Gebhard                                                    Erzbischof von Salzburg (1060-1088)
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um 1030-15.6.1088
              auf Hohenwerfen (an der Salzach)

Begraben: Stiftskirche Admont (Steiermark)

Sohn des Grafen Chadolt und der Azala
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1163
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Gebhard, Erzbischof von Salzburg seit 1060
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* um 1025, + 15. Juni 1088
                    auf Hohenwerfen (an der Salzach)

Begraben: Stiftskirche Admont (Steiermark)

Einem vornehmen schwäbischen Geschlecht (Eltern: Chadolt und Azala) entstammend, wurde Gebhard für die geistliche Laufbahn bestimmt und erhielt seine Ausbildung vermutlich in Salzburg, wo er am 4. März 1055 zum Priester geweiht wurde. Als Leiter der kaiserlichen Kapelle (summus capellanus) nahm er unter HEINRICH III. eine bedeutende Stellung ein. Wohl seit jener Zeit datiert seine Bekanntschaft mit Bischof Adalbero von Würzburg und Altmann (später Bischof von Passau), denen er zeitlebens verbunden blieb. Auch nach dem Tod HEINRICHS III. blieb Gebhard dem salischen Haus treu ergeben. Von September 1058 bis Dezember 1059 ist er als Leiter der deutschen Kanzlei bezeugt. 1060 wurde ihm das wegen seiner Brückenfunktion nach Italien bedeutsame Erzbistum Salzburg übertragen. Im Auftrag des deutschen Hofes unternahm er im Winter 1062 eine Gesandtschaft nach Konstantinopel. 1075 unterstützte er HEINRICH IV. gegen die aufständischen Sachsen. Der Wormser Synode (Januar 1076) blieb er jedoch demonstrativ fern. Seither stand er auf der Seite der sich formierenden fürstlichen Opposition. Gebhard gehörte zu den Teilnehmern des Fürstentages von Tribur (Oktober 1076) und war an der Wahl Rudolfs von Schwaben zu Forchheim (15. März 1077) beteiligt. Zum Schutze des Bistums vor Übergriffen bayerischer Anhänger des Königs ließ er feste Burgen in Salzburg, Werfen und Friesach errichten. Nachdem eine Einigung mit HEINRICH IV. an der Unbeugsamkeit Gebhards gescheitert war, suchte Gebhard im Herbst 1077 in Schwaben und darauf in Sachsen Zuflucht. Als Wortführer der Sachsen trat Gebhard bei den Verhandlungen zu Kaufungen (1081) und Gerstungen-Berka (1085) auf. Gebhards Autorschaft an den sogenannten Sachsenbriefen läßt sich jedoch nicht mit Sicherheit erweisen. In Form eines an Bischof Hermann von Metz gerichteten Briefes (MGH L.d.L. I, 261-279) verteidigte er kompromißlos den Standpunkt der Gregorianer. Nach 9-jährigem Exil gelang ihm erst im Sommer 1086 die Rückkehr in sein Bistum, das inzwischen ein kaiserlicher Gegen-Bischof (Berthold von Moosburg) unterstellt worden war.
Gebhard, dem auch auf königlicher Seite Achtung entgegengebracht wurde, war ein entschiedener Anhänger der kirchlichen Reformbewegung und der wohl bedeutendste Parteigänger Gregors VII. in Deutschland. Im Zuge einer Reorganisation der Salzburger Kirche hob Gebhard den Slavenzehnten auf und errichtete 1072 mit päpstlicher und königlicher Zustimmung ein bischöfliches Eigenbistum in Gurk. Als Stützpunkt der monastischen Reform in seiner Diözese erfolgte 1074 die Gründung des Klosters Admont im Ennstal.

Quellen:
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Vita v. einem Admonter Mönch aus dem 12. Jh., MGH SS II, 33-49; dazu: A. Lhotsky, Q.kunde zur ma. Gesch. Österreichs, 1963, 214f. - AASS Jun. 6, 147-154 - W. Hauthaler-F. Martin, Salzburger UIB 2, 1916, 160-180.

Literatur:
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GHGE XX, 224-227 - GP I, 17-19 - Hauck III, passim - LThK IV, 556 - Manitius III, 25f. - NDB VI, 116 - RI III, 2, Nr. 144, 196, 250, 273 - Wattenbach-Holtzmann-Schmale II, 559-562 - C. Mirbt, Die Publizistik im Zeitalter Gregors VII., 1894, 21-23 - W. Erben, Unters. zur Gesch. des Ebf.s G., Mitt. der Ges. für Salzburger LK 53, 1913, 1-38 - A. Fauser, Die Publizisten des Investiturstreites, 1935, 25-28 - W. Ohnesorge, Die Byzanzreise des Ebf.s G. v. Salzburg und das päpstl. Schisma i. J. 1062, Hjb 75, 1956, 153-166 [= Ders., Abendland und Byzanz, 1958, 342-363] - O.-H. Kost, Das östl. Niedersachsen im Investiturstreit (Stud. zur Kirchengesch. Niedersachsens 13, 1962), 111f., 102 [zur Verfasserschaft der Sachsenbriefe] - J. Fleckenstein, Die Hofkapelle der dt. Kg.e II (MGH Schr. 16/II, 1966), 240f, 259f. - W. Steinböck, Ebf. G. v. Salzburg (Veröff. des Hist. Inst. der Univ. Salzburg, 1972) - J. Fleckenstein, Ebf. G. v. Salzburg als Repräsentant der Reichskirche und Gegner des Kg.s im Investiturstreit (Salzburg in der europ. Gesch. [Salzburger Dokumentationen 19, 1977]), 11-28 - H. Dopsch, Gesch. Salzburgs I, 1981-1984, 232-251, 1254ff. [Lit.].


Gebhard war vor seiner Erhebung auf den Salzburger Stuhl Kanzler HEINRICHS III. und seines Sohnes HEINRICH IV. Er wurde in dem von ihm gestifteten Kloster Admont begraben.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 320
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien "

Zur Gruppe der jüngeren Generation der Hofkapellane HEINRICHS III. zählte außer Altmann auch dessen Freund Gebhard, den Agnes nach früheren Tätigkeiten als summus capellanus HEINRICHS III. und als deutscher Kanzler in der Zeit ihrer Regentschaft im Jahre 1060 zum Erzbischof von Salzburg erhob. Sowohl Gebhard wie Adalbero von Würzburg gehörten 1072 zu den Reformern, die mit HEINRICH IV. in Konflikt gerieten.
 
 
 
 

Literatur:
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Black-Veldtrup Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1995 Seite 320 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 296,300,519,521,542/Band II Seite 17,108,130,132,138-140,337,340,536/Band III Seite 441 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 50,95,96,110,200,217,249,335,357 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 45,52,150,171,174-176,181 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 95,108,118,122,128,254 -
Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 49,78,124,153,196,202 -