlaganfall.
1455
1. oo Elisabeth von Cilli, Tochter von Graf Ulrich
x
- 1455
1.4.1461
2. oo Katharina von Podiebrad, Tochter des Königs
Georg
x 11.11.1449-8.3.1464
1476
3. oo Beatrix von Neapel, Tochter des Königs
Ferdinand I.
x 14.11.1457-13.9.1508
Kinder:
Illegitim von Wiener Bürgermädchen
Johann Corvinus Herzog und Ban von Slawonien, Herzog
von Kroatien, Herzog von Beuthen-Troppau
1473- 1504
Herzog von Schlesien-Glogau, Herzog von Ratibor, Leobschütz
Literatur:
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Babinger Franz: Mehmed der Eroberer. Weltenstürmer
einer Zeitenwende. R. Piper GmbH&Co. KG, München 1987 Seite 155-547
- Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 312 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher
an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996
Seite 481,489 - Hoensch, Jörg K.: Matthias Corvinus. Diplomat,
Feldherr und Mäzen. Verlag Styria Graz Wien Köln 1998 - Krieger,
Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich
III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1994, Seite 197,206,208,220-223,226
- Lazar Istvan: Kleine Geschichte Ungarns. Österreichischer
Bundesverlag Wien 1990 Seite 93, 100 - Lexikon der Renaissance,
VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1989 Seite 451-452 - Westmitteleuropa
- Ostmitteleuropa. Vergleiche und Beziehungen. Festschrift für Ferdinand
Seibt zum 65. Geburtstag, hg. von Winfried Eberhard, Hans Lemberg, Heinz-Dieter
Heimann und Robert Luft, R. Oldenbourg Verlag München 1992, Seite
165, 170,172-173,321,329 -