Konrad I. von Abensberg                          Erzbischof von Salzburg (1106-1147)
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um 1075-9.4.1147
 

Sohn des Grafen Wolfram von Abensberg
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 1355
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Konrad I., Erzbischof von Salzburg 1106-1147
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* um 1075, + 9. April 1147

Sohn des Grafen Wolfram von Abenberg (Mittelfranken)

Von HEINRICH V. 1106 zum Erzbischof von Salzburg investiert, konnte dort den Widerstand der Ministerialen brechen und den von HEINRICH IV. 1085 eingesetzten Gegen-Bischof Berthold von Moosburg entmachten. Durch sein Eintreten für Papst Paschalis II. auf dem Romzug 1111 geriet Konrad I. in Gegensatz zu HEINRICH V., mußte sich auf Anklage der Salzburger Ministerialen vor dem Kaiser verantworten und verbrachte die Jahre 1111-1112 im Exil in Tuszien, in der Steiermark (Admont) und in Sachsen. Nach seiner Rückkehr begann er mit Unterstützung bedeutender Mitarbeiter (Hiltebold und Roman I. von Gurk, Hartmann von Brixen, Gerhoch von Reichersberg) ein großzügiges Aufbau- und Reformprogramm: Die 1077 errichteten Festen Hohensalzburg, Werfen und Friesach wurden erweitert und stark befestigt, teils zu bischöflichen Pfalzen umgestaltet, die Kirchengüter in der Steiermark wurden durch starke Burgen (Leibnitz, Pettau, Reichenburg) gesichert; eine neue Gruppe erzbischöflicher Ministerialen übernahm die führenden Positionen im Heerwesen und Verwaltung. Das Stadtbild von Salzburg wurde durch die Erweiterung des Domes (Westtürme), den Bau des Domstifts und der erzbischöflichen Residenz sowie die Ausstattung des Peterskloster für Jahrhunderte geprägt. Wichtige Impulse setzte Konrad I. im Zehntwesen, in der Armenfürsorge, im Urkundenwesen und bei der Förderung von Handel und Verkehr. Als Grundlage für die Seelsorge schuf Konrad I. den Salzburger Reformkreis der Augustinerchorherren mit eigener Observanz, dem unter Führung des Domkapitels 17 neugegründete oder reformierte Stifte angehörten. Das hohe Ansehen Konrads I. im Reich wurde bei den Königswahlen 1125 und 1138 deutlich; trotz mancher Charakterschwächen zählt zu den imposantesten Kirchenfürsten Deutschland im Hochmittelalter.

Quellen:
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Vita Chunradi archiepiscopi Salisburgensis, ed. W. Wattenbach (MGH SS XI), 1854, 63-77.

Literatur:
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Ch. Meyer, Ebf. K. I. v. S. [Diss. Jena 1868] - K. Zeillinger, Ebf. K. I. v. S., 1968 - St. Weinfurter, Salzburger Bm.sreform und Bf.spolitik im 12. Jh., 1975 - H. Dopsch, Ebf. K. I. (Gesch. Salzburgs I/1, hg. Ders, 1984), 254-274 [Lit.].


Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 7/Band II Seite 143,147,149-151/Band III Seite 42 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 46,48 A.128, 165 A.352, 184,188,191,219,352,354,357-361 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 104,124,127,144, 180,253,343 A 27;397 A 59 -