2. Sohn des Königs Jakob
II. der Gerechte von Aragon aus seiner 2. Ehe mit der Blanka
von Anjou, Tochter von König Karl
II.
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 393
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Alfons IV., „der Gütige“, König von Aragon
seit 1327
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* 1299, + 24. Januar 1336
2. Sohn Jakobs II. und der Blanche von Anjou
1. oo Theresia von Entanza, Erbin der Grafschaft Urgel, die damit der Krone einverleibt wurde
2. oo Leonore von Kastilien, Schwester Alfons XI.
Als Erbprinz führte Alfons
das Expeditionsheer zur Eroberung Sardiniens, nachdem sein Vater im Tausch
mit Bonifaz VIII. gegen Korsika und Sardinien auf Sizilien verzichtet hatte,
und unterwarf 1324 die Insel nach mehreren Gefechten mit pisanischen Streitkräften.
Er unterstützte ohne Erfolg einen Kreuzzug gegen Granada. Sein größtes
Problem war, die Herrschaft über Sardinien zu festigen, zumal von
Genua aus inspirierte Aufstände in Sassari und Cagliari ausbrachen.
Verbündet mit Jakob III. von Mallorca
begann er einen Krieg gegen Genua, der erst 1337 unter seinem SohnPeter
IV. endete. Der an einer chronischen
Krankheit leidende, tief religiöse Herrscher wurde politisch vom Einfluß
seiner zweiten Gemahlin Leonore
beherrscht.
Die letzten Jahre seiner Herrschaft waren von familiären politischen
Kämpfen getrübt.
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Der Beiname ist im Sinne von Schwäche und unsinnig-verschwenderischer
Nachgiebigkeit zu verstehen. Er hatte zuerst Streit mit dem Vater um Kompetenzen
und Rechte, stand mit ihm gegen die Brüder, nachdem die Erbfolge zu
seinen und des Sohnes Gunsten geregelt wurde, wobei sein Sohn
Peter auch dann erben sollte, wenn Alfons
IV. vor dem Vater sterben sollte, wogegen besonders sein Bruder
Peter
Graf von Ribagorza opponierte. Er war in seinen Streitigkeiten
mit dem Vater nur Spielball rebellischer Barone, blieb auch als König
von Aragon seit 1327 recht unselbständig. Er mußte versprechen,
ohne Zustimmung der Stände keine Krondomäne zu veräußern,
sorgte trotzdem durch großzügige Apanagierung der jüngeren
Söhne und der Frau für viel Unruhe. Sein Sohn
Peter
besetzte Jativa, das Alfons seiner
Frau gegeben hatte. Seit 1327 hatte er den Oberbefehl im Kampf um Sardinien
innegehabt, eroberte Oristano, Cagliari und Iglesias, 1326 wurden die Pisaner
durch die Seeschlacht bei Cagliari verjagt. Alfons
stand bis zuletzt im Gegensatz zu Genua und Pisa wegen Sardinien, das er
behaupten konnte und wegen Korsika, das er nicht gewinnen konnte. Er versuchte
im kastilischen Bürgerkrieg zu vermitteln und starb an der Wassersucht.
Seinem Sohn hinterließ er ein schwieriges Erbe.
10.11.1314
1. oo Therese de Entenza, Tochter des Grafen Gombaldo
1300-28.10.1327
Erbin von Urgel
5.2.1329
2. oo 2. Eleonore von Kastilien, Tochter des Königs
Ferdinand IV.
1307- 1359 ermordet
Kinder:
1. Ehe
Peter IV. der Zeremoniöse
5.9.1319-7.1.1387
Konstanze
1318- 1346
1336
oo Jakob II. König von Mallorca
1315-25.10.1349 gefallen
Jakob I. Graf von Urgel
1321-15.11.1347 ermordet
Isabella
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1327
Alfons
1315- 1317
Sancho
1327- 1327
2. Ehe
Johann Senor de Elche
1330/34- 1358
Ferdinand Marques de Tortosa
11.12.1329-10.7.1363
Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel
im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1993 -