Megingaud (Megingoz)                              Erzbischof von Trier (1008-1015)
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    -24.12.1015
     Koblenz

Sohn des N.N.
 

Althoff Gerd: Seite 340
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                                B 189

Me:     24.12.  Meingaudus aps    + 993   Trier

(Es.)  Meingaud war Mitglied der Hofkapelle und primiscrinius OTTOS III.; vgl. Fleckenstein, Hofkapelle 2, Seite 185.
Die Einsetzung in Trier kam durch die Initiative HEINRICHS II. zu Stande, der sich über die Wahl des Trierer Domkapitels hinwegsetzte; vgl. BG Nr. 2680c; Löhnert, Personal- und Amtsdaten der Trierer Erzbischöfe, Seite 19f. und FW B 206 mit weiteren Hinweisen.
Zum Todesdatum: Löhnert, Seite 20, BG Nr. 1870g.


Megingaud war Mitglied der Hofkapelle und primiscrinius OTTOS III. Seine Einsetzung in Trier kam durch die Initiative HEINRICHS II. zu Stande, der sich über die Wahl des Trierer Domkapitels hinweggesetzt. Da der LUXEMBURGER Adalbero Trier behauptete, mußte Megingaud in Koblenz residieren.

Finckenstein Finck von: Seite 114
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"Bischof und Reich"

HEINRICH II. hatte nach der Zurückweisung Adalberos den Mainzer Dompropst Meingaud (1008-1015) zum Erzbischof von Trier ernannt. Thietmar berichtet in Zusammenhang mit seiner Darstellung der Empörung Adalberos in Trier rex illo cum exercitu properat, archiantitistem inthronicatum ibidem consercrari Aethelberonemque excommunicari precipiens. Nach dem Itinerar des Königs müßte diese Weihe in Trier im September 1008 stattgefunden haben, der eine Wahl durch das Gefolge des Königs gegen den Willen des Trierer Klerus und Volkes vorausgegangen sein dürfte, vielleicht auf Empfehlung des Erzbischofs Willigis, dessen Gefolge er angehört hatte. Meingaud entstammte einer adligen Familie wahrscheinlich aus Mainfranken, deren Genealogie unbekannt ist. Seine Mitgliedschaft in der Hofkapelle ergibt sich aus dem Titel primiscrinius regis, den die Hildesheimer Annalen ihm beilegen und den Fleckenstein mit dem des custos capellae gleichsetzt. Ob er neben dem Amt des Dompropstes in Mainz, das die Gesta Treverorum angeben, auch das des camerarius des Erzbischofs, das Thietmar mitteilt, innehatte oder beide nacheinander, ist unklar.
Nachdem der Versuch des Königs, Meingaud mit Waffengewalt in Trier einzusetzen, nicht zum Erfolg geführt hatte, hat sich der Erzbischof auf den südlichen Teil der Erzdiözese beschränken müssen. Da Adalbero die königliche Pfalz in Trier besetzt hielt, hat Meingaud seine Residenz auf dem königlichen Hof in Koblenz genommen. Sein Versuch, durch die Vergabe von Kirchengut an Adlige aus dem Erzstift seinen Einflußbereich zu vergrößern, vermochte die Lage nicht zu ändern. Erst mit der Unterwerfung der LUXEMBURGER im April 1015 bahnte sich eine Wende an. Adalbero verzichtete zugunsten Meingauds auf seine Ansprüche, behielt jedoch die Burg in Trier für sich zurück.
Über die kirchliche und politische Tätigkeit Erzbischof Meingauds außerhalb seiner Diözese erfahren wir wenig. Im Mai 1012 nahm er an der Weihe des Bamberger Domes und der daran anschließenden Synode teil, auf der auch gegen seinen Suffragan Dietrich von Metz verhandelt wurde. Seine Teilnahme an Reichs- und Hoftagen ist nicht überliefert, ebenso auch keine Intervention in Königsurkunden. Die schwierige Lage seines Erzbistums wird ihn an größeren Aktivitäten außerhalb seines Erzbistums gehindert haben. Er starb am 25. Dezember 1015 in Koblenz.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 340 B 189 -
Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Bischof und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozeß des ottonisch-frühsalischen Reiches (919-1056), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1989 Seite 114 -
Fleckenstein, Josef: Hofkapelle und Reichsepiskopat unter Heinrich IV., in Investiturstreit und Reichsverfassung, Hg. von Josef Fleckenstein, Vorträge und Forschungen Band XVII Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1973 Seite 117-141- Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 146,194,264 -