Begraben: Mainz Dom
Sohn des Pfalzgrafen Otto I. von Bayern und der
Heilika von Lengenfeld, Tochter von Graf Friedrich II.
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1352
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Konrad I., Erzbischof von Mainz 1161-1165 und 1183-1200
------------ Erzbischof von Salzburg 1177-1183
* um 1130, + 25. Oktober 1200
Begraben: Mainz Dom
Als WITTELSBACHER wurde
Konrad nach dem Studium in Paris (und/oder
Bologna?) zunächst Domherr in Salzburg, ehe ihn Kaiser
FRIEDRICH I. auf dem Konzil zu Lodi 1161 zum Erzbischof von
Mainz erhob. Nach vergeblichen Versuchen, durch Verhinderung der Wahl
eines Gegen-Papstes (Paschalis III.) das Schismma zu beenden, stellte sich
Konrad auf die Seite Alexanders III.
1165 ersetzte ihn der Kaiser durch Christian von Buch als Erzbischof von
Mainz. Konrad ging ins Exil nach Frankreich, wo er im Gefolge Alexanders
III. mit Erzbischof Thomas von Canterbury Freundschaft schloß. Der
Papst weihte ihn, verlieh ihm das Pallium, erhob ihn zum Kardinalpriester
von S. Marcellus (1165) und Kardinalbischof von S. Sabina (1166).
In den folgenden Jahren wirkte er in Italien und mehrfach als Kardinallegat,
unter anderem um die Streitigkeiten zwischen Erzbischof Adalbert III.
von Salzburg mit dessen Suffragan Heinrich I. von Gurk über die
Rechtsstellung des Bistums zu entscheiden. Die auf Bayern bezogene Legatenwürde
ermöglichte es dem WITTELSBACHER,
nachhaltig in die Auseinandersetzungen um das zeitweise von FRIEDRICH
I. besetzte Salzburger Erzstift einzugreifen. Als er im Gefolge
des Friedens von Venedig das Erzbistum erhielt, begann dort eine Phase
der Entspannung und des inneren Wiederaufbaus. Nach Christians Tod kehrte
er 1183 wieder nach Mainz zurück. In den Jahren bis zu seinem Tod
entfaltete er rege Tätigkeit für Kaiser
FRIEDRICH I. und König HEINRICH
VI. Höhepunkt seines Wirkens waren die Mainzer Hoftage
von 1184 und 1186 (Curia Jesu Christi). An dem noch in HEINRICHS
VI. Zeit vorbereiteten Kreuzzug nahm er teil und kehrte erst
1199 zurück, als im Reich bereits der staufisch-welfische
Thronstreit herrschte. Der staufer-feindlichen
Haltung Papst Innozenz' III. folgte Konrad
nicht, auch vermochte er zwischen den Lagern im Reich nicht mehr zu vermitteln.
Andererseits schlichtete er im Sommer 1200 noch im päpstlichen Auftrag
den Thronstreit in Ungarn.
Konrad zählt
zu den bedeutendsten Reichs- und Kirchenpolitikern während der 2.
Hälfte des 12. Jh. Grundzug seines Wirkens war die Zurückdrängung
laikaler Einflüsse auf die Kirche. Aufgeschlossen für die Reformbewegungen
und Orden widmete er den geistlichen Aufgaben in Seelsorge und Verwaltung
des Erzbistums im Gegensatz zu Christian von Buch alle Kraft. Dies gilt
ebenso im Blick auf die Wiederherstellung des Erzstiftes Mainz. Ihm gelang
unter Aufbietung erheblicher Finanzmittel die Wiedererlangung von Besitz
und Rechten am Mittelrhein, in Hessen und Thüringen. Die Lehensrechtbeziehungen
zu den erzbischöflichen Vasallen wurden wieder gefestigt. In Mainz
selbst begann damals der Bau des romanischen Domes, erstmals wurde in der
Stadt aber auch das Spannungsverhältnis zwischen geistlicher und weltlicher
Gerichtsbarkeit fühlbar.
Quellen:
----------
Reg. der Ebf.e v. Mainz II, bearb. J. F. Böhmer-C.
Will, I-VII, 1886, Nrn. 1-90, 265-288 - Mainzer UB II, bearb. P. Acht,
1971, Nrn. 265-288,291f, 294,296f.,304f, 311,319, 333,342,348,354f.,357,361,363,
367,378-387,393,398f.,414,435f.,457a-721
Literatur:
-----------
NDB XII, 510f. - Hauck IV - S. Oehring, Ebf. K. I. v.
Mainz im Spiegel seiner Urkk. und Briefe (Q. und Forsch. zur hess. Gesch.
25, 1973) - H. Dopsch, Gesch. Salzburgs, Stadt und Land I, 1981, 284-308,
1276-1284 - A. Gerlich, Der Aufbau der Mainzer Herrschaft im Rheingau im
HochMA, Nassauische Ann 96, 1985, 9-28, bes. 21ff. [Lit.] - Ders., Thronstreit
- Ebm.sschismen - Papstpolitik 1189-1208 (Deus qui mutat tempora, Fschr.
A. Becker, hg. E.-D. Hehl u.a., 1987), 283-320 [Lit.]
Begraben: Mainz, Dom
Vater: Otto IV., Pfalzgraf von Bayern (1104-1156)
Mutter: Heilika von Hopfenohe, Pettendorf u. Lengenfeld (+ 1170)
Wohl Erziehung am Salzburger Domstift. Studium in Paris
und Bologna. Domherr in Salzburg.
1161 Ernennung durch Kaiser
FRIEDRICH I. zum Erzbischof von Mainz
1164 im Schisma Entscheidung für Papst Alexander
III. Dennoch 1165 Weihe zum Erzbischof von Mainz
1165 Weihe zum Kardinalbischof von St. Marcellus in
Rom
1166 zum Kardinalbischof von Sabina
1167 zum Bischof von Sora.
1177 förmlicher Verzicht auf das Mainzer Erzbistum
im Frieden von Venedig. Entschädigung mit dem Erzbistum Salzburg.
1183 erneut Erzbischof von Mainz.
In seinem Amt sah Konrad
die Erfüllung des geistlichen Auftrages.
Literatur:
-----------
NDB 12; M. Weidenauer, Reichskanzler u. Kardinal K. v.
., 1904; S. Oehring, EB K. I. v. Mainz im Spiegel s. Urkk. U. Briefe, 1973.
(Genannt nach dem weitläufigen Verwandten Erzbischof
Konrad von Salzburg + 1147).
Erzbischof von Mainz 1161-1177 und 1183-1200
Erzbischof von Salzburg 1177-1183
vgl. Boehmer-Will, Regesten zur Gesch. d. Mainzer Erzbischöfe
2, 1 ff und 59 ff
1161 20/6 Conradus
frater Ottonis palatini comitis auf dem Konzil zu Lodi zum Erzbischof
ernannt SS 26, 22.
Literatur:
-----------
Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser
des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 185, 187,197 - Csendes,
Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993,
Seite 61,80,113,139,199,202,214 - Goez, Werner: Lebensbilder aus
dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag
Darmstadt 1998, Seite 312-330 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe,
Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 108,166,168,193,215,219,223,225
- Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert,
hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 166, 170,175 - Wies,
Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle
Esslingen 1999, Seite 165,217,256,188,190,192,203,318 -