Begraben: Mainz, Dom
Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2080
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Heinrich II. von Isny, Bischof von Basel seit 9.10.1275
------------------------- Erzbischof von Mainz
(1286-1288)
* 1222, + 17/18. März 1288
Isny Hagenau
Begraben: Mainz, Dom
Stammte aus einer Handwerkerfamilie (Familienname: H. Knoderer), Minorit, lehrte nach dem Studium in Paris als Lektor in Basel und Mainz. Unter RUDOLF VON HABSBURG wirkte er in vielfältigen diplomatischen Diensten an der Kurie hinsichtlich der geplanten Kaiserkrönung wie der Auseinandersetzungen um Reichsrechte in der Lombardei und in der Romagna, in England bezüglich der Heirat des Königs-Sohnes Hartmann sowie in oftmals vermittelnder Funktion zwischen Kurfürsten, Reichsständen und dem Kronenträger. Heinrich II. wurde von Honorius IV. am 15. Mai 1286 nach Mainz transferiert. Wegen seiner Herkunft angefeindet, blieb seine Politik verstärkt auf die Wahrung der Königsstellung im Reich ausgerichtet, auch fand er stets Unterstützung beim Papst. Loyale Beziehungen zur Stadt Mainz wie zum Pfalzgrafen Ludwig II. ermöglichten Heinrich II. das den König begünstigende Eingreifen in die territorialen Auseinandersetzungen in Schwaben und am Oberrhein. Des Königs Landfriedenspolitik in Thüringen und Meißen wurde von ihm maßgeblich mitgetragen. Der erzstiftliche Eigenbesitz im Eichsfeld wurde vermehrt, in Erfurt suchte er den Ausgleich mit der Bürgerschaft; die Beziehungen zu den Herzögen von Braunschweig hingegen blieben gespannt. Am Würzburger Konzil im März 1287 nahm Heinrich II. als zuständiger Metropolit teil, ohne allerdings in der antikurialen Bewegung erkennbar hervorzutreten. Mit König RUDOLFS Unterstützung beharrte er damals auf dem Mainzer Krönungsrecht in Böhmen. Zum Erwerb Österreichs hatte er schon zuvor RUDOLF militärisch und diplomatisch Hilfe geleistet.
Quellen und Literatur:
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NDB VIII, 370f. - Reg. zur Gesch. der Mainzer Ebf.e,
bearb. J. F. Böhmer-C. Will, II, 1886, LXXV-LXXXVI, 422-439, Nr. 1-114
- RI VI, I, 1898 - Hauck V, 1 - E. Baumgarten, H. v. I.. Ord. Min., Bf.
v. Basel, Ebf. v. Mainz, Erzkanzler Rudolphs v. Habsburg, Zs. für
Schweiz. Kirchengesch. 5, 1911, 122-151, 220-226 - F. Jürgensmeier,
Das Bm. Mainz, 1988, 112ff.