Alfons III. der Prächtige                        König von Aragon (1285-1291)
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1265-18.6.1291
       Barcelona
 

Ältester Sohn des Königs Peter III. der Große von Aragon und der Konstanze von Sizilien, Tochter von König Manfred
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 393
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Alfons III., der Freigiebige, König von Aragon und Graf von Barcelona
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* 1265, 18. Juni 1291

Ältester Sohn Peters III. und der Constanze von Sizilien

Wurde 1282 von seinem Vater zum Statthalter seiner Königreiche ernannt, als dieser zur Eroberung Siziliens aufbrach. November 1285, als sein Vater starb, führte Alfons III. einen erfolgreichen Feldzug gegen Jakob II. von Mallorca, um die Balearen zu erobern. Sein größtes außenpolitisches Problem war Sizilien, das von seinem Bruder Jakob regiert wurde. - Sein Ziel war ein Friedensschluß mit dem Papst, Frankreich und dem Haus ANJOU; nach verschiedenen Zusammenkünften wurde 1291 im Vertrag von Tarascon ein Teilfrieden über Sizilien erreicht. Im Inneren mußte Alfons III. den Forderungen der aufständischen Adligen der aragonesischen Union und der Städte nachgeben und 1287 das "Privileg der Union" beschwören. Er sah sich auch gezwungen, einen Krieg gegen Sancho IV. von Kastilien wegen dessen frankreichfreundlicher Haltung zu führen (1289). Er starb ohne Nachkommen.
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Alfons III. der Prächtige folgte 1285 seinem Vater als König von Aragon-Valencia und geriet sofort mit den Ständen in Streit, da er einen Krönungseid mit einer Bestätigung der Adelsprivilegien verweigerte, mußte aber 1287 den erstmals zusammengetretenen Gesamtcortes aller Teilreiche bedeutsame Zugeständnisse machen. Er griff jahrelang in die kastilische Bürgerkriege zugunsten der Linie de la Cerda ein, schloß 1291 Frieden mit Kastilien und legte mit diesem zusammen die afrikanischen Interessensphären fest. Er schloß 1290 einen Subsidienvertrag mit Ägypten, unterstützte seinen Bruder in Sizilien und ließ 1288 mit der Mutter Karl II. von Neapel frei, wofür er aus dem Bann genommen wurde. Er war ein ähnlich fähiger und kraftvoller Regent wie sein Vater.

Vones Ludwig:
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„Geschichte der Iberischen Halbinsel“

Damit waren alle bedeutenden Gegenspieler innerhalb eines Jahres von der politischen Bühne abgetreten, doch änderte dies nichts an der grundsätzlichen Zielrichtung der aragonesischen Mittelmeerpolitik. Alfons III. el Liberal (1285-1291), Peters ältester Sohn, der in den Kernlanden nachfolgte, während der jüngere Jakob ungeachtet des letzten Aktes seines Vaters Sizilien übernahm, der 1286 zum König gekrönt wurde, aber gleichermaßen das Homagium leistete, war schon 1282 im Vorfeld der Sizilianischen Vesper von seinem Vater testamentarisch in alle Rechte und Besitzungen eingesetzt worden, ohne dass man die Ansprüche auf Mallorca ausgespart hätte. Nun ließ er, der schon als Infant im November 1285 die Operation gegen die Balearen begonnen hatte und vom Tod des Vaters dort überrascht worden war, es sich nicht nehmen, den abtrünnigen Jakob II. das Reich zu entreißen und zudem die Insel Menorca im Januar 1287 endgültig zu erobern. Bezeichnenderweise veranlaßte gerade dieser letzte Vorgang Jakob II., seinen Neffen zum Zweikampf vor Bordeaux herauszufordern, ohne dass von einer tatsächlichen Durchführung etwas zu erfahren wäre. Darüber hinaus mußte Alfons III. fast schon erwartungsgemäß erst einmal darauf bedacht sein, die aragonesische Adelsunion hinter sich zu bringen. Dies geschah im Dezember 1287 auf den Cortes von Zaragoza, auf denen er die Privilegio de la Union feierlich bestätigte, durch einen Eid beschwor, gegen einzelne Mitglieder der Union nicht ohne Zustimmung des Justitia de Aragon, eines adligen Richters, der in Streitfällen zwischen König und Adel gewissermaßen eine Rechtsaufsicht ausübte und die letzte Entscheidung fällte, sowie der Cortes vorzugehen. Schließlich hatte er zusätzlich der Einigung das Recht zuzugestehen, ihn auf legale Weise absetzen zu können.
Trotz dieses Ausgleichs und trotz der erfolgreichen Rücknahme seiner Zugeständnisse von 1287 auf den Cortes von Monzon im Jahr 1289 wurde es für Alfons III. immer schwieriger, die nun den westlichen Mittelmeerraum umfassende Stellung seiner Krone im geopolitischen Kräftespiel zu halten, da Kastilien inzwischen nach Überwindung der Thronfolgekämpfe und der inneren Zerissenheit seit 1282 unter der Regierung Sanchos IV. wieder gefestigter dastand und durch seine Annäherung an Frankreich eine nicht zu unterschätzende Gewichtsverlagerung bewirkte, die letztlich gar zu einem kastilisch-aragonesischen Krieg führte.
Während Alfons IIII. als Trumpfkarte den vertriebenen kastilischen Thronanwärter Alfons de la Cerda in Händen hielt, diesen als König von Kastilien anerkannte, sich daraufhin das Königreich Murcia übereignen ließ (26. Juni 1289) und ein Bündnis mit den NASRIDEN-Herrscher von Granada zustandebrachte, sah er sich auf der Gegenseite mit einer Allianz zwischen Kastilien, Frankreich und dem Papsttum konfrontiert. Nach wechselhaften Kämpfen mußte er schließlich infolge der Verhandlungen von Brignolles-Tarascon im Februar 1291 einen wenig befriedigenden Ausgleich in Betracht ziehen. Er sollte sich unter anderem verpflichten, seinem Bruder Jakob von Sizilien jegliche Unterstützung zu entziehen und einen Kreuzzug ins Heilige Land einzuleiten. Im Gegenzug wurde ihm zusammen mit der Zusage, die Übertragung seiner Reiche auf Karl von Valois rückgängig zu machen, die Aussicht auf päpstliche Vergebung und die Aufhebung des Interdikts eröffnet. Zwar scheiterte eine endgültige Vereinbarung vorerst am Mallorca-Problem, doch war man gerade im Begriff, sich auf der Grundlage einer vasallitischen Bindung Jakos II. von Mallorca an Alfons III. zu einigen, als der aragonesische König am 18. Juni 1291 überraschend in Barcelona starb. Wenn auch Alfons III. sich anscheinend zuletzt auf den Standpunkt gestellt hatte, die Krone Aragon und das Königreich Sizilien getrennt zu haben, und in seinem Testament festgelegt worden war, dass auf der Insel sein jüngerer Bruder Friedrich nachfolgen möge, änderte die Thronfolge des Infanten Jakob, der als Jakob II. von Aragon (1291-1327) mehr als 35 Jahre herrschen sollte, die politische Ausgangssituation erheblich.
 
 
 
 

  oo Eleonore von England, Tochter des Königs Eduard I.
  x  1264-   1297
 
 
 
 

Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 -
 
 
 
 
 
 


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