Ruotger                                                             Erzbischof von Trier (915-931)
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   -27.1.931

Begraben: Trier, Kapelle bei St. Paulin
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1104
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Ruotger, Erzbischof von Trier seit 915
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     + 27. Januar 931

Begraben: Trier, Kapelle bei St. Paulin (zerstört)

Vermutlich aus lothringischer Familie stammend, erscheint er 916-922 fortgesetzt in Urkunden des westfränkischen Königs Karl III. 'der Einfältige', als dessen Erzkanzler er wirkte. Nach Karls Sturz 923 schlug er sich im Zweckbündnis mit Herzog Giselbert zum deutschen König HEINRICH I. An dessen Erwerbung Lothringens für das Deutsche Reich (endgültig 925) hatte er maßgeblichen Anteil. Ab 927 taucht er als HEINRICHS I. Erzkanzler für Lothringen auf. Die im Zuge seiner Reformbestrebungen auf der Provinzialsynode in Trier 927 (929?) vorgelegten "Canones" fanden das Interesse der jüngeren Forschung. Ruotger wußte die Besitzungen und Rechte seiner auch durch Normannenstürme und Ungarneinfälle schwer geschädigten Kirche zu wahren und zu mehren. Gegen 930 bemühte er sich mit Unterstützung HEINRICHS I. um die Beseitigung des Laienabbiats im Kloster St. Maximin vor Trier.

Quellen und Literatur:
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MGH Cap. episc., I, 1984 [Q. und Lit.] - ADB XXX, 39-41 - LThK IX, 104 [Lit.] - T. Schieffer, Die lothring. Kanzlei um 900, 1958 - P. Brommer, Die Kanonesslg., Archiv für Mittelrhein. Kirchengesch. 27, 1975, 35-48 [Q. und Lit.] - R. Pokorny, Die Kanones, DA 38, 1982, 1-30 - H.H. Anton, Trier im frühen MA, 1987 - E. Gierlich, Die Grabstätten der rhein. Bf.e vor 1200, 1990.


Ruotger lud gemeinsam mit Giselbert von Lothringen, seinem alten Rivalen im Streit um die Maastrichter Servatiusabtei, nach der Gefangennahme von König Karl dem Einfältigen den deutschen König HEINRICH I. zur Machtübernahme in Lothringen ein.
 
 
 
 

Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band II Seite 273,280 -
Diwald Helmut: Heinrich der Erste. Die Gründung des Deutschen Reiches, Gustav Lübbe Verlag Bergisch Gladbach 1994, Seite 335-463 -