Arn                                                           Erzbischof von Salzburg (785-821)
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bald nach 740-24.1.821
 

Sohn des Grafen Haholt, der im Isener Raum östlich von München sehr begütert war und der Perhthilt
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 993
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Arn (Arno, Aquila), 1. Erzbischof von Salzburg und Abt von St-Amand
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bald nach 740-24.1.821
in Diözese Freising

Aus bayerischem Hochadel stammend, erzogen im Kloster St. Zeno zu Isen, bezeugt 765 als Diakon und 776 als Presbyter in Freising, um 778 im fränkischen Kloster St-Armand zu Elnon nicht als Mönch, sondern ohne Profeß nach Art der Kanoniker, 782 dort Abt. Durch Verbindungen zur fränkischen Kirche hatte er Verbindungen zum gelehrten Hofkreis um KARL DEN GROSSEN und war mit Alkuin befreundet. 785 durch Vermittlung KARLS zum Bischof von Salzburg erhoben, stand er vielleicht schon in seiner Frühzeit in Bayern in Verbindung mit Herzog Tassilo III. und dessen Kanzlei, für den er sich 787 in Rom ohne Erfolg als Vermittler einsetzte; seit 798 war er Erzbischof und Metropolit der neugeschaffenen Salzburger Metropole. Er geleitete als Vertrauter KARLS und königlicher Missus für Bayern 799 Leo III. nach Rom zurück, verweilte dort während KARLS Kaiserkrönung, ist 811 unter den Unterzeichnern von KARLS Testament und hatte auch Verbindung zu KARLS Nachfolger LUDWIG DEM FROMMEN. - Arn spielte eine bedeutende Rolle als Kanzler und Kirchenpolitiker für KARL in Bayern, begründete für die Mönche von Salzburg die Schule und Bibliothek von St. Peter, wohin er Schüler Alkuins berief, hatte wohl schreibkundige Mönche aus St-Amand im Gefolge bei seiner Übersiedlung nach Salzburg und ließ dort mehr als 150 Bücher herstellen (darunter die Salzburger Formelsammlung). Er veranlaßte die Sammlung der Briefe Alkuins und regte diesen zu einer Anzahl kleinerer Dichtungen an. Um 790 ließ er ein Güterverzeichnis des Salzburger Kirchenbesitzes durch den Diakon Benedikt anlegen und gab den Anstoß zur Salzburger Geschichtsschreibung. Erhalten sind von ihm zwei Briefe. Neben seinen kirchenpolitischen Verdiensten war er somit maßgeblich beteiligt an der Verpflanzung der Geistes- wie Schriftkultur von St-Amand nach Salzburg.

Literatur:
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NDB I, 355f. - LThK I, 887 - CLA 10, VIII bis XVIII – Ma. Bibliothekskat. Österreichs IV, hg. Österr. Akad. Wiss., bearb. G. Möser-Mersky, M. Mihaliuk, 1966, IV, 10 - Lhotsky, Quellenkunde, 150ff. - G. Demmelbauer, Arno, der erste Ebf. V. Salzburg, 798-821 [Diss. Masch. Wien 1950] - R. Moldenhauer, Arno v. Salzburg (785-821) [Diss. Masch. Berlin FU 1956] - H. Bachmann, Stud. Zur Entstehung der in der Notitia Arnonis gen. Kirchen Tirols, MIÖG 81, 1971, 241-303; 82 1974, 30-84 - Brunhölzl I, 366 u.ö. - H. Haupt, Sprachl. Und hist. Unters. der Notitia Arnonis und der Breves Notitia [Institutsarbeit für das Inst. für Österr. Gesch.-Forsch., masch. Wien 1974]] - B. Bischoff, Salzburger Formelbücher und Briefe aus Tassilon. und Karol. Zeit, SBA. PPH H. 4, 1973, 19 u.ö. - H. Dopsch, Arn und Karl d. Gr. Salzburgs Erhebung zum Ebm. (Gesch. Salzburgs. Stadt und Land, I: Vorgesch.-Altertum-MA, hg. H. Dopsch, 1979), 163-181, 257-267.
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 26
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Arno, Bischof (ab 798 1. Erzbischof) von Salzburg
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* spätestens 746, + 24.1.821

Stammte aus einem Adelsgeschlecht, das in der Gegend um Erding und Isen (nordöstlich Münchens) begütert war.
765 als Diakon, 776 als Presbyter der nahen Domkirche Freising genannt.
782 Abt des Klosters Elnon (im heutigen Belgien), das er auch nach seiner Ernennung zum Bischof von Salzburg in  Händen behielt.
Arno gehörte dem gelehrten Hofkreis KARLS DESGROSSEN um Alkuin und Angilbert an genoß die hohe Wertschätzung KARLS.
Herausragender Vertreter der pro-karolingischen, nach dem Westen orientierten Adelsgruppen in Bayern.
Vielfache Tätigkeit im Dienste des fränkischen Königs, unter anderem als Königsbote - „missus“ - der KAROLINGER und bei auswärtigen Missionen.
Nach dem Sturz Tassilos III. und der Erhebung Salzburgs zum Metropolitansitz besonderer Vertrauensmann für die Einfügung der bayerischen Kirche in das KAROLINGER-Reich.
Leitete nach der Niederwerfung der Awaren die missionarische Expansion Salzburgs nach dem Südosten ein (Gebiet zwischen Donau, Drau, Raab).
Unter ihm Herstellung von 150 Büchern für Schule und Bibliothek in Salzburg, eine Sammlung von Briefen Alkuins, ein (nicht erhaltenes) Annalenwerk sowie das früheste Besitzverzeichnis der Salzburger Kirche (sogenannte „Notitia Arnonis“), eine der wichtigsten Quellen zur Besitz- und Herrschaftsgeschichte des frühmittelalterlichen Bayern).

Literatur:
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NDB 1.


Arn, der einer mächtigen bayerischen Adelssippe um Isen-Tegernbach entstammte, war schon seit 782 Abt der westfränkischen Königsabtei Saint Armand, deren Äbte von den KAROLINGERN ernannt wurden. Die Erhebung zum Bischof von Salzburg muß wohl in gegenseitiger Absprache zwischen KARL DEM GROSSEN und Herzog Tassilo III. von Bayern erfolgt sein. Nachdem er den Salzburger Bischofsstuhl bestiegen hatte, blieb er auch weiterhin Abt von Saint Armand. In Rom vermittelte er 787 auch beim Papst für seinen Herrn Tassilo, allerdings ohne Erfolg. Seine weltweiten diplomatischen Fähigkeiten waren bezeichnend für die Gruppe der bayerisch-fränkischen Führungsschicht.