Peter I.                                                König von Aragon (1094-1104)
----------                                              König von Navarra (1094-1104)
1069-28.9.1104
 

Sohn des Königs Sancho I. Ramirez von Aragon aus seiner 1. Ehe mit der Isabella von Urgel, Tochter von Graf Armengol III.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1922
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Peter I., König von Aragon
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* 1068/69, + 1104

1. oo Agnes von Poitou

2. oo Bertha von Turin

Unterzeichnete seit 1077 ebenfalls Urkunden seines Vaters Sancho Ramirez, seit 1082 Mitregent und Verwalter der Grafschaften Sobrare und Ribagorza, stellte seit 1086 eigene Urkunden aus, Throbesteigung 1094. Peter I. erwarb 1095 von Papst Urban II. ein Schutzprivileg, das ihn angesichts der bevorstehenden Reconquista (November 1096 Eroberung von Huesca, 18. Oktober 1100 von Barbasto, Eroberungsabsicht von Lerida) vor dem Episkopat und den kastlischen Expansionsabsichten (für Pamplona von Kastilien lehhnsabhängig) sichern sollte. Peter I. verheiratete seinen gleichnamigen Sohn wegen Kastilien mit Maria, einer Tochter des Cid. Sein Sohn und seine Tochter Elisabeth verstarben bereits vor 1104.
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Peter I. kämpfte gegen die Mauren, eroberte Huesca und unterstützte den "Cid" in Valencia.

Vones Ludwig:
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„Geschichte der Iberischen Halbinsel“

Beim Tod von König Sancho Ramirez stand das aragonesische Reich nach außen hin gefestigt da und konnte gleichzeitig auf eine stabile Lage im Innern verweisen. Diese beruhte auf einer beträchtlichen Steigerung der Wirtschaftskraft, nicht zuletzt durch die reichen Parias und Zölle gefördert, und fand ihren Ausdruck  im zwischenzeitlichen Ausbau Jacas zur Hauptstadt und zum Bistum anstelle von Huesca sowie in der Prägung der ersten aragonesischen Goldmünzen ebendort.
Sanchos Sohn Peter I., der schon zu Lebzeiten seines Vaters bereits die Verwaltung von Sobrarbe und Ribagorza innegehabt hatte, bemühte sich natürlich, die erfolgreiche Politik seines Vaters fortzuführen und darüberhinaus die Reconquista weiter voranzutreiben. In beiden Bereichen sollte ihm Erfolg beschieden sein.
Im Jahre 1095 erneuerte Papst Urban II. die Schutznahme für das Königreich und gestand gleichzeitig dem jungen König zu, kein Erzbischof, Bischof oder päpstlicher Legat dürfe ihn oder seine Gemahlin ohne ausdrücklichen päpstlichen Befehl mit der Exkommunikation belegen oder ein Interdikt verkünden. Zudem stellte er wenige Tage später einen Schutzbrief für das Kloster San Juan de la Pena, die Grablege des Königshauses, aus, durch den er das Exemtionsprivileg von 1089 bekräftigte. Wie die seit 1089 ebenfalls dem päpstlichen Schutz unterstellte Regularkanonie von Montearagon, das bedeutendste der als Augustinerchorherrnstifte gegründeten Königsklöster (ansonsten noch Siresa, Alquezar und Loarre), war damit ein weiterer zentraler Machtstützpunkt des Königtums dem Zugriff des Episkopats entzogen und wichtiger Schritt auf den Weg zur königlichen Landeskirche getan. Zugleich wurden die Eingriffsmöglichkeiten des Primatialsitzes von Toledo und - in dessen Gefolge - des kastilisch-leonesichen Königs begrenzt. Denn gerade Alfons VI. beobachtete die Reconquistaaktivitäten, die sich beinahe zwangsläufig gegen die von ihm wegen ihrer Tributpflichtigkeit als eigene Hoheits- und Eroberungszone betrachteten Reiche von Zaragoza und Valencia richten mußte, mit offenen Mißtrauen. Erst als der Anspruch des kastilisch-leonesischen Königs nach der Niederlage von az-Zallaqa geschwächt und durch den Einbruch der ALMORAVIDEN die Einnahme Zaragozas im letzten Augenblick gescheitert war, konnte Peter I. bei Huesca (1096) und Barbastro (1100) die lange anvisierten Ziele erreichen, doch vorher hatte er sein Zielgebiet gegen den Einfall kastilischer Truppen unter Führung von Garcia Ordonez von Najera und Gonzalo Nunez von Lara und Osma in der siegreichen Schlcht von Alcoraz (19. November 1096) verteidigen müssen.
Die gemeinsame Interessenlage mit dem Cid fand ihren Ausdruck in einem freundschaftlichen Verhältnis, das durch die Heirat des aragonesischen Infanten Peter mit der Cid-Tochter Maria nicht nur gefestigt wurde, sondern vielleicht auch das Levantereich als Reconquistazone an Aragon gebracht hätte, wenn nicht der Sohn vor dem Vater gestorben wäre. Die Eheschließung Graf Raimund Berengars III. von Barcelona mit der Witwe des Infanten könnte einen ähnlichen Kalkül entsprungen sein. Auf jeden Fall stand das Königreich beim Tod Peters I. ohne direkten Erben da, obwohl es durch die zwei Ehen seines Herrschers mit Agnes von Poitou und einer Verwandten Berthas von Turin ursprünglich der französischen Königsdynastie und dann dem deutschen Kaiserhaus verbunden gewesen war.
 
 
 
 

 1086
  oo Agnes von Poitou, Tochter des Herzogs Wilhelm VIII. von Aquitanien
              -   1097
 
 
 
 

Kinder:

  Peter
        -   1103

  oo Maria de Vivar, Tochter des "Cid-Campeador"
              -

  Isabella
       -   1103
 
 
 

Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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