Begraben: Kloster Himmerod
Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 516
********************
Johann I., Erzbischof von Trier seit 1189 Wahl auf Betreiben
König
HEINRICHS VI.
------------
+ 14. oder 15. Juli 1212
Begraben: Kloster Himmerod
1186-1189 Kanzler Kaiser FRIEDRICHS I. Als Erzbischof war Johann I. in erster Linie - sowohl im kirchlichen als auch im weltlichen Bereich - Territorialpolitiker. Er besetzte die Archidiakonate neu und führte das Amt des Offizials ein. Seine zielstrebige Klosterpolitik kam vor allem den Zisterziensern zugute. 1197 (nicht 1198) löste er das Erzstift aus der Vogtei des Pfalzgrafen und ebnete damit den Weg zur Landesherrschaft des 14./15. Jh. Den weltlichen und herrschaftlichen Besitz des Erzstifts suchte er zu mehren und herrschaftlich zu intensivieren. Diesem Ziel dienten auch die von ihm veranlaßten Aufzeichnungen des "Liber annalium iurium". Im staufisch-welfischen Thronstreit folgte Johann I. landesherrlichen Rücksichten und Interessen. Eine national gesinnte Historiographie hat ihm diese reichspolitisch indifferent erscheinende Haltung übel vermerkt.
Literatur:
-----------
ADB XIV, s.v. - NDB X, s.v. - M. Corsten geb. Loenartz,
Ebf. J. I. v. Trier (1189-1212), Zs. für die Gesch. der Saargegend
13, 1963 [Q. und Lit.] - F. Pauly, Aus der Gesch. des Bm.s Trier, II, 1969
- B. Brinken, Die Politik Konrads von Staufen in der Tradition der Rhein.
Pfgft., 1974.