Eberhard II. von Truchsen                         Erzbischof von Salzburg (1200-1246)
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    -   1246
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1521
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Eberhard II., Bischof von Salzburg 1200-1246
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* um 1170, + 1246

Entstammte den Freien von Regensberg, die nördlich von Zürich begütert waren, wurde von seinem Onkel, Bischof Diethelm von Konstanz, einem bedeutenden Anhänger der STAUFER, gefördert, der Eberhard II. 1190 in sein Domkapitel aufnahm und 1196 seine Wahl zum Bischof von Brixen vermittelte. Eine staufische Partei wählte Eberhard II. 1200 zum Erzbischof von Salzburg, doch erhob Papst Innozenz III. Einspruch und verlieh das Pallium erst, als Eberhard II. persönlich in Rom erschien. 1202 ist er wieder Vertreter des staufischen Lagers vor der Kurie, akzeptierte jedoch nach dem Tode König PHILIPPS zunächst dessen Gegner OTTO IV., geriet aber mit diesem in Konflikt, wurde 1210 sogar gefangen und zum Anerkennungseid gezwungen, den er hielt. Erst 1213 ging er zu König FRIEDRICH II. über, dem er konsequent treu blieb. Er wurde deshalb 1240 von Albert Behaim, dem Beauftragten Papst Gregors IX., gebannt, konnte sich jedoch als Metropolit behaupten. Die enge Bindung an die staufische Dynastie nutzte Eberhard II., um seine Macht als Erzbischof und Landesfürst auszubauen. Er ordnete sich das Bistum Gurk endgültig als sogenanntes Eigenbistum unter und gab diesen Status auch den neu erstandenen Bistümern Chiemsee, Seckau und Lavant. Das Territorium Salzburg, dessen Finanzkraft dank der Saline zu Hallein gefestigt war, wurde mit Hilfe eines Burgensystems beherrscht, das an staufische Vorbilder erinnert. Eberhard II. baute die Städte aus, verhinderte aber die Konsolidierung eines starken Adels und ist erfolgreicher Vertreter des Landesfürstentums seiner Epoche.

Literatur:
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NDB IV, 231 - Ch. Stöllinger, Ebf. Eberhard II. v. Salzburg [Diss. masch. Wien 1972] - H. Dopsch, Gesch. Salzburgs I 1981, 308-336 - P. Segl, Ketzer in Österreich, 1984, 68ff. - H. Wanderwitz, Stud. zum ma. Salzwesen in Bayern, 1984, 27, 51ff.


Literatur:
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Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 201,203,215,278,280,285-287,289,355 A 2;372 A 29;377 A 110;378 A 113;400 A 8;402 A 26,28,32;407 A 70;408 A 83;409 A 96 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 217,255, 295 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 42,156 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 70,181,185,188,191,192,194,198,202,214,215,226,254,287, 298,352,355,359,374 -