Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2160
********************
Ludolf, Erzbischof von Magdeburg seit 1192
---------
+ 16. August 1205
Ludolfs Abstammung
von einer bäuerlichen Familie aus Kroppenstedt (Bistum Halberstadt)
wird heute bezweifelt. Stiftschüler in Halberstadt, Studium an der
Universität Paris, zeitweise zusammen mit Thomas Becket; Domscholaster
am Magdeburger Domstift, erstmals als Domherr erwähnt am
27. September 1168, 1179-1187 Propst von St. Wipert in Nienburg,
am 26. Dezember 1184 zum Domdekan in Magdeburg bestellt. Ludolf
ergriff verschiedentlich Partei im Konflikt zwischen Kaiser und Papst und
im staufisch-welfischen
Thronstreit. Er zählte Ende 1185 zu einer Delegation des deutschen
Episkopats, die Papst Urban III. die Beschwerden Kaiser
FRIEDRICHS I. gegen die Kurie überbrachte. Als Nachfolger
Erzbischof Wichmanns setzte er dessen STAUFER-freundliche
Politik fort. Angefangen mit seiner Unterstützung der Königswahl
zugunsten Philipps von Schwaben (1198),
vertrat er fortan entschlossen dessen Interesse und wurde zu einem der
führenden Vertreter der staufischen Partei
in Sachsen. Er geriet dadurch in zunehmenden Gegensatz zur päpstlichen
Politik und wurde von Innozenz III., der seit 1200/01 eine WELFEN-freundliche
Stellung einnahm, mehrfach gebannt.
Markgraf Otto II. von Brandenburg und sein Bruder Albrecht
übertrugen 1196 ihre askanischen Eigengüter an Erzbischof
Ludolf; sie galten fortan als vom Erzstift ausgegebene Lehen
(im folgenden häufig umstritten, 1336 nochmals bestätigt, seit
der Übernahme der Mark Brandenburg durch die LUXEMBURGER
1373 hinfällig). 1200 gründete Ludolf
in
der Magdeburger Vorstadt Sudenburg das Stift St. Peter und Paul (später
in die Neustadt verlegt).
Literatur:
-----------
LDG, 742 - NDB XV, 296f. [Lit.] - GS I/1, 1,2, 1972 -
D. Claude, Gesch. des Ebm.s Magdeburg bis in das 12. Jh. (Mitteldt. Forsch.,
67/1,2, 1972/75) - J. Ehlers, Dt. Scholaren in Frankreich während
des 12. Jh. (VuF 30, 1986), 113f.