Wezilo                                                       Erzbischof von Mainz (1084-1088)
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    -8.8.1088
 

Begraben: Mainz, Dom

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 53
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Wezilo, Erzbischof von Mainz 1084-1088
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     + 8. August 1088

Begraben: Mainz, Dom

Kaiser HEINRICH IV. erhob nach seiner Krönung durch Gegen-Papst Clemens III. den Aachener Propst und vormaligen Halberstädter Domherrn Wezilo zum Erzbischof von Mainz. Wezilo stammte wahrscheinlich aus Sachsen und war seit 1075 durch diplomatische Aufträge mit den Verhältnissen an der Kurie und in Italien vertraut. Von den Zeitgenossen als Gelehrter und Prediger hoch gerühmt, führte er die Reformen des Vorgängers Siegfrieds I. in der Zuordnung von Kloster zur Mainzer Kirche, allerdings in gegen die Hirsauer Oboedienz gerichteter Weise, weiter. Andererseits bewirkte er in deutlicher Wendung gegen das schwankende Verhalten Siegfrieds als Gefolgsmann HEINRICHS IV. die erneute Stärkung der Königsmacht am Mittelrhein. In der Versammlung zu Gerstungen-Berka (20. Februar 1085) bestritt Wezilo die Rechtmäßigkeit der Bannung des Kaisers mit seiner überraschenden Vereinfachung einer Stelle der Pseudoisidorischen Dekretalen. Übertritte von Bischöfen auf die kaiserliche Seite und blutige Auseinandersetzungen besonders zwischen den sächsischen Großen waren die Folge. Im Mai 1085 fand in der Mainzer Abtei St. Alban eine reich besuchte Synode statt unter Anwesenheit des Kaisers und maßgeblicher Leitung durch Wezilo. Die Wormser Absetzungserklärung gegen Papst Gregor VII. wurde erneuert, alle seine Anhänger exkommuniziert (u.a. Gegen-König HERMANN VON SALM), worauf in einer Versammlung der Gregorianer in Quedlinburg die Anhänger des Kaisers gebannt wurden. Verkündet wurde 1085 ein Gottesfriede, der jedoch wirkungslos geblieben ist. HEINRICH IV. war zunächst erfolgreich in Sachsen, wurde aber durch den Verrat Markgraf Ekberts II. von Meißen zum Rückzug gezwungen. Dass der Kaiser sich auf Erzbischof Wezilo weiter verlassen konnte, war wichtig in Anbetracht der Ausweitung der Aufstände auf Bayern, Schwaben und Franken 1086/87. Wezilos Eingreifen in Böhmen und Sachsen hatte keinen nachhaltigen Erfolg. Für den merkwürdigerweise durch Erzbischof Egilbert von Trier am 15. Juni 1086 in Prag zum König von Böhmen gekrönten Vratislav II. setzte sich Wezilo vergeblich bei Clemens III. ein. Wezilo begann in Mainz, gefördert durch HEINRICH IV., den Wiederaufbau des 1081 abgebrannten Domes in dessen heute noch bestehenden Ostteil.

Quellen und Literatur:
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Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band II Seite 19,337,343, 364 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 108,111, 202,207,248 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 202 -